Achillessehnenriss

Die Achillessehne gehört zu den stärksten Sehnen im Körper und weist eine Tragfähigkeit von bis zu 800 Kilogramm auf. Der Achillessehnenriss, medizinisch als Achillessehnenruptur bezeichnet, tritt im Rahmen einer plötzlichen Belastung durch die Anspannung der Wadenmuskulatur auf. 80 % aller Rupturen der Achillessehne ereignen sich zwei bis sechs Zentimeter oberhalb des Ansatzes. Diese Stelle ist die schwächste und auch die am schlechtesten durchblutete Stelle der Achillessehne. Vor allem ab dem 40. Lebensjahr ist eine entsprechende Disposition bemerkbar. Dies liegt vor allem daran, dass viele Menschen ab diesem Alter wieder vermehrt ihre sportliche Tätigkeit aufnehmen.

Da die Achillessehne jedoch durch mangelndes Training noch keine ausreichende Belastbarkeit aufweist, ist sie nicht in der Lage, den hohen Zugbelastungen standzuhalten. Der Riss der Achillessehne erfolgt in vielen Fällen ohne vorher bestehende Symptome wie beispielsweise Schmerzen oder Reizungen. Vor allem Menschen, die Sportarten mit schnellen Richtungswechseln treiben, weisen ein besonders hohes Risiko für diese Verletzung auf. Zu diesen Sportarten gehören beispielsweise Tennis, Handball oder Fußball. Dies wird dadurch begründet, dass es bei diesen Sportarten zu häufigen sogenannten schrägen Fußhaltungen unter Belastung kommt. Bei dieser schrägen Fußhaltung steht die flächige Achillessehne unter einer starken Kantenbelastung, die zum primären Riss der Achillessehne führt.

Im schlimmsten Fall weitet sich dieser Primärriss zu einem kompletten Riss der Sehne aus. Vor allem im Freizeitsport sind Risse der Achillessehne häufiger zu finden. Im Leistungssport kommt es aufgrund des guten Trainingszustandes eher seltener zu dieser Verletzung.

Ursachen

Achillessehnenriss Symptome / UrsachenDie Hauptursache des Achillessehnenrisses ist eine plötzliche Überbelastung der Sehne. Diese Überbelastung kann bei plötzlichen Richtungswechseln genauso auftreten wie bei Überbelastungen durch spontanes Umknicken des Fußes. Diesen Situationen ist in den meisten Fällen ein unbemerktes Trauma vorangegangen, das zu degenerativen Veränderungen der Achillessehne führte.

Neben der veränderten Blutzirkulation, die mit dem Alter abnimmt, spielen auch bereits vorangegangene Mikrorisse eine Rolle. Diese Mikrorisse heilen unbemerkt ab und führen zur Bildung von Narbengewebe, wodurch die Sehne geschwächt wird. Andere Einflussfaktoren sind entzündliche Vorgänge, die zu einer verringerten Kollagensynthese oder arteriosklerotischen Prozessen führen (bei 10-25 Prozent aller Rupturen konnten im Vorfeld entzündliche Geschehnisse beobachtet werden).

Zu den endogenen Faktoren, die zu einem Achillessehnenriss führen, zählen Erkrankungen wie Infektionen, Autoimmunerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Gicht, rheumatische Erkrankungen mit entzündlicher Komponente. Diese Erkrankungen führen zu einer Schädigung und dadurch Schwächung der Achillessehne.

Ein weiterer und bedeutender iatrogener Faktor ist die Verabreichung von Corticoiden, wie sie bei anderen Grunderkrankungen angewendet werden. Aber auch lokale Injektionen von Corticoiden in den Achillessehnenbereich, wie sie im Fall von Entzündungen der Sehne verabreicht werden, können zu einer Schwächung der Sehne führen. Vor allem dann, wenn es durch zu frühe Belastung zu keiner ausreichenden Abheilung kommt. Weitere Ursachen sind Verletzungen im Bereich der Achillessehne, die durch Schnitte entstehen und dabei zum Achillessehnenriss führen.

Achillessehnenriss Symptome

Die typischen Symptome eines Achillessehnenrisses sind neben einer blutunterlaufenen Schwellung und Schmerzen die Unmöglichkeit, auf Zehenspitzen zu gehen.

Archillessehnenriss Diagnose

Neben den bereits beschriebenen Symptomen zeigen sich in der klinischen Diagnostik weitere Auffälligkeiten bei der Untersuchung. Ganz frische Rupturen weisen in vielen Fällen eine tastbare Lücke auf, die sich oft über dem Ansatz der Achillessehne am Fersenbein befindet. Liegt der Patient auf dem Rücken, kann der Fuß nicht mehr (oder nur mehr minimal) nach unten bewegt werden. Ein weiteres diagnostisches Mittel ist der Thompson-Test, bei dem der Patient auf dem Bauch liegt. Die Füße hängen über die Kante. Wird nun der Wadenmuskel mit den Händen beidseitig gedrückt, entfällt im Falle eines Achillessehnenrisses die Plantarflexion des Fußes komplett oder zum Großteil.

Therapie / Behandlung von Achillessehnenrissen

Bei der Behandlung wird zwischen der funktionell-konservativen Behandlung ohne Operation und der operativen Behandlung unterschieden. Abhängig gemacht wird die Wahl der Behandlung von den Faktoren Alter und Risikofaktoren wie Rauchen, arterielle Durchblutungsstörungen oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Auch die spätere sportliche Betätigung spielt in diesem Fall eine Rolle. Bei der Behandlung ohne Operation wird der Fuß durch feste Verbände wie beispielsweise Gips oder Spezialschuhe ruhiggestellt. Nach ungefähr zwei Wochen kommt es zur Verwendung eines Spezialstiefels, der eine stufenweise abnehmbare Fersenerhöhung besitzt.

Diese wird im Verlauf von ungefähr sechs Wochen kontinuierlich reduziert. Für Patienten, die ein erhöhtes Operationsrisiko aufweisen oder keinen Wunsch nach sportlicher Betätigung äußern, ist diese Behandlungsmethode die Methode der ersten Wahl. Bei der operativen Behandlung wird zwischen der offenen Operation und der minimalinvasiven Operation differenziert. Wird die offene Operation angewandt, werden dabei die Sehnenenden freigelegt und durch ein Klebeverfahren oder eine Naht zusammengeführt. Abhängig von der Lokalisation der Rissstelle kann auch eine Fixierung der Sehne nötig sein.

Bei der minimalinvasiven Operation erfolgt die Zusammenführung der beiden Sehnenende über zwei kleine Hautschnitte und einem Querschnitt zur Kontrolle der Annäherung der beiden Sehnenenden. Diese Methode hat große Vorteile, da hier kaum Risiken durch Wundheilungsstörungen vorhanden sind. Ein Risiko ist die Beschädigung von Nerven, wodurch es zu einem Wegfall der Hautsensibilität im Fußbereich kommen kann. Auch nach den operativen Verfahren muss der Fuß durch entsprechende Maßnahmen über mehrere hinweg Wochen ruhig gestellt werden.

Verlauf einer Achillessehnenruptur

Wird ein Achillessehnenriss nicht erkannt und dadurch auch nicht behandelt, kann es zu unterschiedlichen Komplikationen kommen. Diese Komplikationen äußern sich in einem Kraftverlust des Wadenmuskels, da das Spannungsverhältnis zwischen der Sehne, bei der sich ein entsprechend großes Narbengebiet entwickelte, und dem Wadenmuskel, nicht mehr harmoniert.

Auch intensives Training kann die vorher bestehenden Spannungsverhältnisse nicht mehr herstellen. Ein erheblicher Schwund der Wadenmuskulatur mit einhergehendem Kraftverlust und Hinken macht sich bemerkbar. Dieser Verlauf kann sich auch aus einer fehlgeschlagenen Operation oder einer missglückten konservativen Behandlung ergeben.

Achillessehnenriss vorbeugen

Um einem Achillessehnenriss vorzubeugen, wird eine gezielte Stärkung der Achillessehne bei Wiederaufnahme von sportlichen Tätigkeiten empfohlen. Beim Laufen auf harten Böden sollte auf entsprechendes Schuhwerk geachtet werden. Da die Achillessehne mit zunehmendem Alter immer weniger durchblutet wird, ist auch der Verzicht auf Nikotin und Alkohol eine sinnvolle Maßnahme.

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