Malaria Schnelltest

Die Malaria ist eine Tropenkrankheit, die von Parasiten hervorgerufen wird. Die Malariaerreger werden in tropischen und subtropischen Gebieten durch die weiblichen Anopheles-Stechmücken übertragen. Diese Moskitos reisen gelegentlich in Flugzeugen auch in andere Teile der Welt. Sie können in und um Flughäfen die Krankheit verbreiten, auch wenn das Flugzeug in einem Gebiet gelandet ist, welches nicht zu den typischen Regionen gehört, in der die Gefahr einer Malariaansteckung besteht. Die globale Erwärmung beeinflusst ebenfalls eine weitere Verbreitung der Malariaerkrankungen.

Die Moskitostiche der Anopheles-Mücken können verschiedene Stämme der Erreger übertragen. Beim Menschen können Plasmodium falciparum, Plasmodium vivax, Plasmodium ovale und Plasmodium malariae die Erkrankung verursachen, die auch als Sumpf- oder Wechselfieber bezeichnet wird. Plasmodium falciparum ist weltweit der Erreger, der mit der Malaria tropica die schwersten Krankheitsverläufe verursacht. Bei den anderen Erregerstämmen sind die Symptome der Erkrankung schwerwiegend, aber nicht sofort lebensbedrohend. Längerfristig an Malaria tertiana, hervorgerufen durch Plasmodium vivax und Plasmodium ovale, erkrankte unbehandelte Patienten leiden jedoch an Auszehrung, die auf längere Sicht ebenfalls tödliche Folgen haben kann. Plasmodium malariae ruft die Malaria quartana hervor. Hier steht eine Schädigung des Nierengewebes, das nephrotische Syndrom als Komplikation im Vordergrund.

Malaria Symptome

Die Symptome, die sich nach dem Einbringen der Plasmodien in den menschlichen Blutkreislauf entwickeln können, sind zunächst in rhythmischen Perioden wiederkehrende Fieberattacken mit Schüttelfrost, Krämpfe und Magen-Darm-Probleme. Sinkt das Fieber, kann es zu starken Schweißausbrüchen kommen. Heimtückisch ist, dass Malaria mit leichten unspezifischen Symptomen beginnen kann, die der Betroffene anfänglich einer Erkältung oder einem grippalen Infekt zuschreibt.

Jeder Erregerstamm entwickelt eine eigene Verlaufsform der Malariaerkrankung mit einer speziellen Fieberrhythmik. Besonders bei geschwächten Menschen und Kindern kann der Stich der Anopheles-Mücke, die mit Plasmodium falciparum infiziert ist, unbehandelt sehr schnell zum Tod führen. Der Erreger ruft eine disseminierte intravasale Koagulation (DIC) hervor. Dies bedeutet die Bildung von Thromben. In den kleinen Blutgefäßen bilden sich Blutgerinnsel, die die Versorgung des Gehirns, der Nervenzellen und der Nieren mit Sauerstoff und Nährstoffen unterbrechen und die betroffenen Zellen schädigen.

Schnelle Diagnose möglich

Um Fieberattacken und andere Symptome selbst abklären zu können, ist die Anwendung eines Malaria Schnelltests sinnvoll. Dieser kann vom Betroffenen selbst durchgeführt werden. Zeigt das Ergebnis des Tests, dass eine Malariaerkrankung vorliegt, kann wertvolle Zeit gewonnen und frühzeitig mit der Behandlung begonnen werden.

Die Zerstörung der roten Blutkörperchen

Nach einer Übertragung der Plasmodien in den menschlichen Blutkreislauf zerstören die Erreger die roten Blutkörperchen in einem großen Ausmaß. Die durch die Fieberattacken geschwächten Patienten können nicht ausreichend neue Blutkörperchen im Knochenmark bilden. Der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin, aus den zerstörten roten Blutkörperchen wird über die Nieren im Urin ausgeschieden. Daher stammt der frühere Begriff „Schwarzwasserfieber“ als Beschreibung für dieses Malaria-Symptom. Es kommt in kurzer Zeit zu einer ausgeprägten Blutarmut und zu Durchblutungsstörungen. Jede Zelle im Körper muss ausreichend über den Blutkreislauf versorgt werden, um ihre Funktion aufrechterhalten zu können. Besonders im zentralen Nervensystem, dessen Versorgung durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen gestört ist, kommt es zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Bewusstseinsstörungen bis hin zu komatösen Zuständen, Krampfanfälle und Lähmungen können auftreten.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Stich der Anopheles-Mücke und dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome liegt etwa bei 12-13 Tagen. Bei einer Infizierung mit dem speziellen Erreger Plasmodium malariae kann die Inkubationszeit bis zu 50 Tagen betragen.

Malaria Prophylaxe

Einen wirklich wirksamen Schutz gegen den Stich der Anopheles-Mücke in den Gebieten, in denen Malaria übertragen werden kann, gibt es nicht. Prophylaktisch können Malariamedikamente einige Zeit vor Reiseantritt eingenommen werden. Maßnahmen zur Vermeidung von Insektenstichen sind die wichtigste Vorbeugung. Eine Erkrankung verhindert die Chemoprophylaxe mit Medikamenten nicht. Sie mindert allerdings das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes. Statt der Chemoprophylaxe wird besonders bei längeren Aufenthalten in Gebieten, in denen Malaria übertragen werden kann, die sogenannte „Stand by-Therapie“ empfohlen. Dabei handelt es sich um vom Reisenden mitgeführte Medikamente, die bei den ersten Anzeichen einer Malariaerkrankung eingenommen werden können.

Bei oder nach Reisen in Malaria-Gebiete sollte der Betroffene seinen Gesundheitszustand beobachten. Bei jedem Fieber mit ungeklärter Ursache muss durch einen geeigneten Bluttest der Malariaverdacht bestätigt oder ausgeschlossen werden. Meist ist der Reisende in Gebieten unterwegs, in denen nicht gleich ein Arzt vorhanden ist und kein Labor für die notwendigen mikroskopischen Untersuchungen des Blutes zur Verfügung steht. In solchen Situationen ist es sinnvoll, einen Malaria Schnelltest mitzuführen, um feststellen zu können, ob eine Ansteckung mit einem der Malariaerreger stattgefunden hat. Der Malaria Schnelltest bringt mit einer hohen Sicherheit einen Nachweis über im Blut zirkulierende Plasmodien. Der Test kann vom Betroffenen selbst ausgeführt werden.

Anwendung des Malaria Schnelltests

Der Malaria Schnelltest enthält Testkarten, die dem Verfahren des Blutzuckertests ähneln. Der Schnelltest weist im Blut des Patienten bestimmte spezifische Eiweiße nach, die das Vorhandensein von Plasmodien anzeigen. Der Test differenziert zwischen der Ansteckung mit Plasmodium falciparum und den anderen möglichen Erregerstämmen. Ein Tropfen frisches Vollblut wird mit einer Pipette auf die Testkarte aufgetragen. Vollblut ist das Blut, welches man mit einem Einstich in die Fingerkuppe gewinnt. Eine sterile Lanzette, eine Pipette sowie ein Alkoholtuch zur Desinfektion sind dem Testsatz beigefügt. Das Blut reagiert mit dem auf die Testkarte aufgetragenen Gold-Konjugat und der zugefügten Pufferlösung. Innerhalb von wenigen Minuten zeigt sich das Testergebnis.

Vor dem Einstich der Lanzette sollte die Einstichstelle gründlich mit dem Alkoholtuch gesäubert werden. Danach massiert man den Mittel- oder Ringfinger in Richtung der Fingerkuppe, ohne die geplante Einstichstelle zu berühren. Der erste Blutstropfen, der nach dem Einstich austritt, sollte abgewischt werden. Der folgende Blutstropfen muss sofort mit der Pipette auf die Testkarte aufgetragen werden. Danach die Pufferlösung zufügen. Eine genaue Beschreibung, wie der Test durchgeführt werden soll, ist in jeder Testpackung enthalten. Auch die Auswertung des Testergebnisses ist genau beschrieben.

Mit diesem Test-Kit kann schnell und mit einer hohen Sicherheit eine Malariaerkrankung festgestellt werden und die verschiedenen Malariaformen von der besonders gefährlichen Malaria tropica abgegrenzt werden. So ist der Patient in der Lage, sofort eine Stand-by-Therapie zu beginnen, falls er die entsprechenden Medikamente mit sich führt. Bei jedem Verdacht auf Malaria sollte, unabhängig vom Ergebnis des Schnell-Tests, ein Arzt konsultiert werden, der weitere Untersuchungen veranlassen kann. Die Medikamente zur Therapie von Malaria sind verschreibungspflichtig.

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