PEP - Ja oder Nein

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Heller, 18. August 2014.

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  1. Heller

    Heller Neues Mitglied

    Hallo,

    beim Geschlechtsakt (vaginal) mit einer Prostituierten ist das Kondom gerissen. Dies wurde aber sofort bemerkt und das Glied aus der Vagina gezogen. Das Kondom lag komplett zerrissen am Schaft. Sprich das Glied war für kurze Zeit ungeschützt in der Vagina und es war auch Vaginalsekret auf dem Glied. Ich denke mir, dass hier das Risiko relativ gering ist sich anzustecken, selbst wenn die ProstituierteHIV positiv gewesen sein sollte. Allerdings habe ich mir dann das Glied schnell mit Kleenex Tüchern gereinigt da es im Zimmer keinen Wasseranschluss gab und dann ein neues Kondom aufgezogen. Anschließend wurde der Geschlechtsverkehr zu Ende gebracht und nach ca. 10 Minuten habe ich mich geduscht und gründlich gereinigt.

    Später dachte ich mit, dass es vielleicht ein Fehler war den GV fortzusetzen. Den allein duch die Kleenex Tücher wurde sicherlich nicht die komplette Vaginalsekret entfernt und nach dem Aufsetzen des neuen Kondoms war dieser Rest praktisch im Kondom "gefangen" und wurde dann durch den weiteren GV evtl. erst recht mit der Eichel/Schleimhaut in Kontakt gebracht.

    Ich bin daher am überlegen evt. eine PEP zu machen obwohl ich eigentlich nicht denke das Sie HIV positiv war. Wie seht ihr das Risikopotential.

    Vielen Dank
    Heller

    PS: Sie (die Prostituierte) sah die ganze Angelegenheit übrigens recht locker.
     
  2. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Wie hoch das Risiko ist kann man nur sehr schwer sagen, aber ich glaube nicht das du hierfür eine PEP bekommst.

    Das sie Kondome verwendet zeigt ja das sie auf ihre Gesundheit achtet.

    Liebe Grüße
     
  3. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Gerissen am Schaft? Man kann sich nur bei einer ungeschützten Eichel mitHIV infizieren. Am Schaft passiert nichts solange da nicht grosse Wunden sind.

    Eine PEP wirst Du hierfür nicht erhalten. Diese Medis sind gedacht für Menschen die mit pos. Sexualpartnern ein Risiko hatten.

    Mach in 8 Wochen nen Test... das Risiko ist minimal.
     
  4. Heller

    Heller Neues Mitglied

    Danke erstmal für die Antworten.

    Das gerissene Kondom hatte sich komplett am Schaft aufgerollt war damit gemeint. Das gesamte Glied und natürlich auch die Eichel lagen daher frei.

    Mir geht es in erster Linie darum ob ich mit dem neuem Kondom die wahrscheinlich verbliebene Vaginalsekret praktisch in die Eichel/Schleimhäute reingerieben habe und es dadurch zu einer Infektion gekommen sein kann. Andererseits erfolgte kurz danach der Samenerguss so das die Harnräure denke ich freigespült wurde. Ich habe mich auch anschließend gewaschen, uriniert habe ich aber längere Zeit danach nicht.

    Eine PEP würde ich notfalls auch selber zahlen. Ich glaube schon, dass man einen Arzt finden würde der zustimmt. Allerdings ist die Sache jetzt dann schon bald 24h her.

    Daher bin ich um weitere Einschätzungen dankbar.
     
  5. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Eine PEP musst Du immer selbst zahlen. Die Kosten von etwa € 1.500 übernimmt keine Krankenkasse.

    Eine PEP ist auch keine Ladung Bonbons, die man so en passant runterschluckt; eine PEP ist ein starker Eingriff in Deinen Körper. Deshalb gibt es für Ärzte ethische Grundsätze - und zu denen gehört, dass eine PEP nur dann angeraten ist, wenn der/die Sexualpartner/in tatsächlich positiv ist.
     
  6. Heller

    Heller Neues Mitglied

    Ich denke in den wenigsten Fällen kann definitiv bestimmt werden ob der SexualpartnerHIV-Positiv ist oder nicht.Daher ja auch der dringende Rat IMMER ein Kondom zu benutzen.Es wird praktisch im Vorfeld immer davon ausgegangen das es sich um einen potentiellen HIV-Träger handeln könnte und man sich entsprechend schützt.

    Nur wenn dann ein potentielles Risiko eingetreten ist (wie in diesem Fall ein Kondom-Riss), wird die Regel praktisch umgedreht und es wird pauschal unterstellt der Partner hat kein HIV solange das Gegenteil bewiesen ist, was in den meisten Fällen wohl kaum möglich ist.

    Müsste die Gleichung denn nicht sein. Man geht pauschal von einer HIV-Infektion des Geschlechtspartners aus und berücksichtigt dies bei der Risikobestimmung in dem jeweiligen Fall? Dann würde sicherlich weit häufiger zu einer PEP geraten, bei welcher die Nebenwirkungen was ich gelesen habe bei einem gesunden Menschen recht gering sein sollten und beim Absetzen der Medikamente wieder verschwinden.Die Kosten trägt sowieso der Patient.

    Oder gibt es vielleicht noch andere Gründe gegen eine PEP? In dem HIV report (http://www.hivreport.de/sites/default/f ... port_0.pdf) habe ich gelesen, dass es Hinweise auf ein erhöhtes HIV-Risiko nach einer PEP Behandlung gibt. Es geht für mich aber nicht daraus hervor ob diese von der Behandlung oder von dem Personenkreis (Risikoverhalten) hervorgeht, welcher sich einer PEP Behandlung unterzogen haben.
     
  7. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Wenn man bei einem Kondomriss pauschal davon ausgehen würde, dass der Partner/die Parterin positiv ist, würde das die Realitäten verzerren. Erstens kommen Kondomplatzer bei vielen Formen des GVs vor und nicht nur im »käuflichen« Bereich ... und zweitens sind Kondomprobleme bei der Menge der gekauften (und genutzten) Kodome - wenn überhaupt - im Promillebereich. Drittens liegt die Rate derHIV-Infizierten in Deutschland bei 0,1% (83.000 auf 80 Mio) - und davon sind etwa 2/3 dank der antiretroviralen Therapie nicht mehr ansteckend.

    Die Formulierung im HIV-Report ist etwas unglücklich oder missverständlich. Das Problem ist, dass die kurzzeitige Verabreichung bestimmter Medikamente bzw. Wirkstoffe, wie es bei einer PEP ja nun einmal der Fall ist, eine spätere Resistenz dagegen zur Folge haben kann (nicht muss).
     
  8. Heller

    Heller Neues Mitglied

    Danke für Deine schnelle Antworten.

    Für mich stellt sich halt die Frage wann überhaupt PEP empfohlen wird, wenn man mal von dem ungeschütztem sexuellen Kontakt zwischen zwei Männern absieht. Für mich persönlich stellt der Kondom-Riss in der Vagina den Worst Case dar, inbesondere bei einer Frau die sehr häufig sexuelle Kontakte hat. Denn die anderen Spielarten wie Küssen, Oralverkehr usw. Stufe ich im Risiko deutlich geringer ein bis gar nicht vorhanden wasHIV angeht. Daher bin ich schon überrascht und natürlich auch erleichtert, dass dieses Risiko nicht als besonders hoch eingestuft und von einer PEP abgeraten wird auch wenn der HIV-Status des Sexualpartners unbekannt ist.
     
  9. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hier muss ich aber mal korrigieren:

    Diese Aussage impliziert, dass Männer (in diesem Falle sind wohl schwule Männer gemeint) grundsätzlichHIV-positiv seien - und das ist schlicht falsch. Und diskriminierend ist es auch.

    Auch diese Aussage ist formal wie inhaltlich falsch. Die Anzahl sexueller Kontakte entscheidet nicht darüber, ob jemand positiv oder negativ ist.

    Das ist zur Abwechslung mal richtig :)

    Du schreibst ja selbst, dass die Prostituierte den Vorfall recht locker nahm. Übrigens hatte sie durch den Kondomriss das wesentlich größere Risiko, denn die Übertragungswahrscheinlichkeit von Mann auf Frau ist deutlich höher als umgekehrt. Zudem kann man bei Prostituierten, die in einem Bordell arbeiten, meistens auch davon ausgehen, dass sie mit ihrer Gesundheit und ihrem Körper, der ja schließlich ihr Kapital ist, bewusst umgehen. Beim Straßen- oder Drogenstrich sieht das natürlich anders aus. Gäbe es hier z.B. einen Kondomplatzer, wäre eine PEP mit Sicherheit angeraten.
     
  10. Heller

    Heller Neues Mitglied

    Nein da hast du mich falsch verstanden. Natürlich war dies nicht diskriminierend gemeint (nichts liegt mir ferner). Sondern dies ist eine genannte Konstellation auf http://de.wikipedia.org/wiki/Postexpositionsprophylaxe bei der eine PEP empfohlen wird obwohl derHIV-Status des Partners NICHT bekannt ist.

    Ich würde mir wünschen, dass man dies bei heterosexuellen Kontakten auch mehr berücksichtigten könnte wenn der HIV-Status NICHT bekannt ist. Den ob jemand HIV hat oder auch Drogenabhängig ist sieht man den Leuten meistens nicht an. Mit anderen Worten es ist sehr schwer überhaupt eine PEP Empfehlung zu bekommen da man den Nachweis nicht führen kann oder lügen müsste.
     
  11. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Gut. Dann nehme ich das zurück :)

    Ich halte Wikipedia allerdings für eine zweifelhafte Informationsquelle. Ich gebe Dir aber insofern recht, als viele Heterosexuelle nach wie vor denken,HIV gäbe es nur bei Schwulen und sich demzufolge nicht testen lassen. Diese Ignoranz gibt mir täglich aufs Neue zu denken ...
     
  12. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Ich würde auch einfach in 8 Wochen einen Test machen. Bin mir ziemlich sicher das er negativ ausfällt. Würde man sich überhaupt Gedanken machen umHIV wenn es ein ganz normaler ONS aus der Disco gewesen wäre? Google aber bitte nicht nach Symptomen, denn sonst gehst du kaputt diese 8 Wochen.

    Liebe Grüße
     
  13. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Da steht aber deutlich, dass keine PEP angeboten werden soll bei einem ungeschützten Sexkontakt... also auch Deine zitierte Quelle spricht sich gegen PEP aus... sogar bei Prostituierten.
     
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