Positiv

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von forever2, 16. März 2014.

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  1. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben,
    erst mal finde ich dieses Forum klasse und bin froh das es das hier gibt!
    Ich weiß seit ein paar Tagen, das ich positiv bin. Weiblich 23 Jahre.
    Ich lese hier sehr viel still mit und hoffe einfach ein paar aufbauende ... Worte zu bekommen. Ich möchte mich gerne mit anderen positiven austauschen. Vielleicht gibt es ja auch Frauen (vielleicht sogar in meinem Alter) die Interesse haben sich aus zu tauschen? Ich habe viele Frage und hoffe einfach das ich sie hier stellen darf, wenn ich nicht mehr weiter weiß.
    Mir wurde der Boden unter den Füßen weg gezogen und ich falle immer weiter in ein Loch. Ich weiß nicht, wie ich wieder daraus kommen soll. Ich wollte nächstes Jahr heiraten. (Mein Partner ist negativ) ich habe Angst ihn zu verlieren. Ich habe Angst, das ich früh sterbe und und und...
    Ich habe eine sehr frische Infektion und nehme auch noch keine Medis...
    Ich lese immer man könnte damit heute recht alt werden... aber ich bin erst 23 ... Das heißt, mit Glück werde ich vielleicht 50 ? Ich werde vielleicht nicht mal Oma. Oder überhaupt Mutter... Dazu gehört ja ein Partner der die Krankheit akzeptiert.
    Wenn man die Medis regelmäßig nimmt, wird man dann trotzdem irgendwann resistent? Und werde ich irgendwann so schwach, das ich mich dann vielleicht nicht mal mehr um meine Kinder kümmern könnte? Geschweige denn arbeiten kann?
    Es tut mir leid, ich glaube der Text ist ziemlich durcheinander. Ich habe so viele Fragen und Ängste.
    Ich lasse ihn erst mal so stehen..
    Ich bin dankbar für jede Hilfe.
    Liebe Grüße
     
  2. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Habe mir heute Morgen auch gleich das Buch bestellt. "Endlich mal was Positives. Ich hoffe es hilft mir ein wenig..
     
  3. Eisblume

    Eisblume Neues Mitglied

    Hallo, ich bin ebenfalls weiblich und postiv ich bin 29 und bereits seit 2006 postiv (Seit ca 8-9 Monaten nehme ich nun medikamente)

    Weiß dein Partner denn dass du postiv bist? Dann scheints ja für ihn kein Problem zu sein.
    Als ich damals davon erfahren habe war auch mein erster gedanke: In 6 Monaten bin ich eh tot - weil ich mich nie mitHIV auseinander gesetzt hatte... Um meine GEsundheit mach ich mir mittlerweile keine sorgen mehr - nur um die Partnersuche, ich bin eh ein zurückhaltender, schüchterner Mensch und das machts nicht leichter
     
  4. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Hallo Eisblume,
    danke für deine Antwort.
    Ich kann dich sehr gut verstehen...
    Mein Partner weiß das Ergebnis. Er musste es die letzten Wochen mit mir durch halten bis zum leider positiven Test.
    Ich weiß nicht, ob er sich wirklich sicher ist was das heißt bzw. ob das überhaupt richtig bei ihm angekommen ist. Er geht da noch recht "locker" mit um.
    Ohne ihn würde ich allerdings am liebsten "sterben" wollen. Er ist der einzige Grund für meine wenige Kraft, die ich noch habe.
    Ich bin mir sicher das du einen Partner finden wirst! Kann aber auch sehr sehe gut deine Angst verstehen. Aber wenn ein Mensch wirklich richtig liebt, dann sollte ihn ein positiver Status nicht davon abhalten... Ich hoffe ich bin da nicht zu naiv...
    Es gibt sicher auch vielleicht Männer die nicht homosexuell sind und auch genau den selben Gedanken haben.
    Ich weiß es nicht. Aber ich kann dich so verstehen. Ich habe auch davor Angst mein Partner zu verlieren. Das wäre mein Untergang.
     
  5. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Ich wäre wirklich sehr dankbar dafür, wenn man mir bei Gelegenheit was zu dem Thema schreiben könnte. Ich habe so wahnsinnige große Angst. Ich weiß nicht, wie ich mit der Situation um gehen soll. Jetzt die Woche bekomme ich meine Blutergebnisse, die ich hier rein schreibe. Ich hoffe sehr auf Hilfe. Ich habe überhaupt keine Ahnung davon...:(
     
  6. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    Hallöchen

    Also erstmal alles wird sich wieder normalisieren. Ich bin weibliche und jetzt 31 und weiss seit Okt. 12 dass ich positiv bin. Ich war am Anfang auch geschockt zumahl in in einer glücklichen Beziehung war/ bin und nie fremd gegangen war. Ich hab ein gesundes Kind, also gehen wir davon aus dass ich mich nach der Geburt mitHIV infiziert habe. Da mein Partner auch positiv ist, hab ich wohl da dir gegenüber einen kleinen "Vorteil" da immer einer da ist mit dem mich darüber reden kann und der einen versteht.

    Also zur Zeit brauche ich zum Beispiel noch keine Medis aber der Tag wird kommen.

    Wenn du jemanden zum reden brauchst ich hab immer ein offenes Ohr. :)
     
  7. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Danke für deine Antwort! Mit mir wird nächste Woche alles mögliche besprochen. Also was meine Werte angeht und Therapie. War letzte Woche nicht mehr in der Lage irgendwas auf zu nehmen..
    Und es geht dir gut? Also körperlich und psychisch? Du wirkst recht "gelassen" auf mich. Das finde ich total klasse! Darf ich fragen, wie du dich angesteckt hast? Bei mir weiß ich es nicht genau.. Es kann nur bei der Arbeit passiert sein... (Bin MFA) aber der mögliche Übertragungsweg ist soo unwahrscheinlich..Aber was bringt es darüber nach zu denken? Ich kann die Zeit nicht zurück drehen :(
    Es ist toll, das du ein gesundes Kind hast! Habe eins zwei Beiträge von dir gelesen. Machst du dir keine Sorgen um die Zukunft?
    Mein Partner und ich wollten zum Beispiel ein Haus kaufen... Aber ich habe so große Sorge das er nachher alleine damit ist, wenn ich früh sterbe :(
    Kennst du dich ein wenig mit den Blutwerten aus?
    Wenn ich darf, würde ich dich sehr gerne nächste Woche danach fragen..
    Ich schreibe schon wieder zu viel..
    Entschuldige. Es schwirrt soo viel in meinen Kopf rum.
    Liebe Grüße
     
  8. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    Ich bin Krankenschwester u mein Freund Krankenpfleger. Gehen davon aus dass sich einer auf Arbeit angesteckt hat. Aber wer wann wo ist unwichtig. Ändern kann man es nicht mehr. Mir gehts sehr gut und ganz normal. Also keine Einschränkungen. Bei m Freund auch nicht. Wir gehen einfach davon aus dass wir bei dem jetzigen Medizinstand ein normal langes Leben haben werden. Im Alltag können wir keinen amstecken und daher ist die Krankheit auch in den Hintergrund gerückt. Denken eigentlich kaum noch dran. Lassen alle 3 Monate die Blutwerte kontrollieren und wenns was gibt besprechen wir es mit unserem SPA.

    Das Gute daran ist ja dass man es niemandem ansieht und daher kann man auch "normal" weiter leben.

    Unsere Familien und Freude wissen es und habem positiv reagiert. Also ist alles soweit erstmal in Ordnung.
     
  9. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Deine Einstellung macht mir etwas Mut.. Ich habe so eine sche*** Angst :cry:
    Na mal sehen was der SPA ?( so nennt man das also?)sagt... Fahre dafür in eine andere Stadt..
    Ich glaube ich werde lange brauchen damit leben zu können. Ich bin echt fertig.
    Habe total Respekt vor dir, das du damit so gut umgehen kannst!
    Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin alles Gute!
    Ich schreib hier die Tage noch meine Werte rein.
    Vielleicht kennen sich damit ja ein paar Leute aus..
    Liebe Grüße

    Ps: Ich bin jetzt natürlich erst mal krank geschrieben.. Sollte ich es meinem Arbeitgeber erzählen? Ich glaube eher nicht...aber es war ja ein Berufsunfall. Das heißt die bekommen doch Bescheid oder? Darf ich denn normal in der Praxis weiter arbeiten? Oh mano, ich weiß kaum was. Und ich habe so viele Fragen.
     
  10. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    Mach dir keinen Kopf darüber kannst du mit deinem Arzt sprechen. Bei uns wars wohl auch ein arbeitsunfall. Problem ist nur, ob mans dann genau demjenigen bei dem man es vermutet sich angesteckt zu haben nachweisen kann. Und für spätere Anspprüche hättest du wohl gleich nach dem Risikokontakt Test und PEP machen müssen. Also sordorglich Medikamente nehmen die neHIV viell dann hätten verhindern können. Aber wenn du das alles nicht gemacht hast wirst du jedenfalls was Ansprüche später zwecks Berufsgenossenschaft angeht schlechte Karten haben.


    Wir haben das alles auch nicht gemacht. Wir arbeiten normal weiter. Und dem Arbeitgeber musst du es nicht sagen.
     
  11. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Gleich danach bin ich nicht zum Betriebsarzt. Aber später als die "Symptome" auftauchten.. Da wurde es als Berufsunfall beim Arzt aufgenommen... Der Pat. hat auchHIV. Aber ich habe mich nicht gestochen. Es war mehr oder weniger ein Zufall, das es entdeckt wurde..
    :(
     
  12. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Vielen Dank für deine Hilfe!
     
  13. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Nun auch von mir ein herzliches »Hallo« an dieser Stelle!

    Natürlich ist es nicht schön, wenn man die Diagnose »HIV positiv« erhält. Aber eines solltest Du schon gemerkt haben: Du bist nicht alleine.

    Ab jetzt wird ein neuer Lebensabschnitt für Dich beginnen; Du musst ihn nur annehmen bzw lernen, ihn anzunehmen. An der Diagnose wird sich nichts mehr ändern - aber Du kannst etwas verändern: Nämlich den Umgang damit.

    Dzu gehört zunächst einmal, dass Du Dir selbst darüber klar wird, was diese Diagnose für Dich bedeutet - erst dann bist Du in der Lage, das auch nach außen zu transportieren.

    Der Anfang: Vergiss' alles, was man »so lesen« kann. HIV ist eine unheilbare und chronische Infektion, aber seit fast 20 Jahren sehr gut behandelbar. Anders als bei Krebs oder MS sind die Folfgen der Infekton heute so gut wie unsichtbar, sieht man mal von den Tabletten ab, die man nehmen muss. Aber auch andere Menschen - ohne HIV - müssen Tabletten schlucken. Also ist das nur dann etwas Besonderes, wenn Du etwas besonders draus machst. Und wenn nicht, dann nicht.

    Selbstverständlich muss sich Deine Zukunfts- und Familienplanung nicht ändern. Nur, weil Du positiv getestet wurdest, stirbst Du nicht sofort. Kauft das Haus und genießt das Ldeben. Du hast einen Partner, der mit Dir durch die »Hölle« der Unsicherheit gegangen ist. Was willst Du mehr? Und was heißt »ihn mit dem Haus alleine zu lassen«? Was wäre, wenn Du vom Bus überrollt wirst? Über solche Möglichkeiten machst Du Dir keine Gedanken - aber warum dann über ein verfrühtes Lebensende wegen HIV?

    Lebensqualität und -erwartung sind heute nahezu identisch; statistisch gesehen wirst Du statt 88 Jahren vielleicht »nur« 80. Vielleicht auch 70 oder 90 - wer weiß das? Kinder und Enkel wirst Du in Hülle und Fülle haben können - und sie alle werden wegen Dir nicht positiv sein - denn auch eine HIV-infizierte Frau kann negative Kinder zur Welt bringen.

    Auch wenn für Dich die Welt vielleicht gerade zusammenbrechen mag ... aus den Trümmern entsteht etwas Neues, etwas Lebenswertes. Etwas, was Du nicht verpassen solltest und was Du nicht klein- oder schlechtreden solltest.

    Den SPA, den Du Dir ausgesucht hat, ist ein guter Arzt - fachlich auf der Höhe und menschlich sehr angenehm. Und die Aidshilfe steht Dir auch begleitend offen. Wie gesagt: Du bist nicht alleine.

    Mach Dir jetzt noch keine Gedanken um das was und wie. Erstens kommt es anders, als man zweitens denkt. Und zu allererst, musst Du die Infektion annehmen - sie ist da und lässt sich nicht wegbeten. Nur ... wenn Du damit haderst, wirst Du immer an sie denken und sie wird Dein Leben bestimmen. Und das sollen so en paar Viren können? Nö.

    Übrigens: Du bist Deinem Arbeitgeber gegenüber nicht verpflichtet, von der Infektion zu berichten. Aber auch im medizinischen Bereich ist HIV heute kein Problem: http://blog.aidshilfe.de/2012/09/30/kei ... eitswesen/
     
  14. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Hallo Matthias,

    vielen lieben Dank für deine aufbauenden Worte. Ich musste glatt schon wieder weinen.
    Sowas zu lesen tut wirklich sehr gut!
    Man liest wirklich ganz schlimme Sachen... von früher Demenz hin bis "Frührentner und im Pflegeheim mit 35 " :shock: :shock: Oder die Tabletten wirken nicht aufgrund von Resistenzen...
    Da wird einem ganz anders..
    Ich habe mal so Minutenweise was aufsprudelndes in mir, was sagt " du schaffst das" das ist dann aber auch sofort wieder weg..
    Ja, der Arzt ist wirklich sehr nett und sympathisch.
    Ein bisschen Geborgenheit hatte ich sogar am Telefon schon.
    Ich hoffe ich schaffe es damit klar zu kommen.
    Ich bekomme diese Woche alles Mögliche gesagt. Werde mich dann sicher noch mal mit Fragen zu Blutwerten/Therapie ect. melden...
    Ich weiß sonst garnicht wohin mit mir.

    Liebe Grüße
     
  15. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Matthias Buch ist heute gekommen und ich habe es schon fast durch gelesen. :) Morgen bekomme ich meine Blutwerte mit Viruslast und was da noch so zu gehört..
     
  16. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Warum sollte dein Partner eigentlich nicht "locker" mit der Situation umgehen....HIV ist kein Todesurteil!!
     
  17. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Es gibt leider nach wie vor zu viele Vorurteile, Fehlmeinungen etc. ... und die Gesellschaft betrachtetHIV immer noch als selbst verschuldet, im Gegensatz zu z.B. Krebs oder MS ...
     
  18. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Da fallen mir spontan mehrere Gründe ein...
    Spontaner "unvorsichtiger" Sex fällt schon mal aus.
    Sorge davor, ich könnte ihm "peinlich" sein.( haben aber abgemacht es niemandem zu erzählen)
    Sorge davor, ich werde schnell böse krank und er kann damit nicht umgehen.
    Ich könnte noch weiter machen..
    :(
     
  19. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Naja, sobald Du 6 Monate unter der Nachweisgrenze bist, sieht das wieder anders aus. Frag dazu den SPA!

    Hast Du die Sorge ode hat er sie? Wenn jemand eine Krankheit peinlich ist, dann hat er oder sie nicht begriffen, dass eine Krankheit eine Krankheit ist - nicht mehr und nicht weniger. Dabei das Wort »peinlich« im Munde zu führen, grenzt an Diskriminierung oder Selbstdiskriminierung.

    Das hatten wir doch schon: Du wirst nicht schnell böse krank wegen der Infektion. Das kannst Du Dir noch so oft einreden, wie Du willst - das klappt nicht!

    Dein erster Schritt MUSS sein, zu akzeptieren, dass Du die Infektion hast und von nun an damit leben musst. Aber auch kannst! Je schlimmer Du Dir Dinge ausmalst (die tatsächlich nicht stattfinden werden), umso mehr hast Du Schwierigkeiten, ein normales Leben mit der Infektion zu führen. Es liegt NUR an Dir ... fang' also an, zu leben.
     
  20. forever2

    forever2 Neues Mitglied

    Ja, ich probiere es. Deine Worten geben mir Kraft. Nur meine Angst und Unsicherheit (ich bin eig. der totale Sicherheitstyp und muss alles unter Kontrolle haben) überwiegen nur leider noch. Die Angst ist zu stark. Und dann habe ich immer noch "Symptome" die mich jeden Tag daran erinnern..
    :evil:
     
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