PCR-Test bei HIV Typ 1, PEP-Erfahrungen und andere STDs

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Nachtlicht, 3. Oktober 2019.

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  1. Nachtlicht

    Nachtlicht Neues Mitglied

    Hallo liebes Forum,

    ich habe mehrere Fragen in Bezug auf meine Situation und würde mich sehr über Meinungen dazu freuen.

    Was ist passiert:

    Ende August hatte ich einen alkoholisierten Risikokontakt mit zwei ebenfalls homosexuellen Männern in einem Club; das heißt, ich war für ca. eine halbe Minute der rezeptive Part bei analem Geschlechtsverkehr, bevor mir klar wurde, dass mein Gegenüber kein Kondom übergezogen hatte und ich mich dieser Situation entzog. Oralverkehr fand sowohl rezeptiv, als auch insertiv statt, jedoch ohne Ejakulation.

    Ich habe mir am nächsten Tag, ca. 11 Stunden nach dem Risikokontakt, eine PEP in einerHIV-Schwerpunktpraxis verordnen lassen. Der verschreibende Arzt meinte zwar, es wäre gut, dass es weder oral noch anal zu Ejakulationen gekommen sei, empfahl wegen der wieder steigenden Infektionszahlen in besagtem Milieu meiner Stadt jedoch dennoch eine PEP. Er meinte, er könnte schließlich nicht abschätzen, wie viel Präejakulat auf dem eindringenden Glied gewesen sei und ob es im Falle eines HIV-positiven Gegenübers für eine Infektion gereicht hätte.

    Eineinhalb Wochen nach Beginn der Einnahme meiner PEP-Medikation bekam ich eine schwere Erkältung, die nach etwa einer Woche wieder abgeklungen war. Mein Rachen, Gaumen- und Zungengrundmandel bleiben jedoch stark geschwollen, (ohne weißliche Beläge -> also wahrscheinlich viral) und sind dies noch immer (nun insgesamt seit über vier Wochen.) Auch meine Lymphknoten sind seit Wochen stark geschwollen. Generell fühle ich mich nicht gut, müde und abgeschlagen. Selbst nach Absetzten der HIV-Medikation wurde dies nicht, wie ich gehofft hatte, besser – danach verschwand lediglich die ständige Übelkeit.

    Tatsächlich wurde die Entzündung im Hals ohne HIV-Medikation und mein generelles Befinden eher schlechter. Gestern war ich deshalb bei einer HNO-Ärztin, die, ohne dass ich irgendetwas von sexuellen Risikokontakten erwähnte hatte, meinte, dass sie solch „lymphatisch geschwollenes Gewebe im Rachenraum“ öfters nach bestimmten sexuellen Praktiken sehe. Das hat mich natürlich in Angst versetzt und ich wollte wissen, ob sie damit sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper, etc. oder eine HIV-Infektion meint. Sie gab mir darauf keine genauere Auskunft. Ich schilderte ihr schließlich doch meine ehrliche Situation, erzählte von dem Risikokontakt und der PEP und sie machte einen Abstrich, dessen Ergebnis ich in einer Woche erfragen können werde. Ich wollte dann erneut wissen, ob es eher nach einer anderen sexuell übertragbaren Krankheit oder HIV aussehe und sie meinte, dass eine chronische Halsentzündung mit geschwollenen Lymphknoten nicht notwendigerweise auf eine HIV Entzündung hinweise (was mir natürlich selbst auch klar ist), aber dennoch die Möglichkeit bestehe - ich müsse den Abstrich abwarten und in fünf Wochen einenHIV-Test machen.

    Ich wünsche mir fast, dass es Rachen-Tripper oder Chlamydien sind, obwohl ich das kaum zu hoffen wage, da ich leider keine Symptome am Penis wie Ausfluss, Ausschlag, Hautveränderungen oder Brennen beim Urinieren feststellen kann. (Zur Erinnerung, ich hatte auch empfangenden Oral-Verkehr.) Außerdem dachte ich, dass bakterielle Infektionen im Rachenraum meistens mit weißen Belägen oder Bläschenbildung einhergehen und nicht mit bloßer rötlicher Schwellung, die virale Infekte anzeigt.

    Hat jemand Erfahrung mit Racheninfektionen bei besagten Krankheiten (Tripper, Syphilis, Chlamydien) und könnte mir vielleicht berichten? Kommt es häufiger vor, dass Betroffene keine Symptome im Genitalbereich haben, lediglich im Mund?

    Meine nächste Frage wäre, welche Erfahrungen Leute mit demPCR-Test, der die Viruslast misst, gemacht haben? Ich weiß natürlich, dass er lediglich HIV Typ 1 erfasst und damit nicht so aussagekräftig ist, wie ein Antikörpertest. Ich könnte ihn jedoch schon Ende nächster Woche machen. Dass ich ihn selbst bezahlen muss ist mir natürlich klar.

    Meine Fragen dazu: Gibt dieser Test wenigstens in Bezug auf HIV Typ 1 nach 14 Tagen ein sicheres Ergebnis? Wenn es selbst hier zu „womöglich positiv“-, „womöglich negativ“-Situationen kommen kann, würde die Ungewissheit für mich die Wartezeit bis zum Antikörpertest nämlich noch schlimmer machen.

    Bekommt man das Ergebnis einesPCR-Tests am gleichen Tag, an dem das Blut dafür abgenommen wurde, also vor Ort in der Praxis, wie bei einemHIV-Schnelltest, oder muss man es später telefonisch erfragen? Bei Zweiterem bin ich mir nämlich nicht sicher, ob ich den Mut hätte, wirklich anzurufen.

    Meine nächste Frage klingt ein bisschen lächerlich, ist aber leider ernst gemeint: Meine Mutter ist bei derselben HNO-Ärztin und als jener einmal ein Allergiemittel, das sie mir verschreiben wollte, nicht einfiel, loggte sie sich bei meiner Mutter im System ein, schrieb es sich dort heraus und gab mir ein Rezept dafür. Genau genommen ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht, da sie mir hiermit offenbart hat, welche Medikation sie einer anderen Patientin verschrieben hat.

    Meine Mutter hat nächste Woche einen Termin bei der besagten Ärztin und ich habe große Angst, dass sie ihr etwas sagen wird, selbst wenn es, wie im Falle des Allergiemittels, unverfänglich gemeint ist: Ihr Sohn kann bezüglich seines Abstrichs anrufen, oder, richten Sie Ihrem Sohn aus, dass er sich dringend melden muss; im schlimmsten Fall natürlich: Ihr Sohn hat dieses oder jenes. Wie kann ich das verhindern? Muss ich mich nochmal bei der Ärztin melden und um Diskretion bitten? Kennt sich jemand damit aus, ob die Schweigepflicht auch in Bezug auf Patienten derselben Familie gilt? (Ich bin volljährig.) Meine konservativen Eltern reagieren sehr empfindlich auf das Thema meiner für sie „entarteten“ Sexualität und eine Infektion würde für sie die Vorurteile, die sie nach meinem Outing gegen mich vorgebracht haben, bestätigen.

    Zuletzt würde ich gerne wissen, ob jemand Erfahrung mit gescheiterten PEPs gemacht hat und was dies für die weitere HIV-Therapie bedeuten würde? Könnte es in diesem Fall schon zu Resistenzen der Viren mit Raltegravir und Emtricitabin gekommen sein? Vor einem plötzlichen Absetzen der Medikation wegen Resistenzbildungen in einer gängigen HIV-Therapie wird schließlich auch gewarnt.

    Ich entschuldige mich demütig für den zu langen, teils unsachlichen Beitrag und die zu vielen Fragen und freue mich über alle, die dennoch soweit gelesen haben.

    Vielen lieben Dank für die Geduld und etwaige (gerne auch Teil-)Antworten.

    Nachtlicht
     
  2. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Das wäre ein extremst geringes Risiko fürHIV, sofern der Andere überhaupt positiv und untherapiert ist.
    Der Lusttropfen ist nicht infektiös.
    Nur als positives Ergebnis. Ein negatives Ergebnis sagt überhaupt nichts aus.
    Also auf das Ergebnis warten, wie beim Schnelltest ist nicht. Das Blut wird in ein entsprechendes Labor geschickt und bei den Laboren kommt es dann drauf an, WANN sie den Test durchführen.
    Normalerweise hat das gesamte Praxispersonal auch Deiner Familie gegenüber eine Schweigepflicht. Aber Du kannst ja gleich morgen sicherheitshalber dort anrufen und Bescheid geben, dass sie Deine Mutter auf keinen Fall wegen Dir ansprechen dürfen.
     
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  3. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Oder einfach in ein Gesundheitsamt gehen zu gegebener Zeit... da kennt man die Mutter nicht.
     
  4. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Viele Fragen ;)
    Ich werd mal versuchen zu antworten...
    Mit Tripper, Chlamydien, Syphilis kenn' ich mich nicht wirklich aus. Also kann ich dir dazu weder was raten noch sagen.
    Ein positives Ergebnis wäre sicher. Ein negatives nicht.
    Nein. Realistisch betrachtet dauert es ein paar Tage. Bei mir üblicherweise 2 bis 4...
    Du wirst höchstwahrscheinlich telefonisch keine Auskunft bekommen. Sowas wird persönlich gemacht.
    Das wäre eine große Schweinerei... :eek:
    Selbstverständlich
    Das lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Das müsste im Falle des Falles mittels einer Untersuchung geklärt werden.


    Und zuletzt noch:
    Minimalistisches Risiko. Verschwindend geringe Wahrscheinlichkeit
    Ist nicht infektiös
    ___
    Offtopic
    Tschuldige für Klartext, aber das muss ich so fragen...
    Kriechst du deinen Eltern seit deinem Coming-out in den Anus und versuchst ihnen erst recht alles recht zu machen, extra nicht anzuecken, Gras über "die Sache" wachsen zu lassen?
    Falls ja, ist das der falsche Weg. Nicht du musst mit dieser neuen Situation zurecht kommen, sie müssen es. Konservativ hin und Konservativ her...
    Wohnst du noch zu Hause? Klingt alles sehr danach...
    Falls ja, ausziehen. Sofort. Selbstständig werden, auf eigenen Beinen stehen. Höchste Eisenbahn mit 25 :cool:
     
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  5. Nachtlicht

    Nachtlicht Neues Mitglied

    Vielen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben zu antworten, das ist wirklich sehr nett.

    Bezüglich der letzten Frage: Ja, ich wohne gerade wieder zuhause und tatsächlich bin ich eher der konfliktscheue Typ und wir reden nicht mehr über das Thema meiner Homosexualität. In zwei Wochen ziehe ich in eine andere Stadt, darüber bin ich tatsächlich sehr froh. Dann wird die ganze Sache auf jeden Fall einfacher.
     
  6. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    *daumenhoch* :):cool:
     
  7. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    :D Das Wort hab ich nicht verwendet bei der Erstellung meines Beitrags. So gewählt drücke ich mich nicht aus wenn ich Klartext schreibe :D
     
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