Masturbation mit möglicherweise Spermaaufnahme

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von lamarr, 24. September 2020.

  1. lamarr

    lamarr Neues Mitglied

    Hallo,

    mein letzterHIV-Test Anfang des Jahres war negativ. AV (p) praktiziere ich nur safe, mit Kondom.

    Bei OV war ich bisher etwas lockerer, weil ich - warum auch immer - im Kopf hatte, dass OV bzgl.HIV immer "safe" ist. Ich weiß inzwischen, dass das falsch ist. Vor ein paar Tagen hatte ich (zum ersten Mal) ein anonymes Date, bzgl. des Gesundheitszustands des Partners weiß ich also gar nichts.

    Ihn zu blasen hat nicht so richtig funktioniert, daraufhin habe ich hauptsächlich seine Nippel geleckt. Er hat masturbiert und hat - vermutlich/vielleicht nur zum Teil (es war dunkel, auf einem Parkplatz) - in meinen Mund ejakuliert. Ich hatte auf jeden Fall mehr als nur ein paar Tropfen Sperma im Mund. Ich habe mehrmals ausgespuckt und 3-4 Minuten später zu Hause ein paar Mal mit Wasser nachgespült.

    Seit Anfang des Jahres gab es sonst keine Kontakte mit Risiko.

    Irgendwie habe ich dann nochmal angefangen zu recherchieren bzgl. OV und HIV. Ich habe ein Dutzend Studien gelesen, die Aussagen varrieren wild. Von 0% (diese "PARTNER"-Studie, wobei da wohl nur Paare teilgenommen haben, wo der HIV+ Partner unter ART war) bis 20% (Giesecke 1992, wobei die Signifikanz des Ergebnis angezweifelt wird). Zusätzlich gibt es noch die Studie "HIV seroconversion in two homosexual men after receptive oral intercourse with ejaculation", die zwei Fallbeispiele beschreibt, in denen eine HIV-Infektion über Oralverkehr stattgefunden hat.

    Ein wesentlicher Faktor zur Übertragung von HIV ist wohl auch der Zustand des Mundes. Ich habe vor wenigen Wochen erst eine PZR machen lassen. Ich habe keine Gingivitis, andere Zahnerkrankungen oder Aphten, allerdings zurückgehendes Zahnfleisch (ohne Knochenabbau). Letzteres (gingival recession) wird auch in der zuletztgenannten Studie aufgeführt.

    In einer ersten Panik habe ich mich nach einer PEP erkundigt. In den Richtlinien steht allerdings sehr eindeutig, dass es bei OV auch mit Aufnahme von Sperma "keine PEP-Indikation" gibt.

    Ich habe auch schon hier im Forum gesucht. Hier ist die Meinung ja eher eindeutig in Richtung "Nein, nicht möglich". Allerdings heißt es auch hier oft, Schlucken wäre sehr gefährlich. In den Quellen, die ich gefunden habe, wurde sogar explizit gesagt man soll Schlucken (z.B. bei Deepthroat), um die Verweildauer des Virus im Mund möglichst kurz zu halten. Aber das ist auch nicht die Diskussion, denn ich habe ja nicht geschluckt.

    Nach Ablauf der 6 Wochen werde ich auf jeden Fall einen Labortest machen. Allerdings plagen mich die letzten Tage manchmal regelrechte Panik-Attacken, weil ich denke, ich könnte mich durch mein leichtsinniges Verhalten infiziert haben. Ich habe anonyme Dates auch immer abgelehnt (sonst könnte ich jetzt wenigstens nach dem Gesundheitsstatus fragen, auch wenn die Antwort natürlich gelogen sein könnte...), aber irgendwie sind mir an dem Abend alle Sicherungen durchgebrannt.
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Sorry, aber mit so altem Tinnef brauchst Du gar nicht zu kommen … 1992 gab es nicht einmal Medikamente. Und die Fallbeispiele zur Infektion per OV sind mittlerweile widerlegt, soweit ich weiß.

    OV ist safe, solange kein Sperma im Spiel ist – das ist die klassische Regel. Aber wenn Du es ausgespuckt und nicht geschluckt hast, dann ist das Risiko so gering, dass es vernachlässigbar ist … zumal der Partner ja erst einmal überhaupt positiv und unbehandelt sein müsste …

    Also: Fahr die Panik runter.
     
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  3. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Andere STI können viel möglicher sein, aber, wie immer, werden diese natürlich ausgeblendet.
     
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  4. lamarr

    lamarr Neues Mitglied

    Nein, werden sie nicht. Ich sage bei anderen STIs nicht, dass mir diese "egal" sind, aber sie sind i.d.R. heilbar. Und normalerweise frage ich meine Sexualpartner auch immer nach ihrem Gesundheitsstatus bzw. letzten Tests. Nur an dem Abend eben nicht. Es war einfach nur dumm. Die Vorstellung, den Rest meines lebens chronisch krank zu sein, verursacht große Angst.

    Bei der Aidshilfe (bisher meine primäre Informationsquelle) steht "Weltweit sind deshalb nur wenige Fälle bekannt, in denen es beim Oralverkehr zu einerHIV-Infektion kam." und "Die Mundschleimhaut ist aber sehr stabil, und Speichel verdünnt virushaltige Flüssigkeiten.". Der erste Satz klingt so, als wäre das unwahrscheinlicher als ein unbemerkt gerissenes Kondom. Der zweite Satz gilt wohl nur für sehr geringe Mengen an Flüssigkeiten. In einer Studie wurde gezeigt, dass der Speichel nur ca. 0,5ml virushaltige Flüssigkeit "neutralisieren" kann. Eine durchschnittliche Ejakulation ist aber ein vielfaches davon...

    Nur anhand der Aussagen der Aidshilfe würde ich mir jetzt wohl weiter keine Sorgen machen, in den Studien (auch aktuelleren als 1992...) klingt das aber alles teilweise deutlich anders. Zum Beispiel ist es ja wohl auch so, dass bei einer Infektion einfach immer die Möglichkeit mit dem größten Risiko genommen wird (also z.B. ungeschützter AV passiv). Und da es nur sehr wenige Leute gibt, die OV als einziges Risiko haben, werden dann eben auch nur entsprechend wenige Fälle bekannt.
     
  5. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Interpretier nicht rein was nicht steht.
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das ist nicht ganz richtig. Es gibt den berühmten Frankfurter Fall, der lange als OV-Infektion durch die Gegend geisterte, bis der Patient zugab, aus Scham die anderen Kontakte verschwiegen zu haben. Was ihm das nutzen sollte, weiß aber keiner …

    Aber was ich weiß – aber ich weiß natürlich nicht alles: Mir ist kein Fall einer OV-Infektion ohne Schlucken bekannt. Und ich arbeite viel mit SPAs und AIDS-Hilfen/Gesundheitsämtern zusammen.
     
  7. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Vollkommen zu Recht...
    Quasi ausgeschlossen. Da bleibt lediglich ein rein theoretisches übrig :cool:

    Da bist Du mir zuvor gekommen mit diesen Zeilen...
    @lamarr : 1992? 1992??? :eek::rolleyes:
     
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  8. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Nein, weil es die einfach nicht gibt. Das würde ich getrost als "Hören/Sagen" bezeichnen. Da gibt's auch Storys mit Nagelknipsern... ;):rolleyes:
     
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  9. lamarr

    lamarr Neues Mitglied

    Hier steht es recht eindeutig: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2638872/

    "Very few studies reporting HIV transmission probabilities through OI or reporting sufficient data to calculate it were found. This may be due to the difficulty in identifying individuals with OI as their sole exposure, the tendency to ascribe any transmission events that occur to any higher risk exposure that is identified, such as AI, and the assumption that the associated risk is very low. Although transmission risk per-act or per-partner through any type of OI activity remains poorly quantified and despite the high estimate from Giesecke et al.,18 our review suggests a low but non-zero transmission probability."
     
  10. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Von 2008.
    Gut ... wenn Du Dich in Panik wiegen willst - bitte sehr. Wir arbeiten hier eher mit praktischen Erfahrungen, die wesentlich aktueller sind.

    Wenn Du uns nicht brauchst, können wir diesen Thread ja schließen. Können wir?
     
  11. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Ja, mach zu.. lassen wir ihn in seinem Glauben ! Ist ja schließlich seiner und nicht unser.

    In diesem Sinne - Amen !
     
  12. lamarr

    lamarr Neues Mitglied

    Was ich möchte, ist mich überzeugen lassen, dass die Angst unbegründet ist...

    Was hat sich denn inzwischen geändert? Wenn damals einer Übertragung möglich war, ist sie es heute doch auch noch? Oder ist das Argument, dass die meistenHIV+ Menschen heute wirksam behandelt werden? Dann würde ich jetzt wieder sagen, naja, wenn jemand gerade in den ersten Wochen der Infektion ist, ist die Virenlast sehr hoch (damit auch entsprechend infektiös) und die Infektion wahrscheinlich auch noch nicht bekannt. Dann ist eure Antwort, dass die Chance dafür aber extrem gering ist?

    Ich versuche ja schon die Fakten in meinen Kopf zu bekommen, aber irgendwie "klickt" es noch nicht :(
     
  13. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Du gehst viel zu verkopft an die Sache ran und zäumst das Pferd von der falschen Seite auf. Wir müssen schon lange nicht mehr über die Menge von Infektionsrisiken reden ... wir können darüber sprechen, dass eine Infektion mittlerweile eher die Ausnahme denn die Regel ist.

    Mittlerweile sind in Deutschland 85% aller Menschen mitHIV in Therapie und nicht mehr ansteckend ... und 99,5% der Bevölkerung sind ohnedies nicht einmal positiv.
     
  14. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Aehm, und das ist unsere Aufgabe?
    Alles was du gefunden hast stimmt. Auch: "our review suggests a low but non-zero transmission probability" stimmt natürlich. Nichts und alles ist möglich. Das nennt man Natur, Leben. Spielt aber trotzdem keine Rolle. Was sind schon eine handvoll Infektionen in wievielen, (?) 40 oder 50 oder 60 Jahren? Wenn sie denn tatsächlich stattgefunden haben. Ha! Pillepalle! Nicht der Rede wert. Davon bin ich überzeugt. Du kannst gerne ganz andere Überzeugungen haben. Ich werde dir meine nicht aufdrängen, sie dir lediglich anbieten...
    Darum habe ich auch meine Signatur genau so gewählt wie sie ist :cool:
     
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  15. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Man nahm früher vieles an und dachte, dass man sich infizieren könnte... und heute weiss man es eben besser. Wenn eine Krankheit länger bekannt ist lernt man dazu.
     
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  16. auguardoflight

    auguardoflight Bewährtes Mitglied

    Wie z. B. die gruselige Geschichte der Spritzen-/Kanülenstiche (die sich leider bis heute gehalten hat) => Wenn es deinen „Spritzenkiller“ damals schon gegeben hätte wäre eine Riesenchance bestanden diese traurige urbane Legende auszurotten...Seufz...
     
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  17. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Um Alexandras Kommentar zu ergänzen: Auch früher sind nicht alle Infektionen, die möglich waren, auch tatsächlich passiert. Und das ist heute immer noch so.

    Studien gehen von Annahmen oder tatsächlichen Einzelfällen aus ... aber niemals von der Gesamtheit aller Möglichkeiten bzw. Wahrscheinlichkeiten. Und die Wahrscheinlichkeit, sich bei ungeschützten Sex nicht zu infizieren, liegt immer noch deutlich höher als die Wahrscheinlichkeit, dass es doch passiert.
     
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  18. lamarr

    lamarr Neues Mitglied

    Danke für eure Antworten. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, die Füße stillzuhalten, bis ich 2 Wochen nach dem Kontakt einenPCR-Test mache (ja, muss ich selbst zahlen, ja, kann falsch-negativ sein).

    Ich denke aber immer noch die ganze Zeit dran, was wäre wenn... In einem anderen Fall hatte ich nämlich auch schon extremes Pech. Die Behandlung besteht aus zwei OPs, eigene Zellen werden gezüchtet und wieder eingesetzt (autologe Transplantation -- die auch nur gemacht wird, wenn manHIV- ist). Beim ersten Mal wurde die 2. OP kurzfristig abgesagt, weil die Zellen nicht zu verwenden waren. Zitat Arzt: "Ich mache das seit 20 Jahren und so einen Fall hatte ich noch nie". Er war selbst ratlos, wie so etwas passieren kann. Beim 2. Versuch hat es dann geklappt. Jetzt gibt es aber wieder Probleme, noch eine OP... Zitat: "Diese Komplikation ist extrem selten".

    Wäre also nicht das erste Mal, das mir etwas passiert das vorher "noch nie" oder "extrem selten" passiert :(

    Für den Fall, dass ich mich doch infiziert habe, habe ich Angst, dass
    • mir niemand die Geschichte glaubt (eben weil es so extrem unwahrscheinlich ist, und sich viele ähnliche Geschichten, wie hier erwähnt, nachträglich anders dargestellt haben)
    • ich mit dem psychischen Druck nicht klarkomme
    DenPCR-Test werde ich beim Hausarzt machen lassen. Da habe ich auch schon früher HIV-Tests machen lassen. Das (negative) Ergebnis wurde von den PraxismitarbeiterInnen telefonisch mitgeteilt. Ich weiß nicht, wie sie vorgehen, wenn das Ergebnis positiv ist. Wenn sie es mir nicht sagen, sondern sowas wie "... der Arzt würde gerne das Ergebnis besprechen ..." weiß ich ja auch, was Sache ist.

    Ich habe dann Angst, mit dem Ergebnis alleine dazustehen. Ich habe schon eine Geschichte bzgl. Depressionen. Und ich weiß auch, dass es so gut wie unmöglich ist, bei einem Psychologen einen Termin zu bekommen ("wir nehmen keine neuen Patienten", "frühstens in einem halben Jahr", ...). Was mache ich dann? Ich würde gerne einen Plan für diesen Fall haben. Das würde mich beruhigen.
     
  19. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    einer von uns die Masern bekommt .... um mal einen berühmten deutschen Film zu zitieren.

    Was bringt es Dir, über ungelegte Eier zu gackern ?
     
  20. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Wegen einem "Bl*wjob"? Wirklich? o_O
    Das würde ganz bestimmt so sein... ;)
    Was hältst du davon dir Gedanken darüber zu machen was du tust bei deinem negativen Ergebnis? Denn das ist dir zu 99,999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999999% sicher :rolleyes:
     
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