PEP noch wirksam?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Anonymous, 1. Juli 2009.

  1. Anonymous

    Anonymous Gast

  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Lieber "Gast",

    hier gelten unsere Forenregeln. Wenn unsere Richtlinien nicht beachtet werden, erhält man hier auch keine Antwort. Da das Ganze aber von sehr hoher Brisanz zu sein scheint, helfe ich Dir schon jetzt weiter, erwarte aber, dass Du Dir einen Usernamen auswählst oder Dich im Idealfall als User registrierst. Ich bin mir sicher, dass wir diese Thematik nicht in 1,2 Beiträgen bearbeiten können; von daher wäre das schon von großem Vorteil ...

    Wo wurden welche Antikörper auf was festgestellt? Bist Du sicher mit der Anzahl??

    Bist Du sicher, dass sein Blut (?) kultiviert wurde, oder könnte sich das auch auf die mit Blut versehene Spucke beziehen?

    Kannst Du den Namen des Medikaments herausfinden, das er anfangs erhielt?
     
  4. Martina

    Martina Neues Mitglied

    Sorry, ich habe mich gleich angemeldet. Trotzdem vielen Dank für die Antwort.

    Es wurde ihm gesagt, dass eine Blutkultur aus seinem Blut angelegt wurde. Die Spuke mit dem Blut hat er aus reflex geschluckt und den Rest ausgespühlt bzw. abgewaschen.

    Es hiess er hätte 2600/ml Antikörper... wäre aber noch nicht so tragisch, die meisten hätten 10000 und mehr. Er hat dann einmal die Wochen Zerit und Viracept (laut Bericht) bekommen. Anscheinend soll dies verhindern, dass sich die allfällige Antikörper an die Zellen anlastet. Na ja, jetzt sind die Antikörper da, aber anscheinend noch nicht an den Zellen. Das Krankenhaus sagt, er hätte eine Chance nicht HIV-positiv zu werden von ca. 90%. Kann das wirklich sein. Denn laut Berichten gibt die Pep eine 80% Chance wenn sie innerhalb von 72Std. angefangen wird. Nun dies ist ja nicht geschehen. Oder kann es wirklich sein, dass die anderen Medikamente und das gesunde Immunsystem die Chance so erhöhen?
     
  5. Martina

    Martina Neues Mitglied

    Mein Freund hat noch einmal mit dem Krankenhaus telefoniert und einen anderen Arzt am telefon gehabt. Und siehe da, dieser gibt zu das einiges falsch gelaufen ist. Die ersten Medikamente hätten 2x täglich eingenommen werden müssen und nicht nur 1x wöchentlich eine Einmaldosis. Er mein jetzt die chancen liegen immer noch bei ca. 90% evt. müsste beim nächsten termin die pep etwas nach oben dosiert werden aber die ganzen fehler seien nicht sehr tragisch. Er könnte momentan jemanden anstecken, da die Antikörper im Blut sind aber diese werden mit der pep vernichtet (eben chance angeblich bei 90%)

    Nur, kann man das wirklich glauben? Kann es allenfalls auch ratsam sein, zum nächsten Termin eine Fachperson mitzubringen sofern dies überhaupt möglich ist (z.B. von der Aidshilfe oder eine Fachperson einer HIV/AIDS-Einrichtung)? Das vertrauen in dieses Krankenhaus ist vollkommen weg.
     
  6. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Diese Bewertung obliegt den Ärzten und kann von uns weder verifiziert, noch falsifiziert werden.

    Erst einmal: Viracept verhindert definitiv das Andocken des Virus. Siehe: http://www.hiv.ch/rubriken/therapie/medikamente/nlv.htm

    Für Zerit gilt im Große und Ganzen das selbe - es wirkt aber anders: http://www.emea.europa.eu/humandocs/PDF ... 596de1.pdf

    Ich wage es einfach mal, dies zu bezweifeln, da gerade das Timing eine große Rolle bei jeder Art von PEP spielt.

    Ein Arzt kann hier Klarheit schaffen. Für mich hört sich das Ganze nach einem Pfusch-Skandal an! Insbesondere, weil Du in Deinem zweiten Posting das Ganze noch forcierst:

    Ob und wenn ja um wie viel die Chancen durch sowas nach unten korrigiert werden, kann Dir ein Spezialist (Infektiologe) sagen. Optional kannst Du auch die Hersteller der Medikamente kontaktieren. Das würde ich auf jeden Fall! Und auch hier würde ich den Namen der Ärzte und des involvierten Krankenhauses ins Spiel bringen. Einfach anrufen und das Ganze nochmals schriftlich nachreichen.

    Ich auch nicht, aber verbindlich festlegen kann und will ich mich diesbezüglich ebenfalls nicht. Das kann nur durch einen Mediziner bestätigt oder falsifiziert werden. Von daher würde ich Euch raten, dass Dein Freund unbedingt einen HIV Spezialisten aufsucht und sich eingehend beraten lässt. Dieser hat i.d.R. auch weit mehr Erfahrung mit der Thematik als das ganze Klinikpersonal zusammen.

    Im Übrigen würde ich die Klinik so oder so nicht mehr aufsuchen, eine Beschwerde einreichen und mit rechtlichen Schritten drohen. Sicher - das macht Deinen Freund nicht gesund, aber auf jeden Fall ist dann schon mal was aktenkundig. Wenn es (was ich nicht hoffe) trotz allem zu einer Infektion kommt, kann er dann rechtliche Schritte einleiten und Schadenersatz geltend machen.

    Apropos Recht: wie sieht es denn aus? Hat Dein Freund Anzeige gegen denjenigen erstattet? Falls nein: unbedingt nachholen! Das ist strafrechtlich höchst relevant!

    Egal, wie ihr handelt: handelt sehr überlegt! Sofern Bedarf besteht, kann ich Euch auch gerne einen erfahrenen Medizinrechtsanwalt nennen, der Euch bei der Geltendmachung Eurer Forderungen tatkräftig unterstützt.

    Nun wieder zurück zum Thema: wie gesagt, ich würde die Klinik nicht mehr betreten. Erfahrungsgemäß ist es so, dass sich die Ärzte auf den sprichwörtlichen Schlips getreten fühlen, wenn man einen Spezialisten mitbringt. Zumal es auch nur bedingt Sinn machen würde. Ich würde wie gesagt auf ein anderes Krankenhaus ausweichen und zusätzlich einen Spezialisten involvieren. Dieser Spezialist kann dann auch verbindliche Auskünfte darüber erteilen, wie hoch das Infektionsrisiko ist und ob und wenn ja wo gepfuscht wurde.

    So oder so finde ich die Story unglaublich krass. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein HIV Infizierter derart mutwillig, verantwortungslos und vor allem strafrechtlich relevant agiert. Deshalb weise ich nochmals darauf hin, dass ihr das Ganze unbedingt zur Anzeige bringen solltet! Egal, wie die Sache ausgeht - man muss sicherstellen, dass der Verursacher so etwas nie wieder machen kann ... notfalls mit einem längeren Gefängnisaufenthalt - aber das darf dann die Staatsanwaltschaft entscheiden.
     
  7. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

  8. Martina

    Martina Neues Mitglied

    Danke viel mal Marion. Das hat mir sehr viel geholfen. Wir sind nun einen Schritt weiter gekommen. Mein Freund hat gestern dem Krankenhaus angerufen und etwas "Torror" gemacht bis er den Chefarzt dran hatte. Dieser ist sehr erschrocken was alles falsch gelaufen ist besonder was alles an FEHLINFORMATIONEN gegeben wurde. Der Chefarzt hat sich für Heute 3 Stunden reserviert um meinem Freund sämtliche Fragen zu beantworten. Die schlimmste Fehlinformation ist inzwischen mal geklärt. Die Oberärztin hat meinem Freund die Information gegeben, dass HIV-Antikörper gefunden worden seien. Der Chefarzt war darüber sehr sauer.... es handelt sich lediglich um Hepatitis B - Antiviren. Das Labor hätte dies sogar unübersehbar markiert. Einen Teil der Angst ist jetzt sicher einmal weg. Er wird momentan als potentieller HIV-Träger eingestuft, es ist noch nicht einmal sicher ob er sich wirklich angesteckt hat.

    Das mit der Anzeige gegen denjenigen den ihn angespukt hat ist so eine Sache. Die wird er wohl nicht machen und auch nicht machen können. Er arbeitet als Krankenpfleger in einer Psychiatrie und es war ein neuer Patient, der unter Drogen stand und psychisch so fertig war das er nicht mehr wusste was er macht. Dieser wurde inzwischen über den Vorfall aufgeklärt, es tut ihm sehr leid und wusste selber nicht, dass er HIV-positiv ist. Mein Freund ist ihm auch nicht böse oder so.... es ist berufsrisiko, das war meinem Freund auch schon klar als er die Ausbildung gemacht hat.

    Aber wegen dem Krankenhaus werden wir einmal schauen, wahrscheinlich wird sich die Klinik meines Freundes darum kümmern und ihn beraten.

    Ich berichte sicherlich noch einmal nach dem Gespräch... bin ja gespannt was jetzt wirklich sache ist.
     
  9. Anonymous

    Anonymous Gast

  10. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Das hatte ich aufgrund der Mengenangaben der Viruslast bereits vermutet. Aber gut, dass sich das Ganze jetzt geklärt hat! Sicher - mit Hepatitis ist auch nicht zu spaßen, aber es ist eine ganz andere Nummer als eine HIV Infektion.

    Stimmt. Dann ist es Berufsrisiko. Eindeutig. Da bringt einen eine Anzeige auch nicht weiter...

    Uff. Da fällt mir ein Stein vom Herzen. Deine Aussagen ändern die Sachlage massiv. Aber irgendwie ist es schon mehr als traurig, dass man so mit einem Patienten kommuniziert, der um sein Leben bangt! Wenigstens wurden die Fehler erkannt und der Chefarzt kümmert sich um die Angelegenheit - das ist schon mal sehr gut. Gerade deshalb plädiere ich auch immer für Zusatzversicherungen mit Abdeckung der Chefarztbehandlung - die machen zwar auch Fehler, aber eben deutlich weniger als ein durchschnittlicher Arzt mit weitaus weniger Berufserfahrung.

    Es wäre trotzdem nett, wenn Du uns auf dem Laufenden hältst! :)
     
  11. Jacky_DA

    Jacky_DA Bewährtes Mitglied

    Ich finde das ebenfalls sehr hart! Ich meine, das Verhalten des Arztes (oder der Ärztin?) beim ersten Besuch und bei Übermittlung des "Befundes". Vor allem greife ich mir wirklich an den Kopf, dass jemand die Information weitergibt, es wären HIV-AK gefunden worden, wenn es sich um Hepatitis B-AK handelte *kopfschüttel*.

    Naja, ich drücke Dir und Deinem Freund die Daumen, dass alles gut wird ;).
     
  12. Martina

    Martina Neues Mitglied

    So, der nächste Termin ist vorbei. Der Skandal ist perfekt. Der Chefarzt hat mit dem Unterassistenten und dem Oberarzt geredet. Der Unterassisten ist gerade mal im 2. Semester seines Medizinstudiums (da wird wohl HIV noch kein grosses Thema gewesen sein). Dieser ist sich keiner Schuld bewusst, auch nicht nach den Belehrungen des Chefarztes... unglaublich. Aber das Beste hat wohl der Oberarzt geboten. Er hat die Akten angeschaut und sofort bemerkt, dass es ein Fehler war von HIV-Antikörpern zu reden. Er dachte bis dahin wirklich es wären HIV-Antikörper und ist davon augegangen, dass mein Freund HIV-positiv ist.

    Nun aber der Beste: "Ich habe Fehler gemacht, ich habe den Unterassistenten nicht kontrolliert. Ich bin davon Ausgegangen der Patient zum jetztigen Zeitpunkt HIV-positiv. Ich habe ihm jedoch nicht gesagt, dass er positiv ist damit ich meinen Fehler nicht zugeben muss. Ich habe also nur von HIV-Antikörpern gesprochen. Ich habe die Pep verordnet obwohl ich davon ausging das der Patient HIV-positiv ist. Ich hätte die Werte ständig kontrolliert und ihm nach ablauf der 3 Monate das Ergebnis POSITIV mitgeteilt und gesagt das die PeP nichts gebracht hat."

    Das ist doch unglaublich. Fehler vertuschen wollen, falsche Behandlund und Falschinformationen. Der Chefarzt hat dem Unterassistenten eine mündliche Verwarnung gegen und dem Oberarzt eine schriftliche. Er wird die Sache nochmals genau anschauen und wenn alles komlpet geklärt ist, wird er evt. eine Klage gegen den Oberarzt veranlassen.

    Nun zum Ergebnis von Heute: Die Leberwerte sind um 8% besser geworden, die Hepatitis-Antikörper weniger (jetzt bei 1300). HIV-Test ist immer noch negativ. Wenigesten das :)
     
  13. brauchehilfe

    brauchehilfe Neues Mitglied

    hi Martina, ich habe eine Frage und sie dir als Private Nachricht geschickt!
     
  14. Jacky_DA

    Jacky_DA Bewährtes Mitglied

    Da kann man nur den Kopf schütteln... harte Sache!
     
  15. Martina

    Martina Neues Mitglied

    Ich wollte noch einmal eine Rückmeldung geben. Es sind jetzt doch schon einige Wochen vergangen. Die Hepatitis ist ausgestanden und die Leberwerte wieder komplett im Normbereich. Der HIV-Test ist noch immer negativ. Der Chefarzt meint, dass die Chance sich mit HIV infiziert zu haben noch sehr gering ist, denn die meisten würden die Antikörper nach 3-5 Wochen entwickeln. Der definitive Abschlusstest ist jedoch erst im September. Mein Freund hat die PeP sehr gut vertragen, fast ohne Nebenwirkungen (nur ab und zu erbrechen und Hitzewallungen). Er darf jetzt auch bereits wieder arbeiten, jedoch bis zum definiven Ergebnis darf er einige Arbeiten zum Schutz vor den Patienten noch nicht ausführen. Aber ansonsten ist alles ok, die grössten Sorgen sind vorbei :)
     
  16. sunshine

    sunshine Bewährtes Mitglied

    Hallo Martina
    Das hört sich doch schon sehr gut an :wink:
    lg sunshine
     
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