Zweifel an der Hiv Infektion einer Freundin

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Nadesch, 8. Oktober 2009.

  1. Nadesch

    Nadesch Neues Mitglied

    Besagte Freundin und ich kennen uns seit wir 11-12 Jahre alt sind.
    Mitlerweile ist sie 23. Vor einem halben Jahr hat sie mir erzählt, dass sie seit ihrem 12 Lebensjahr HIV positiv ist (Bluttransfusion). Zuerst war ich ziemlich verdutzt, da ich in all den Jahren (unser Kontakt war sehr intensiv) absolut nichts wahrgenommen habe. Dann wurde ich ziemlich böse, da wir eine 4 jährige Beziehung hatten und sie es mir verschwiegen hatte. Naja, ich habe dann dennoch versucht auf sie einzugehen und meine Entäuschung nicht so raus hängen zu lassen. Habe sie dann auf die Medikamente angesprochen, welche sie bei einer solchen Erkrankung doch eigentlich nehmen müsste, es aber nie getan hat. Sie sagte, sie hätte und würde noch immer diese Medikamente nicht vertragen, sodass sie sie halt einfach weglassen würde. Das hat mich schon arg verwirrt. Sie ist auch eine der Personen aus unserem Freundeskreis, die am wenigsten an Grippe Erkrankungen, oder sonstigem leidet. Sie besitzt eine gute Ausdauer (Sport) und ist an sonsten auch recht vital. Vor kurzem habe ich ein paar Orgenspendeausweise aus der Apotheke mitgenommen und habe diese meinen Freunden gegeben. Sie wollte dann auch einen haben. Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht glaube das sie Organe spenden könnte, doch sie meinte bei Organen sei das schon ok. Stimmt das, geht das wirklich? Mitlerweile lebt sie seit 10 Jahren ohne jegliche Behandlung mit diesem Virus und es sind keinerlei Anzeichen sichtbar. Kann das so reibungslos funktionieren? Sie hat mir auch erzählt, dass das Hiv Virus Prozentual bei jedem Menschen quasi ein höherer, oder geringerer Prozentsatz an Viren vorhanden wäre und das ihrer sehr gering sei. Ist es nicht, so, dass es da keinen konstanten Wert gibt. Ich habe sie auch mal darauf angesprochen, ihr gesagt, dass ich es nicht unbedingt glaube und es kam nichts zurück. Garnichts. Sie hat es nicht mehr angesprochen und was mich am meisten irritiert, sie hat mir nicht die Freundschaft gekündigt. Wenn ich Hiv positiv wäre und einer meiner Liebsten würde mir nicht glauben, dann würde ich zusammenbrechen. Ich denke sie mag einfach kein großes Ding daraus machen, da ich es nie in der Gruppe angesprochen habe und die sich auch nichts dabei denken. Naja, ausser meinem Freund, doch der hält sich da raus, was ich auch sehr gut finde. Sie hat es auch ihrer neuen Freundin erzählt (ihren alten Bekanschaften nicht). Da wir ihr gesagt haben, dass es schon wichtig und faire sei, wenn der Partner bescheid weiß. Ihre Freundin leidet darunter und sie wird wie ein rohes Ei behandelt, darf sich sehr viel raus nehmen. Ach genau, erst seit nem halben Jahr, passt sie mit ihren Verletzungen auf (wir sollen ihr Blut nicht berühren) davor war es ihr ziemlich egal. Ich weiß einfach nicht was ich glauben soll, was ich ihr glauben kann und erst recht nicht wie damit umzugehen. Ich will sie nicht verlieren und ihr auch nichts kaputt machen. Doch grad weil ich sie zu meinen Liebsten zähle, macht mich das alles echt fertig. Denn ansonsten verstehen wir uns super. Sie tut mir auch leid, denn eine solche Lüge, falls es eine sein sollte, birgt doch ein starkes psychisches Problem. Ich hoffe ihr könnt mir helfen und mich Aufklären, denn ich will mich auf keinen Fall in etwas verrennen.

    danke schonmal
     
  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Vorab: bitte schreibe mit ABSÄTZEN - das kann man so nur sehr, sehr schwer lesen! Werfe bitte einen Blick in die Forenregeln - das ist nicht zu viel verlangt!

    Vor 10-15 Jahren war die HIV-Diagnostik noch lange nicht so ausgereift, wie heute. Gerade bei Bluttransfusionen haben sich früher viele Menschen mit dem HI Virus angesteckt. Die "Geschichte" ist auf jeden Fall anhand der Fakten nicht unwahrscheinlich!

    Ob Deine Freundin wirklich HIV positiv ist oder nicht, kann nur sie wissen! Wie sie damit umgehen muss (gesetzt den Fall, sie ist wirklich positiv) muss sie natürlich auch selbst entscheiden. Jeder reagiert anders, jeder lebt, fühlt, denkt und kommuniziert anders! Vielleicht möchte sie den Anschein wahren, dass sie top fit ist. Andererseits gibt es auch wirklich Sinn, sein Immunsystem mit Sport & Co. zu stärken, wenn man mit HIV infiziert ist, denn HIV ist eine Immunschwäche-Krankheit!

    Vielleicht kommuniziert sie nur nicht, dass sie Medikamente nimmt. Vielleicht muss sie noch nicht mit der Therapie beginnen. Vielleicht, vielleicht, vielleicht. Was aber wirklich dahinter steckt, weiß nur sie!

    Nein. Wer die Diagnose HIV positiv gestellt bekommt, darf auf gar keinen Fall Organe spenden! Jedes potentiell transplantierte Organ würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einer HIV Infektion des Empfängers führen! Falls Sie wirklich einen Organspendeausweis hat, solltest Du sie unbedingt darauf ansprechen - wenn sie diesen wirklich mit sich führt, spielt sie ganz bewusst und vor allem ggf. auch akut mit Menschenleben!

    Theoretisch gesehen: definitiv ja. HIV unterliegt unterschiedlichen Krankheits-Phasen. Die (wahrnehmbaren) Auswirkungen der Infektion können erst nach vielen, vielen Jahren auftreten. Ob es wirklich so "reibungslos" funktioniert, hängt davon ab, was Deine Freundin wirklich erzählt.

    Ob sie wirklich ohne jegliche Behandlung lebt(e), kannst Du ja auch nur bedingt beurteilen. Es bestünde ja auch z.B. die Möglichkeit, dass sie die Medikamente insgeheim nimmt, weil sie das "Kredo HIV" vermeiden möchte. Dies wäre auch eine Möglichkeit, weshalb sie ggf. nur ganz, ganz wenigen Leuten von ihrer Infektion erzählt hat.

    Damit keine Missverständnisse auftauchen: nicht jeder Mensch trägt HI-Viren in sich - auch nicht nur einen geringen Prozentsatz!

    Bei HIV positiven Menschen ist es aber so, dass sie eine individuelle Viruslast haben. Sprich: das Virus ist in einer unterschiedlichen Konzentration vorhanden. Das ist definitiv so. Gerade deshalb ist es auch sehr wichtig, diese Viruslast kontinuierlich zu kontrollieren. Die Kontrolle erfolgt über Tests beim Arzt.

    Das allerdings weiß ich auch nicht. Ich finde die ganze Story schon sehr, sehr komisch. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand eine derartige Lüge in die Welt setzt! Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Dir die Wahrheit erzählt hat, ist meiner Meinung nach relativ hoch.

    So oder so - Du solltest Dich mit ihr aussprechen! Falls alles mit rechten Dingen zugeht und Deine Darstellung meiner Auffassung entspricht, ist davon auszugehen, dass sie kaum bzw. viel zu wenig über ihre Infektion informiert ist! Spreche mit ihr! Hake nach, ob sie in Behandlung ist und vor allem, wie sie auf so einen schwachsinnigen Einfall kommen kann, dass sie Organe spenden kann! Sowas würde niemand auch nur ansatzweise denken, der bei gesundem Verstand ist! Auf jeden Fall dann nicht, wenn er/sie über die HIV Infektion und deren Folgen und Zusammenhänge aufgeklärt ist.

    Was ich mich im Übrigen frage ist, ob Du Dich hast testen lassen? Wenn Du eine 4 jährige Beziehung hattest, dann könnte es doch schon zu dem ein oder anderen Kontakt gekommen sein, bei dem eine Infektion nicht ausgeschlossen werden kann...
     
  4. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Keine Bange…. sie kann den Organspendeausweis auf sich tragen wenn sie will. Bevor ein Mensch ein Organ bekommt werden gewisse Tests gemacht.

    Ob sie HIV hat oder nicht... das weiss nur sie.

    Gruss
    Alexandra
     
  5. Chris007

    Chris007 Neues Mitglied

    lass Dir doch die Bescheinigung /Atest von Ihr zeigen,dass sie HIV hat..erst dann würde ich Ihr dass auch wirklich glauben ,wer weis das schon wirklich...
     
  6. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Wieso? Es geht niemanden was an. Sie braucht nicht irgendwelche Atteste zu bringen etc. Entweder man glaubt ihr oder nicht. Ich wäre allerdings dann vorsichtig was Blutkontakte angeht und würde - wäre ich ihr Partner gewesen - einen HIV-Test machen. Der sollte eigentlich überflüssig sein da man eh einen zu Beginn der Partnerschaft macht.

    Gruss
    Alexandra
     
  7. Jacky_DA

    Jacky_DA Bewährtes Mitglied

    Ich sehe das genauso wie Alexandra!
     
  8. Nadesch

    Nadesch Neues Mitglied

    Ich danke euch für eure Antworten.

    An Marion

    Es tut mir leid, dass ich ohne jegliche Absätze geschrieben habe.
    War nicht meine Absicht, ich war einfach in so nem Schreibfluss, dass ich es einfach vergessen hatte. Verzeihung. Die Forenregel hab ich mir durch gelesen.

    Ich bin mir dessen bewusst, dass die Infektionsrate bei Bluttransfusionen nicht unbedingt gering war. Diesen Teil Zweifle ich ja auch nicht an.

    Sie ist wie eine Schwester für mich, wir sehen uns täglich und ich würde es schon mitbekommen, wenn sie mir etwas vormachen würde. Wir leben schließlich fast zusammen.

    Sie betreibt keinen Sport. Es ist nur so, dass wenn mal Sport gemacht wird, sie einfach am fitesten ist.
    Sie behauptet ja, dass sie bereits mit einer Therapie angefangen hatte, sie dann aber aufgrund ihrer unverträglichkeit den Medikamenten gegenüber die Therapie mit 13 dann abgebrochen hat.

    Der gesamte Freundeskreis weiß bescheid und das sind nicht grade wenige.

    Nein, ich habe mich noch nicht testen lassen.
    Spiele aber mit dem Gedanken sie zu fragen, ob wir uns noch mal gemeinsam testen lassen sollen. Bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch etwas unverschämt wäre. Ich werde mich aber aufjedenfall testen lassen.

    An AlexandraT

    Ich würde sie auch niemals auffordern mir ein Attest zu zeigen.
    Es ist aber nicht so leicht für mich einfach über mein Gefühl hinweg zu sehen, das sie sehr wichtig für mich ist. Eine Beziehung ohne Vertrauen, ist einfach ungemein schwierig und in dieser Sache schenke ich leider nicht mein ganzes.
     
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