Adipositas

Adipositas ist die wissenschaftliche Bezeichnung für die krankhafte Fettleibigkeit, die der Kategorie der Ernährungs- und Stoffwechselerkrankungen zugeordnet wird. Sie ist insbesondere in den hoch entwickelten Industriestaaten verbreitet und betrifft zirka 20 Prozent der Bevölkerung. Die Erkrankungsraten unterscheiden sich nach Land und Geschlecht, sind jedoch in allen Staaten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sehr hoch mit steigender Tendenz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Adipositas als Übergewicht mit einem Body Mass Index (BMI) ab dem Wert 30 und höher. Der Index berechnet sich aus dem Körpergewicht, geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Hierbei wird bewusst vernachlässigt, dass der Index keine Aussage zur Fettverteilung im Körper trifft und somit nur begrenzt aussagekräftig ist. Adipositas ist Grundlage zahlreicher Folgeerkrankungen und somit auch volkswirtschaftlich relevant.

Ursachen der Adipositas-Erkrankung

Adipositas: Symptome und UrsachenÜbergewicht und letztendlich Adipositas entsteht durch ein Missverhältnis von aufgenommener zu verbrauchter Energie. Der Körper wandelt die zugeführte Nahrung in Fett um, damit sie im Körper eingelagert wird. Die Gründe, wieso dies in den entwickelten Staaten offensichtlich immer häufiger vorkommt, sind vielfältig. Zu kurz greift der Erklärungsansatz, dass adipöse Menschen schlichtweg zu viel essen. Studien haben gezeigt, dass die Menge der zugeführten Kilokalorien nicht zwangsläufig mit dem BMI korreliert. Einige Faktoren, die Adipositas begünstigen, sind jedoch bekannt.

Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Verfügbarkeit verschiedenster Nahrungsquellen in den industrialisierten Staaten. Lebensmittel sind heutzutage reichlich vorhanden, preiswert, vielfältig und praktisch jederzeit erhältlich. Eine Einschränkung der Nahrungsmittelzufuhr ist nicht notwendig. Weiterhin ist das Angebot an stark verarbeiteten, gesüßten und fettreichen Convenienceprodukten in den letzten Jahrzehnten gestiegen.

Mit der Veränderung der Nahrungsmittelzusammensetzung ist gleichzeitig eine Veränderung des Lebensstiles bei einem Großteil der Bevölkerung zu beobachten. Immer mehr berufliche Tätigkeiten erfolgen sitzend unter Benutzung des Computers. Auch im Privathaushalt haben elektronische Medien Einzug gehalten. Beides führt zu einem bewegungsarmen Alltag, der zu einem geringeren Energieverbrauch des Körpers führt und über einen Abbau der Muskulatur auch zu einem geringeren Grundumsatz führt. Die Wahrscheinlichkeit, aufgrund des Überangebotes an Lebensmitteln, zu viel Nahrung zu sich zu nehmen, steigt – Mit den bekannten Folgen, dass Übergewicht entsteht.

Ebenso wird der Werbung und der appetitanregenden Präsentation von Lebensmitteln ein Einfluss an einer zu hohen Nahrungsaufnahme zugeschrieben. Weitere Gründe für Fettleibigkeit liegen in Vorerkrankungen, die die Gewichtszunahme begünstigen. Beispiele hierfür sind die Schilddrüsenunterfunktion, die Insulinresistenz und Essstörungen. Medikamente können ebenfalls zu einer Gewichtszunahme führen. Des Weiteren entdeckt die Forschung aktuell neurobiologische Vorgänge, die Adipositas begünstigen. Ebenso werden genetische Effekte aufgrund der Erkenntnisse aus Zwillingsstudien und die Infektion mit bestimmten Virustypen als Ursache für Adipositas diskutiert.

Adipositas Symptome

Das deutlichste Symptom für Adipositas ist ein stark erhöhtes Körpergewicht, wobei die Fettzusammensetzung zu beachten ist, da insbesondere Sportler einen höheren Body Mass Index aufgrund ihrer Muskelmasse besitzen können, ohne adipös zu sein. Häufig treten Stoffwechselstörungen wie eine gestörte Glucosetoleranz auf.

Diagnose

Die Diagnose der Adipositas kann bereits beim Hausarzt gestellt werden, indem das Gewicht und die Zusammensetzung des Körpers betrachtet wird. Die Diagnose ist insoweit unkompliziert.

Therapie / Behandlung von Adipositas

Im Vordergrund bei Adipositas steht die nachhaltige Gewichtsreduktion, um die Folgeerkankungen zu vermindern bzw. zu vermeiden. Hierbei setzen Therapeuten auf eine Analyse der Ernährungs- und Bewegungsmuster und geben Ratschläge zur Änderung des Lebensstils hinsichtlich einer gesünderen Lebensweise. Insbesondere werden die Mengen an Fett und Zucker beobachtet, die der Proband zu sich nimmt, Ernährungstagebücher analysiert und Tipps erteilt, bei denen versucht wird, sie möglichst praxistauglich zu gestalten. Auch die aufgenommenen Flüssigkeiten sind dabei von Belang, da sich hier erhebliche Kilokalorien verstecken können.

Grundlage ist eine gemüse- und ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Fett. Weiterhin wird eine Erhöhung der täglichen Bewegung über moderaten und adipositastauglichen Sport, beispielsweise Schwimmen, verursacht, damit einerseits für den jeweiligen Tag mehr Kilokalorien verbrannt werden und andererseits der Grundumsatz gesteigert wird. Ebenso ist eine Behandlung mit Arzneimitteln denkbar, die entweder den Appetit zügeln oder die Fettaufnahme bremsen. Beides sollte ausschließlich unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden, da die Nebenwirkungen stark sein können. Medikamente, die über das Internet im Ausland bestellt werden können, sollten nicht eingenommen werden, da die Wirkstoffe völlig unklar sind. Bei schweren Fällen der Adipositas kommt eine chirurgische Behandlung in Betracht.

Hierbei wird mit verschiedenen Methoden, beispielsweise mit einer Magenverkleinerung, die Aufnahme von Nahrung behindert und somit ein Behandlungserfolg herbeigeführt. Auch hier sind wie bei jeder Operation die Nebenwirkungen zu beachten. Neben einer sehr gründlichen Ursachenforschung für die Gewichtszunahme ist für den Behandlungserfolg auch die Motivation und das Durchhaltevermögen essentiell.

Adipositas Verlauf

Adipositas ist typischerweise durch ein sich erhöhendes Körpergewicht gekennzeichnet. Ursachen sind die Folgeerkrankungen, die Adipositas mit sich bringen kann. Aufgrund des Gewichtes haben viele Erkrankte bei Bewegung Schmerzen in den Gelenken, fühlen sich kurzatmig, schwitzen schnell. Die Beweglichkeit und das Gefühl der Fitness nimmt ab.

Manche Personen entwickeln einen hohen Blutdruck. Dies führt dazu, dass sich viele Erkrankte weniger bewegen und somit wiederum der Kalorienüberschuss und das Gewicht sich erhöht. Jedoch auch, wenn die Bewegungsintensität beibehalten wird, kann das Gewicht steigen, da bei vielen Adipösen die Verwertung der aufgenommenen Nahrung gestört ist.

Da viele Erkrankte erfolglose Abnehmversuche in der Vergangenheit hatten, wird eine Gewichtszunahme durch den JoJo-Effekt begünstigt. Je höher das Gewicht ist, umso größer die Gefahr, Folgeerkankungen zu entwickeln und je geringer die Chance das Gewicht zu verringern.

Adipositas vorbeugen

Die Erkrankung an Adipositas kann bei einem Teil der Menschen verhindert werden, indem Wert auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung gelegt wird. Ebenso ist es sinnvoll, zur Vorbeugung auf seine psychische Gesundheit zu achten und Stress ausreichend abzubauen.

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