Albumin Test

Täglich erbringen die Nieren als auch das Herz-Kreislaufsystem Höchstleistungen. Liegen Schäden in diesen Bereichen vor, so können diese sich erst Jahre später manifestieren. Aufgrund dessen ist es von besonderer Bedeutung, mögliche Erkrankungen oder Schäden frühzeitig zu erkennen. Mithilfe eines Albumin-Tests kann man feststellen, ob sich Eiweiß (Albumin) im Urin befindet. Albumin ist ein sogenanntes Transporteiweiß, das in der Leber gebildet wird. Es ist einer der wichtigsten Bestandteile des Organismus, da es für den Transport von Bilirubin, Hormonen sowie Stoffwechselprodukten und Wirkstoffen von Medikamenten zuständig ist. Des Weiteren ist Albumin ein wichtiger Faktor bei der Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks, welcher die Flüssigkeitsverteilung innerhalb und außerhalb der Körperzellen reguliert.

Manche Substanzen, wie z. B. Vitamine, Fettsäuren, Hormone, Spurenelemente oder auch Wirkstoffe von Arzneimitteln, sind nicht wasserlöslich. Das bedeutet, dass die Substanzen durch andere Organe, wie z. B. der Leber, abgebaut werden müssen. Wird dem Körper eine zu hohe Dosis von diesen Substanzen verabreicht, kommt es zu einer Überdosis. Albumin verleiht diesen Stoffen Wasserlöslichkeit, in dem es die Substanzen an sich bindet. Liegt nun eine Überdosierung vor, so wird die Substanz mithilfe des Urins aus dem Körper ausgeschieden. Der Albuminwert ist ein wichtiger Indikator u. a. für Nierenschäden, Bluthochdruck oder krankhaften Eiweißausscheidungen im Urin.

Man kann zwischen einer Mikroalbuminurie und einer Makroalbuminurie (auch Proteinurie) unterscheiden. Im Normalfall scheidet der Körper täglich ca. 20 mg Albumin aus. Bei einer Mikroalbuminurie beträgt die Ausscheidung ab 20 mg bis 200 mg pro Tag. Liegt die tägliche Albuminausscheidung über 200 mg, so spricht man von einer Makroalbuminurie.

Der Indikator Albumin

Albumin ist ein wichtiger Indikator bei Erkrankungen der Nieren, der Leber und des Herz-Kreislauf-Systems. Die Hauptaufgabe der Nieren ist das Herausfiltern und Ausscheiden von Stoffwechselendprodukten und Giftstoffen. Dies erfolgt durch Bildung von Harn, dessen Ausscheidung aus dem Körper über die Harnwege erfolgt. Des Weiteren regulieren die Nieren den Wasser- und Elektrolythaushalt und steuern das Säure-Basen-Gleichgewicht. Die Nieren sind auch an der Bildung von Hormonen, wie z. B. Renin, beteiligt, das bei der Regulation des Blutdrucks eine wichtige Rolle spielt.

Ein weiteres Hormon ist Erythropoetin, das für die Hämatopoese (Blutbildung) von Bedeutung ist. Die Nieren sind zudem maßgeblich an der Gluconeogenese (Synthese des Zuckers) beteiligt. Zu den Nieren gehören auch die Nebennieren, welche die Produktionsstätte von Adrenalin und Noradrenalin sind, die sowohl eine Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und die Muskulatur haben, als auch auf das Zentrale Nervensystem.

Das Herz-Kreislauf-System ist die wichtigste Anordnung im Organismus, garantiert sie doch das Überleben, indem jede einzelne Körperzelle mit Blut versorgt wird. Neben dem Transport von Sauerstoff, werden mithilfe des Blutes wichtige Nährstoffe aus der Verdauung gewonnen, die dann in die verschiedenen Gewebe des Körpers transportiert werden, wo sie weiterverarbeitet, verbraucht oder gespeichert werden. Neben der Versorgung des gesamten Körpers mit Blut, spielt das Herz-Kreislauf-System eine große Rolle bei der Thermoregulation. Hierbei kontrolliert es die Wärmeabgabe über die Haut. Dieser Vorgang wird über den Grad der Durchblutung gesteuert. Des Weiteren ist der Blutkreislauf aktiv am Stoffwechsel und der Immunabwehr beteiligt.

In der Leber wird das Albumin gebildet. Des Weiteren ist die Leber das wichtigste Organ des Körperstoffwechsels. Neben der Produktion von Eiweißstoffen, wie z. B. Albumin und den Gerinnungsfaktoren, ist die Leber Steuerelement beim Blutzuckerspiegel sowie für die Bildung der Galle verantwortlich. Des Weiteren ist sie für den Abbau von Medikamenten, alten Erythrozyten (rote Blutkörperchen) und Hormonen zuständig.

Nachweis von Albumin im Urin

Wird im Urin Albumin (Eiweiß) nachgewiesen, bedeutet das nicht, dass eine ernsthafte Erkrankung vorliegt. Auch bei einem gesunden Menschen kann es mitunter vorkommen, dass der Albuminwert im Urin erhöht ist. Dies geschieht z. B. nach einer großen körperlichen Anstrengung.

Nach einem operativen Eingriff kann der Albuminwert ebenfalls kurzfristig erhöht sein. Ein positives Testergebnis kann jedoch auch ein Hinweis dafür sein, dass eine Erkrankung der Nieren oder des Herz-Kreislaufsystems vorliegt. Ein erhöhter Albuminwert im Urin kann ein Indikator für folgende Erkrankungen sein: Stoffwechselerkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus, Hypertonie (Bluthochdruck), Herzinsuffizienz, entzündliche Erkrankungen der Gefäße, Infektionen im Bereich der Harnwege, Nierenschäden, Amyloidose und hämatologische Erkrankungen.

Viele dieser Erkrankungen verlaufen i. d. R. schleichend. Das heißt, in den Anfangsstadien verursachen diese keine Symptome. Aufgrund dessen ist es von besonderer Bedeutung, dass Erkrankungen so früh wie möglich erkannt werden, denn nur so lassen sich schwerwiegende Folgen für die Gesundheit als auch Folgeerkrankungen vermeiden. Mithilfe eines Albumin-Tests kann man problemlos den Eiweißwert im Urin kontrollieren. Der Test ist so konzipiert, dass er auch von Laien zuhause durchgeführt werden kann.

Der Albumin-Test für zuhause

Der Albumin-Test wird zum Nachweis von Eiweiß (Albumin) im Urin verwendet und wird mittels eines optischen Ergebnisses dargestellt. Bei den Albumintests unterscheidet man zwischen Mikro- und Makroalbumintest. Ein Albumintest besteht aus einem Teststreifen sowie einer ausführlichen Gebrauchsanleitung.

Das Albumin Testprinzip – Version 1

Auf dem Teststreifen befindet sich eine Membran. Auf dieser wurde in der Testregion immobilisiertes Albumin aufgebracht. Am rechten Ende des Teststreifens (dieser Teil wird in den Urin getaucht) sind sog. monoklonale Antikörper gegen h-Albumin (humanes Albumin) und kolloidales Gold aufgebracht. Kommt dieser Bereich mit Urin in Kontakt, fließen mittels Kapillarwirkung die Antikörper an der Membran entlang in die Testregion.

Ist im Urin kein Albumin vorhanden, so binden sich die Antikörper-Gold-Komplexe an das aufgebrachte immobilisierte Albumin. Aus dieser Reaktion bildet sich eine sichtbare Linie. Befindet sich im Urin jedoch Albumin, so konkurriert das Albumin aus dem Urin mit dem immobilisierten Albumin auf der Membran um die Antikörper und deren Bindungsstellen.

Ist die Konzentration des Albumins im Urin höher als die des immobilisierten Albumins, besetzt das Albumin (aus dem Urin) die Bindungsstellen vollständig. Infolge dessen können sich die Antikörper-Gold-Komplexe in der Testregion nicht binden und somit erscheint keine Linie. Dies bedeutet, dass ein positives Ergebnis vorliegt und Albumin im Urin nachgewiesen werden konnte.

Auf dem Teststreifen ist auch ein Kontrollfeld angebracht, um einen korrekten Testablauf anzuzeigen. Ungeachtet dessen, ob Albumin im Urin vorhanden ist oder nicht, erscheint in der Kontrollregion eine – meistens rote – Linie, die bestätigt, dass der Test korrekt abgelaufen ist.

Das Albumin Testprinzip – Version 2

Es gibt auch Teststreifen, die mit Reaktionsfarben arbeiten. Diese Tests beruhen auf dem Prinzip des Proteinfehlers von pH-Indikatoren. Auf dem Testfeld sind reaktive Inhaltsstoffe (Tetrachlorphenoltetrabromosulfophthalein) aufgebracht, die in Verbindung mit dem Albumin eine Farbreaktion hervorrufen. Der Teststreifen wird in den Urin getaucht, so dass das gesamte Testfeld benetzt ist. Nach erfolgter Reaktion, kann man die Farbe des Testfeldes mit der Farbskala vergleichen, die dem Test beigefügt ist.

Üblicherweise ist ein helles Beige das Zeichen für ein negatives Ergebnis. Ist Albumin im Urin vorhanden, so verfärbt sich das Testfeld. Je höher die Konzentration des Albumins, desto intensiver verfärbt sich das Reaktionsfeld in einem bräunlich-grünen Farbton. Hinweis: Die Farbskala bzw. die Farbauswahl kann je nach Test und Hersteller variieren.

Die Durchführung des Albumintests für zuhause

Die ersten Schritte gleichen sich bei beiden Testversionen. Die Ablagefläche, auf der Urinbecher und Teststreifen abgelegt werden, sollte zuvor desinfiziert werden. Dies gilt auch für das Gefäß, in dem der Urin gesammelt wird. Des Weiteren empfiehlt es sich, während des Vorganges Einmalhandschuhe zu tragen. Für den Albumintest sollte Morgenurin (Mittelstrahlurin) verwendet werden.

Wichtig: Beim Entnehmen der Teststreifen ist darauf zu achten, dass man die Testfelder nicht mit den Fingern berührt. Dies kann das Ergebnis verfälschen, da die Felder kontaminiert (verunreinigt) werden.
Der Teststreifen sollte erst dann aus der Packung entnommen werden, wenn alles andere schon vorbereitet wurde.

Heimtest Version 1:

Der Teststreifen wird für mind. 10 Sekunden in den Urin getaucht. Es ist darauf zu achten, dass der Streifen nur bis zum gekennzeichneten Bereich eingetaucht wird. Im Anschluss daran wird der Teststreifen auf der desinfizierten Unterlage abgelegt. Nach 10 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Der Albumintest ist negativ, wenn zwei farbige Linien erscheinen. Dies bedeutet, dass kein Albumin im Urin nachgewiesen werden konnte.

Der Test ist positiv, wenn nur eine Linie – die des Kontrollfeldes – erscheint. Das bedeutet, dass im Urin Albumin enthalten ist. Der Albumintest ist ungültig, wenn keine Linie im Kontrollfeld erscheint. In diesem Fall sollte der Test mit einem neuen Teststreifen wiederholt werden.

Heimtest Version 2:

Der Teststreifen wird für 1 – 2 Sekunden in den Urin getaucht, so dass das Testfeld vollständig benetzt ist. Nach ca. 1 Minute kann das Ergebnis abgelesen werden. Der Teststreifen wird mit der beigelegten Farbskala verglichen, die als Richtwert dient. Der Test ist negativ, wenn sich das Testfeld farblich nicht verändert. Dies bedeutet, dass kein Albumin im Urin vorhanden ist. Der Test ist positiv, wenn sich das Reaktionsfeld farblich verändert. Die Farbveränderung bedeutet, dass Albumin im Urin nachgewiesen werden konnte.

Wie wird das Ergebnis bei einem Albumin-Test ausgewertet?

Das Ergebnis wird optisch angezeigt. Es gibt nur an, ob Albumin im Urin nachgewiesen werden konnte. Das Ergebnis kann keine spezifische Auskunft darüber geben, welche Ursache für den erhöhten Albuminwert vorliegt.

Was tun bei einem positiven Testergebnis?

Ein positives Testergebnis bedeutet nicht, dass eine schwerwiegende Krankheit vorliegt. Es ist nur ein Hinweis, dass Albumin im Urin vorhanden ist. Aufgrund dessen sollte im Anschluss ein Arzt aufgesucht werden, um weitere spezifische Untersuchungen vornehmen zu lassen.

Da sich die o. g. Erkrankungen über mehrere Jahre hinweg entwickeln können, ist es umso wichtiger, dass diese frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ein Albumintest eignet sich sehr gut, um die Risiken zu vermindern, eine Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Durch seine einfache und schnelle Handhabung, kann ein Albumintest auch von Laien durchgeführt werden. Der Albumin-Test ist besonders geeignet im Rahmen von Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen. Insbesondere Risikogruppen, wie z. B. Diabetiker, sollten regelmäßig einen Urintest durchführen.

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