Ungeoutet und ständige Panik

Dieses Thema im Forum "HIV Phobie" wurde erstellt von labellevie1, 28. Januar 2019.

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  1. labellevie1

    labellevie1 Neues Mitglied

    Hallo Zusammen,

    ich habe hier schon unzählige Beiträge gelesen und wollte einfach mal meine Story hier teilen:

    Ich bin Mitte zwanzig, Bi-Orientiert und ungeoutet. Ebenfalls aus einem kulturellen Umfeld, der so etwas nicht akzeptiert. Ich selber habe mich damit abgefunden und versuche damit irgendwie klar zu kommen.
    Ich habe jedoch die Erfahrung mit Männer erst während meiner Studienzeit begonnen. Davor kam dies nie vor. Klar bin ich ab und an auf diesen Apps unterwegs, wo man jemanden sucht, um ein wenig Spaß zu haben. Ich gehe mich auch einmal im Jahr beim Gesundheitsamt testen und muss sagen, dass ich immer sehr nett und zuvorkommend behandelt worden bin. Vor 2 Jahren hatte ich Gürtelrose und ich kannte zu dem Zeitpunkt diese Krankheit gar nicht. Was ließt man im Internet -HIV. Das war die schlimmste Zeit, die ich jemals hatte. Nicht dass ich nur extremste Nervenschmerzen hatte sondern auch in meinem Kopf plagte mich dieser Gedanke - obwohl ich mir so sehr sicher wahr, dass ich nichts riskantes gemacht habe! Ja ich habe dann auch einen Test machen lassen der negativ war. Auch nach weiteren drei Monaten als die Gürtelrose weg war habe ich wieder einen gemacht der ebenfalls negativ war. Es war einfach der Stress denn ich hatte, der die Gürtelrose ausgelöst hat.

    Ich selber habe mit der Zeit für mich entschieden, dass wenn ich jemand fremdes aus dieser App treffe, es nur um das sich gegenseitig befriedigen geht (mit der Hand). Dadurch bekomme ich danach nicht zu sehr die Panik, dass ich mich mit HIV angesteckt haben könnte. Natürlich treffe ich hier nicht sehr viele Typen, da die meisten auf mehr hinauswollen - zumindest Oral was ich aber auch nicht mache. Somit ist die Auswahl sehr limitiert.

    Ja mir ist bewusst, dass man auch mit einer HIV-Infektion weiterleben kann, da die Behandlungsmöglichkeiten vorhanden sind. Allerdings wird dies meine Familie niemals akzeptieren und Sie sind mir schon sehr wichtig, auch wenn Sie in diesem Punkt sehr altmodisch denken. Aber es braucht nunmal auch eine gewisse Zeit bis sich Generationen verändern - Ich selber werde definitiv zu meinen Kindern viel offener sein, so dass Sie keine Befürchtungen haben brauchen, wenn Sie mir etwas erzählen wollen. Viele verstehen es nicht, was es für uns "Südländer" bedeutet, dass man so viel Angst vor der Familie hat. Muss man auch nicht - es ist einfach so! Ich kann es nicht wirklich erklären, aber die Eltern verstehen sowas einfach nicht und akzeptieren es nicht und man möchte ihnen so etwas nicht antun.

    Zurück zum Thema:

    Der Berater beim Gesundheitsamt sagte, wenn ich damit zurecht komme dann soll ich es so machen, auch wenn ich mich in meiner Sexualität einschränke. Aber ich habe genug qualvolle Abende gehabt, wo ich Panikattacken ausgesetzt war und niemanden zum reden hatte, der mich beruhigt. Ich gehe immer sehr bedacht und vorsichtig mit diesem Thema um und ich weiß auch, dass ich nichts risikohaftes gemacht habe. Aber im Kopf kommen dann immer wieder Gedanken auf, dass ich anfange zu googeln und doch sichergehen will, dass es kein Risiko war und wir reden hier von gegenseitigem befriedigen mit der Hand. Mehr passiert hierbei nicht ! Aber es kommen Gedanken auf wie: " Er war schon feucht, was ist wenn seine Lusttropfen mich doch angesteckt haben, weil er hat mich ja auch angefasst."

    Mich ärgert es selber, dass ich solche Gedanken immer mal wieder habe und Sie kommen ja auch nur dann wenn man Abends alleine ist oder mal Halsschmerzen Husten oder sonst was hat.

    Ich dachte, es würde eventuell aufhören, wenn ich mich stark limitiere was die sexuelle Befriedung anbelangt, aber es tut es nicht. Ich weiß ich habe kein Risiko gehabt und weiß eigentlich auch, dass durch mein Wissen etc. ich mich wahrscheinlich kaum anstecken kann und doch plagen mich weiterhin diese Ängste immer wieder.

    Ich überlege tatsächlich nun mir mal professionelle Hilfe zu holen, aber ich weiß nicht genau wie ich das anstellen soll. Die meisten Psychologen sind privat und ich weiß nicht ob ein gesetzlicher dann auch noch so gut helfen kann. Hat jemand Tipps hierfür oder kann mir generell Tipps geben, wie ich es eventuell noch selber versuchen kann ruhiger zu werden.

    Hoffe auch ich spreche eventuell dem ein oder anderen auch aus der Seele.
     
  2. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Hallo labellevie1,


    Aus der Seele sprichst du mir nur bedingt,- ich bin homosexuell und bin geoutet, lebe das offen und werde aus Gründen der sexuellen Orientierung glücklicherweise von Kollegen, Freunden oder auch der Familie nicht anders behandelt oder verstanden.
    Gut, das hat bei mir wohl auch damit zu tun, dass du mir im Vorteil bist, was die Erfahrung mit dem anderen Geschlecht angeht - die fehlt bei mir komplett.

    So war für meine Familie und mein Umfeld schon sehr früh klar, in welche "Richtung" (sag ich jetzt mal salopp) es bei mir gehen wird.

    Deinem gesamten Beitrag entnehme ich,- gerade im Hinblick auf deine immer wieder kehrende Aussage "Ich bin doch nie ein Risiko eingegangen" ,..), dass bei dir, rein aus psychischer Sicht sehr viel Respekt gegenüber den Menschen vorhanden ist, die deine sexuelle Orientierung nicht tolerieren, vielleicht auch ein stückweit Angst mitschwingt.

    Angst vor Inakzeptanz, vielleicht die Angst, dass Familienangehörige mit dir anders umgehen, dich, dein Leben und nicht zuletzt dein Glück nicht tolerieren -, das liegt zumindest mal nahe.

    Ich kann dir keine Entscheidung abnehmen, auch nicht die, ob eine therapeutische Behandlung bei dir angeraten ist oder nicht, weil ich nichts erkenne, was einer Behandlung bedürfte.

    Das, was du kurz anschneidest, ist alles kein Risiko fürHIV - aber das weisst du im Grunde selbst. Ich denke, ganz persönlich, in deinem Kopf spielt die Sexualmoral, möglicherweise die, in die du aufgrund der Inakzeptanz deiner Familie hineingedrängt wirst, eine übergeordnete Rolle.

    So verbindest du alles, was dir "verboten" ist, mit einem negativen Vibe. Und dann muss HIV herhalten -, und der Ansatz ist der Falsche.

    Ich wünsche jedem, dass er seinen Sex offen leben kann, ganz gleich mit wem,- dir wünsche ich, dass du deine Ängste verstehen kannst, vielleicht mit der Hilfe eines Therapeuten, ich denke aber, wie oben beschrieben, der Störfaktor ist ein anderer, HIV nur der Kanal.

    Alles Gute :)
     
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  3. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Pardon, das wollte ich oben noch kommentieren..

    Du musst nicht direkt mit einem Psychotherapeuten in Kontakt treten,-
    Du kannst auch den Weg über den Hausarzt gehen.
    Oftmals sind die Wartelisten für therapeutische Behandlungen lang, es gibt im Internet ein grosses Netzwerk an Behandlerinnen und Behandlern, die DPtV (die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung) bietet auf ihrer Internetpräsenz die Quick Search Funktion - Postleitzahl eingeben und los geht's.

    Tipps um es selber zu versuchen - siehe oben beschrieben, Sicht der Ängste, Störfaktoren etc.
     
  4. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Über kurz oder lang wirst Du Dich entscheiden müssen... DEIN persönliches Wohlbefinden auf jeglicher Basis und somit ein erfülltes Leben oder weiter Deiner Familie gefallen wollen und Deinem Umfeld, und dabei unglücklich sein und krank werden.

    Ein Therapeut kann Dich vielleicht bestärken, eine Entscheidung zu finden... herbeiführen musst Du sie.

    Ist leichter gesagt als getan.. weiß ich.

    Aber für wen lebst Du, für Dich oder für Deine Familie.
     
  5. Nebel

    Nebel Bewährtes Mitglied

    Ich kann wyoming und Lottchen nur zustimmen.
    Es ist schlimm wenn man seine Wünsche,Fantasien und Bedürfnisse nicht ausleben kann.
    Der Sex mit Männern ist ganz anders als der Sex mit Frauen, und für viele Menschen ist eben beides schön.
    Mein Mann und ich sind da gegenseitig sehr aufgeschlossen und das bringen wir auch unseren Kids bei.
    Allerdings würden wir unseren Eltern darüber einfach nichts erzählen. Wir sind keine Südländer aber mit katholisch erzogenen Eltern ist das nicht viel anders.
    Es geht Ihnen aber auch einfach nichts an.

    Du musst wirklich dringend versuchen das leben zu führen das du möchtest.nicht das was andere möchten.
    Dann gehen auch hoffentlich deine unbegründeten Ängste wegenHIV weg.
     
  6. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Oh Mann, so viele...
    Ich denke auch, dass dein wahres Problem ganz wo anders liegt. DasHIV-Risiko ist es nicht. Und wenn du ehrlich zu dir selber bist, weißt du das selber auch ganz genau.
    Das ist grundsätzlich eine gute Sache. Und ehrt dich auch. Nur bitte, überlege dir wirklich gut und ganz genau wie und in welche Richtung dein zukünftiges Leben gehen wird. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass wenn du eine Familie gründen willst, das der bei weitem schwierigste Weg ist den du dir aussuchen kannst. Denn auch wenn "man" sich am Anfang denkt, "ich pack das schon, das bekomme ich geregelt", so einfach ist es leider nicht.
    Verstehe mich nicht falsch, aber ich bitte dich eindringlich, dir über deine sexuelle Ausrichtung Gedanken zu machen und zumindest zu dir selber ehrlich zu sein. Du hast ansonsten ein Leben voller Lügen und Betrügen vor dir. Es ist alles andere als leicht alle in seinem Umfeld ein Leben lang täuschen zu müssen, versteckt und heimlich seinen (eigentlichen) Sex auszuleben. Das kannst du mir glauben und muss dir klar sein bzw werden...
     
  7. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Guten Morgen,

    auch wenn ich nicht südländisch, sondern ursprünglich randrheinländisch bin, auch wenn ich nicht katholisch, sondern evangelisch erzogen wurde … mit Pastorenkindern als Eltern und Pastoren/Missionaren/Predigern väterlicherseits bis die (gefühlte) Steinzeit kann ich ein klein wenig ermessen, wo Deine Probleme liegen.

    Auch hatte ich meine ersten Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht, was schlicht daran lag, dass in den 70ern, als ich meine Pubertät durchlebte, weder in der Schule noch im Elternhaus über Sexualität geredet wurde. Und das, obwohl ich das jüngste von sechs Kindern bin! Insofern wusste ich auch gar nicht, dass es so etwas wie Homosexualität gibt – was damals sowieso noch unter Strafe stand – und habe erst einmal das Verhalten meiner Geschwister nachgeahmt.

    Ich habe lange gebraucht, um herauszufinden, dass da etwas anders ist bei mir. Zunächst habe ich mich mit dem Gedanken »getröstet«, ich wäre bisexuell – das erlaubte mir den Spagat zwischen Gesellschaft und eigenem Bedürfnis. Ich habe allerdings recht schnell herausgefunden, dass ich mich und Partnerin, aber auch Partner belüge und mindestens einer dabei immer auf der Strecke bleibt. Diese Zerrissenheit war nicht lange zu ertragen.

    Für mich war dann irgendwann – ich habe mir erst mit 23 erlaubt, schwul zu sein und mich mit 26 zumindest in der Familie geoutet – klar, dass ich mich darauf einlassen musste, ich selber zu sein. Man kann nicht 24 Stunden am Tag einen Anzug tragen, der einem nicht passt. Und selbst wenn man ihn mal auszieht, kommt unweigerlich der Moment, an dem man ihn wieder anziehen muss.

    Familie haben zu wollen, ist etwas Schönes. Und ich finde es toll, wenn Du es (trotz allem) versuchen willst. Das geht aber nur, wenn alle Beteiligten eingeweiht und dazu bereit sind, das Leben so zu leben, wie Du es Dir vorstellst. Das wird schwierig, denn bereits an dieser Stelle fühlt sich die Partnerin nur noch als Nummer 2. Das Gegenbeispiel hat vor etlichen Jahren der Cousin der Queen gezeigt: https://mag.dbna.com/coming-out/cousin-der-queen-outet-sich-als-schwul-3843 … aber auch hier war das kein Zuckerschlecken.

    Ich denke, die Idee einer psychologischen Begleitung ist sehr gut. Allerdings sollte sie nicht zielorientiert sein im Sinne von, dass Du dann so oder so bist, sondern sie sollte Dich auf dem Weg zu Dir selbst begleiten. Es gibt Beratungsstellen, bei denen Du klären kannst, was Du eigentlich willst und wie Du am besten unterstützt werden kannst, z. B. https://www.enough-is-enough.eu/beratungsstellen---linkliste oder https://www.profamilia.de/
     
    deich, Nebel und Holger1977 gefällt das.
  8. labellevie1

    labellevie1 Neues Mitglied

    Mich freut es total, dass ihr Euch die Zeit nimmt und auch so intensive Gedanken macht.

    Ich selber denke schon, dass ich gerne eine Partnerschaft mit einer Frau eingehen möchte. Mir gefällt es in einer Partnerschaft schon besser. Die Thematik mit Männern, das ist eine nette Abwechslung die mir auch spaß macht. Aber ich könnte auch gut darauf verzichten, wenn ich in einer monogamen Beziehung bin.

    Die Sache mit den Männern ist einfach, dass man schon schneller an Spaß kommt, was total komisch und billig klingt.

    Ich weiß nicht so ganz, ob meine Angst vorHIV tatsächlich durch das ungeoutet sein und die Angst vor meiner Familie zusammenspielt. Auf einer Art kann ich mir vorstellen, dass es zusammenspielt, aber ich glaube was mich immer aus der Bahn wirft ist, so Sachen wenn ich recherchiere ob ein Risiko bestand, dass ich immer wieder bei der Interpretation fehlschlage. Man ließt immer eine andere Erläuterung. Und auch wenn ich mich jetzt seit über einem Jahr darauf eingelassen habe, dass ich wenn ich mich mit jemandem Treffe nur mit der Hand selbstbefriedige. Fangen bei mir diese dummen Gedanken an, ob nicht doch was passiert sein könnte. Manchmal macht es mich auch unsicher, wie manche Leute mit diesem Thema dann so locker flockig umgehen.
    Als Beispiel: Ich frage meist immer im Chat, ob Sie es Bare machen wollen. Ohne das Sie vorher wissen, dass ich eigentlich wenn nur masturbieren möchte. Erschreckenderweise ist die Antwort in einigen Fällen dann " Ja eigentlich nicht, aber ...". Ich schreibe nur mit Typen weiter die ein klares Nein äußern. Sicherlich ist das immer noch keine Gewissheit, aber somit kann ich schonmal davon ausgehen, dass diese Person das Risiko kennt.

    Auch wenn ich mal mit jemanden Sperma, und jeder wird ja dabei auch etwas feucht. Merke ich wie manchmal dieser Gedanke hochkommt und man merkt, dass ich dann von jetzt auf gleich keine Lust mehr habe, weil ich mir denke oh oh er tropft schon ein wenig, wenn er jetzt mit seiner Hand dann noch mich untenrum anfasst dann wars das. Totaler Schwachsinn ich weiß - und trotzdem renne ich wegen solche Sachen alle paar Monate um einen Test zu machen, und das macht mir halt extreme Sorgen.
    Witzigerweise sagte mein Gesundheitsamtberater, dass solche Leute wie ich sich niemals anstecken werden. Ich denke er sah mir meine Panik in dem Moment an aber es hat geholfen und diese Wort rufe ich immer wieder auf, wenn ich mal so eine Panikattacke habe und es beruhigt mich etwas.
     
  9. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Das ist genau der Punkt den ich meinte. Bitte nimm' dir die Zeit und denke wirklich gut drüber nach. Es ist schwierig gegen seine eigentliche sexuelle Ausrichtung zu leben, sollte es so sein. Versteh mich bitte nicht falsch. Ich möchte dir nix unterstellen. Dich nur drauf aufmerksam machen. Nicht, dass du in 25 Jahren drauf kommst, dass es doch vielleicht besser gewesen wäre...
    Und ja, ich spreche aus persönlicher Erfahrung :rolleyes:
    Gut, dann hier der "ultimative Wixleitfaden" :D
    Beim gegenseitigen mit der Hand befriedigen infizierst du dich nicht mitHIV. Egal wieviel Säfte da im Spiel sind :cool:

    Also ist das ab jetzt ein Zeichen dafür, dass du schneller machen sollst ;)
     
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  10. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Ich denke, wenn du hier bleibst, bist du gut beraten.
    Der Leitfaden im Infektionsforum ist leicht verständlich und richtig gut gemacht.
    Dort findest du alle Übertragungswege.
    Dinge, die dort nicht gelistet sind, sind auch keine Übertragungswege.

    Und wenn du doch noch Fragen hast, hast du hier viele nette User, die sich sehr gut mit der Materie auskennen und dir gerne antworten.

    Viele Köche verderben den Brei.
    Viele Infos zum Thema, die im Netz stehen sind veraltet, schlecht für Außenstehende zu verstehen oder schlichtweg falsch.

    Ebenso verhält es sich mit zig verschiedenen Internetpräsenzen zum Thema. Es gibt ein paar verlässliche, sehr gute Quellen, - und dieses Forum hier,- bzw. die Antworten beziehen sich auf diese Quellen.

    Mit deiner Anmeldung hier hast du quasi alles richtig gemacht. :)
     
  11. labellevie1

    labellevie1 Neues Mitglied

    Ihr seid echt spitze!

    Ich habe hier einiges gelesen und ich kann mir gut vorstellen, dass ihr euch schon wundgetippt habt, weil manch einer das hier einfach nicht begreifen will, was ihr sagt oder immer wieder die selbe dumme Frage stellt. Macht weiter so, ihr hilft glaub ich dennoch definitiv vielen. Und an alle die draußen die es mitlesen und eventuell das gleiche durchleben, ich kann euch nur raten sucht Euch auch mal wen, mit dem ihr darüber sprechen könnt. Das hilft so ungemein, da man sich nicht alleine fühlt.

    Bitte versteht mich aber nicht falsch... Ich bin hier in Deutschland geboren und aufgewachsen und habe die Bildung hier genossen und bin voll und ganz integriert. Aber dieser kulturelle Aspekt mit der Familie und den Eltern, das ist sehr komplex vor allem muslimischen Familien.
    Ich bin der vollsten Überzeugung, dass deutsche Eltern, auch wenn Sie konservativ eingestellt sind in den wenigsten Fällen so reagieren werden wie unsere Familien. Die Generation ist noch nicht so weit. Es ist für die schon schlimm genug, wenn deren Töchter einen Freund haben. Sowas akzeptiert man nicht. Eventuell denkt man sich das zwar, aber es auszusprechen ist ein Unding. Und wenn man das tun sollte, verliert man die Familie ohne wenn und aber. Aus diesem Grund trauen sich viele natürlich nicht, ihre Sexualität offen auszuleben. Man hat zu sehr Angst was andere über einem sagen (andere Familien) ich weiß es hört sich total blöd an, aber dort wo Sie herkommen ist es nunmal so. Man beobachtet und redet und es gibt nichts schlimmeres, als wenn jemand schlecht über den anderen redet, weil man etwas tut was nicht "richtig" ist. Und sowas braucht seine Zeit. Sicherlich könnte ich mein Leben leben, würde alles offen legen, aber ich weiß was ich verliere und was ich diesen Menschen dadurch antue. Es geht zwar um mich selber, aber ich möchte ja auch nicht mein Umkreis verlieren, auch wenn Sie in diesem Aspekt sehr altmodisch denken. Das bring ich nicht übers Herz. Und in diesem Aspekt hilft wirklich keine Anlaufstelle oder sonst was. Die Familien werden es niemals akzeptieren - niemals.

    Und auch wenn ich dann einstecken müsste, ist es mir Wert. Was ich oben damit sagen wollte ist, wenn ich mal selber Kinder haben sollte, dann würde ich Ihnen von Anfang an zeigen, dass es mir egal ist was sie mögen. Sie sollen bei jeder Sache zu mir kommen können. Nur so gebe ich Ihnen ein erfülltes und glückliches leben. Hört sich extrem dramatisch an - mir selber geht es gut, keine sorge! Aber ich wollte einfach nur mal teilen, wie es ist.

    Ich selber kann von mir sagen ich mag wirklich beide Geschlechter. Ich kann genauso auch mit einer Frau guten Sex haben. Und Nur kann ich mir eine Beziehung nur mit einer Frau vorstellen, das hat wirklich nichts damit zu tun, dass ich etwas unterdrücke. Ich würde es hier schon schreiben, wenn ich wirklich einen Freund haben wollen würde.

    Aber ich kann mir gut vorstellen, dass es dort draußen etliche Jungs gibt, die das gleiche durchmachen. Vor allem in der heutigen Zeit, wo Homosexualität so präsent ist wie noch nie zuvor und man auch schnell und einfach den Kontakt knüpfen kann. Aber und hier kommt das aber, ich glaube das vor allem diese Leute recht schlecht aufgeklärt sind und dann hinterher in diese Panik fallen. Solche Themen werden auch gar nicht in der Schule richtig durchgenommen.
     
  12. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Dabei muss jeder für sich in einer ruhigen Minute klären, wasHIV denn bedeutet.
    Ich will HIV keinesfalls kleinreden,- das liegt mir wirklich fern, aber - diese extreme Panik oder auch diese extremen Ängste sind nicht angebracht.

    Angst muss man vor HIV nicht haben, Respekt reicht völlig aus.

    Und die Erfahrung zeigt, dass zumeist die User, die garkein Risiko hatten, die grösste Panik haben. Das ist von Fall zu Fall verschieden, aber zu einem sehr hohen Prozentsatz fungiert HIV nur als Kanal.
    Da beginnt dann die Selbstgeisselung schon an einem ganz anderen Knotenpunkt.
    (Ehebruch, Seitensprünge etc.)

    Aber gut, da holen wir dann zu weit aus.
    Das soll ja nun keine Grundsatzdiskussion werden ;)
     
  13. labellevie1

    labellevie1 Neues Mitglied

    Vorschlag von meiner Seite. Finde das Forum ja Klasse . wie wäre es mal mit einem Podcast ?
    Was man sich anhören kann... eventuell ist das ja mal auch eine gute Hilfe für den ein oder anderen Kandidaten hier.
    Schließlich ist es auch etwas anders, wenn man sich etwas anhört als wenn man es ließt

    Nur so ein Vorschlag ....
     
  14. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Für Vorschläge musst du dich an die Admin @Marion wenden.

    Ich bin ein Fan des geschriebenen Wortes.
    Was geschrieben ist, kann verstanden werden, für jedermann und ohne wenn und aber.
     
  15. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Natürlich ist das problematisch. Und irgendwie auch Scheiße... :rolleyes:
    Und natürlich willst du nicht alles "drumherum" verlieren. Sehr nachvollziehbar.
    Aber du scheinst dich ja eh schon intensiv damit auseinander gesetzt zu haben wenn ich deine Beiträge so lese *daumenhoch*

    Will dich ja auch nicht überreden oder so :D:cool:;)

    Also wenn du das so machen willst wie du es geplant hast ist das auch sehr ok. Hauptsache du wirst glücklich damit:)

    Bist ein vernünftiger Bursche. Jetzt braucht dir nur mehr diese Sache mit der gegenseitigen Handgeschichte klar werden.
    Und in dieser Hinsicht brauchst du dir wirklich keine Sorgen oder Gedanken zu machen, versprochen. Wenn du dabei bleibst, begibst du dich niemals in eine Risikosituation :cool:
     
  16. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Nachtrag:
    Jetzt gerade läuft im Fernsehen (ORF2) in der Sendung "Kreuz und quer" die Doku "Mein Outing - Muslim und Homosexuell"
    Vielleicht kannst du sie ja irgendwo finden falls es dich interessiert :cool:
     
  17. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Sorry, aber wir sind und bleiben ein Forum / Portal. Noch einen "Spielplatz" mehr brauchen wir nun wirklich nicht. ;)
     
  18. labellevie1

    labellevie1 Neues Mitglied

    Hätte ich gerne geschaut, aber die Mediathek sagt, dass das Video aus rechtlichen Gründen nur in Österreich ausgestrahlt werden darf. Kann es leider nicht sehen oder kennst du eine Alternative?
     
  19. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Die Sendung zu genau dem Thema läuft am 1.2. nochmal im ORF. Hast Du Jemanden in Österreich, der Dir das eventuell aufnehmen und dann zuschicken kann?
     
  20. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich hab's mal in meinem Facebook-Schwarm geteilt. Vielleicht klappt's ja!
     
    devil_w und haivaupos gefällt das.
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