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Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Justnew, 5. März 2014.

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  1. Justnew

    Justnew Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben,

    nachdem ich die vergangenen Tage rege in diese Forum gelesen habe, möchte ich mich erst einmal vorstellen:

    Ich bin 27 Jahre alt, negativ und seit heute Nacht Mitglied hier.

    Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich ein großes Lob für dieses Forum aussprechen, da ihr enorm zur Aufklärung beiträgt und Fragen toll beantwortet! Daher wie auch oben im Thema genannt: VIELEN DANK DAFÜR!

    Nun zum eigentlichen Thema! welches oft beschrieben wurde, denkt vermutlich jeder "meine Geschichte ist anders". Nein! Dennoch sind Antworten die man auf sein Thema bekommt immer noch etwas anderes....

    Ich habe einen Mann kennengelernt (super), wir verstehen uns so toll (auch super) und als wir uns für das erste Wochenende verabredeten (lernten uns im Inet kennen, schrieben einige zeit und trafen uns dann übers we), erzählte er mir direkt am ersten Abend, dass erHIV + ist. Ich bin ihm über diese Ehrlichkeit sehr dankbar und bewundere ihn für seinen Mut!

    Da ich das erste mal in meinem Leben direkt mit diesen Thema konfrontiert wurde, war ich natürlich sehr überrascht! Ein Stück weit aber dennoch verunsichert. An dem Abend, an dem er mir davon erzählte, sprachen wir noch einige zeit darüber. Er sagte, dass ich ALLES fragen kann, was ich wissen möchten erzählte mir, was ich wissen sollte. Das machte ich auch. Im Nachgang sagte er, dass ich so toll reagiert habe - ich kam mir durch mein Unwissen und meine Unsicherheit dennoch vor wie ein Idiot.

    Wir verbrachten ein wunderschönes Wochenende.

    Als er dann sonntags wieder fuhr, passierte genau das wovor er mich "gewarnt" hatte! Er sagte zu mir "dein Gedankenkarussell geht erst richtig los, wenn ich weg bin". Er sollte recht behalten. .

    Inzwischen hat sich meine Angst einigermaßen gelegt, auch wenn es zwischendrin immer wieder zu "Ausreißern" kommt, wo ich denke: Ich kann das alles nicht. Daraufhin googelte ich, sah mir den Bericht u. a. Mit Matthias auf Arte an, lese sehr viel darüber ....

    Wie ich schrieb: ich habe mich bisher mit dem Thema nicht auseinandergesetzt, da es mich nicht "betroffen" hat.

    Mein Wunsch ist, dass ich einen Weg finde, mit der Sorge, die zwischendurch immer wieder aufkommt, klar zu kommen... Nur weiß ich noch nicht wie.

    Ich mag IHN und eigentlich sollte es heutzutage kein Grund mehr sein, dass ein solches Thema eine Ende in einer nicht mal begonnenen/gerade beginnenden Beziehung ist.

    Er hat die Diagnose vor 15 Jahren bekommen, seine VL liegt seit ca. 5 Jahren bei ca. 25 und aktuell beträgt die Zahl seiner Helferzellen 700. 1 x am Tag nimmt er viramune und truvada. Er hat mir angeboten, mit zu seinem Facharzt zu gehen, damit ich nicht denke, dass er mir etwas erzählt, was nicht stimmt (diese Aussage kam von ihm!).

    Ich habe meiner Mutter davon erzählt und auch einer meiner Freundinnen. Beide haben super reagiert. Er weiß, dass die beiden das wissen, hat aber natürlich Angst (auch aus seiner Erfahrung heraus) dass Menschen in meinem Umfeld Druck auf mich ausüben, oder versuchen, ihn mir durch die Diagnose auszureden...

    Von Tag zu Tag denke ich mehr, dass ich mit IHM leben möchte und es auch schaffe, dass ich mit dieser Diagnose leben kann!! Wir haben zwischenmenschlich eine so tolle Basis, an der auch "sein Geständnis" nichts geändert hat.

    Natürlich kenne ich inzwischen die Berichte zu EKAF.... Aber eine Restunsicherheit bleibt trotzdem. Trotz der doch so geringen VL über so lange Zeit. Ob mit oder ohne Kondom (langfristig ohne gesehen). Aber andererseits ist es ja so "passieren kann immer etwas", ob nun mit oder ohne HIV. Ein Mensch ohne diese Diagnose, mit dem man eine Beziehung eingeht, der einen irgendwann betrügt (als Beispiel) und sich infiziert ohne es zu wissen, ist viel gefährlicher, als wie mit diesem lieben Mann denke ich inzwischen.
    und nicht nur dieses Virus ist eine Gefahr, sondern so viele andere über Sex übertragbare Krankheiten auch.

    Sry, dass es nun ein halber Roman geworden ist, aber es tut gut, sich das einfach mal von der Seele zu schreiben.

    Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsche euch einen tollen Tag!
     
  2. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Tja, was soll ich sagen... Respekt. Finde toll wie Du mit dem Thema umgehst.HIV macht einen Menschen ja nicht weniger liebenswert, gell. Und wie Du sagst.... wer informiert ist hat keine Angst vor HIV. Nimm die Chance wahr und begleite ihn zum Arzt. Würde ich an Deiner Stelle tun.


    Und noch was... schön, dass Du zu uns gefunden hast. Alleine mit dieser Geschichte hast Du im Forum schon viel beigetragen un vielleicht dem einen oder anderen die Angst genommen vor einem Zusammenleben mit einem HIV-pos. Partner.
     
  3. Justnew

    Justnew Neues Mitglied

    Hallo AlexandraT,

    vielen Dank für deine Zuspruch!!! Das tut wirklich gut!!

    Nein,HIV macht Menschen auf keinen. Fall weniger liebenswert, aber genau DAS hat ER mir beigebracht. Ich komme aus keiner Großstadt oder ähnlichem.... Daher ist es mit der Aufklärung hier nich soooo weit her... Wobei ich die Schuld nicht auf andere schieben kann, sondern auch bei mir suchen muss-es liegt eben bei jedem selbst!

    Von Tag zu Tag wird es leichter und das vielleicht zu einer Beziehung wird immer mehr zu einem JA!!!! Wobei ich aber auch sagen muss, dass er mir sehr dabei hilft.

    Ich denke, zumindest mit dem Wissen (welches ich mir bisher aneignen konnte) seine Werte sehen ganz gut aus und ich möchte/wir möchten einfach eine Normalität. Sowohl für mich, als auch für ihn, somit für uns.

    Er hat mir von viel Ablehnung berichtet. Aber mir geht es um IHN. Mit allem für und wider.

    Auch nach dieser doch "akuten" Phase werde ich immer wieder bei euch rein schauen. Aktuell habe ich noch einige Momente, in denen man natürlich überlegt, abwägt, sich Sorgen macht (und sich selbst und den Partner), aber diese Momente werden zum Glück immer weniger. Und dafür ist auch dieses Forum verantwortlich. DANKE DAFÜR!!!

    Ich freue mich natürlich über jedem Zuspruch und kann nur jedem, der sich in meiner Situation befindet mit allen Ängsten, Zweifeln, Sorgen: INFORMIERT EUCH!

    An erster Stelle steht der Mensch und nicht das Virus.....!

    Allen einen wunderschönen und vor allem sorgenfreien Abend!
     
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