Spermatest – Selbsttest fĂŒr zuhause

Wenn das gewĂŒnschte KinderglĂŒck ausbleibt, dann beginnt fĂŒr viele Paare, die sich Nachwuchs wĂŒnschen, oft ein langer und steiniger Weg. Denn damit es doch noch klappen kann mit der Schwangerschaft, muss natĂŒrlich erst einmal herausgefunden werden, warum es bisher nicht geklappt hat. Dass es nicht gleich klappt, ist gar nicht so selten, denn die Quote an Paaren im zeugungsfĂ€higen Alter, die vergeblich auf Nachwuchs warten, liegt zwischen 10 und 15 Prozent. Oft wird bei diesen Paaren zunĂ€chst die Frau untersucht. Doch auch am Mann kann es liegen – jedenfalls genauso oft, wie an der Frau: Wenn der Kinderwunsch nicht in ErfĂŒllung geht, die Schwangerschaft ausbleibt, dann liegt das bei 40 bis 50 Prozent aller Paare an Spermaproblemen des Mannes. Ob mangelnde QualitĂ€t des Spermas die Ursache fĂŒr die Unfruchtbarkeit eines Paares ist, darĂŒber kann als erstes Mittel ein Spermatest Aufschluss geben.

Ungeliebter Gang zum Urologen

Dass hĂ€ufig zuerst die Frau auf ihre Fruchtbarkeit untersucht wird, wenn eine gewĂŒnschte Schwangerschaft ausbleibt, hat auch psychologische GrĂŒnde. Denn fĂŒr die meisten Frauen ist eine gynĂ€kologische Untersuchung etwas ganz normales, was ohnehin mindestens einmal im Jahr ansteht.

Viele MĂ€nner scheuen hingegen den Gang zum Urologen, empfinden die Untersuchung als unangenehm oder sogar als peinlich oder traumatisch. Vor allem, wenn es um die ZeugungsfĂ€higkeit und die Eigenschaften der Spermien geht, wĂŒrden viele MĂ€nner es vorziehen, den Test allein daheim und in ihrer eigenen PrivatsphĂ€re durchzufĂŒhren. Da bietet der Spermatest fĂŒr zu Hause eine willkommene Alternative – diskret und einfach. Denn daheim muss man in keine sterile Kabine verschwinden, wĂ€hrend draußen schon die Schwester auf den Becher wartet – wie viele Menschen sich das Prozedere in einer Praxis vorstellen. Wenn dann auch noch die Angst dazu kommt, dass vielleicht wirklich etwas nicht stimmt und man die Schuld an der Kinderlosigkeit trĂ€gt, dann ist man vermutlich vollends blockiert und der Arztbesuch wird zu einem Desaster.

Sperma Selbsttest fĂŒr zuhause als Alternative

Man muss aber nicht unbedingt auf die Hilfe eines Arztes zurĂŒck greifen, um etwas ĂŒber die QualitĂ€t des eigenen Spermas zu erfahren. Was die ZeugungsfĂ€higkeit bei MĂ€nnern und somit die QualitĂ€t des Spermas betrifft gibt es einen ganz einfachen Richtwert: Normales Sperma sollte 20 Millionen Spermien pro Milliliter SamenflĂŒssigkeit aufweisen. Das klingt erstaunlich viel, doch gemĂ€ĂŸ der Weltgesundheitsorganisation ist das der Wert, den man aufweisen muss, um als normal – und nicht etwas vermindert – zeugungsfĂ€hig zu gelten. Spermatests messen fĂŒr gewöhnlich genau diesen Wert – die Anzahl von Spermien pro Milliliter FlĂŒssigkeit. ZusĂ€tzlich wird auch die Beweglichkeit der Spermien gemessen, denn auch diese muss stimmen, damit eine Befruchtung stattfinden kann. Viele Tests, die daheim angewendet werden können, sind von hoher Genauigkeit und geben schnell Aufschluss darĂŒber, wie es um die ZeugungsfĂ€higkeit bestellt ist.

Einfache Anwendung in den eigenen vier WĂ€nden

Wer die Anleitung genau beachtet, der darf sich ĂŒber ein relativ genaues Ergebnis freuen. So ist es beispielsweise drei bis fĂŒnf Tage vor der DurchfĂŒhrung des Tests vonnöten, auf eine Ejakulation zu verzichten, um ein aussagekrĂ€ftiges Ergebnis im so genannten Spermiogramm, also der Untersuchung des Spermas, zu erhalten. Um an eine Spermaprobe zu kommen, ejakuliert der Mann in einen Becher. Die FlĂŒssigkeit sowie eine Testsubstanz werden dann fĂŒr gewöhnlich zusammengefĂŒhrt – beispielsweise in einer Testkassette. Nach der vorgegebenen Zeit kann das Ergebnis abgelesen werden.

Sollte eine eingeschrĂ€nkte ZeugungsfĂ€higkeit festgestellt werden, kann man diese in vielen FĂ€llen behandeln lassen. Dazu könnte eine verringerte oder komplett fehlende Beweglichkeit der Spermien gehören, eine zu geringe Anzahl von Spermien oder Ähnliches. UnabhĂ€ngig davon, was der Test besagt, empfiehlt es sich, diesen im Abstand zirka eines Monats noch einmal zu wiederholen, um das Ergebnis zu verifizieren. Auch eine dritte Testphase kann nötig sein. Bei Fieber, schwereren Erkrankungen oder der Einnahme von Antibiotika sollte der Test nicht durchgefĂŒhrt werden, weil er dann nicht aussagekrĂ€ftig ist.

SpermaqualitÀt kann stark variieren

Es gibt viele Faktoren, die die QualitĂ€t des Spermas verbessern oder verschlechtern können, daher kann ein einzelner Test möglicherweise noch kein abschließendes Bild vermitteln. Schon einige Änderungen des Lebensstils – allerdings ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum von mindestens drei Monaten hinweg – kann helfen. GĂŒnstig ist es, sich genĂŒgend Bewegung zu gönnen, auf Normalgewicht zu achten, sich ausgewogen zu ernĂ€hrend und genĂŒgend frisches Obst und GemĂŒse zu sich zu nehmen. Weiterhin sollte man auf Kaffee und Alkohol verzichten, keinesfalls rauchen, die Hosen nicht zu eng tragen und zu viel WĂ€rme im Hodenbereich vermeiden. Auch die Reduzierung von Stress kann zu einer Verbesserung der SpermienqualitĂ€t beitragen.

Verbesserung beim zweiten oder dritten Spermatest

Wer beim ersten Test festgestellt hat, dass die SpermienqualitĂ€t nicht die beste ist, der hat es also zunĂ€chst selbst in der Hand, diese zu verbessern. Das muss man nicht ins Blaue hinein tun, sondern mit Hilfe eines weiteren Spermientests lĂ€sst sich eine eventuelle Verbesserung sehr gut belegen. Übergewicht zu reduzieren und das Rauchen einzustellen oder darauf zu achten, den Umgang mit schĂ€dlichen Substanzen wie beispielsweise Lacken und Ă€hnlichem zu meiden, kann schon eine massive Verbesserung in Anzahl und Beweglichkeit der Spermien bedeuten.

Fakt ist: Wer sein Problem kennt, der kann es – sei es zunĂ€chst allein oder auch mit Hilfe vom Facharzt – lösen. Und dabei leisten die gĂ€ngigen Selbsttests, die Aufschluss ĂŒber die Beschaffenheit des Spermas geben, wirklich gute Dienste.