Positiv und Überfordert!

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von PupiMaus, 16. Mai 2015.

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  1. PupiMaus

    PupiMaus Neues Mitglied

    Hallo ihr lieben,
    jetzt habe ich mich hier angemeldet... weil ich zur Zeit nicht weiß wohin mit meinen Gedanken und meinen Ängsten. Ich hoffe ihr Leute zu finden, die mir etwas meine Angst nehmen und mir vielleicht sagen, dass meine derzeitigen Gedanken vielleicht normal sind. Ich stelle mich erstmal vor:
    Ich bin weiblich, 26 Jahre alt und weiß seit dem 30.04. das ichHIV Positiv bin. Ich habe seit 5 Monaten einen Freund (den absolut wundervollsten Mann auf der Welt, er nennt mich Pupimaus) auch er hat sich testen lassen, bisher aber negativ, wir wissen aber das er in 6 Wochen erneut zum Test muss. Diese Diagnose war der allergrößte Schock. Ich hatte das Gefühl mir bleibt das Herz stehen, ich kriege keine Luft mehr und ich muss erbrechen zugleich.
    Mein Freund steht zu mir als sei es eine kleine Grippe, nicht ein Wort über Trennung, kein Vorwurf, keine Unangenehmen Fragen. Als ich ihn darauf Ansprach und ihm sagte, dass wir uns lieber trennen sollen, weil wir keine normale Beziehung mehr führen können, war seine Antwort "Ohne dich kann ich auch nie wieder ne normale Beziehung führen" Er ist einfach der beste. Wir wohnen seit Beginn unserer Beziehung zusammen und Er behandelt mich kein bischen anders, er hat keinerlei Berührungsängste. Natürlich gibt es jetzt nur noch geschützten Geschlechtsverkehr!!! Ich weiß nicht wo ich mich angesteckt haben könnte. Ich habe in meinem Leben mit 4 Männern geschlafen (den jetzigen einbezogen). Mein Freund hat es nicht und meine beiden Exfreunde mit denen ich noch gut befreundet bin, die haben es auch nicht. Der 4.te war der erste Mann mit dem ich Sex, das ist schon fast 10 Jahre her und laut meines Arztes ist die Infektion noch nicht sooo lange her. Anderseits arbeite ich in der Krankenpflege und kann nicht 100%ig ausschließen, dass da nie etwas passiert ist. Ich habe vor knapp nem halben Jahr in der Stadt bei jemanden Erste Hilfe geleistet, der stark blutend am Boden lag und hatte keine Handschuhe oder ähnliches an. Naiv kann man jetzt sagen, aber es ging um Leben und Tod. Ich weiß einfach nicht wo ich mich angesteckt haben könnte und letztendlich, da die Männer mit denen ich geschlafen habe es nicht haben, ist es auch egal, denn ändern kann ich es eh nicht.
    EIgentlich bin ich auch nur zu Arzt gegangen, weil ich Schmerzen im rechten Oberbauch hatte. Da ich grad umgezogen bin und ich bei diesem Internisten das erste Mal war, stellte er mir viele Fragen. Dabei erzählte ich ihm beiläufig, dass ich die letzten Wochen immer sehr müde bin und zwischendurch Fieber hab, ich schwitze stark und habe vor ein paar Wochen beim Duschen festgestellt, dass meine Lymphknoten stark geschwollen sind, da die aber nicht wehtun habe ich mir dabei nichts gedacht. Der neue Hausarzt hat mir also Blut abgenommen, beim nächsten Besuch in seiner Praxis gab er mir eine Überweisung und sagte mir, dass er mir einen Termin beim Onkologen gemacht hat.
    Schock! Krebs? Natürlich hatte ich angst... zu dem Zeitpunkt dachte ich noch das wäre das schlimmste was mir passieren könnte. Aber so kam es ja nicht. HIV! Diese Diagnose löst bei mir manchmal immer noch Selbstmord gedanken aus. Ich weiß das man damit heutzutage leben kann... ich habe alles gelesen.. also naja hauptsächlich die positiven Artikel, alles negative habe ich vermieden. Trotzdem habe ich große Angst vor allem was auf mich jetzt zukommt. Einen Termin in der HIV Ambulanz habe ich am 3.6.
    Was genau kommt da auf mich zu? Ist es normal das ich nachts hysterisch anfange zu weinen und überlege ob ich die beruhigungsmittel die mir mein Arzt für den Notfall gegeben hat alle auf einmal nehme... Ich denke darüber nach ob mein Freund den ich so sehr liebe nicht besser ohne mich dran ist!? Kann eine Beziehung sowas stand halten?
    Naja soviel erstmal zu mir... Liebe grüße :D
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Guten Morgen,

    hier mal erst mal nur eine schnelle Antwort, weil ich auf dem Sprung bin.

    Erstens ist es müßig, sich Gedanken darüber zu machen, wie und wo man sich infiziert haben könnte – ändern tut sich dadurch nichts.

    Zweitens ist eine festgestellte Infektion natürlich ein »Schlag ins Kontor«, aber heutzutage nicht mehr das dramatische Problem wie noch vor 20 Jahren.

    Drittens ist es völlig normal, dass Du Dich an das Virus »gewöhnen« musst; es gehört ja eigentlich nicht da hinein, aber es ist nun mal da. Und Heulen ist nicht die schlechteste Alternative.

    Viertens: Du bist nicht allein! Mit Dir gibt es noch etwa 80.000 Menschen in Deutschland, die mitHIV infiziert sind und überwiegend trotzdem ein völlig normales Leben führen. Geh zur AIDS-Hilfe Deiner Stadt und informiere Dich über Angebote. Gemeinsamkeit kann viel helfen!

    Fünftens: In der HIV-Ambulanz werden sie Dich aufklären, dass Du mit der aktuellen antiretroviralen Therapie, die die Krankenkasse bezahlt, die Infektion in Schach halten kannst, weil sie die Viruslast unter die Nachweisgrenze drückt. Damit bist Du dann recht bald nicht mehr ansteckend. Ja – Du kannst sogar gesunde Kinder zur Welt bringen!

    Sechstens: Selbstmord? Nö, bitte nicht. Du bist 26 Jahre alt und willst die noch mindestens vor Dir liegenden 50 Jahre so einfach wegschmeißen? Okay, Du hast es dann hinter Dir ... aber was ist mit den Menschen in Deiner Umgebung, die Du durch eine solche Tat in Trauer und Agonie stürzen würdest?

    Siebtens: Dein Freund steht zu Dir. Das ist gar nicht mal so gewöhnlich. Nimm das einfach mal an, ohne gleich Trennungsszenarien aufzubauen. Ich kenne viele Paare, die sich getrennt haben, weil der HIV-positive Partner grundlos an der Liebe des Anderen gezweifelt hat. Oder glaubte, dass man mit HIV nur ein Klotz am Bein des Partners sei. Oder mit anderen Worten: Wo er bzw. sie die Beziehung ohne Grund, aber dafür mit Nachdruck selbst zerstört hat. Sind die paar Viren das wert? Und bitte: Du bist nicht »schuld« an Deiner Infektion, also zieh' Dir von vorneherein diesen Schuh erst gar nicht an. Selbstmitleid ist das Bekloppteste, was Du jetzt haben könntest ...

    Hinweis an Admin/Mod: Sollten wir den Thread nicht lieber in »Leben mit HIV« verschieben?
     
  3. [User gel

    [User gel Poweruser

    Ja es ist normal bei so einem miesen Schicksalsschlag zu weinen. Ich habe schon geheult als ich hoerte das mir die Gallenblase entfernt musste. Da wusste ich noch nicht das es einr Routine Operation ist und hatte eine Schweine Angst. Mein erster Gedanke war niemals. Vor allem hatte ich immer die Angst vor den Schmerzen nach einer Operation. Schliesslich hat man danach einen 50 fachen Muskelkater und man ist nicht mal in der Lage zu spucken wenn man sich die Zaehne putzt.

    Aber es ist wie das Sprichwort sagt: Eine Operation tut zwar weh aber Sie fuehrt zur Heilung.

    Es hat ja auch seine Vorteile. Ich weiss zu 100% das ich nicht an Gallenblasenkrebs sterbe! ;)

    Und du hast ja noch ein viel gewaltigeren Schicksalsschlag.
     
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