FOB Test (Darmkrebs-Test)

Es ist ein Tag wie jeder andere auch, man steht auf, geht zur Arbeit, geht seinen Freizeitaktivit√§ten nach, doch nach einem Gang zur Toilette, ger√§t pl√∂tzlich die Welt aus den Fugen, denn man hat auf seinem Stuhl Blut entdeckt. In so einer Situation schie√üen den meisten die wildesten Gedanken durch den Kopf – Darmkrebs, Schmerzen, Qualen und Tod. Bevor einen nun vollends die Panik √ľbermannt, sollte man tief durchatmen und ruhig bleiben, denn Blut auf dem Stuhl kann viele verschiedene, oftmals harmlose Ursachen haben.

Um sich jedoch Gewissheit zu verschaffen, gibt es den sogenannten FOB-Test. FOB steht f√ľr F√§kal-okkultes Blut. Dieser Schnelltest – √§hnlich dem H√§moccult-Test – wurde speziell konstruiert, um verstecktes Blut im Stuhl nachzuweisen. Denn i. d. R. ist es das versteckte Blut – und nicht das sichtbare – im Stuhl, das auf Darmkrebs hindeuten k√∂nnte.

Blut im Stuhl – welche Unterschiede gibt es?

Man kann zwischen mehreren Arten von Blut im Stuhl unterscheiden. Beim okkulten Blut im Stuhl sind die Blutbeimengungen nicht sichtbar. Okkultes Blut kann nur mithilfe eines H√§moccult-Tests oder FOB-Tests festgestellt werden. Des Weiteren gibt es die sog. H√§matochezie. Hierbei zeigen sich sichtbare, hellrote Blutauflagerungen auf dem Stuhl. Ursache f√ľr diese Art des Blutes sind sog. untere gastrointestinale Blutungen im unteren Abschnitt des Darms.

Des Weiteren kann das Blut auch aus H√§morrhoiden stammen. Oftmals tritt diese Art der Blutung auch bei einer Obstipation (Verstopfung) auf. Durch starkes Pressen kann es zu Rissen in der Schleimhaut kommen, so dass sich das Blut dann auf dem Stuhl ablagert. Bei der sog. Mel√§na (Teerstuhl) ist der Stuhl schwarz verf√§rbt. Die Ursache hierf√ľr sind Blutungen aus dem oberen gastrointestinalen Magen-Darm-Trakt. Oftmals ist ein Magengeschw√ľr die Ursache f√ľr die Blutung. Wenn das Blut mit der Magens√§ure in Kontakt kommt, kommt es zu einer chemischen Reaktion, so dass sich im Verlauf der Stuhl schwarz f√§rbt. Beim roten Blutstuhl liegen Blutungen in den tieferen Darmbereichen vor. Hier finden sich helle Blutauflagerungen auf dem Stuhl.

Welche Ursachen k√∂nnen zu Blut im Stuhl f√ľhren?

Es gibt zahlreiche Ursachen, die infrage kommen können. Blut im Stuhl muss nicht immer auf eine schwerwiegende Erkrankung hindeuten, es kann sich auch eine relativ harmlose Ursache dahinter verbergen. Wie bereits oben erwähnt, kann es vor allem bei Verstopfung zu kleinen Rissen in der Schleimhaut kommen. Leidet der Betroffene an Hämorrhoiden, können durch das starke Pressen auch kleine Gefäße platzen.

Des Weiteren k√∂nnen harmlose Darmver√§nderungen wie z. B. Darmdivertikel (Ausst√ľlpungen in der Darmwand) oder auch Darmpolypen (gutartige Neubildungen der Dickdarmwand) die Ursache sein. Aber auch chronische Darmerkrankungen k√∂nnen als Symptom Blut im Stuhl aufweisen. Morbus Crohn oder auch eine Colitis ulcerosa k√∂nnen Blutungen im Verdauungstrakt verursachen, welche sich dann als Blut im Stuhl bemerkbar machen. Jedoch ist nicht nur der D√ľnndarm- und Dickdarmbereich davon betroffen. Auch Blutungen im Magen k√∂nnen verantwortlich f√ľr einen positiven Stuhlbefund sein. Vor allem Magengeschw√ľre (Ulcus ventriculi) oder auch Zw√∂lffingerdarmgeschw√ľre (Ulcus duodeni) kommen hier infrage.

Weitere Ursachen f√ľr Blut im Stuhl k√∂nnen Gef√§√üentz√ľndungen (Vaskulitiden) als auch Magen-Darm-Infekte sein. Auch Blutkrankheiten oder Infektionen mit Parasiten k√∂nnen mit einer Darmblutung einhergehen. Nur in seltenen F√§llen ist Darmkrebs die Ursache f√ľr Blut im Stuhl.

Darmkrebs Рder unbekannte Feind im Körper

Mit Darmkrebs ist i. d. R. eine Krebserkrankung des Dickdarms als auch des Mast- oder Enddarms gemeint. Dickdarmkrebs wird auch als Kolonkarzinom, Mast- oder Enddarmkrebs auch als Rektumkarzinom bezeichnet.

Darmkrebs Ursachen

Die Ursachen f√ľr Darmkrebs sind vielf√§ltig und werden durch mehrere Risikofaktoren beg√ľnstigt. Neben der sog. heredit√§ren Pr√§disposition (vererbbare Risikofaktoren) und chronischen Erkrankungen des Darms, spielen auch die Ern√§hrung sowie die Lebensgewohnheiten eine gro√üe Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs.

Es sind Gendefekte bekannt, die bestimmte Krankheiten wie z. B. famili√§re adenomat√∂se Polyposis (FAP), Lynch-Syndrom (HNPCC), Gardner-Syndrom und Peutz-Jeghers-Syndrom, hervorrufen k√∂nnen. Diese Erkrankungen beinhalten ein sehr hohes Risiko f√ľr Darmkrebs. Ist ein Familienmitglied an FAP erkrankt, so vererbt diese Person die Erkrankung an die Kinder. Wird eine famili√§re adenomat√∂se Polyposis nicht behandelt, so entwickelt sich im Laufe der Zeit ein Kolonkarzinom daraus. Das gleiche gilt auch f√ľr das Gardner-Syndrom, das mit vielen Polypen (Geschwulste) im Dickdarm einhergeht, welche im Laufe der Zeit eine Malignit√§t (b√∂sartige Entartung) aufweisen. Das HNPCC – das sog. heredit√§re kolorektale Karzinom ohne Polyposis – ist f√ľr ca. 5 % aller Darmkrebserkrankungen verantwortlich. Personen, die an dieser Krankheit leiden, haben zudem ein erh√∂htes Risiko auch an anderen Krebsarten zu erkranken. Das HNPCC wird zu 50 Prozent an die Kinder vererbt.

Ein weiterer Risikofaktor an Darmkrebs zu erkranken, sind chronische Darmerkrankungen. Krankheiten wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn erh√∂hen das Risiko, im Laufe der Zeit einen Darmkrebs zu entwickeln. Menschen, die an einem Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt sind, haben ein deutlich erh√∂htes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Ern√§hrung spielt eine gro√üe Rolle. Vor allem fettreiche Nahrung und ein √úberma√ü an Fleisch und Wurst, beg√ľnstigen die Entstehung von Kolonkarzinomen als auch von Rektumkarzinomen. Auch √úbergewicht, zu wenig Bewegung, Alkohol und Rauchen, sind Faktoren, die in Zusammenhang mit einer ungesunden Ern√§hrung, das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, wesentlich erh√∂hen.

Diagnose von Darmkrebs

Eines der ersten Anzeichen f√ľr einen Darmkrebs, kann okkultes Blut im Stuhl sein. Mithilfe eines FOB-Tests kann das okkulte Blut nachgewiesen werden. Neben weiteren Blutuntersuchungen, erfolgen Tastuntersuchungen sowie eine Koloskopie (Darmspiegelung). Bei dieser Untersuchung wird auch eine Biopsie durchgef√ľhrt. Die entnommene Gewebeprobe wird in der Pathologie auf Malignit√§t untersucht.

Vorbeugende Maßnahmen

Einem Krebs an sich selbst kann man nicht vorbeugen. Aber man kann einiges tun, um das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, zu minimieren. Neben einer gesunden Lebensweise, sollten die j√§hrlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. Insbesondere Menschen ab dem 50. Lebensjahr sollten einmal j√§hrlich zur Darmkrebsvorsorge gehen. Menschen, die zu den o. g. Risikogruppen geh√∂ren, sollten halbj√§hrliche Untersuchungen durchf√ľhren lassen. Im Rahmen der vorbeugenden Ma√ünahmen k√∂nnen Untersuchungen auch selbst durchgef√ľhrt werden. Mithilfe eines FOB-Tests kann man in regelm√§√üigen Abst√§nden den Stuhl auf okkultes Blut untersuchen.

Der FOB-Test (Darmkrebs-Test)

Der FOB-Test ist ein Schnelltest f√ľr medizinisches Fachpersonal als auch f√ľr den privaten Heimanwender, um F√§kal-okkultes Blut im Stuhl nachzuweisen. Der FOB-Test kann erg√§nzend im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung eingesetzt werden. Des Weiteren eignet er sich sehr gut als Schnelltest f√ľr Zuhause, um regelm√§√üig den Stuhl auf Blut zu untersuchen. Vor allem f√ľr die o. g. Risikogruppen ist der FOB-Test empfehlenswert, denn auf diese Weise kann ein Darmkrebs rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Je fr√ľher ein Kolon- oder Rektumkarzinom erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine Heilung.

Wie funktioniert der FOB-Test?

Der FOB-Test geh√∂rt zu den sog. immunologischen Okkultbluttests und dient zum Nachweis von okkultem Blut im Stuhl, welches nicht sichtbar ist. Das Blut enth√§lt H√§moglobin (roter Blutfarbstoff), dessen Hauptaufgabe der Transport von Sauerstoff zu den K√∂rperzellen ist. Der FOB-Test funktioniert auf der Basis einer Antik√∂rperreaktion gegen das H√§moglobin. Je nach Art des FOB-Tests, sind die Antik√∂rper entweder schon auf dem Testbereich aufgebracht oder sie m√ľssen erst mittels einer sog. Pufferl√∂sung aufgebracht werden. Kommen die Antik√∂rper mit dem Antigen (H√§moglobin) in Ber√ľhrung, kommt es zu einer chemischen Reaktion, die auf dem angrenzenden Testfeld in Linienform angezeigt wird.

FOB-Test Anwendung

Wichtig: Die zu untersuchende Stuhlprobe sollte nicht mit dem Toilettenwasser in Ber√ľhrung kommen, da diese ansonsten kontaminiert und somit das Ergebnis evtl. verf√§lscht wird. Des Weiteren sollten Einmalhandschuhe benutzt werden. Der FOB-Test sollte auf eine ebene Unterlage gestellt werden, die zuvor desinfiziert worden ist. Der FOB-Test enth√§lt alle wichtigen Bestandteile, um diesen schnell und zuverl√§ssig durchf√ľhren zu k√∂nnen. Der Test enth√§lt u. a. die Testkassette, einen Applikationsstift, der in einem R√∂hrchen mit Fl√ľssigkeit integriert ist.

Nachdem die Testkomponenten auf Raumtemperatur gebracht worden sind, wird der Test ge√∂ffnet und die Utensilien auf dem desinfizierten Bereich bereitgelegt. Bevor der Test durchgef√ľhrt wird, m√ľssen Einmalhandschuhe angezogen werden. Das Testr√∂hrchen √∂ffnen, den Applikationsstift (ist am Deckel befestigt) an drei bis f√ľnf verschiedenen Stellen, je ca. 2 cm tief in die Stuhlprobe eintauchen. Den Applikationsstift zur√ľck in das R√∂hrchen stecken und fest verschlie√üen. Danach das Testr√∂hrchen gut sch√ľtteln, so dass eine homogene, fl√ľssige Suspension entsteht. Danach wird die Spitze des R√∂hrchens abgebrochen und gem. der Anleitung 2 bis 4 Tropfen der Suspension in das markierte Feld der Testkassette aufgebracht. Nach 5 Minuten kann das Testergebnis abgelesen werden. Wichtig: Das Ergebnis muss nach 5 Minuten abgelesen werden. Nach 10 Minuten ist das Ablesen nicht mehr m√∂glich, da durch die √§u√üeren Einfl√ľsse das Ergebnis verf√§lscht sein k√∂nnte.

Die Auswertung des Testergebnisses

Das Ergebnisfeld ist aufgeteilt in eine sog. Kontrollzone (C) und in eine Testzone (T). Das Ergebnis wird durch farbige Linien angezeigt. Bei einem negativen Ergebnis erscheint nur eine farbige Linie in der Kontrollzone. In der Testzone erscheint keine Linie. Dies bedeutet, dass kein H√§moglobin nachgewiesen wurde und somit auch kein okkultes Blut im Stuhl vorhanden ist. Bei einem positiven Ergebnis zeigen sich zwei farbige Linien, eine in der Kontrollzone, die andere in der Testzone. Dies bedeutet, dass H√§moglobin nachgewiesen wurde und okkultes Blut im Stuhl vorhanden ist. Erscheint in der Kontrollzone (C) keine Linie, ist der Test ung√ľltig und muss mit einer neuen Testkassette wiederholt werden. Welche Schritte m√ľssen bei einem positiven Ergebnis unternommen werden?

Ist das Testergebnis positiv ausgefallen, bedeutet dies, dass Spuren von Blut im Stuhl nachgewiesen wurden. Es bedeutet nicht, dass die Ursache hierf√ľr Darmkrebs ist! Wie bereits oben erw√§hnt, kann es viele Ursachen f√ľr Blut im Stuhl geben. Aufgrund dessen sollte im Anschluss ein Arzt aufgesucht werden, so dass weitere Untersuchungen durchgef√ľhrt werden, um die Ursache f√ľr das Blut im Stuhl zu eruieren.

Fazit

Der FOB-Test ist besonders f√ľr Risikogruppen eine ideale Vorsorgema√ünahme gegen Darmkrebs. Durch seine einfache Handhabung ist der Test auch von Laien zuhause durchf√ľhrbar. Da der FOB-Test als Schnelltest konzipiert wurde, kann das Ergebnis schon nach 5 Minuten abgelesen werden. Es empfiehlt sich, dass Personen ab 45 Jahren einmal j√§hrlich einen FOB-Test zuhause durchf√ľhren.

Liegt eine famili√§re Vorgeschichte vor oder geh√∂rt man einer der o. g. Risikogruppen an, so sollte man bereits ab dem 18. Lebensjahr, in regelm√§√üigen Abst√§nden von 6 bis 12 Monaten, einen Darmkrebs-Test durchf√ľhren.