Risikoeinschätzung

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von superasahi, 17. April 2016.

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  1. superasahi

    superasahi Neues Mitglied

    Liebes Leute,

    zuerst einmal ein ganz großes Lob an euch für euer Engagement und die tolle Arbeit die ihr leistet. Ich habe nun doch schon einige Stunden hier verbracht und kann wohl sagen, dass meine Situation kein Risiko darstellt.

    Leider will dies aber noch nicht richtig in meinen Kopf hinein, daher möchte ich meinen Fall nun kurz schildern und um eine Risikoeinschätzung bitten. Ich glaube das kann mir sehr helfen.

    Also leider Gottes habe ich am Freitag viel zu viel Alkohol erwischt und lies mich von einer Prostituierten überreden mit ihr mit zu kommen. Ich war schon noch Herr meiner Sinne und der Sex war mit Kondom. Das einzige was mich jetzt beunruhigt ist, ob es nicht doch einen kleinen Riss gegeben haben könnte den ich nicht bemerkt habe. Gibt es sowas überhaupt oder platzt ein Kondom wenn dann großflächig?

    Das zweite ist, dass ich mich dazu verleiten lies sie kurz zu lecken allerdings wirklich kurz da mich dann mein Gewissen davon abbrachte. Vor drei Wochen hatte ich eine kleine Aphte, im Mund (an der Backe) die mir aber schon seit zwei Wochen nicht mehr weh tut. Lediglich die "Kugel" ist noch da. Besteht hier ein Risiko?

    Ich habe im Forum schon einige ähnliche Fälle gelesen aber ich habe so etwas dummes vorher noch nie gemacht, werde es auch nie wieder tun und brauche deshalb einfach eine neutrale Meinung.

    Danke schon mal im Voraus!
    LG
    Martin
     
  2. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Hallo Martin,
    kleine unbemerkte Risse im Kondom gibt es nicht.
    OV ist sicher, solange Du kein Mensturationsblut aufgenommen hast.
    Also kein Risiko fürHIV, aber für die anderen Geschlechtskrankheiten schon.
     
  3. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Kondome zerreissen in Fetzen, so etwas wie einen kleinen Riss gibt es nicht.

    Es gab zu keiner Zeit ein Risiko fürHIV, für andere STI schon .... lass die testen.

    Ansonsten.. weniger Alkohol trinken und nicht zu Prostituierten gehen, wenn Mann im Anschluss ein schlechtes Gewissen hat.

    :wink:
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moin Martin,

    erstmal danke für das Lob! Wir bemühen uns hier nach Kräften zu helfen, auch wenn wir manche Sachen immer doppelt und dreifach erklären müssen. Aber wenn's der Sache dienlich ist … ;)

    Zum Kondom. Du hast es schon richtig bemerkt: Ein Kondom reißt wenn, dann großflächig. Das liegt an der Grundspannung, denn das Material muss ja dehnbar sein. Unbeschädigte Kondome lassen sich problemlos dehnen – sobald die Spannung auch nur im Mikrobereich unterbrochen ist, reißt das Material an dieser Stelle in alle Richtungen. Ein Blick ins Physikbuch könnte da helfen (allerdings habe ich in Physik auch lieber gepokert … :))

    Zweitens: Ich glaube, auch der Zensur zu entnehmen, dass es um OV geht. Da ist grundsätzlich nur wenig Risiko vorhanden, es sei denn, es ist eine Menge Blut oder Vaginalsekret im Spiel. Und mit »eine Menge« meine ich auch wirklich »eine Menge«. Solange dies nicht der Fall ist, birgt auch eine Aphte ein nur sehr geringes Risiko. Es handelt sich dabei zwar um eine Schädigung der Mundschleimhaut verbunden mit einer Entzündung am Rande dieser Schädigung – aber eineHIV-Infektion ist so nicht sehr wahrscheinlich. Zudem scheint Deine Aphte ja fast abgeheilt zu sein, da Du sie nur noch als »Verdickung« wahrnimmst. In diesem Falle ist es noch unwahrscheinlicher, dass sie als Eintrittspforte fungieren kann.

    Und noch ein Schlusswort: Wenn Du die Inanspruchnahme einer käuflichen Dienstleistung als »dumme Sache« bezeichnest, kommt dadurch natürlich ein besonders starkes Gefühl von Unsicherheit oder Angst auf, weil die moralische Komponente noch dazu kommt. Die kannst Du aber getrost vergessen. Prostitution ist – solange sie freiwillig geschieht – eine reine Dienstleistung. Und die Tatsache, dass ein Mensch der Prostitution nachgeht, bedeutet nicht automatisch, dass die Ansteckungsgefahr größer ist.
     
  5. superasahi

    superasahi Neues Mitglied

    Dankeschön für die schnellen Antworten:)!

    Super, das mit dem Kondom ist wohl tatsächlich nur ein Gedankenkonstrukt meinerseits.

    Sorry, da hab ich mich schlecht ausgedrückt, aber ja es geht tatsächlich um OV:). Blut war definitiv keines zu erkennen oder gar zu schmecken da hab ich extra geschaut und wie gesagt war es wirklich nur kurz also muss die Menge an Vaginalsekret auch relativ begrenzt gewesen sein. Also bin ich da auf der sicheren Seite?

    Das mit dem Gewissen bzw. die moralische Komponente ist ein sehr wichtiger Punkt. Ich glaube all diese Gedanken sind teilweise eine Form der Selbstbestrafung. Diese Betrachtungsweise finde ich sehr gut, das ist sozusagen die andere Seite der Medaille. Bei mir wurde das ganz anders eingeimpft...

    Kurz noch eine andere Frage, ich bin beim Hilfe suchen auf die Seite der amerikanischen Seuchenschutzbehörde gestoßen und fand dort die offiziellen Übetrragungswahrscheinlichkeiten. Dort heißt es, dass statistisch bei 10.000 Kontakten mit einer Infizierten Quelle bei Vaginalverkehr lediglich 4 Ansteckungen der Fall sind. Dies ist gemeinsam mit der niedrigen Prävalenzrate doch extrem niedrig. Mir ist schon klar, dass man immer aufpassen muss und jeder einer dieser 4 sein kann. Doch um sich zu beruhigen sind diese Zahlen doch auch gut einsetzbar oder? Was haltet ihr Davon?

    Dankeschön, nochmal

    Martin
     
  6. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Nichts.... es ist auch prozentual wahrscheinlich, dass Du vom Blitz erschlagen werden kannst, während du bei einer Chance von 1: 140 Millionen im Lotto gewinnst

    Lass den Quatsch mit der Wahrscheinlichkeitsrechnerei ... es hat (unwissentlich) diskordante Paare gegeben, bei denen nie eine Ansteckung erfolgt ist, und es hat ONS gegeben, die für eine Ansteckung gereicht haben !
     
  7. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Statistische Daten sind mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da sie ein Abbild der Vergangenheit auf die Zukunft projezieren. Oder aber die Dinge so nivellieren, dass am Ende nichts übrig bleibt.

    Beispiel: In der Schweiz gibt es hohe Berge und tiefe Täler. Statistisch ist die Schweiz also komplett Flachland.

    BeiHIV gibt es Fälle, in denen sich ein Partner bei seinem (unwissentlich) infizierten Partner trotz hundertfachen ungeschützten Kontaktes nicht angesteckt hat – und es gibt Fälle, in denen ein einziger Kontakt ausgereicht hat. Was sagt uns also die Statistik? Es gibt sone und sone … Das war jetzt exakt das, was Lottchen geschrieben hat, aber ohne das böse Fremdwort »diskordant« :)

    Wesentlich ist die Abschätzung des Risikos unter Einbeziehung der Wahrscheinlichkeit. Und hier gibt's für Dich die wirklich gültige gute Nachricht: Das Risiko war geringer als gering und die Wahrscheinlichkeit war sogar noch geringer. Also vergiss HIV … und die Statistik.
     
  8. superasahi

    superasahi Neues Mitglied

    Ok Dankeschön liebe Leute,

    ich glaube damit kann ich das Thema gut abhacken werde jetzt sowohl die Statistik als auch mit der Angst abschließen (hoffe es dauert nicht zu lange). Matthias du hast das wunderbar ausgedrückt, sehr beruhigend und damit kann ich das Leben wieder ohne mulmiges Hintergrundgefühl leben.

    Lg
    Martin
     
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