Meine Geschichte - Risikokontakt, Symptome, Angst vor dem Testergebnis

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von solos77, 7. Oktober 2019.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. solos77

    solos77 Neues Mitglied

    Hallo liebe Alle,

    ich möchte hier gerne meine Geschichte erzählen, meine Angst vor dem Test, den ich nun endlich heute
    - 10!!!! Monate nach Risikokontakt- beim Checkpoint gemacht habe.

    Aber von vorne, ich versuche mich kurz zu fassen und nur das Wichtigste einzubringen ;)

    Ende Dez. 2018 hatte ich vaginalen Geschlechtsverkehr mit Aufnahme von Sperma (ohne Kondom).
    Exakt nach 4,5 Wochen wurde ich krank, aber so richtig krank, einseitige extreme stark geschwollene Lymphknoten, die waren wirklich so groß, dass mein HNO Arzt sehr skeptisch war.
    Keine Entzündungswerte im Blut, kein Antibiotika hat angeschlagen... da wurde ich stutzig.
    Dazu kamen dann nach und nach Ausschläge im Gesicht, in den Kniekehlen, extremer Juckreiz am ganzen Körper, leichtes Fieber, Durchfall, Unterblutungen bei jedem kratzen.

    HNO äusserte Verdacht auf EBV, ich habe es dann aber nicht weiter abklären lassen, weil ich Angst hatte- was ist wenn es
    nicht EBV ist?
    Dann begann der Horror.......
    Ich googelte mich in den Wahnsinn, rechnete alle möglichen Statistiken aus, Prozentangaben, ich wurde verrückt. (Ich frage mich heute wie ich, neben Job, Haushalt, Kind, etc. dies überhaupt durchhalten konnte)

    Ich habe hier alle Beiträge gelesen, mal voller Hoffnung, mal wieder niedergeschlagen.
    Aber ich habe es nicht geschafft zum Test zu gehen.

    Die Lymphknoten sind sehr langsam zurück (dauerte 5-6 Wochen), dann nach 4 Monaten, begann das Gleiche auf der anderen Seite des Halses.
    Wieder komplett stark geschwollene Lymphknoten, wieder HNO, wieder Antibiotika, nichts half.

    Der Arzt machte diesmal ein großes Blutbild, wieder keine Auffälligkeiten, aber ich Hasenfuß hatte nicht den Mumm, ihn auf einenHIV Test anzusprechen.

    So schleppte ich mich nun bis heute! 10 Monate lang durch das Leben.
    Natürlich hätte ich meinen potenziellen Risikokontakt nach seinem Status fragen können (ich kannte davor meinen), aber ich empfand es nicht richtig, schließlich wollte ich auch den Verkehr ohne Schutz.
    Und zumal, hätte ich ihm geglaubt, hätte er gesagt er sei gesund? Nein, hätte ich nicht.

    Heute Mittag im Büro habe ich die letzten Beiträge hier durchgelesen- so, dachte ich, es reicht, wie lange
    noch dieses Drama- jeden Morgen das Gleiche, jeden Abend das Gleiche.

    Es ist wie es ist, es gibt nur ein negativ oder ein positiv.
    Falls positiv habe ich auch nur gewonnen, und ich kann rechtzeitig mit der Therapie starten.

    Ich fuhr nach der Arbeit zum Checkpoint, bin die Treppe hoch, öffnete die Tür und eine sehr liebe Dame nahm mich gleich in Empfang- ich fühlte mich gleich sehr wohl.
    Es waren so viele Menschen da, Männer und Frauen, ältere und jüngere, ich fühlte mich noch mehr wohl und am richtigen Platz.

    Nach 30 min warten, kam ich zu einem sehr netten Berater, schilderte ihm alles-auch zu meinen Symptomen- er sagte nur kurz und knapp:

    Ja kann schon mal vorkommen bei einer akuten Infektion, muss aber nicht, und ausserdem war ERkältungszeit, da ist alles Andere sehr sehr sehr wahrscheinlicher.

    Wir machten den Schnelltest, wieder 30 Min warten, wurde ich erneut aufgerufen:

    Gute Nachrichten- der Test ist negativ :)

    Rums!!

    Einerseits stolz auf mich, den Test gemacht zu haben, andererseits schäme ich mich, 10 Monate dafür gebraucht zu haben.

    Ich möchte alle bitten, die in der gleichen Lage sind, wie ich es war:

    BITTE BITTE geht zum Test- habt keine Angst! Egal wie das Ergebnis lautet-HIV ist eine chronische Krankheit-nicht mehr und nicht weniger.
    ´
    Danke nochmals auch hier an alle Admins undMitglieder - Ihr habt mir sehr geholfen- durch euch habe ich heute den Mut gefasst.

    SEhr gerne würde ich hier weiter mitlesen und vielleicht kann ich dem Ein oder Anderen ein bisle helfen :)

    Love Solos
     
  2. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    10 Monate..... wow... eine lange Zeit. Aber toll, dass Du Dich motivieren konntest den Test zu machen. Und jetzt denkst Du sicher "wieso bin ich nicht früher hin....." ;)
     
    solos77 gefällt das.
  3. solos77

    solos77 Neues Mitglied

    Genau das- habe ich zu dem netten Berater als Erstes gesagt :cool:
    Er schaute mich nur an und lächelte und sagte- genau;)
     
  4. buster

    buster Neues Mitglied

    Hey Solos! Ich gratuliere das du den schritt getan hast ,das selbe steht mir bevor.Ich kann absolut nachvollziehen was du durch gemacht hast.Das währe bei mir dan auch der drittehiv test in 15 jahren.Ich weis das was ich hier lese,da kann ich mich nicht angesteckt haben aber die Angst bleibt bis zum Test.Und falls man doch Positiv ist ,ist es kein weltuntergang.ich denke es gibt andere Krankheiten die wesentlich schlimmer sind wieHIV.Gruss Buster
     
    solos77 gefällt das.
  5. solos77

    solos77 Neues Mitglied

    Hallo Buster,
    Ja, das waren unnötige 8 (10)Monate voller Stress, Angst und Unsicherheit.
    Im Nachhinein- total bescheuert!
    Aber hinterher ist man immer schlauer

    Ich habe mir deinen eigenen Beitrag durchgelesen, ich denke du kannst dem Test entspannt entgegensehen
    Bis dahin wünsche ich dir eine schöne Zeit- genieße das schöne Herbstwetter.
     
Die Seite wird geladen...
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Unser HIV Forum nutzt Cookies. Details zur Nutzung von Cookies auf unseren Seiten findest Du hier und unter "Weitere Informationen":

    Information ausblenden