Soziales Netzwerk - wichtiger als Familie?

Dieses Thema im Forum "Babbelecke" wurde erstellt von beepop1, 24. Juli 2011.

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  1. beepop1

    beepop1 Bewährtes Mitglied

    Hallo liebe Forengemeinde,

    was meint Ihr? Sind in unserer heutigen Zeit, in der Mobilität, Flexibilität und Wandel an der Tagesordnung sind, soziale Netzwerke wie Freunde, WG Kollegen, Arbeitskollegen wichtiger als Familie? Quasi als eine Art neue Familienstruktur aus alten und neuen Bekannten, die nicht so "klammernd" wie manche Familien sein können? Oder ist die Familie nach wie vor der Status Quo des zufriedenen Zusammenlebens?

    Gruß

    beepop1
     
  2. Aymaraa

    Aymaraa Bewährtes Mitglied

    Ich denke es ist beides wichtig. Freunde und Bekannte kann man sich mehr oder weniger aussuchen und umgibt sich dann hoffentlich größtenteils mit Leuten, die einem guttun und einem weiterhelfen. Aber meist ist am Ende des Tages dann Blut doch meist dicker als Wasser...........oder sollte es zumindest.
     
  3. beepop1

    beepop1 Bewährtes Mitglied

    Hallo Aymaraa,

    den Ausspruch mit Blut ist dicker als Wasser, kann ich so stehen lassen. Es sollte zumindest so sein. Jedoch betonst Du auch etwas ganz wichtiges, nämlich das man sich Freunde bzw. Bekannte in der Regel aussuchen kann und dies dann auch gut tun sollte. Dies ist bei der Familie leider nicht möglich, wenn man sieht, was heute in vielen Familien so abgeht, ist das manchmal schon traurig. Deshalb denke ich, das es zweifelsohne wichtig ist, auf jeden Fall eine gute Balance zwischen beidem zu haben.


    Gruss

    beepop1
     
  4. Hoffnung2011

    Hoffnung2011 Mitglied

    Hallo,

    das ist eine gute Frage und ich denke, du hast sie hier nicht ohne Grund eingestellt.

    Ich versuche, auch wenn das Thema mit Sicherheit schon ein paar Tage alt ist, doch darauf mal Stellung zu nehmen.

    Meine Familie ist leider nicht sehr groß - zum Glück kann ich sagen, dass meine Eltern noch leben. Zu ihnen .. und HEY .. sie sind immer noch nach 48 Jahren Ehe glücklich verheiratet und total fit für ihr alter, habe ich ein wirklich schönes Verhältnis. Einen Bruder habe ich auch. Leider aber - wie es bei vielen ist, verläuft sich die Geschwisternschaft im Laufe der Zeit ohne nennenswerten Streiterein leider doch.

    Mein anderer Teil der Familie (meine eigene, die ich vor über 20 Jahren mal habe versucht zu gründen) besteht aus meinen beiden Kindern - fast schon erwachsen zumindest aber gerade in der Pubertät. Klar, dass sie mir das Liebste sind.. aber dennoch - auch wenn ich versuche eine gute Mutter und gute Freundin zu sein, ist es etwas anderes als eine Freundschaft von Bekannten zu pflegen.

    Es gibt viele Arten von Freundschaften und ich gebe da Aymaraa recht.. umgeben sollte man sich wirklich nur mit denen, die einem gut tun.

    Mein Freundeskreis ist wirklich nicht sehr groß. Darunter zähle ich genau 1 Freundin und eine weitere Person auf die ich mich wohl zu 100 % verlassen könnte. Dazu muss ich auch sagen, dass ich nicht der Ansammler von i-welchen Personen bin, um sie dann "Freunde" zu nennen. Da hatte sich die Spreu vom Weizen damals getrennt, als meine Ehe auseinanderbrach.

    Ein anderes Thema aber allerdings ist die virtuelle Welt. Und da ist es egal, um welche Plattform es sich handelt, sei es Facebook, WKW oder Second Life oder gar dieses Forum hier. Man tauscht sich mit "Fremden" aus und weil es einem gefällt, wie der ein oder andere schreibt, welches "Feedback" man erhält, ist man sich auf einer Art "sympathisch". Diesen Personen mag man vielleicht auch vieles über sein Leben mitteilen, was man uU der besten Freundin oder dem besten Freund, den Eltern, den Kindern oder Geschwistern nicht so mitteilen würde, da es ja unter dem Deckmäntelchen "Anonymität" stattfindet.

    Aber sind das Freunde oder Bekannte???

    Eine schwierige Frage !!! Diese Frage aber kann sich nur jeder selber beantworten und zwar, wie weit man geht zu behaupten.."Den kenne ich".

    Klar ist Blut dicker als Wasser. Doch, hier in diesem Forum wissen mehr von meiner Gesundheit als manch andere es wissen sollte aber kennen tut mich deswegen eigentlich noch keiner. Deswegen - und da gebe ich wiederum Aymaraa recht - eine Blance von allem ist ein guter Weg!!

    Liebe Grüße,
    Hoffnung2011
     
  5. beepop1

    beepop1 Bewährtes Mitglied

    Hallo Hoffnung 2011,

    so nun bin ich nach läppischen 3 Tagen "Abstinenz" auch mal wieder im Forum. Aber bin halt total im Urlaubsstress. Muss noch packen, da ich morgen früh mit Family früh nach Paris ins Euro Disney fahre. Und am Sonntag sind wir erst von der Jugendfreizeit mit dem Schwimmverein zurückgekommen. Wobei wir schon beim Thema wären. Es ist schon komisch, wie schnell man es z.B. in einem sozialen Netzwerk merkt, wenn man über mehrere Wochen täglich schreibt und dann nur mal 3 Tage nicht und schon "vermisst" man was.
    Und diese Form des Austausches in sämtlichen sozialen Netzwerken ist natürlich bereits die erste Form des sozialen Kontaktes. Leider, so ist es nunmal, für viele, bleibt dies die einzige Form des Kontaktes. Und so sollte es nicht sein, es ist nach wie vor wichtig, auch auf Leute aus "Fleisch und Blut " zugehen zu können und sich mit denen auszutauschen. Wer sich nur noch in der virtuellen Welt verschanzt, tut sich auch nichts Gutes. Das ist der Grund, warum ich z.B. nicht auf facebook etc. bin, weil man da von den meisten Leuten erkannt wird (Photo, normaler Vorname etc.) und was da die meisten Leute von sich erzählen und jeder kann es sehen, finde ich nicht gut.
    Des weiteren habe ich eine, im nachhinein, schlechte Erfahrung mit WKW gemacht und somit lasse ich das sein.
    Aber ich gebe zu, auch dieses Forum hat mit der Babbelecke und den von Dir bereits angesprochenen "Themenwanderungen" durchaus seinen Reiz. Der Vorteil von diesem Forum, oder generell Foren die sich mit "Hilfe in verschiedenen Lebenslagen" befassen liegt darin, das man hier in der Regel anonymer zuerst mal sein Problem preisgibt, in der Hoffnung auf schnelle seelische Unterstuetzung und Hilfe. Hat man diese erhalten, liegt es an einem selber ob man weiter im Forum tätig ist oder nicht. Hier stellt keiner eine Erwartung an einen und man kann ungezwungen Reden. Keiner hat die Absicht auf Betrug oder Gedanken sexuellen Hintergrundes (sollte zumindest so sein) und man kommt so locker auch auf andere Themen und lernt die Leute zumindest auf der gefühlsmässigen Ebene "kennen". Denn ich denke hier muss sich niemand verstellen um zu gefallen, wie bei ner Parneragentur. Deshalb finde ich es hier ganz nett, erstens mit den Leuten die mir die letzten Monate virtuell Unterstützung gaben, auch so zu plaudern und gleichzeitig möchte ich mit meinem mittlerweile erworbenen "Wissen" auch anderen wo es geht helfen. Das macht mich ein Stück weit zufrieden. Aber wie gesagt, die Balance zwischen "wieviel virtuell" und wieviel von "Angesicht zu Angesicht" muss unbedingt stimmen. Spätestens wenn die Menscheit auch richtigen Sex via Internet erleben kann, ist es um uns schlecht bestellt. Das wird hoffentlich nie passieren, das körperliche Gefühle real nachempfunden werden können und man müsste gar nicht vom Computer weg.
    Im momentanen Freundeskreis sieht es so aus das ich, bedingt durch meine Ehe vor Jahren und durch den Umzug und meine berufliche Tätigkeit im Aussendienst, einen festen, wirklich guten "Männerfreund" habe und einen guten Bekannten. Das reichte mir bisher ganz gut und reicht mir auch. Ein schönes Ereignis hatte ich zu meinem Geburtstag Mitte Mai, da meldete sich ein alter Freund von mir, den ich wirklich seit dem Kindergarten kenne und wollte wieder mal hören wie es mir so geht. Er hatte die Tel. Nr. von meiner Mutter und meldete sich. Ich hatte Ihn zuvor 13 Jahre nicht gesehen. Er wohnt jetzt wieder in meiner Nähe und hat eine Frau aus Argentinien, die er dort kennenlernte. Jetzt wollen wir versuchen, die Verbindung "lose" zu halten und alle paar Wochen kommunizieren und uns treffen. Er war der einzigste von meiner alten Clique, von dem ich mich damals nicht im Streit getrennt habe als ich für 2 Jahre in Köln lebte. Alle anderen waren tödlich beleidigt, weil ich mich nicht mehr regelmässig im Schwarzwald meldete geschweige denn sehen liess, und brachen den Kontakt zu mir ab. Bis heute. Und das nach Jahrelanger Freundschaft. Aber wahrscheinlich war hier der Alkohol als Stimmungsmacher wichtiger als innere Werte.
    In meiner Familie, aus der ich stamme, habe ich zu fast allen Kontakt und es funktioniert auch meist gut. Meine Mutter ist nach dem frühen Tod meines Vaters wieder seit Jahren in einer Partnerschaft, mit dem LG komme ich auch aus und meine Oma väterlicherseits lebt noch mit 88 Jahren und von der mütterlichen Seite sind noch beide da, die ich auch regelmässig besuche und die sich an Ihren Urenkeln freuen.
    Jedoch die "Problemzone" liegt in der Familie meiner Frau. Diese Familie ist hier im Ort wo wir wohnen komplett verankert. Dies so tief, das meine Frau nie vollständig gelernt hat sich abzunabeln (sie wird fuchsteufelswild wenn man Ihr das sagt), gerne nur mit Ihrer Familie zusammen ist und selten andere Freundschaften pflegt. Dies führt meiner Ansicht nach zu einem Ungleichgewicht der Beziehungen und man eiert nur in seinem eigenen Brei rum. Die Aussage meiner Frau ist ganz klar, das Ihr die Familie wichtiger ist als alles andere und jeder Mann der mit Ihr zusammen ist hätte quasi Ihre Familie mitgeheiratet. Und das führt dann dazu, das man sich eben die Leute mit denen man sich umgibt nicht aussuchen kann. Und wenn man hierbei nicht ganz auf einer Wellenlänge liegt, ist das manbchmal heavy.
    So nun habe ich aber genug geschrieben. Muss noch packen.

    Gruss

    beepop1
     
  6. niemehrwieder

    niemehrwieder Poweruser

    Zu diesem Thema hab ich auch ne Meldung zu machen: Ich finde es sehr interessant das manche Menschen ander als Freunde bezeichnen , mit den sie auschließlich über messenger und soziale Netztwerke kommuniziernen. Man sieht sich über Monate nicht aber man nennt sich freund. Das war früher besser. Da ist man einfach mal aufn bierchen zu seinen freunden gefahren.
     
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