REAKTIONEN auf die Diagnose!

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von lifeisbeautiful1, 20. Oktober 2015.

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  1. lifeisbeautiful1

    lifeisbeautiful1 Neues Mitglied

    Hallo an alle! Ich in neu hier.
    Meine Mutter hatHIV. Wir wissen es seit 10 Jahren.
    Damals war ich 15, jetzt bin ich 25. Als ich es gerade erfahren hatte, haben es in der Schule auch ein paar Schüler mibekommen.
    Einer von denen - er heisst Felix - hat mich vor allen gefragt oder gesagt:
    "Deine Mutter hat Hiv!" Ganz abfällig und arrogant!
    Das tat mir sehr weh, vor allem weil sie fast gestorben wäre.
    Diese Erfahrung habe ich bis jetzt erst mit einer Person in meinem Leben geteilt. Und diese Person ist leider nicht mehr in meinem Leben.

    Und dann gab es noch eine Bekannte, die meiner Mutter gewünscht hat, dass sie stirbt.

    Was denkt ihr? Habt ihr auch so schlimme Erfahrungen gemacht bzw. wie geht ihr damit um? Wie reagieren die Menschen um euch rum auf eure Diagnose? Ich liebe meine Mutter und für mich ist sie der gleiche Mensch!

    Teilt bitte eure Gedanken!

    Liebe, Kraft und Ausdauer für alle von euch!
    Das Leben ist schön!
     
  2. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo

    Herzlich willkommen erstmal in unserem Forum. Tut mir leid, was Du und Deine Mutter durchmachten wegen dummen Menschen. Schlimm, dass manche beim ThemaHIV noch so reagieren. Ok, vor 10 Jahren wusste man noch nicht so viel wie heute... aber auch heute noch reagieren Menschen so auf Menschen mit HIV. Und die Bekannte... die ist echt speziell dumm finde ich. Sowas wünscht man echt niemandem.

    Ich verschiebe Dein Thema von dem Bereich "Phobie" in "Leben mit HIV". Ich finde es dort passender. Einverstanden?

    Ich hoffe sehr, dass es Deiner Mutter heute besser geht. Und ja, sie ist mit oder ohne HIV liebenswert.

    Diese eine Person, die nicht mehr in Deinem Leben ist, war demnach ein wichtiger Ansprechpartner für Dich?

    Ich bin selbst negativ und kann Dir daher keinen Erfahrungsbericht geben.
     
  3. lifeisbeautiful1

    lifeisbeautiful1 Neues Mitglied

    Hallo,

    ja ich hatte auch erst überlegt, ob ich es lieber bei "Phobie" einstellen soll. Alles gut mit verschieben.

    Meiner Mutter geht es gut. Sie nimmt ihre Medikamente und hat einen Virusstamm, der nicht so aggressiv ist. Sie ist jetzt 63 dieses Jahr.

    Ja das stimmt, dass das dummes Verhalten ist. Es hat nur trotzdem solange gebraucht bis ich das als Erfahrung auch wirklich aussprechen konnte bzw. hier schreiben, weil es sehr verletzend war.

    Ja das war mein fester Freund und es war schon eine Erleichterung, das mit jemandem zu teilen, was so passiert ist. Auch wenn ich kein Mitleid will. Das finde ich total doof. Es fällt mir sehr schwer mich da zu öffnen und will mich auf der einen Seite Freunden anvertrauen, auf der anderen Seite habe ich aber auch das Gefühl, dass es so eine "Bomben Nachricht" für den gegenüber ist. Also nicht bei allen. Gerade bei homosexuellen Freunden habe ich das Gefühl, dassHiV "näher" ist, als bei gutbürgerlichen jungen Frauen (die auch meine Freunde sind). Man kommt sich irgendwie beschmützt vor. Auch wenn das totaler Unsinn ist. Ich kann das nicht so in Worte fassen :/

    Naja, aber es ist ja auch kein Thema das man andauernd hat und ich bin ja auch "nur" Angehörige. Ich habe irgendwie meiner Mutter gegenüber auch ein schlechtes Gewissen, weil sie ja krank ist und nicht ich.

    Ich spüre nur, dass ich auch echt Redebedarf habe und das so gut wie 10 Jahre gedauert hat, bis ich da angekommen bin.

    Viele Grüße
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moin moin,

    ich hab im Moment nicht so viel Zeite, dahder nur ganz kurz: Ich kann sehr gut verstehen, dass Du Redebedarf hast ... eine solche Nachricht ist ja nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für das Umfeld ein »Schlag ins Kontor«, der verarbeitet werden will – vor allem, da Du damals noch recht jung warst.

    Mich hat's 1992 »erwischt«; den allerersten Test hatte ich zwar erst 1994, und der war gleich positiv - aber ich ahne sehr stark, welcher One-Night-Stand das war ... Ich bin aber von Anfang an ziemlich offen mit der Infektion umgegangen und habe – von einigen ausgefallenen Dates abgesehen – das auch nie bereut. Heute bin ich 56 und immer noch »joot dropp«, wie der Kölner sagt.

    Schön zu lesen, dass es Deiner Mutter gut geht. Sag' ihr unbekannterweise einen Gruß von mir. Wenn's Dich interessiert, kannste ja mal auf meiner Webseite (siehe Signatur) rumstöbern :)
     
  5. lifeisbeautiful1

    lifeisbeautiful1 Neues Mitglied

    Hey Matthias,

    finde voll gut, wie du damit umgehst! Das gibt total Kraft!
    Also mit deiner Diagnose und vor allem auch dass du einfach 2 Bücher schreibst und das so auch verarbeitest. Sehr sehr cool!

    Ich werde bald eine Therapie anfangen und dann kann ich da ja loslegen und drüber reden. Ich denke dass mir das gut tun wird.

    Es stimmt, dass es auch für die Menschen drum rum eine starke Nachricht ist. Nur habe ich das stark verdrängt. Ich denke, dass ich das auch musste. ablenken.. ich war ja noch ein Teenager.

    Wie auch immer. Ich wünsche dir alles gut, ganz viel positive dinge :)
    und immer weiter so !

    Viele Grüße Bianca
     
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