zwei grenzwertige Tests

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von erde, 20. April 2016.

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  1. erde

    erde Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich habe jetzt keine Antwort zu meiner Frage gefunden, falls diese schon mal beantwortet wurde oder in diesem Forum falsch ist, dann tut es mir Leid euch behelligt zu haben.
    Meine Geschichte:

    Habe am 8.3. nen Blut abgenommen bekommen für einenHIV-Test bei meinem Hausarzt, am 10. 3. hat er mir in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass ich mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90%HIV positiv bin, weil Antikörper gefunden wurden. Er selber würde sich mit der Thematik leider nicht so gut auskennen, da ich sein erster Fall sei, aber er würde sich mit einem Spezialisten auseinandersetzen und Kontakt zu diesem aufnehmen. Desweiteren müsste ich jetzt einem weiteren Test zustimmen, dieser sei teurer und deshalb hat er mich nochmal einbestellt um diese Unterschrift zu leisten...
    Am 15.3. hat mich ein anderer Arzt (es ist eine Gemeinschaftspraxis) darüber aufgeklärt, dass ich wahrscheinlich negativ bin oder es eine akute Infektion ist (wegen dem grenzwertigem Blot)

    Ist jetzt eine verkürzte Fassung, aber ich kann sagen, dass ich sehr sehr viel Angst hatte in der Zeit und auch jetzt noch kein gutes Gefühl habe, wenn ich an diese Zeit denke...

    Am 6.4. wurde dann wieder Blut abgenommen und es folgte am 11.04. das selbe Ergebnis:Elisa reaktiv, Westernblot HIV1: grenzwertig, HIV2 negativ, p24 antigen negativ...

    Daraus folgt HIV negativ!

    Zwischendurch hatte ich wirklich viel Angst und haben mir die unwahrscheinlichsten Fälle ausgemalt, wie ich mich angesteckte haben könnte, denn wirklich großes Risiko bin ich nicht eingegangen (Verkehr immer nur mit Kondom, keine Drogen, OV allerdings ohne Dental Dams)

    Ich weiß jetzt, dass ich HIV-negativ bin, aber irgendwo kommen ja diese Antikörper her, die für dieses Testergebnis gesorgt haben...
    Ich habe ergooglet, dass es über 70 bekannte Kreuzreaktionen gibt, die Verantwortlich sein können...

    Macht es Sinn weiter nachzuforschen, also irgendwelche Tests (großes Blutbild oder so), zu machen?
    Vielleicht reagiere ich einfach immer noch über, aber manchmal mache ich mir noch Sorgen (Nicht über HIV, sondern über die Antikörper... ich war nie ein Hypochonder, aber jetzt komme ich mir schon wie einer vor... Nach dem ersten Test hatte ich natürlich auch grippeähnliche Symptome usw...)

    Danke im vorraus!
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    matthias an erde :)

    Oops, das hört sich aber in der Tat äußerst ungewöhnlich an.

    Mich irritiert zunächst einmal, dass ein zweiter Test teuer sein soll und diesem zugestimmt werden müsse. Im Fall, dass einHIV-Test positiv anschlägt, wird automatisch ein Bestätigungstest mit derselben Blutprobe gemacht – nur nach einem anderen Verfahren. Kosten treten da nicht auf bzw. werden von der Krankenkasse übernommen.

    Deine Frage ist natürlich berechtigt, aber ich sehe hier bei »grenzwertig« lediglich den Hinweis, dass sich die getesteten Wert im immer noch negativen Grenzbereich befunden haben.

    Es macht wenig Sinn, weiterzuforschen, da Du nicht weißt, in welche Richtung. Ein großes Blutbild oder dergl. zeigt Dir leider alles mögliche, aber nichts zuHIV.

    Ich würde diesen Arzt zukünftig nicht mehr zu diesem Thema aufsuchen - wahrscheinlich sowieso überhaupt nicht mehr. Hier kannst Du schauen, ob es in Deiner Nähe einen Spezialisten gibt. Dies sind meist Allgemeinärzte oder Internisten, die auch als Hausarzt arbeiten, ohne das man HIV-positiv sein muss.
     
  3. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich würde da nicht automatisch ein negativ ablesen.... und persönlich würde ich mich mit dem Ergebnis nicht zufrieden geben.ELISA reaktiv und WB grenzwertig würde mir nicht gefallen.

    Elisa pos. kann durchHIV oder eine andere Infektion kommen d.h. auch mal falsch-pos. sein.
    WB grenzwertig kann bei neuer Infektion sein... oder - eher seltener - eine andere Infektion.

    Von daher sehe ich nur einen Weg:PCR machen lassen auf HIV1... ist diePCR negativ verursacht ev. Herpes ein falsches Ergebnis bei Dir.

    Der WB ist teurer alsELISA.... das ist richtig. Und einem weiteren Test muss man durchaus zustimmen. Ist die erste Probe reaktiv wird man dem Patienten erneut Blut abnehmen und der muss erneut zustimmen.
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das wäre mir neu. Ein positivesELISA-ERgebnis erzwingt in D gesetzlich einen WB-Test von der gleichen Blutprobe.

    Ansonsten stimme ich Dir aber zu: Ein weiterer Test bei einer Facharztpraxis würde sicherlich viele Unsichehreiten beenden.
     
  5. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Dies stimmt... aber den Test macht man mit derselben Blutprobe. Bei einer neuen Blutentnahme muss der Patient wieder zustimmen....so war es bei meinem Posting gemeint.
     
  6. erde

    erde Neues Mitglied

    Hallo,

    danke für eure Antworten, ich habe oben verwirrend geschrieben, es war folgendermaßen:

    8.3.: Blutabnahme
    10.3.elisa testergebnis -> reaktiv
    Arzt riet mir zu einem bestätigungstest (den muss ich selber zahlen... ist ne privatleistung)
    westernblot (gleiche blutprobe):hiv 1 immunblot: grenzwertig, hiv 2 immunblot: negativ, hiv 1 p24 antigen negativ
    (so meine interpretation)

    auf dem Befund steht (zitat):
    HIV1/2 AK + p24Ag reaktiv
    HIV 1 AK Immunblot Grenzwert
    HIV 2 AK Immunblot negativ
    HIV 1 p24 Antigen negativ

    Laborbefund: kein eindeutiger Nachweis HIV-spezifisccher Antikörper im Imunblot. Der nengativve HIV 1 p24 Antigen Test sprichht eher für eine unspezifische Reaktion im Suchhtest.
    Für eine abschließende Beurteilung Verlaufskontrolle in 2-3 Wochen empfohlen.

    6.4.: 2. blutabnahme
    11. 4.:
    HIV1/2 AK + p24Ag reaktiv
    HIV 1 AK Immunblot Grenzwert
    HIV 2 AK Immunblot negativ
    HIV 1 p24 Antigen negativ
    Laborbefund:
    Unter Berücksichtigung des Vorbefundes vom 08.3. ist bei nengativem HIV 1 p24 Antigentest eine unspezifische Reaktion im Suchhtest anzunehmen. Der Befund spricht nicht für eine HIV-Infektion.


    Es waren also insgesamt 4 tests (schätze 2 malelisa, 2 mal wb),
    der erste und dritte kostete 25 euro, der zweite und vierte 124€ falls das weiter hilft.
    .
    http://www.schottdorf.de/laborinformati ... ektion.pdf

    Zeile 3 der Tabelle ist quasi meine...

    Wenn meine Recherche stimmt, dann kam nach dem ersten Test nur eine akute Infektion in Frage, nämlich genau der Zeitpunkt, bei dem kein Virusbestandteil durch p24 antigen nachweisbar ist und die antiköper unterhalb der nachweisgrenze... (also das 2. diagnostische fenster, welches lange Zeit medizinisch nicht belegt war) in Frage

    durch den 2. Test nach 2 bis 3 wochen (es waren bei mir ja sogar 4) hätten mehr antikörper gefunden werden müssen, da ja es ja dann steil bergauf geht mit der produktion der antikörper...
    über so einen langen zeitraum ist es quasi nicht möglich, dass die antikörper grenzwertig sind und kein p24-antigen nachweisbar ist (wenn ich alles richtig verstanden habe)


    da aber nach 4 wochen das gleiche ergebnis war, ist es halt negativ und nur eine unspezifische reaktion im suchtest...

    Ḿir ist 2 mal ein Kondom gerissen, einmal im Oktober und einmal im Dezember, die dame aus dem Dezember ist nach elisatest negativ, die aus dem oktober will sich nicht testen lassen... Ansonsten gab es ungeschhützen oralverkehr (aber keine der damen hatte ihre Tage) und einmal bin ich mit blut in berührung gekommen ... am bauch, hatte aber selber keine wunde die mir auffiel.

    die gerissennen Kondome sind so lange her, dass es ein klares positiv hätte geben müssen... Ich bin auch nicht mehr unsicher wegen einer wirklichen HIV-Infektion, sondern ob es vielleicht sinnvoll ist, dass man weitere tests macht, weil ich ja irgendwas haben muss, was hiv-antikörpern irgendwie ähnelt...

    Zwischendurch bin ich halt panisch geworden, gerade weil mir das ergebnis des reaktivenelisa-tests mitgeteilt wurde ohne vorher den westernblot in auftrag gegeben zu haben...

    Habe nach dem 1.elisa befund 1.5h mit einer aidsberatungsstelle telefoniert und die dame hat mir auch gesagt, dass das bei meinem Arzt 'sehr unglücklich' lief.

    Mein Arzt hatte auch weniger Ahnung als ich von der Thematik HIV als ich... (hatte mich über die tage hinweg eingelesen...) und somit nur wiedergegeben, was der Labormediziner im erzählt hat.
    Und ich denke schon, dass dieser davon Ahnung hat, hoffe ich zumindest.
    Aus eurer Überraschung lese ich jetzt aber ab, dass mein fall wirklich ungewöhnlich ist.

    Eine Freundin von mir ist MfA (Arzthelferin hört sie nicht so gerne), die hatten genau den gleichen Fall und auch das gleiche Ergebnis, allerdings hat dieser erst nach dem Immunblot den Befund erhalten, weil die Ärztin sofort zum Labor gesagt hat, dass sie den Test machen sollen, nachdem der erste Test reaktiv war.
     
  7. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Für mich ist Dein Fall nicht wirklich ungewöhnlich.... nein, ehrlich nicht. Aber ich würde an Deiner Stelle gleich einePCR machen lassen. Ist HIV1 da wird sie angeben und ist sie negativ kannst DuHIV ausschliessen. Alles andere bringt nichts.

    Tabellen sind nett... aber man muss jeden Fall einzeln anschauen und bezogen auf den Patienten......

    Normalerweise gibt man Blut ab... ist der Test pos. bestätigt das Labor direkt selbst oder widerlegt. Dann neue Blutnentnahme mit ev. schon gleich einerPCR.... hätte man alles abkürzen können in Deinem Fall. ;) Und ja....normalerweise hört man ein "positiv" erst wenn zb.ELISA und der Bestätigungstest pos. sind. Klar... bei Schnelltests ist es was anderes. Um ein sicheres pos. zu haben und eine - was sehr, sehr selten vorkommt - Verwechslung auszuschliessen muss der Patient neu Blut abgeben und man testet erneut. Dann kommen eben auch die qualitative und quantitativePCR dazu um den Virustyp zu bestimmen und auch die Menge.
     
  8. erde

    erde Neues Mitglied

    Nein, nach der Meinung des Labors ist nach diesen 2 TestdurchläufenHIV auszuschließen und die grenzwertige Reaktion auf etwas anderes zurückzuführen.

    Ich habe für mich auch HIV ausgeschlosen, weil ich keinen Risikokontakt in den vergangenen 3 Monaten vor dem Test hatte.

    Die Frage war auch anders, nämlich ob es nötig ist Tests zu machen, warum ich ein grenzwertiges Ergebnis bekomme (Ich scheine ja was anderes zu haben, was mit HIV nichts zu tun hat).

    Das man eine HIV-Infektion nun ausschliessen kann kam übrigens vom Labor und nicht von meinem Arzt und das Labor wird ja Ahnung haben.
     
  9. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich bin gerade sehr beeindruckt, wie rational Du mit dem Thema umgehst. Das haben wir hier selten -> Gratulation!

    Wenn Du HIV ausschließt, ist ein großes Blutbild natürlich sinnvoll, da es ja offensichtlich einen anderen Grund für das reaktive Ergebnis geben könnte. Solltest Du da Ergebnisse haben, wäre eine Info sehr nett.

    Alles Gute!
     
  10. erde

    erde Neues Mitglied

    Danke, eigentlich bin ich sehr rational, nur während der Zeit des positiven Suchtests habe ich quasi zwischenzeitlich an Tröpfeninfektion vonHIV geglaubt, weil der mich so aus der Fassung gebracht hat.

    Naja, ich probiere mich mittlerweile wieder auf die Fakten zu besinnen auch wenn mir das nicht in jeder Minute des Tages gelingt... Das ein positiver Suchtest eigentlich nicht mitgeteilt werden sollte halte ich übrigens für eine super Sache, da sowas aufgrund der niedrigen Verbreitung von HIV und der Anzahl von 12 Mio Blutspenden pro Jahr "relativ" häufig vorkommt...

    Ich werde mal mit einem "neuen" Arzt besprechen ob ein großes Blutblid sinnvoll ist. Ein genaues Protokoll scheint es für meinen Fall nicht zu geben...
     
  11. erde

    erde Neues Mitglied

    Keine Nachforschung nötig

    Hi,
    ich habe nun an zwei unterschiedlichen Ärztehäusern die Aussage, dass man nicht weiter nachzuforschen hat. Früher war ein positiver Antikörpertest ein Zeichen, dass man gesund ist, weil das Immunsystem ja die Krankheitserreger erkannt hat.
    Erst seitHIV/Aids gilt dieses Credo nicht mehr.

    Es gibt mehr als 70 bekannte Kreuzreaktionen die so ein Testergebnis (wie meines) hervorrufen können und die meisten sind harmlos. Kein Arzt wird daran forschen, bis er endlich den "vermutlichen" Grippevirus-Stamm identifiziert hat...

    Die Aussage war: Ein großes Blutbild und regelmäßige Arztbesuche sind sinnvoll, allerdings zur Vorsorge/Gesundheitserhaltung, sind aber nicht geeignet um nachzuforschen, warum ein Testergebnis so ausgefallen ist, wie es ausgefallen ist :D...

    Danke euch beiden für eure Antworten und viel Erfolg noch bei der Aufklärung von HIV! Sorry, dass es etwas länger gedauert hat, wollte aber nicht mit Wasserstandsmeldungen hier posten

    PS: Meinen Hausarzt werde ich übrigens wechseln, denn er hätte mir niemals ein reaktives Elisaergebnis mitteilen dürfen, bevor der Westernblot gemacht wurde (meine Meinung). Vielleicht übernimmt die Krankenkasse doch den WB... das ist noch nicht ganz raus...

    @Matthias: Du hast recht, das Labor hätte den WB wirklich machen MÜSSEN, wegen der anonymen Meldepflicht in Deutschland

    @AlexandraT: Nach meinen Informationen ist einPCR in Deutschland bei einem Bestätigungstest nicht zugelassen, hätte also formal nicht gemacht werden können zum Ausschluss von HIV (Wobei mir ein negativerPCR-Test schon Sicherhheit gegeben hätte und ich hätte nicht warten müssen...)
     
  12. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich weiss, dass einePCR nicht als Ausschlusstest zugelassen ist. Aber sie wird bei reaktiven Tests mit bzw. auch nach dem WB eingesetzt... bei Härtefällen sogar vor dem Ak-Test. Vorallem auch bei Patienten die aufgrund anderer Antikörper auf die AK-Tests ansprechen ohne mitHIV infiziert zu sein. Dass die Influenza, Herpesviren, Schwangerschaft etc. bei einem AK-Test angeben können ist mir bekannt. Den Typ mit dem Blutbild gaben wir Dir nicht um nach HIV zu suchen sondern um zu sehen ob ein allgemeiner Infekt vorhanden ist. Wäre das BB in Ordnung gewesen hätte man gewusst, dass vermutlich Herpesviren Schuld sind am reaktiven Test.
     
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