Meine Therapie steht an...

Dieses Thema im Forum "Behandlung / Therapie" wurde erstellt von OneTouch, 15. April 2012.

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  1. OneTouch

    OneTouch Neues Mitglied

    Hallo an alle,

    ich bin 25 Jahre und weiß seit ungefähr einem Monat von meiner Infektion. MitHIV habe ich mich vor etwa einem halben Jahr infiziert, damals hatte ich einen Sexunfall, bei dem das Kondom abrutschte und etwa 14 Tage später begannen Symptome wie Lympknotenschwellungen, Müdigkeit, Hautausschlag und Tageslichtempfindlichkeit. Bei allem Verdacht auf HIV habe ich mich aber 5 Monate um einen Test gedrückt...

    Heute, sechs Monate später, ist es mit der Tageslichtempfindlichkeit besser geworden, müde bin ich nach wie vor (ich kann locker 12 Stunden und mehr schlafen) und es dauert bis ich nach dem Aufstehen in die Gänge gekommen bin... meine Lymphknoten sind immer noch konstant geschwollen und der Hautauschlag hat sich erst kürzlich auf ein verträgliches Niveau minimiert, nachdem ich von einem Hautarzt Cortison verschrieben bekam. Hinzu kamen vier Rachenentzündungen (in den besagten sechs Monaten).

    So sehr ich mir meine HIV-negative Zeit zurückwünsche, so sehr möchte ich auch das Beste aus meiner jetzigen Situation machen. Aber meine Lebensqualität hat durch meinen gesundheitlichen Zustand seit der Infektion enorm eingebüßt. Ich möchte, das es mir besser geht und verspreche mir viel von meiner anstehenden Therapie. Welche diese sein wird, bespreche ich kommende Woche mit meinem Arzt. Vorab wurden meine Werte ermittelt, diese lagen vor 4 Wochen bei 25000 Viruskopien und 450 Helferzellen.

    Trotzdem möchte ich auch Fragen an 'Betroffene' stellen dürfen, nicht nur an meinen Arzt. Er scheint sehr locker und erfahren damit umzugehen (à la 'sie nehmen künftig eine Tablette am Tag und sonst gibt es nichts, was sie an die Krankheit erinnern wird'), aber bei allem Schönreden... ich bin mehr Realist als Träumer... ich würde mich sehr freuen, wenn ich Antworten auf meine Fragen bekommen würde.. ;)

    1] Meine Lymphknotenschwellungen sind deutlich sichtbar und aus ärztlicher Sicht heißt es, diese würden im Zuge der Therapie abschwellen (was auch Sinn macht), mit welcher Zeitspanne darf man da rechnen?

    2] Beschleunigt HIV und/oder die Medikation den sichtbaren, äußerlichen Alterungsprozess (Hautbild, Falten, ...)?

    3] Haben die Medikamente Einfluss auf meinen Energiehaushalt? Werde ich durch die Therapie wieder fitter, schlafe weniger und habe mehr Energie?

    4] Kann mit Therapiebeginn der Hautausschlag zurückkehren (dieser wurde aus ärztlicher Sicht nicht mit der HIV-Infektion in Verbindung gebracht, da ein typischer HIV-Ausschlag nur 14 Tage dauern würde, ich ihn aber 6 Monate lang hatte. Komischerweise begann er aber kurz nach der Infektion)?

    5] Provoziert HIV und/oder die Medikation einen möglichen Haarausfall?

    6] Ich habe mich bei einer in Deutschland seit Jahren illegal lebenden Person infiziert (es ist davon auszugehen das die Person das Virus lange in sich trägt und nie Medikamente erhielt), habe ich mir damit möglicherweise bereits veränderte Virusstämme eingebrockt, welche Resistenzen gegen die Kombinationstherapie zur Folge haben können?

    7] Wird sich die Krankenkasse nach einem offiziellen Test melden oder bekommt man von bestimmten Behörden Post?

    8] Kann ich während der Therapie abends mit Freunden ab und an weiterhin Alkohol trinken?

    9] Erhält man seine HIV-Medikamente ganz gewöhnlich in der Apotheke und wie groß sind die Abstände?

    Selbstverständlich werde ich all diese Fragen auch meinem Arzt stellen, aber ich hoffe durch die Meinung und Erfahrungsberichte mehrerer Menschen ein klareres Bild bekommen zu können. Im Prinzip geht es mir gut, ich setze viel Hoffnung in die Therapie, denn ich möchte endlich wieder zu einer vergleichbaren Lebensqualität kommen wir vor meiner HIV-Infektion. Für den Therapiestart werde ich sogar das Rauchen aufgeben, und ich habe lange Jahre seehr gerne geraucht.. Ich tausche quasi 20 tägliche Glimmstängel gegen ein Medikament ein, und erhoffe mir dadurch nicht ungesunder zu leben als zuvor (so spielt man dann mit der Psyche und redet sich es auf ein erträglicheres Maß schön).. ;)

    Liebe Grüße und vielen Dank im voraus,
    OneTouch :)
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Guten Morgen,

    klar kannst Du hier alle Fragen stellen, die Dich bewegen. Dafür sind wir da. Ich darf mich vielleicht kurz vorstellen: Ich bin 52 jahre alt, seit 20 Jahren positiv und seit 11 Jahren in der Therapie. Trotzdem kann ich nicht alle deine Fragen beantworten, aber ich versuche es:

    Das fängt ja gut an :) Da kann ich nämlich leider keine Angabe machen, weil ich nicht weiß, warum sie angeschwollen sind. Es kann - muss aber nicht mit derHIV-Infektion zusammenhänhgen.

    Nein. Ich bin gerade gestern abend wieder auf 10 Jahre jünger geschätzt worden (das willst Du aber bestimmt nicht - dann wärst Du ja 15 :))

    Einfluss haben die Medikamente natürlich. Ob Du fitter wirst, hängt von Deiner Grundkonstitution ab. Aber wenn Du regelmäßig Sport machst, dürfte sich das so in etwa einstellen: fitter, mehr Energie. Habe ich bei Freunden so erlebt.

    Nein. Der kehrt zurück mit und ohne Therapie - oder er bleibt weg mit und ohne Therapie. Es scheint keine allergische Reaktion zu sein, oder? Dann solltest Du den - wenn er da ist - mit einem Dermatologen besprechen.

    Nein.

    Kann, muss nicht. Das muss beobachtet werden. Resistenzen sind aber nicht mehr ganz so dramatisch wie zu meiner Anfangszeit, als es noch gar keine Medikamente gab. Wixchtig ist, dass Du alle spürbaren Veränderungen mit Deinem Arzt besprichst, um herauszufinden, inwiefern diese vielleicht (?) mit der Therapie zusammenhängen.

    Nein. Du wirst anonym als Infektionsfall dem RKI (Robert-Koch-Institut) gemeldet und wirst zu einem Teil der Statistik. Die Leistungen der Krankenversicherung verändern sich deshalb auch nicht - nur einen Wechsel, z.B. in eine Private - wirst Du nicht mehr vornehmen können.

    Aber hallo! :) Du wirst nur evtl. nicht mehr so viel vertragen.

    Im allgemeinen sind neben Schwerpunktpraxen auch Schwerpunkt-Apotheken angesiedelt, die alle Medikamente vorrätig haben. Andere Apotheken müssen sie erst bestellen (da steckt eine hohe finanzielle Vorleistung drin!). Du gehst mit dem ganz normalen Rezept in die Apo und holst Dir die Medis. Zumeist wird es einen Monatsbedarf, evtl auch zwei geben. Mehr eher selten ... das wollen die Krankenkassen nicht, weil schon zuviel Betrug damit vorgefallen ist.

    Du musst das Rauchen nicht deshalb aufgeben. Ich habe vor 9 Jahren aus anderen Gründen damit aufgehört - aber ich habe auch bis zu 50/Tag geraucht ... Allerdings: Wenn Du das Rauchen aufgibst, ändern sich evtl. Deine Geschmacksvorlieben, weil die Zunge plötzlich alles viel deutlicher und unterscheidbarer schmeckt :)

    Alles Gute!!!
     
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