Pilotprojekt in Bayern gestartet

Dieses Thema im Forum "Nachrichten" wurde erstellt von Wyoming, 23. Juli 2018.

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  1. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    https://m.huffingtonpost.de/entry/hiv-test-schnelle-diagnose_de_5b55957de4b0de86f48e8eb2

    Das Heimtestsystem S.A.M. Auch, wenn ich eigentlich nicht viel von einer Testung in den eigenen vier Wänden halte, weil die Vergangenheit zeigt, dass viele Testverfahren für zu Hause schlicht fehlerhaft sind, einiges an Schindluder damit getrieben wird und nicht zuletzt der psychologische Aspekt.

    Im Falle eines positiven Testergebnisses halte ich es noch immer für sinnvoll, damit nicht alleine zu sein. Im besten Fall hat man einen erfahrenen Mediziner zur Seite, der einem zumindest die ersten Minuten deutlich einfacher machen kann.

    Was haltet ihr davon? Macht das Sinn? Was spricht dafür, was dagegen?
     
  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Schlecht durchdacht. Man stelle sich vor, Jemand lässt sich auf HIV und Geschlechtskrankheiten gleichzeitig testen. Was ja Sinn macht. Bei negativem Ergebnis kommt ne SMS.Negativ
    Bei einem positiven Ergebnis kommt ne SMS: Bitte um Rückruf.
    Ja, Volltreffer. Nun hat den Test ein Phobiker ohne RK machen lassen und wird z.B. auf Clamydien positiv getestet. Der ist natürlich der Meinung, er ist HIV-positiv.
    Das ist also in meinen Augen genauso bescheuert, wie die Freigabe der Heimtests ab Herbst.
    Ach ja, die Anonymität ist auch hinüber.
     
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  4. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Absolut. 100%ige Zustimmung, devil. Laut Artikel verspricht man sich, mehr Menschen zu einem Test zu bewegen. Das sehe ich kritisch. Jemand, der sich testen lassen möchte, weil er ein tatsächliches Risiko eingegangen ist und nicht, weil er sich ein Risiko konstruiert hat, wird sich testen lassen. Völlig egal wo. Wohingegen jemand, der sich nicht testen lassen möchte, auch dieses Angebot nicht annehmen wird.

    Zudem fällt eine Vorabberatung, wie ich sie aus dem hiesigen Gesundheitsamt, samt tatsächlicher Risikoeinschätzung durch geschultes Personal weg. Das halte ich für einen eklatanten Fehler.

    Ich finde, das Angebot der Gesundheitsämter beispielsweise hervorragend. Ich bin oft auf Wunsch eines Patienten anwesend, wenn ein Testergebnis vorliegt und bin als "starke Schulter" quasi dabei. Ich bin allerdings kein Mediziner, auch wenn die psychologische Psychotherapie oft in verschiedene Schubladen gesteckt wird - ich bin froh, wenn ich weiterhin so gut mit Ärzten und einigen Schwerpunktärzten "zusammen arbeiten" kann. Und das ist für den Patienten wichtig - ganz gleich wie das Testergebnis ausfällt.

    Mit Heimtests und anschließenden Anrufen werden die, die sowieso schon Angst haben aus ihrer Anonymität gelockt. Jeder muss für sich entscheiden, was wichtig ist. Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber ich halte davon nicht sonderlich viel.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2018
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  5. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    @Wyoming : Stammt Dein Avatar-Bild von Dir? Falls nein, müsstest Du es bitte kurz durch ein selbsterstelltes Bild ersetzen ...
     
  6. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Das Bild stammt von mir. Aufgenommen aus dem Blickwinkel des Café "Sorgenfrei" :)
     
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  7. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Zunächst einmal bezweifele ich ein wenig, dass wirklich 1/3 der Neudiagnosen im Vollbild AIDS erstellt werden ... das wären ja 1 200 pro Jahr. Das erscheint mir viel zu hoch ... aber ich hab die Zahlen hier im Bus auch nicht präsent.

    Grundsätzlich finde ich es aber richtig, wenn sich mehr Menschen testen (lassen), habe aber bei Selbst- oder Heimtests trotz allen Lobliedern meine Zweifel. Diejenigen, die im Selbst- oder Heimtest einen Fortschritt sehen, verkennen sehr oft, dass sie zu den "Wissenden" gehören ... ein wahrscheinlich großer Teil der zukünftigen User aber eben nicht. Und wenn man betrachtet, welch antiquierte Vorstellungen ganz allgemein über HIV herrschen, glaube ich nicht wirklich daran, dass der Test fehlerfrei durchgeführt wird.

    Aber: Der Versuch ist es wert. Man wird nur aus Erfahrung kluch.
     
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  8. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Absolut auch meine Meinung... dazu kommt die Angst wenn sich nach einer Stunde beim Heimtest plötzlich doch ein Strich zeigt -obwohl man ja nur nach 30 Minuten abliest etc. Ich würde mich als Partnerin nicht drauf verlassen wenn einer käme und sagen würde "Ich hab nen Heimtest" gemacht.

    Dann wegen S.A.M. - 7 Tage bis man das Ergebnis hat? Das geht sogar beim Hausarzt schneller oder beim Gesundheitsamt. Zum Erstgespräch muss man auch - dann kann man doch auch gleich den Test machen..... und wenn man zurück rufen muss bei pos. Test.... was ist da anonym? Rufnummern sind es längst nicht mehr...... ne... ich bin und werde kein Fan dieses Konzepts.
     
  9. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Der Hintergedanke, dass mehr Personen sich testen lassen geht ja in die richtige Richtung. Ich frage mich nur - könnte man das Ziel nicht auch anders erreichen? Ich weiss nicht, wie das in anderen Städten aussieht, ich spreche jetzt mal nur von meiner -, hier ist HIV und Aids an genau einem Tag im Jahr präsent, nämlich am 1.Dezember. Da werden Kampagnen gestartet, die Stadt schmückt sich wohin das Auge reicht mit Kondomwerbung, man liest kleine Artikel diesbezüglich in der Zeitung. Das wird meiner Meinung nach den vielen Menschen, die sich haupt- und nebenberuflich (nicht zu vergessen die ganzen ehrenamtlichen Helferlein!) mit dem Thema auseinandersetzen nicht gerecht.

    Ich kann nur deutlich mehr Personen zu einem Test bewegen, wenn ich die Krankheit präsenter mache. An Aufklärungs- und Präventionsangeboten mangelt es nicht, an Testangeboten und Stellen, an die man sich wenden kann, ebenfalls nicht. Wichtig ist, dass man nicht müde wird die Gesellschaft zu sensibilisieren, Aufklärungsangebote und Informationen anzunehmen und wichtig:
    zu verstehen!

    Denn nur wer ausreichend informiert ist, wird ein Angebot auch annehmen und nur wer weiss, dass Hiv heute kein Todesurteil mehr ist, wird sich damit auseinandersetzen und sich und auch eventuelle andere zum Test bewegen. Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht, dass sich in Zukunft alles auf HIV konzentriert, allein schon deswegen, weil sich die meisten Positiven, die ich kenne, keineswegs über die Krankheit definieren. Ich möchte nur ein bisschen mehr Präsenz und Akzeptanz in der Gesellschaft, mehr Umsicht und gegenseitige Rücksicht :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2018
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  10. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

  11. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Macht Sinn. Die, die dann mit bipolaren oder generalisierten Störungen hier sitzen und zu ihren Behandlern unterschwellig sagen, dass sie suizidale Gedanken haben, - sollte das Ergebnis positiv ausfallen - , sind dann auf sich allein gestellt - wir haben zwar dann paar mehr, die sich testen lassen, die dann aber mit ihrem Ergebnis alleine gelassen werden. Der Gedanke gefällt mir nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2018
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  12. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

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