Blutgruppe Schnelltest

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Es gibt viele Gründe, warum ein jeder seine Blutgruppe kennen sollte. Der wohl wichtigste Grund ist das Leben selbst. Benötigt man nach einem Unfall Blutkonserven, so wäre die Transfusion nicht möglich, wenn man die Blutgruppe des Empfängers nicht kennt. Stimmen die beiden Blutgruppen von Spender und Empfänger nicht überein, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen, die sogar zum Tod des Empfängers führen können. Bei Schwangerschaften kommt es immer wieder vor, dass ein sog. Morbus haemolyticus fetalis sive neonatorum vorliegt, eine sog. Rhesusunverträglichkeit.

Dies bedeutet, dass sich die Blutgruppen von Mutter und Kind nicht vertragen. Die Folgen können sein: schwere körperliche und geistige Behinderungen des Kindes, Fehlgeburt, schwere Folgeschäden bei der Mutter, Tod. Die Blutgruppe ist vor allem ein wichtiger Indikator bei Vaterschaftstest. Mithilfe eines AB0- oder Rhesus-Test, lässt sich zweifelsfrei belegen, ob ein Mann der Erzeuger eines Kindes ist oder nicht. Auch in der Forensik (Gerichtsmedizin) ist die Blutgruppe von großer Bedeutung. Mit ihr können Personen identifiziert werden im Rahmen von sog. Abstammungsgutachten. Da die Blutgruppe Leben retten kann und nicht immer die Zeit vorhanden ist, eine Blutprobe in ein Labor zu senden, wurden sog. Schnelltests entwickelt. Ein kleiner Stich in den Finger, dazu einige chemische Zutaten und innerhalb weniger Minuten weiß man seine Blutgruppe.

Zufall oder Vererbung?

Die Blutgruppe entsteht nicht nach dem Zufallsprinzip, sondern sie ist genetisch festgelegt und wird vererbt. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die rezessive und dominante Vererbung von Genen. Ein Gen wird als dominant bezeichnet, wenn dessen Wirkung die des rezessiven Gens übertrifft. Ein rezessives Gen wird immer von einem dominanten Gen unterdrückt. Das rezessive Gen kommt nur dann zur Geltung, wenn zwei rezessive Gene auftreten.

Bei den Blutgruppen gehören A und B zu den dominant vererbbaren Merkmalen. Die Blutgruppe 0 hingegen ist ein rezessiv vererbbares Merkmal.

Beispiel: Hat ein Elternteil die Blutgruppe A, das andere die Blutgruppe 0, so erbt das Kind stets die dominante Blutgruppe, sprich A.

Blutgruppen:

1. Elternteil + 2. Elternteil = mögliche Blutgruppe

0 + 0 = 0
0 + A = A (äußerst selten kann auch 0 auftreten)
0 + B = B (äußerst selten kann auch 0 auftreten)
0 + AB = A oder B (äußerst selten kann auch 0 auftreten)
A + A = A
A + B = A oder B oder AB
A + AB = A oder B oder AB
B + B = B
B + AB = A oder B oder AB
AB + AB = A oder B oder AB

Der Rhesusfaktor wird ebenfalls vererbt. Ob ein Mensch einen positiven (+) oder einen negativen (-) Rhesusfaktor hat, hängt davon ab, ob auf den Erythrozyten ein Rhesus-Antigen vorhanden ist oder nicht. Ob ein Rhesus-Antigen vorhanden ist, entscheidet das sog. D-Gen. Als Gegenpart gibt es das d-Gen, das dafür sorgt, dass kein Rhesus-Antigen gebildet werden kann. Jeder Mensch weist beide Genmarkmale auf, wobei nur eines davon vererbt wird. Wie bei den Blutgruppen, so gibt es auch hier dominante und rezessive Gene. Das D-Gen gehört zur dominanten Gruppe, das d-Gen zur rezessiven. Das D-Gen, als das dominantere Gen, entscheidet über den Rhesus-Typ.

Ein Rhesus-positiver Mensch kann eine mischerbige Genkombination – Dd aufweisen als auch eine reinerbige Kombination – DD. Ein Rhesus-negativer Mensch kann nur die reinerbige Kombination – dd aufweisen. Beispiel: Sind beide Elternteile Rhesus-negativ (dd), ist das Kind ebenfalls Rhesus-negativ, da nur das d-Gen vererbt werden kann. Ein Rhesus-positiver Nachkomme kann nicht von Eltern abstammen, das Rhesus-negativ ist. Aufgrund dessen wird insbesondere bei Vaterschaftstests stets das Rhesus-System als Nachweis herangezogen. Wer schon mal einen Blick auf seine Blutgruppe in seinem Blutspenderausweis oder Impfbuch geworfen hat, der findet oftmals eine Rhesusformel wie z. B. CcD-ee. Die Buchstaben C, c, E und e sind weitere Differenzierungen, um den Rhesusfaktor noch genauer bestimmen zu können.

Wie findet man die Blutgruppe heraus?

Die Informationen zur Blutgruppe stammen von bestimmten Bestandteilen des Blutes. Maßgebend sind die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und das Blutplasma. Auf der Zelloberfläche der Erythrozyten, als auch auf den Leukozyten und Thrombozyten, sind verschiedene Proteine und Glykolipide angeordnet. Diese Anordnung unterscheidet sich je nach Blutgruppe und bildet die nachweisbaren Antigene (ABO-Antigene und/oder Rhesusfaktor). Das Blutplasma, der flüssige Bestandteil des Blutes, enthält Antikörper, die zusammen mit den Antigenen eine Reaktion hervorrufen. Ein Mensch mit der Blutgruppe A besitzt Antikörper gegen die sog. B-Antigene; die Blutgruppe B besitzt Antikörper gegen die A-Antigene. Fehlen beide Antigene, so spricht man von der Blutgruppe 0. Würde ein Mensch mit der Blutgruppe A nun Blut der Gruppe B erhalten, tritt eine sog. Blutgruppenunverträglichkeit auf. Die Folge ist eine Agglutination, die Verklumpung des Blutes.
Blutgruppen werden auch mit einem + oder einem – versehen. Das + (positiv) steht für ein Rhesus-Antigen, das auf der Oberfläche der Erythrozyten vorhanden ist. Fehlt dieses Rh-Antigen, dann erhält die Blutgruppe die Bezeichnung – (negativ).

Blutgruppen in einer Tabellenübersicht:

BlutgruppeAntikörper gegenvorhandenes Antigen
A+BAntigen A und Rh-Antigen
A-BAntigen A
B+AAntigen B und Rh-Antigen
B-AAntigen B
AB+keine AntikörperAntigen A, Antigen B und Rh-Antigen
AB-keine AntikörperAntigen A, Antigen B
0+A, BRh-Antigen
0-A, Bkeine Antigen

Um zu verhindern, dass jemand die falsche Blutkonserve erhält, wird mithilfe von Tests (Kreuzprobe) die Blutgruppe bestimmt. Früher war dazu ein komplettes Labor notwendig. Heute gibt es Schnelltests, sowohl für den medizinischen Fachbereich, als auch für den Hausgebrauch, so dass auch ein Laie seine eigene Blutgruppe innerhalb weniger Minuten selbst bestimmen kann.

Welche Arten von Heimtests / Schnelltests gibt es?

Es gibt ca. 30 verschiedene Möglichkeiten, um die Blutgruppe eines Menschen zu bestimmen. Neben AB0-System und Rhesus-System gibt es noch u. a. Duffy-, Kell-, Lewis-, Kidd-, Cellano-, MNS-, Lutheran- und das P-System. Allerdings eigenen sich nur wenige davon für einen Schnelltest, der auch von Laien durchgeführt werden kann. Es gibt im Handel verschiedene Schnelltests. Diese beruhen auf den Blutgruppensystemen AB0 und Rhesus. Diese Tests werden auch als Bedside-Test bezeichnet, da diese vor Ort, direkt am Patienten durchgeführt werden können.

Das AB0-System

Das wichtigste Blutgruppensystem AB0 wurde bereits 1901 von dem Österreicher Karl Landsteiner entdeckt. Das System erfasst die vier Hauptblutgruppen A, B, 0 und AB. Wenn man die Blutgruppe eines Menschen bestimmen möchte, so benötigt man hierfür zwei Blutproben: Probe und Gegenprobe. Die Probe wird in drei Portionen aufgeteilt. Zu jeder einzelnen Portion wird ein spezielles Testserum hinzugegeben: Anti-A, Anti-B und Anti-AB. Bei der Portion, bei der Blut und Antikörper reagieren, verklumpt das Blut, was somit auf die Blutgruppe schließen lässt. Die Gegenprobe wird ebenfalls in drei Portionen aufgeteilt. Hierbei werden allerdings Erythrozyten den Blutgruppen A, B und 0 hinzugefügt. Bei entsprechenden Antikörpern kommt es wieder zu einer Agglutination. Wurden beide Tests korrekt durchgeführt, so müssen Probe und Gegenprobe im Ergebnis übereinstimmen.

Das Rhesus-System

Eine weitere Möglichkeit, um die Blutgruppe zu bestimmen, ist das Rhesus-System. Das Rhesus-System stammt aus den 1940ern und wurde ebenfalls von Karl Landsteiner entdeckt. Beim Rhesus-System gibt es sog. Rhesusfaktoren, die als Antigene auf den roten Blutkörperchen angeordnet sind. Die gebräuchlichsten Rh-faktoren sind C, D, E und c, d und e. Des Weiteren wird zwischen Rhesus negativ und Rhesus positiv unterschieden. Rhesus + bedeutet, dass auf der Oberfläche der Blutzellen ein Rhesus-Antigen vorhanden ist. Wie beim AB0-System, so kann es auch beim Rhesus-System zu einer Blutgruppenunverträglichkeit kommen.

Wie sieht ein Blutgruppenschnelltest aus und wie funktioniert er?

Es gibt verschiedene Schnelltests, die allerdings auf dem gleichen System – AB0 und Rhesus – beruhen. In der Regel sind beide Test-Systeme in einem Schnelltest zusammengefasst. Ein Schnelltest-Set beinhaltet u. a.: Testkarte mit mehreren Testfeldern, Pipette, mehrere Stäbchen zum Vermischen des Blutes auf den jeweiligen Testfeldern, Alkoholtupfer, Testserum, Lanzette. Es gibt Karten, auf denen das Testserum schon auf die Felder aufgetragen ist. Die Testkarte sieht i. d. R. wie folgt aus: drei Testfelder mit den Bezeichnungen Anti-A, Anti-B und Anti-D. Hierbei erhält man als Ergebnis die Blutgruppe und den Rhesusfaktor. Es gibt auch Testkarten mit 24 Feldern. Diese bestehen aus drei Spalten mit den Angaben Anti-A, Anti-B, Anti-D und acht Reihen mit den möglichen Blutgruppen A+, A-, B+, B-, AB+, AB-, 0+ und 0-.

Schnelltest Ablauf

Man legt die Testkarte bereit. Mit dem Alkoholtupfer wird die Fingerkuppe gereinigt. Mit der Lanzette sticht man in die Fingerkuppe. Das Blut wird mithilfe der Pipette aufgenommen. Danach wird in jedes Testfeld ein Bluttropfen gegeben. Falls noch nicht auf dem Testfeld vorhanden, wird anschließend auf jedes Testfeld ein Tropfen Testserum gegeben.

Das Testserum für Anti-A ist blau gefärbt, das Testserum für Anti-B ist gelb gefärbt. Mit jeweils einem anderen Stäbchen werden auf den einzelnen Feldern das Blut und das Serum miteinander verrührt. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Stäbchen bei jedem Feld gewechselt werden, so dass kein Blut und Serum von einem Feld in das andere übertragen werden, was zu einem falschen Ergebnis führen würde.

Findet auf Anti-A eine Agglutination (Verklumpung) statt, ist das Ergebnis die Blutgruppe A. Liegt eine Agglutination auf Anti-B vor, ist das Ergebnis die Blutgruppe B. Findet auf beiden Feldern eine Agglutination statt, so lautet das Ergebnis Blutgruppe AB. Wenn eine Agglutination auf dem Anti-D-Feld stattfindet, ist der Rhesusfaktor positiv, bei keiner Reaktion, negativ.

Fazit

Wenn Verletzte eine Bluttransfusion benötigen, ist es zuerst erforderlich, dass die Blutgruppe des Empfängers bestimmt wird. Nicht jeder kennt seine Blutgruppe bzw. kann seine Blutgruppe bei einem Notfall jemandem mitteilen. Schnelltests sind vor allem bei Unfällen oder Naturkatastrophen mit vielen Verletzten eine sehr gute Möglichkeit, um schnell und unkompliziert die Blutgruppe zu bestimmen. Da bei Notfällen der Faktor Zeit eine sehr große Rolle spielt, können mithilfe der Blutgruppen-Schnelltests Leben gerettet werden, da man innerhalb weniger Minuten ein brauchbares und sicheres Ergebnis in den Händen hält.

Des Weiteren können Blutgruppen-Schnelltests auch im Rahmen eines Vaterschaftsgutachtens eingesetzt werden. Diese Schnelltests sind jedoch nicht nur für die medizinische Fachwelt gedacht. Jeder Mensch kann einen Schnelltest bei sich zuhause durchführen. Sie sind einfach in der Handhabung und alles was man dazu benötigt, wird mitgeliefert. Anleitungen führen einen Schritt für Schritt durch die Blutgruppenbestimmung, so dass selbst Laien innerhalb kürzester Zeit das Ergebnis vor sich liegen haben.

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