Warum gehören homosexuelle Männer zur Risikogruppe?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Tordy, 22. Dezember 2016.

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  1. Tordy

    Tordy Neues Mitglied

    Hallöchen ich bin´s noch mal.

    Nachdem ich heute Mittag schon gut beraten und mir meine Angst genommen wurde habe ich mich interessehalber den Rest des Tages mit dem ThemaHIV auseinander gesetzt.

    Mich würde mal interessieren warum schwule Männer als Risikogruppe klassifiziert werden.

    Ich selbst bin heterosexuell und frage mich ob homosexuelle Männer vielleicht ein stärker ausgeprägtes Verlangen nach Sex haben. Würde mich allerdings irgendwie wundern. Außerdem bin ich kein Fan von Pauschalisierungen.

    Bei der Blutspende wird man ja schon aufgrund seiner Sexualität ausgeschlossen, was mich zwar nicht betrifft, aber jedes mal aufs neue schockiert. Wobei ich dieses Jahr aufgrund meiner häufig wechselnder Partnerinnen nicht Blutspenden war, da das ja auch ein Ausschlusskriterium ist.

    Die Aufklärung über Krankheiten ist doch von der Sexualität unabhängig.
    Liegt es daran, dass Analverkehr das höchste Risiko bei den Sexualpraktiken in sich birgt? Wobei es ja auch ausgeschlossen ist, wenn man ein Kondom benutzt.

    Ich denke, dass es auf das Verhalten des Einzelnen ankommt statt auf ganze Gruppen die man direkt im Vorfeld ausschließt.

    Mich würden mal eure Meinungen dazu interessieren.

    Viele Grüße,
    Tordy

    P.S. Ich hoffe, dass hier ist das richtige Unterforum, aber ich dachte bei "Infektionen" macht eine Frage zu Risikogruppen am meisten Sinn.
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Machen wir es kurz: Homosexuelle Männer galten lange Zeit als Risikogruppe, weil man ihnen nachsagte, mehr Sex als andere zu haben. Das lag natürlich auch daran, dass man sich als homosexueller Mann bis 1994 noch strafbar machte, wenn man seinem Verlangen nachkam – und danach immer wieder sagte, dass homosexuelle Männer sowieso nur Sex im Sinn hatten. Das ist völliger Quatsch.

    Die Abteilung »homosexuelle Männer sind eine Risikogruppe« kommt lediglich daher, dass sich heterosexuelle Männer nicht vorstellen konnten, dass man S.e.x auch außerhalb einer Beziehung haben kann. Horst Seehofer, Vorsitzender der CSU und bayerischer Ministerpräsident, ist das lebende Gegenbeispiel: Verheiratet – aber ein Kind aus einem Seitensprung.

    Merke: S.e.x. gibt es überall.
     
  3. [User gel

    [User gel Poweruser

    Will mich zu diesem Thema nicht mehr äußern....
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moment: Bei Gyromeo (oder Planetromeo) sind etwa 100.000 Mitglieder angemeldet. Dein Ausschnitt ist garantiert nicht repräsentativ; meiner sieht nämlich genau andersherum aus. Vielleicht triffst Du Dich mit den falschen Männern?

    Ich bitte herzlich darum, Vorurteile und Fehleinschätzungen nicht noch zu zementieren. Danke sehr. Und über den Thread-Titel bin ich nach wie vor sehr unglücklich.
     
  5. [User gel

    [User gel Poweruser

    Hey ich habe ja auch bewusst geschrieben das es auch nur meine Erfahrungen sind, ob es die falschen kerle sind kann ich eigentlich nicht bestätigen, aber alleine die Statistik zeigt doch auch das in der Bevölkerung die MSM machen prozentual am meisten anHIV erkrankt sind und das ist fakt.
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Oha – sobald das Wort »Fakt« erscheint, merke ich, dass jemand keine Ahnung hat. Hier muss also mal ein wenig Wissen geschaffen werden.

    Von weltweit 37 Mio. Menschen, die mitHIV infiziert oder an AIDS erkrankt sind, sind 55% Frauen. Soviel zu Deinem »Fakt«.

    Es ist richtig, dass in den westlichen Industrieländern MSM (Männer, die Sex mit Männern haben – und dazu zählen auch Bisexuelle, also auch Du) den größten Anteil stellen – aber in Deutschland haben sich z.B. 31% der Positiven durch heterosexuellen Verkehr, durch intravenösen Drogenkonsum oder durch Mutter-Kind-Transmission – von den vom Blutskandal in den frühen 80ern betroffenen Menschen mal ganz zu schweigen – infiziert. Die kann man nicht so einfach wegdiskutieren.

    Von den geschätzten 15.500 Menschen in Deutschland (RKI, November 2016), die positiv sind, ohne es zu wissen, ist nach meiner Einschätzung der größten Teil heterosexuell, da das Testverhalten unter MSM deutlich ausgeprägter ist als unter Heteros. Das ist auch ein »Fakt« (solche Worte benutzt man übrigens immer mit Artikel).

    In Frankreich, Österreich und der Schweiz stellen Heterosexuelle mittlerweile die Mehrzahl der Neuinfizierten.

    Jeder, der behauptet, HIV sei eine Schwulenkrankheit, macht sich also an der Verbreitung der Infektion durch infizierte, aber ungetestete Heterosexuelle mitschuldig, da sie sich »sicher« fühlen. Möge der Herr Dir zum neuen Jahr einen differenzierteren Blick schenken … naja, Du bist ja noch recht jung dabei.

    Ich finde es übrigens bedenklich, dass die Diskriminierungen innerhalb einer Gruppe zunehmen, so wie Du es hier machst. Wenn Du keinen ungeschützten Verkehr betreiben willst, dann ist das völlig okay. Dann musst Du eben öfter »nein« sagen … Aber für seine Gesundheit ist jeder selbst verantwortlich. Und wenn jemand Baresex betreiben will, möge er das tun. Aber ohne mich. So einfach ist das .
     
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