OV mit Sperma

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Gimli, 24. April 2013.

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  1. Gimli

    Gimli Neues Mitglied

    Hallo zusammen!

    Ich habe bei einem einmaligen sexuellen Kontakt mit einem Mann eine Riesendummheit begangen und jetzt Panik, dass ichHIV habe.
    Zum Verlauf: Vor 3 Wochen hatte ich (m) in einer normalen Sauna eine Bekanntschaft mit einem Mann. Ich habe seinen Penis kurz in den Mund genommen und er hat direkt ejakuliert. Dabei habe ich etwas Sperma in den Mund bekommen, was ich aber sofort ausgespuckt habe. Innerhalb von wenigen Sekunden habe ich meinen Mund so lange mit fließendem kaltem Wasser gespült, bis ich kein Gefühl mehr hatte. Den Spermageschmack hatte ich trotzdem noch lange lange.

    Vor lauter Panik bin ich dann zu einer Ambulanz gefahren, um nach einer PEP zu fragen. Dort wurde ich fast ausgelacht und mit den Worten abgespeist, dass man PEP nur nach realen Risiken durchführe und ich hätte Null Risiko gehabt. Ein Arzt hat noch meinen Mund untersucht und keinerlei Verletzungen festgstellt. Er meinte nur, dass ich in Zukunft vorsichtiger sein sollte, denn Mundverletzungen würden ein echtes Risiko draus machen.

    Zwei Tage später habe ich hier eine Aids-Beratung aufgesucht und dem Facharzt alles haarklein geschildert. Auch er sagte in etwa das gleiche, wie die Klinik und da er auch noch Mathematiker und Statistiker war, hat er mein Risiko berechnet, was weit unter einem Promille läge und med. nur theoretisch wäre. Auf meine Frage, warum trotzdem OV mit Sperma als Risikokontakt gelte, meinte er nur, dass es auch Menschen gäbe, die schlechte Mundhygiene hätten oder eine Menge Sperma lange im Mund behielten. Da gäbe es ein geringes Risiko, aber nicht, wenn man es sofort ausspuckt und dann noch spült.

    Im Internet liest sich das aber anders und oft wird von einem hohen Risiko gesprochen (10% aller Infektionen würden so passieren)

    Nach gut 2 Wochen habe ich auch die typ. Symptome bekommen, wie Schmerzen unter dem re. Ohr (Lymphknoten), Hustenreiz, Gliederschmerzen und Halsschmerzen. Ich weiß, das sagt nichts aus, aber meine Psyche mag das gar nicht.

    Muss ich mich damit abfinden, dass der Test in 2 Monaten wahrscheinlich positiv ist?
     
  2. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Guten Morgen,

    wenn Dir die Aidshilfe und auch das Krankenhaus sagt, Du hattest kein Risiko, dann ist dem auch so. :wink:

    Nein ein echtes Risiko war es wirklich nicht. Im Internet nach Symptomen zu suchen ist absolut der falsche weg. Wenn man da alles glauben sollte, ist auch schon eine Erkältung ein Anzeichen für eineHIV-Infektion. Es gibt schlicht weg keine Symptome, durch die man auf eine Infizierung kommen könnte, ja die meisten HIV-Infektionen verlaufen Symptomfrei. Sicherheit gibt Dir da nur ein Antikörpertest, den Du nach 8 bis 12 Wochen machen kannst.

    Du musst Dich eher damit abfinden, das Dein Test in 8 Wochen Negativ ist. Mache Dich nicht verrückt, das bringt Dir absolut nichts. Um Dich über Oralverkehr zu infizieren, musst Du eine stark blutende Wunde im Mund gehabt haben und ich denke mal, da hättest Du auch kein Interesse aqn Oralverkehr.

    Gruß
    Chris
     
  3. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Guten Morgen,

    ich kann mich dem nur anschließen. OV ist nur dann ein Risiko, wenn - wie gesagt - eine größere offene Wunde im Mundbereich ist (kein Zahnfleischbluten oder so) oder wenn das Sperma geschluckt wird.

    Sofort ausspucken und mit viel Wasser spülen: Du hast völlig richtig gehandelt. Wahrscheinlich ist der Schreck größer als das Risiko war. Auch ich denke, dass Du einem Test gelassen entgegen sehen kannst.
     
  4. Gimli

    Gimli Neues Mitglied

    Hallo Matthias und Chris,

    vielen Dank für die schnelle Anwort und die aufmunternten Worte.
    Wenn ich Euch richtig verstehe, soll ich auf die Symptome nichts geben, obwohl ich bis auf Fieber, Nachtschweiss und Hautreaktionen alle klassischen Symptome zeige, insb. Halsschmerzen, Husten und dicke Lymphknoten.

    Ich frage mich auch, warum bei OV mit Spermaaufnahme so gewaltig unterschiedliche Meinungen bzgl. der Risiken herrschen.
    Auf vielen offiziellenHIV-Seiten wird von einem mittlerem und z.T. sogar großem Risiko gesprochen. Das Factsheet allerdings ist da zurückhaltender.
    Besonders gewundert hat mich die Aussage des Krankenhausarztes, dass ein Test aus medizinischer Sicht gar nicht nötig sei, sondern nur, damit ich nicht am Rad drehe.

    Ist das wirklich so?

    LG
    Klaus
     
  5. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Klaus,

    es gibt keine »klassischen« Symptome, die ausschließlich aufHIV hinweisen könnten. Alles, was Du da beschreibst, kann tausend andere Ursachen haben (auch z.B. Stress, Panik etc.) und hat es in 99,9% aller Fälle auch. Symptome haben bei HIV keinerlei Aussagekraft, da es auch - wie bei mir - symptomfreie Infektionen gibt.

    Alles, was im Netz an sog. »Symptomen« kursiert, sind Beschreibungen, die NACH einer festgestellten Infektion erinnert wurden. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass, wenn jemand sich z.B. an Nachtschweiß erinnert, dass dieser bei einem anderen Menschen dann automatisch HIV hieße.

    Hier machen sich viel zu viele Menschen viel zu oft selbst verrückt.

    Ja. Da soviel Falsches und soviel Unsinn über HIV kursiert, sind Ängste an den falschen Stellen leider an der Tagesordnung. Und das führt dazu, dass man rationalen Erklärungen - so richtig sie auch sein mögen - nicht mehr glaubt. Da kann dann oft nur noch ein negatives Testergebnis - schwarz auf weiß - Ängste nehmen.

    Übrigens ist es gar nicht selten, dass Leute so in ihrem HIV-Wahn verstrickt sind, dass sie Testergebnisse anzweifeln. Wir hatten hier einen Fall, da hat jemand 20 Tests gemacht - alle negativ - und hatte immer noch Zweifel. Das gehört dann wirklich in psychologische Betreuung ...
     
  6. Gimli

    Gimli Neues Mitglied

    Hallo Matthias,

    Danke für Deine Erläuterung, aber nachdem ich heute beim Gesundheitsamt und der angeschlossenen Aidshilfe war, bin ich total down.
    Ich wollte eigentlich nur fragen, ab wann man einen Test machen kann, da es bei mir fast 4 Wochen her ist. Die Ärztin vom Gesundheitsamt sagte, dass man vor 8 Wochen nach dem RK keinen Test mache, da es Verschwendung von Steuergeld sei und selbst dann sei der Test noch nicht 100% sicher.
    Sie erkundigte sich nach meinem RK und wollte auch wissen, ob ich Krankheitssymptome zeige. Ich habe ihr gesagt, dass ich geschwollene/ziehende Lymphknoten am Hals und unter dem Arm habe, leichter Hustenreiz, leichte Halsschmerzen und gelegentlich Muskel- und Gliederschmerzen. Sie meinte dann, dass dies keine guten Infos seien und ich mich auf jeden Fall bis zum Test so verhalten solle, als ob ich positiv sei. Der RK und die Symptome sprächen leider eine klare Sprache.

    Da ich das nicht glauben konnte, habe ich mich bei der benachbarten Aidshilfe beraten lassen. Und auch dort meinte man, dass ein mittleres Risiko vorliege und die Symptome auch passen. Allerdings sei Fieber das Hauptsymptom und das würde ich nicht haben. Das sei doch mal nicht schlecht. Auf meine Frage, warum der Krankenhausarzt von keinem Risiko gesprochen hat, konnte man mir keine Antwort geben. Aber vermutlich wollte er mir gut zureden für die Zeit bis zum Test.

    Auch hier im Forum habe ich bei ähnlichen Fällen gelesen, dass eine Ansteckung möglich sei, auch wenn keine offene Wunde im Mund vorlag und das Sperma ausgespuckt wurde.

    Wem kann ich glauben? Ein Arzt und die Aidshilfe müssen doch wissen, was Sache ist??? :(
     
  7. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo

    OV mit Spermaaufnahme und ohne Schlucken ist wirklich nur ein geringes Risiko. Lass Dich nicht verrückt machen. Die meisten Leute die angeblich klare Symptome hatten bekamen dann ein neg. Testergebnis.
     
  8. Spont

    Spont Neues Mitglied

    Zumindest bei uns im Gesundheitsamt wird nur der reine Antikörpertest gemacht, nicht der Duotest, in dem auch nach dem Antigen p24 gesucht wird. Sollte das bei Euch auch der Fall sein, wäre beim Gesundheitsamt ein Test in der Tat zu früh.

    Ich verstehe, dass Du Deine Situation in Etappen angehen möchtest. Letztliche Sicherheit verschafft allerdings nur ein abschließender Test nach gewissen zeitlichen Abstand. Hier könntest Du zum Beispiel mit einem Schwerpunktarzt sprechen, der mit tatsächlichen Vorfällen etwas mehr Erfahrung hat als ein Amtsarzt im Gesundheitsamt (dessen Kompetenz ich damit nicht kleinreden möchte).

    Es gibt sehr wenige nachprüfbar/wissenschaftlich beschriebene Fälle einerHIV-Infektion durch Oralverkehr, und selbst bei diesen Fällen ist die Bewertung schwierig, da die untersuchten Personen zum Teil Hochrisikokontakte mit Analverkehr verschwiegen haben (sog. 'underreporting'). Vielleicht hilft Dir das, das Risiko etwas nüchterner einzuschätzen, so schwer das ist. Und die hiesigen Form-Kernmitglieder haben ja auch bereits ihre Einschätzung abgegeben, die auf Kenntnissen und Erfahrungen beruht.

    Hier findest Du ein Protokoll einer wissenschaftlichen Tagung, auf der u.a. über dieses Thema diskutiert wurde:

    http://hivinsite.ucsf.edu/InSite?page=pr-rr-05

    Ähnliche Informationen findest Du auch auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

    Grundsätzlich würde ich mich mit einer Bitte um Einschätzung und Beratung aber an einen Schwerpunktarzt wenden.

    Edit: Jetzt habe ich so lange für das Posting gebraucht, dass inzwischen schon berufenere sich geäußert haben. Insofern: siehe der vorherige Posting. ;)
     
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