[Uni] Fotografieprojekt

Dieses Thema im Forum "Hausarbeiten, Uni und Forschung" wurde erstellt von tobhof, 20. Oktober 2015.

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  1. tobhof

    tobhof Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    ich heiße Tobi, bin 21 Jahre alt und studiere im dritten Semester Kommunikationsdesign mit Fotografieschwerpunkt in Darmstadt.

    Die Semesteraufgabe in unserem Fotografiekurs ist es, ein narratives Porträt zu erstellen.

    Was ist überhaupt ein narratives/journalistisches Porträt?
    Das narrative Porträt gehört zur wichtigsten Disziplin in der Dokumentar- und Reportagefotografie. Der Mensch wird gezeigt, wie er wirklich ist. Der Fotograf nimmt quasi die Rolle eines Beobachters ein und dokumentiert das Leben des Porträtierten.

    Bei der Wahl der Person, die wir fotografieren möchten, sind wir vollkommen frei. Ich würde gerne eineHIV-positive Person fotografieren. Leider herrscht teilweise aufgrund von Unwissenheit eine Stigmatisierung HIV-Infizierter. Und das muss einfach nicht sein. Ich möchte mit meiner Serie zum Ausdruck bringen, dass man trotz HIV ein normales Leben führen kann.

    Wen suche ich?
    Selbstverständlich suche ich eine Person, die mit HI-Virus infiziert ist. Ob Du ein Mann oder eine Frau bist, spielt absolut keine Rolle. Ebenso ist Geschlecht, Alter, Sexualität und ähnliche Dinge vollkommen uninteressant.

    Wo solltest Du herkommen?
    Bevorzugt aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg oder dem Kreis Offenbach.

    Was genau erwartet Dich bei diesem Projekt?
    Ich werde Dich einige Wochen begleiten. Selbstverständlich nicht jeden Tag und nicht rund um die Uhr, aber mindestens ein Mal die Woche für mehrere Stunden. Je öfter, desto besser. Ich werde auf jeden Fall Dein Leben zu Hause fotografisch begleiten und – wenn möglich – das ein oder andere Mal auch Dein Berufsleben.

    An dieser Stelle möchte ich ganz dezidiert anmerken, dass keine Veröffentlichungen im Internet erfolgen werden. Es handelt sich hierbei um eine fotografische Übung, die nur im Kurs besprochen wird.

    Fragt einfach, wenn es Unklarheiten geben sollte.

    Ich würde mich freuen, auf diesem Wege jemanden zu finden, der sich auf dieses Projekt einlassen würde.


    Herzliche Grüße
    Tobi
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Tobi,

    erst einmal herzlich willkommen. Das Projekt ist grundsätzlich eine schöne Idee ... aber was erwartest Du? Ich bin zwar nicht beispielhaft für alle 80.000HIV-Infizierten in Deutschland, aber ich kann Dir in kurzen Worten sagen, dass man – zumindest bei mir, aber ich kenne genügend andere, bei denen das ebenso ist – auf den Fotos nur an einer Stelle erkennen könnte, dass ich nicht zu 100% gesund bin: Nämlich an den Tabletten, die ich täglich nehme. Das müssen andere Menschen – ohne HIV – aber auch.

    Mein Tagesablauf ist ansonsten mit und ohne HIV völlig identisch. Etwa 70% aller HIV-Infizierten gehen einem geregelten Beruf nach, nicht wenige sind wie ich selbständig. Bei etwa 75-80%, auch bei mir, ist die antiretrovirale Therapie dafür zuständig, dass die Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt; damit können die verbleibenden Viren im Körper nicht mehr viel bis eher nichts mehr anrichten – und man ist auch nicht mehr ansteckend.

    Hier wirst Du, so leid es mir tut, für dein Projekt wohl niemanden finden,denn dieses Forum ist vor allem für Menschen gedacht, die befürchen, sich mit HIV infiziert zu haben ... wobei die Fälle, in denen ein Risikokontakt, der hier beschrieben wurde, tatsächlich eine Infektion nach sich gezogen hat, an einer Hand abzuzählen sind. Das ist kein Wunder, denn von mehreren Millionen HIV-Tests, die pro Jahr gemacht werden, sind gerade mal um die 3.000 - 3.500 tatsächlich positiv (was in meinen Augen aber immer noch eine verdammt hohe Zahl ist ...).

    Du kannst Dich gerne auf meiner Website (siehe Signatur) umschauen – ich habe 2009 mein erstes Buch über »mein« HIV auf den Markt gebracht und bin seitdem medial durchaus öfter in Erscheinung getreten – um einfach mal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ich »öffentlich« mit HIV umgehe. Denn in einem Punkt hast Du absolut recht: In den Bereichen Stigmatisierung, Diskriminierung und sogar Kriminalisierung HIV-positiver Menschen müssen noch viele dicke Bretter gebohrt werden, damit HIV-Infizierte endlich als gleichberechtigte Menschen anerkannt werden.

    Wende Dich doch einfach mal direkt an die AIDS-Hilfen in Darmstadt oder Offenbach. Vielleicht haben die Mitarbeiter dort ja andere Erfahrungen oder Ideen, wie sie Dein Projekt unterstützen können.

    Viel Glück – und vor allem Erfolg!!
     
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