Meine Ärztin hat mich verunsichert

Dieses Thema im Forum "HIV-Test" wurde erstellt von Ponyslaystation4, 11. Januar 2019.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Ponyslaystation4

    Ponyslaystation4 Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin eigentlich niemand der gerne über Krankheiten und co im Internet liest und googelt (einfach weil ich mich da selbst ja verrückt machen würde), eben habe ich mir lieber dieses Forum gesucht und hoffe auf Rat.

    Ich hatte vor 15 Wochen zuletzt Sex (ja, ein trauriges Leben) und das unverhütet mit meinem Ex. Wie sich rausstellte hatte er mich während der zwei jährigem Beziehung mit zwei Frauen mehrmals, und wohl auch unverhütet, betrogen (toller Typ, ein Wunder dass wir nicht mehr zusammen sind, ich weiß).

    Jedenfalls habe ich mich dann beim Hausarzt beraten lassen welchem das unangenehm war (was ich übrigens sehr schade finde, denn ich dachte heute wäre man etwas weiter was STIs angeht) und mich an meinen Frauenarzt verwies. Dieser meinte ich solle 12 Wochen warten. Das war dann im Dezember. Ich habe mich dann nach exakt 12 1/2 Wochen nach dem letzten Sex beim Frauenarzt untersuchen lassen/Blut abnehmen/Abstrich (für Ausschluss von STI‘s allgemein). Sie meinte dann bis auf Hepatitis B und C (das dauert wohl auch mal länger) soll alles im Zeitfenster sein.

    Nun habe ich also die Ergebnisse der 140€ teuren Igel Untersuchungen bekommen.

    Alles negativ.

    Dann fragte ich direkt nach ob nun alles sicher ausgeschlossen ist oder ob ich was nachträglich testen lassen müsse (wenn ich was habe möchte ich es eben direkt angehen, ist ja klar) und wann (zb wegen Hepatitis b und c), da sagt sie das kann man nicht zu 100% sagen, weil HIV auch mal 26 Wochen dauern kann und ich solle dann nochmal diese IGEL Leistung machen.

    Ich bin jetzt einfach unsicher. Eigentlich heißt es doch nach 12 Wochen ist HIV sicher ausgeschlossen?!
    Es wurde ein HIV 1/2 AK (combi) Test gemacht.

    Vielleicht kann mir jemand sagen was nun richtig ist und wann und ob ich nochmal testen soll. Danke für Eure Zeit :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Januar 2019
  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Sorry, aber das ist Bockmist und entbehrt jeglicher Grundlage - auf jeden Fall in Bezug auf HIV. Wie es bei anderen STI/STD aussieht, weiß ich nicht.

    Auch das ist falsch. 12 Wochen galten bis 2015. Die heutigen Labortests sind so weit entwickelt, dass sie nach 6 Wochen ein sicheres Ergebnis anzeigen.
     
    Ponyslaystation4 gefällt das.
  4. Pphat

    Pphat Mitglied

    Laut RKI ist HIV Labortest nach 6 Wochen sicher und beim Gesundheitsamt ist es es kostenlos. HIV schneltest ist ebenfalls kostenlos und ist nach 12 Wochen sicher.
     
    Ponyslaystation4 gefällt das.
  5. Ponyslaystation4

    Ponyslaystation4 Neues Mitglied

    Ach merci! Dann kann ich das abhaken. Wobei ich mich wundere wieso meine Ärztin sowas erzählt. Vielleicht hat sie was verwechselt.

    Übrigens wurde ich auch beim Frauenarzt, als ich ansprach mich testen zu lassen, wie eine Aussetzige behandelt. Ich finde es wirklich schade und unverständlich, dass es so Reaktionen gibt. Kein Wunder dass manch einer sich nicht testen lassen mag. Dachte heute wären wir da alle aufgeklärter.
     
    devil_w und haivaupos gefällt das.
  6. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Ich mag deinen Humor :)

    Zu deinen Tests wurde eh schon alles gesagt. Alles sicher. Deinen Ärzten würde allen beiden eine Weiterbildung nicht schaden, falls sie dich nicht "falsch verstanden" haben...
    Tja, und das mit dem...
    ...liegt halt in der Natur des Menschen. Vor der eigenen Haustür zu kehren ist nicht so gut. Da könnte man ja draufkommen, dass sich da ganz schön Dreck angesammelt hat. Darum kehrt man lieber vor anderen. Die kann man dann so herrlich mißbilligen, maßregeln und belehren :rolleyes:
    Aber mach' dir nix daraus. Hast es gut überstanden :cool:
     
  7. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Ein Glück, dass du dir deinen Facharzt aussuchen darfst.
    Schade ist es wirklich, gerade in einer schon schier sexualisierten Gesellschaft, ist es doch wohl das Mindeste, wenn wir uns über Geschlechtsverkehr und eben auch HIV offen unterhalten können.

    Absoluter Blödsinn.
    Aber klar - die Kasse klingelt beim Arzt.
    HIV kann 6 Wochen nach einem Risiko durch einen Labor-AK-Test bombensicher bestätigt oder ausgeschlossen werden.

    Alles andere ist Mumpitz.
     
  8. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Das ist alles andere als üblich. Wir bekommen hier ja viele ähnliche Situationen mit.
    Im Normalfall sind die Ärzte absolut nicht das Problem, sondern tragen aktiv und professionell zu dessen Lösung bei. ;)

    ... auch das gravierende Know how Defizit (Stichwort "26 Wochen") verwundert mich zutiefst.

    Das RKI ist in Deutschland DIE Stelle, die sich mit dem Thema befasst und jeder Arzt - aber auch jeder Patient - kann sich hier objektiv beim RKI informieren - siehe: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/HIVAids/FAQ_05.html

    Alle Leitlinien und Detail-Infos sind seit Jahren öffentlich einsehbar.
    Es ist mir absolut unverständlich, wie man so etwas als Arzt nicht auf dem Schirm haben kann und dann noch Patienten, denen ihre eigene Gesundheit und die anderer eben nicht egal ist vollkommen unnötig verunsichern kann. Sorry, aber das geht gar nicht!

    ... an Deiner Stelle würde ich mir gut überlegen, ob ich nicht den Arzt wechsle!
     
    devil_w gefällt das.
  9. Ponyslaystation4

    Ponyslaystation4 Neues Mitglied

    Also erstmal vielen lieben Dank für Eure kompetenten Antworten. Ich war schon ewig nicht mehr in einem Forum (seit Facebook ist das irgendwie bei mir alles ausgestorben) und hatte vergessen wie schön es ist sich so auszutauschen - einfach entspannter und privater.

    Das mit dem zitieren muss ich allerdings noch lernen, nach mehrmaligen probieren gebe ich nun auf (wie damals beim Mathetest in der zehnten Klasse, naja eigentlich wie bei jedem Mathetest).

    Lieber Haivaupos, mein Humor dankt erstmal, das Ego ist geschmeichelt (wer braucht da noch Sex!). Gerade der letzte Absatz ist so wahr, etwas was ich zutiefst hasse.. andere Menschen zu verurteilen, weil man mit sich selbst nicht zufrieden ist.

    Zu meiner Frauenärztin: Ich bin da wirklich enttäuscht. Die Praxis an sich besuche ich schon sechs Jahre und habe mich immer sehr wohl gefühlt. Nach dem schildern meiner Sorgen war meine Ärztin direkt recht komisch. Sie kam mit so einem Kästchen an (es hat da so ein extra IGEL Programm, welches alle möglichen Krankheiten abcheckt) und meinte dann auch ich solle es besser verstecken, wenn ich nun zur Blutabnahme gehe, weil eben das Thema sehr negativ behaftet wäre. Ich meinte darauf, dass ich dachte beim Frauenarzt sei das doch eigentlich Alltag.. Sie reagierte diese Krankheiten wären eben kein Alltag und haben nun mal primär bei Drogenkonsum und sexuellen Dienstleistungen ein Vorkommen. Da war ich etwas baff, natürlich ist die Übertragung dort besonders hoch, aber es gibt doch eben auch einen anderen Weg, eine andere Geschichte. Es ging ja auch nicht nur um HIV und selbst wenn.. Eas macht es für einen Unterschied.. selbst wenn ich nun Prostituierte wäre, oder einen fremden Sexpartner gehabt hätte, selbst wenn ich jede Nacht wilde Orgien feiern würde und mir unsicher wäre.. ich finde da sollte es keine Scham geben. Jeder lebt wie er lebt und muss sich sicher nicht schlecht fühlen, wenn er wissen mag ob er gesund ist.

    Wie Du sagst, Wyoming, sollte man über alles reden können. Genau solche Reaktionen sind doch der Grund fürs ausschließen aus der Gesellschaft. Mir fällt es einfach schwer das zu verstehen aber ja, so ist die Masse ja schon immer gewesen. Die Nase hoch tragen und auf andere runter gucken.. dabei vergisst man wohl dass es jedem passieren kann. Unmenschlichkeit wie sie leibt und lebt. Verrückt wo doch alle auf so höchst tolerant tun (wie mein Ex auf treu getan hat - Ahaha).

    Weiteres schockiert mich natürlich auch ihre Kompetenz bezüglich der Aussage von 26 Wochen. Ich frage mich ob sie einfach wirklich so wenig mit dem Thema konfrontiert wird, ob sie Geld machen mag oder einfach verwirrt war. Naja, ich habe bald eine Routine Untersuchung und werde mal schauen, wie sich das Ganze aufklärt und anfühlt. Dein Gedanke den Arzt zu wechseln, Marion, der ist auch mir schon gekommen. Aber wie gesagt fand ich es sonst immer gut dort. Ich warte mal mein Bauchgefühl ab. Was mich dabei so wütend macht, ist der Gedanke wie es Menschen dabei geht, die dann eben positiv (auf was auch immer) sind und auf so unmenschliche Reaktionen stossen. Ich bin mit einem großen Selbstbewusstsein gesegnet, aber ich kann mir vorstellen das manch einer da wirklich schwer mit zu kämpfen hätte (als wäre eine Krankheit nicht schon nervig genug).

    Umso mehr freue mich aber, dass die meisten auf mehr ärztliche Kompetenz treffen, ich habe da ehrlich gesagt meistens Pech bei meinen Ärzten. Gerade einen guten Hausarzt zu finden scheint mir fast unmöglich, Gott sei dank bin ich selten krank und wenn dann mit etwas bei dem Bepanthen, eine Ibuprofen-Tablette oder Tee als Heilung ausreicht.

    Pardon für den langen Text.. und das an einem Samstag Abend (ich bin halt nun in einer Beziehung mit meiner Couch). Wünsche Euch noch einen tollen Abend (falls ihr das gerade lest, was wohl bedeuten würde, dass ihr auch was mit eurer Couch habt). (;
     
  10. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Pssssst, nicht so laut, mein Bett ist eh schon ganz eifersüchtig... :D

    Ansonsten gebe ich dir mit sehr vielem recht was du so schreibst :cool:
     
    Traumpaar und Ponyslaystation4 gefällt das.
  11. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Das ist korrekt.
    Der einzige Unterschied zwischen einem positiven Menschen und einem negativen ist, dem positiven "ist es passiert".

    Aus diesem Grund ist dieser aber kein anderer Mensch, sondern noch der selbe nette Ehemann, der selbe liebevolle Partner, die selbe tolle Frau, wie auch vor der Infektion.

    Diese 26 Wochen sind absoluter Käse.
    Vergiss die Zahl 26, das ist Irrsinn und führt zu nichts.

    Gott sei Dank, gibt es Menschen, die das anders sehen. Und Gott sei Dank, gibt es Menschen da draussen, die jeden Tag haupt- oder ehrenamtlich dafür kämpfen, dass die unmenschlichen Reaktionen keinen Nährboden mehr bekommen.

    Mit Diskriminierung und Stigmatisierung muss Schluss sein,- wir können alle die grosse Masse nicht bewegen, wir können aber alle, je nach Möglichkeit, einen kleinen Teil dazu beitragen. Viele Menschen tun das, ich tu es auch und bin stolz drauf, denn manchmal zerrt es auch ordentlich an den Nerven.

    Aufgeben ist aber keine Option! ;)

    Die Gesellschaft kann viel von genau diesen Menschen lernen, die sie immernoch diskriminieren und das obwohl sie dazu keinen Grund und noch weniger eine Berechtigung haben!
     
    Ponyslaystation4 und Nebel gefällt das.
  12. Ponyslaystation4

    Ponyslaystation4 Neues Mitglied

    Stimmt, es hat also eine Dreiecksbeziehung, und schwups ist das Leben viel aufregender.

    Das hast Du toll geschrieben, ich habe tatsächlich auch nach diesem Erlebnis drüber nach gedacht mich in der Aidshilfe zu engagieren, aber ich bin schon ehrenamtlich in einem Altersheim tätig und schaffe das einfach zeitlich nicht. So oder so bin ich endlos dankbar für alle Menschen ( ganz unabhängig ob in irgendeiner Organisation oder nicht, und auch unabhängig von Krankheiten) die niemanden von oben herab betrachten und den Menschen sehen. Alles andere ist eben auch nicht wichtig.
     
    Traumpaar gefällt das.
  13. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Es muss nicht immer ein Engagement bei der Aidshilfe sein,- klicke mal auf mein Profilbild und lies die Message. Es reicht zu Anfang schon, wenn diese Message in die Welt hinausgetragen wird.

    Respekt, das stelle ich mir anstrengend vor, Hut ab!
     
    Traumpaar gefällt das.
  14. Ponyslaystation4

    Ponyslaystation4 Neues Mitglied

    Das HIV (natürlich am besten früh diagnostiziert) heutzutage gut einzustellen/ruhig zu stellen ist sollte man wirklich auf Shirts tragen. Wobei ich da in meinem Umfeld sehr gesegnet bin mit offenen und aufgeklärten Menschen. Wobei mein Ex (tatsächlich der Depp um den es oben geht) hatte sich auch echauffiert als ich damals meinte ich möchte vor unverhütetem Geschlechtsverkehr erst zusammen mit ihm beim Gesundheitsamt einen rundum Check machen (das mache ich generell nach einer Beziehung und eben am Anfang einer Partnerschaft und eigentlich waren da alle immer gut dabei). Aber eben, der hatte auch überhaupt keine Ahnung von HIV und dachte das hätten nur homosexuelle Männer und wenn man es hat würde man quasi halbtot sein. Ich erinnere mich gar nicht mehr wie gut das Thema in der Schule behandelt wurde (wobei damals ja die Dinge noch anders waren - Jesses, bin ich alt). Lange Rede kurzer Sinn, ja wohl hast Du recht und viele denken immer noch HIV wäre ein Todesurteil, zumindest erklärt das auch diese Angst die man hier im Forum (teilweise ganz schön schockierend) vorfindet. I will do my best um da mal Licht ins unwissende zu bringen :)
     
  15. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Entgegen der weitläufigen Meinung der Gesellschaft ist es dem HI-Virus völlig wuppe, welche sexuelle Orientierung jemand hat. Das wird oft verkannt,- weil es eine einfache Erklärung für Menschen mit beschränktem Horizont ist.

    Du hast absolut richtig reagiert,- bevor man in einer Partnerschaft sexuell aktiv wird, ist ein gemeinsamer Test genau richtig.
    Wenn man sich für eine monogame Beziehung entscheidet, klappt das im Anschluss auch ungeschützt, ohne Sorge.

    Und - das ist der springende Punkt -
    In einer Partnerschaft ist ungeschützter GV auch möglich, wenn der positive Partner durch seine erfolgreiche Therapie unter der Nachweisgrenze ist und somit nicht mehr infektiös.

    Diesen Umstand nennt man ganz allgemein "Therapie als Prävention" (kurz: TasP.)

    Das klingt toll, ich wünsche dir viel Erfolg.
     
  16. Ponyslaystation4

    Ponyslaystation4 Neues Mitglied

    Es ist halt so schön einfach, wenn man HIV einfach in eine Schublade stecken kann, welcher man selbst nicht angehört :) So ist es ja prinzipiell mit allem. Das Leben muss so einfach sein, wenn es immer die anderen sind.

    Und ja, ein Freund von mir hatte HIV, daher bin ich da sehr gut informiert (vielleicht wäre ich es ohne ihn nicht). Leider ist er verstorben, was aber nichts mit seiner Infektion zu tun hatte.

    Anyways, nochmals danke :)
     
  17. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Nicht dafür.

    Das Gespräch hat mich erfreut, gerade weil du sehr reflektiert bist. Alles Gute!
     
  18. Ponyslaystation4

    Ponyslaystation4 Neues Mitglied

    Das Vergnügen ist und war ganz meinerseits. :)
     
Die Seite wird geladen...
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Unser HIV Forum nutzt Cookies. Details zur Nutzung von Cookies auf unseren Seiten findest Du hier und unter "Weitere Informationen":

    Information ausblenden