Jahr lang keine Symptome

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Maddy, 25. Februar 2018.

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  1. Maddy

    Maddy Neues Mitglied

    Hallo liebe Betroffene und Interessierte!

    Was soll ich sagen, ich binHIV positiv, fest gestellt, nach einer Operation am Hals im Jahr 2017. Vorher so gut wie keine Symptome oder sonstige Anzeichen, dass ich mich infiziert haben könnte. Nach der Meinung meines Arztes, soll die Infektion schon min. 20 Jahre zurückliegen und auch das RKI meinte anhand der CD4 Helferzellen und der Viruskopien, dass die Infektion schon sehr lange zurückliegen muss. Da ich vor denHIV-Test, nach zwei Operationen, Blutkonserven bekam, käme auch eine Infizierung durch diese in Frage, was selbst durch mich kategorisch ausgeschlossen werden musste. Bin ich doch BI- Sexuell und habe es bis 2005 ziemlich bunt getrieben. Nach dem Jahr 2005 war jedoch mit einem Mal Schluss, ich wollte damit von Heute auf Morgen nichts mehr zutun haben und widmete mich ausschließlich nur “noch“ sportliche und geistige Aktivitäten. Man muss sich das vorstellen: Mehr als 15 Jahre keinen Sex, dafür viele hunderte wenn nicht sogar tausende Km gewandert, durch das Jura- Gebirge in der Schweiz, (falls jemand damit etwas anfangen kann). In Eiskalten Seen der Schweiz geschwommen, selbst im Winter, nie Krank gewesen. Da kam mir mit dem vergehen der Zeit, seit dem letzten ungeschützten sexuellen Abenteuer mit einem unbekannten Mann, der Gedanke, dass wohl der Krug, mich mit HIV infiziert zuhaben, an mir vorbei gegangen sein muss. Bis ich mich dann wegen einer Beule am Hals operieren lies, es war im Nov. 17, war kurz vorher noch schwimmen im Bielersee, als mich dann eine freundliche Ärztin empfahl, im Hinblick auf die Symptome an meinem Hals, doch mal einHIV-Test durchführen zulassen, was dann von mir sofort ein gewilligt wurde. Nun lange Rede, kurzer Sinn, der HIV- Test war positiv und mein behandelnder Arzt stellte auch gleich noch eine Syphilis fest, die ebenfalls gleich mit behandelt wurde.

    Jetzt gebe ich mal Butter zu den Fischen! Im Jahr 2016 wurde bei mir die erste angleichende Operation durchgeführt (Trans von M. zu F.) Wegen Blutgerinnungshemmer die ich wegen einer Autoimmun-Krankheit einnehmen muss, traten nach der Op, starke Blutungen auf, welche dazu führten, dass man mich 36 Stunden später notoperierte, wo man mich reanimieren musste. Mein Hämoglobin-wert war auf 4 abgesunken, was dann Bluttransfusionen zur Folge hatte. Bei der zweiten angleichenden Operation das selbe Spiel noch einmal.

    Die Frage, die man sich doch stellen muss: Was für ein Immunsystem ist in der Lage, diese mit schweren Komplikationen, welche mit den Operationen einher gingen und den seit einiger Jahre, wenn nicht Jahrzehnte andauernden HIV und Syphilis- Infektion einfach so mir nichts
    dir nichts weg zustecken? Und meine Güte, es kam der Zeitpunkt, wo es mir wieder richtig gut ging, im vorigen Jahr war ich ungelogen von Juli bis Mitte Nov., jeden Tag schwimmen. Bin Im April schon im Sommerkleid herum gelaufen, bei uns im Hochschwarzwald, aber Erkältung oder nur einen Schnupfen Fehlanzeige!! Als mein Blut dann im Januar diesen Jahres untersucht wurde, kam heraus dass sich noch 227 CD4 Helferzellen und 1800 Virenkopien bei mir in einem Mikroliter Blut befanden. Ich stand kurz vor der Einstufung AIDS! Was hat mich gerettet?? Was hat mich davor bewahrt, dass ich nicht an opportunistische Symptome erkrankt bin, vor allem in der Zeit zwischen den Operationen? Nun mein Arzt meinte, dass meine gesunde Lebensweise (Kein Alkohol, kein Nikotin, keine anderen Drogen, gesunde Ernährung viel Obst und Gemüse und sehr viel Bewegung draussen in der Natur) welche verbunden mit einem gestählten Organismus, die Sache unter dem Strich für mich auf +/-0 bis jetzt hervor gebracht haben könnte. Und weiss Gott, ich habe mich auch während und nach dem Operation nicht unbedingt geschont und muss jetzt sagen, dass ich öfters als einmal, an die Himmelspforte anklopfte, mir zum Glück aber niemand geöffnet hat

    Die Moral von der Geschichte: Egal wie lange ein RK auch zurückliegen mag, egal was man in der Zwischenzeit auch durch gemacht hat, man kann nie mit Bestimmtheit behaupten: Was ich und HIV?? Im Leben nicht! Und man sollte auch keine Angst mehr vor einemHIV-Test haben, wenn man am Leben hängt, wenn man einen RK hatte, dann sollte man mehr Angst davor haben, dieses Test zu unterlassen, oder eventuell zu spät zu machen!!. Und Ja die Pillen, die man vom Arzt verschrieben bekommt, (es sind nicht mehr viele, nur noch 3 später nur noch eine am Tag), verlängern einem dass Leben ungemein, aber man muss diese unbedingt bis ans Lebensende nehmen und man muss auch dementsprechend danach Leben, damit die Gefahr von Resistenzen der HI-Viren, gegen dass einzunehmende Medikament, so gering wie möglich gehalten wird!! Dazu zählt eben: Keinen oder nur wenig Alkohol, kein Nikotin und alles andere Dinge sowie so nicht (ist eh nur raus geschmissenes Geld) Und wenn Sex, dann nur Geschützt, auch wen der Partner oder die Partnerin ebenfalls HIV Pos sein sollte, kann man nicht wissen, ob nicht seine oder ihre Viren gegen das Medikament mit welches man jetzt gerade erfolgreich die HIV- Infektion bekämpft und so gut wie keine Nebenwirkungen hat, Resistent ist, weil dann könnte man sich ein zweites Mal infizieren und dann fängt die Suche nach einer geeigneten Therapie wieder von vorn an. usw.... usw.....!!
     
  2. Maddy

    Maddy Neues Mitglied

  3. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Maddy,

    vielen Dank für Dein ausführliches Posting.

    Bitte lese vorab kurz die Forenregeln: https://www.hiv-symptome.de/forum/help/terms - Dein Avatarbild scheint mir nicht von Dir gemacht zu sein - folglich darfst Du es nicht verwenden. Bitte lösche und/tausche das Bild aus.

    Die Regeln dienen eurem Schutz und dem Erhalt unserer kleinen aber feinen Community.

    Vielen Dank im Voraus!
     
  4. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    wow, tut mir leid für Dich, dass Du positiv bist.
    Aber Du bist mal wieder das beste Beispiel, dass man bei einerHIV-Infektion nicht unbedingt irgendwelche Symptome entwickelt.
    Ich wünsche Dir alles nur erdenklich Gute, dass Du bald unter Nachweisgrenze kommst und dass Du weiterhin mit der Medikation so gut zurecht kommst.
     
  5. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Ich habe das Thema mal passend(er) verschoben, was ehrlich gesagt gar nicht so einfach war, da es alle(s) und jede(n) hier betrifft bzw. ansprechen soll.

    Eigentlich wäre es perfekt in "Leben mitHIV", ich habe es aber - damit es möglichst viele unserer Besucher sehen in das "Infektion"-Forum verschoben. Hier ist so ein Statement wirklich gut platziert.

    So. Ich mümmel mich dann mal ins warme Bett - bei den Temperaturen draußen, friere ich noch mehr als sonst! ;)
    Gute Nacht zusammen!
     
  6. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    @ Maddy

    Ich war so frei und habe Deinen Avatar gelöscht, damit Du nicht in Streitigkeiten mit dem Autor gerätst.
    Bitte mit einem selbst gemachten Bild ersetzen oder leer lassen - ganz, wie Du magst.
     
  7. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Grüß dich Maddy
    Eine sehr ausführliche Vorstellung deiner Person. Sie enthält wichtige und richtige Informationen...
    Nun, du scheinst ein recht starkes Immunsystem zu haben, dass es immerhin eine sehr lange Zeit geschafft hat das Virus recht erfolgreich zu bekämpfen. Eine "Rossnatur" sozusagen :)
    Das sind erstaunlich gute Werte, wenn man die lange Zeit bedenkt, sie du unbemerkt positiv bist... :cool:
     
  8. Maddy

    Maddy Neues Mitglied

    Liebe LeserInnen!!

    Vielen Dank für Eure freundlichen und interessanten Beiträge zu meinem verfassten Text. Ja und was mein Avatar angeht, nun es sollte was besonderes sein, war aber doch etwas unüberlegt, dabei kann ich doch auch über selbstangefertigte schöne Bilder zurückgreifen. Entschuldigt bitte!!

    Das was meine Infektion angeht, nun da ist es mir nur möglich, dies wieder zugeben, was mir mein Arzt gesagt hat. Im übrigen würde es mir nie in den Sinn kommen, bei solch einem ernsten Thema wieHIV, mir etwas aus dem Finger zu saugen. Es ist wie es ist, es ist erst einmal nicht zu ändern und mal sehen was die Zukunft noch so bringt, Hepatitis -C war auch lange Zeit unheilbar und jetzt geht dies auch. Es ist nicht die HIV- Infektion, die mich oft in Depressionen und in Suizid- Gedanken versinken lässt, sondern es sind gesellschaftlich- Soziale Aspekte, die einen viel denkenden Menschen wie mich in solch eine Verzweiflungsabsicht treiben. Dabei geht es mir zur Zeit noch gut, richtig verdammt gut. Ich jammere auf hohen Niveau dass ist mir klar, mir ist jedoch auch klar, dass man sich als HIV- positive(r) auf sehr sehr dünnen Eis bewegt.
    Komischerweise, seit dem ich weiss, dass ich HIV- Positiv bin, war ich nicht mehr schwimmen in einem der Seen in der Schweiz. Und trotzdem obwohl es mir oft schlecht geht, (höchstwahrscheinlich die Nebenwirkungen der ART), gehe ich raus und kämpfe im wahrsten Sinn des Wortes, gegen den eisigen Wind an, der mir dann ins Gesicht bläst!

    Nun ich habe noch nicht so viel über mich persönlich geschrieben, gebt mir einwenig Zeit, ich bin ja gerade erst vor kurzen auf diese Site gestossen: Eines jedoch, gleich vorn weg: Mit mir hat man es mit einem ehrlichen, freundlichen sowie liebenswerten Menschen zutun. Ich mag die Tiere, vor allem Pferde, Hunde und Katzen. Bin sehr sozial offen eingestellt, spreche die Leute an, welche mir sympathisch erscheinen und vor allem, ich mag es Bunt, je bunter um so besser. Ich freue mich bereits auf den Frühling und den Park der Uniklinik Freiburg, wenn dort die fleissigen Gärtner alles wieder zum blühen bringen.

    Ich bin ein Paradoxon: Ich liebe dass Leben und denke doch oft daran mein Leben von jetzt auf gleich zu beenden. Wenn hier jemand sagt ich sei total verrückt, dann muss ich sagen: " Ja Du hast recht, ich bin total verrückt und ich liebe es verrückt zusein.
     
  9. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Diese Aussage gefällt mir... ich mag Menschen die man nicht in Schablonen pressen kann.

    Du lebst in der Schweiz? Ich ebenso....
     
  10. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Kein Problem, lass' dir Zeit. Bloß keinen Stress. Eines der Dinge, die die Infektion absolut positiv verändert hat in meinem Leben, ist, ich habe keinen Stress mehr. Ich bin sowas von stressbefreit, viel ausgeglichener und ruhiger als "vorher" :)
    Also Ommmmmmm, kommt Zeit, kommt Antwort :cool:
     
  11. Traumpaar

    Traumpaar Bewährtes Mitglied

    Herzlich Willkommen Maddy. Das mit dem Schwimmen wird wieder. Und auch der gesamte andere Teil vom Leben wird wieder so sein wie vor der Diagnose. Lass Dir Zeit. Und sollte Dir mal wieder die Depri-Decke auf den Kopf knallen, hier sind wir für Dich da.
     
  12. -triplex-

    -triplex- Poweruser

    Jou hee hooo und so :-9

    Ick sach dann och mal lieb und brav, wie ich ja n un mal bin :rolleyes:;)

    Ein herzliches huhu hier in unseren Reihen :)

    Lass dir Zeit, die Zeit lässt es sich ja auch :)
     
  13. Maddy

    Maddy Neues Mitglied

    Also ich bin Hochschwarzwald bei Titisee- Neustadt daheim oft in Freiburg, bei meinem Arzt sowie in der Uniklinik Freiburg in Behandlung. Wenn ich dann aber keine Termine habe, dann bin ich aber auch in Grenchen CH Kanton Solothurn bei meiner seit über 30 Jahren verheirateten Frau daheim. Gefallen tut es mir im Hochschwarzwald genauso gut wie in der Schweiz oder umgekehrt. Meine offene und doch recht progressive Art und weise, lässt es mich dort wie hier oder hier wie dort gefallen. Es gibt nicht den Deutschen oder die Schweizer oder was auch immer, Menschen, in erster Linie sind wir alle Menschen, und dass ist es worauf es ankommt.

    Ein Art mit der Krankheit für nicht infizierte zu lernen, damit umzugehen, ist, dass die, die Infiziert sind, sich öffnen. Denn es kann jeden treffen noch immer. Ich praktiziere dies in dem ich zu Beispiel wie Heute in Freiburg in den Bücherladen gewesen bin und: "Kann ich Ihnen Helfen?" "Ja! ich suche Bücher überHIV und Aids" Nun ich als große Frau, werde so wie so schon von allen beäugt, "da müssen sie runter ins Erdgeschoss in die Gesundheitsabteilung!" "Vielen Dank!"

    Es stimmt, es muss nicht jeder wissen, dass ist richtig, genauso wie es eigentlich niemanden etwas angeht, ob man hetero oder Schwul etc.... ist, nur die einem irgendwie in dieser Sache weiterhelfen können, wie im Bücherladen, da sollte man keine Scheu haben danach zu fragen. (Übrigens wenn man nach Bücher über HIV und Aids fragt, bedeutet es ja noch lange nicht das man selbst betroffen ist)

    Denn wir sitzen alle im Glashaus, keiner sollte da mit Steinen werfen. Auch wenn die Infizierungsgefahr sich bei einer Bluttransfusion mit HIV bei 1. 450.000 bis 1: 1000.000 liegt, (genau wissen tut man es nicht) kann es dennoch passieren.
     
    AlexandraT gefällt das.
  14. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    ... na dann haben sie Dir hoffentlich direkt die Meisterwerke von @matthias angeboten! ;)
     
  15. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ärztin mit Initialen S.U.?

    By the way: Auch von mir herzlich willkommen und Gratulation zu den Werten. Ich konnte mich noch nicht so richtig Deinem Thread widmen, hole das aber noch nach!
     
  16. -triplex-

    -triplex- Poweruser

    Dieser Meinung bin ich auch, und logischerweise nicht nur ich :)

    Matthais hat seine Bücher geschriebenm, die mir im Juni2016 arg geholfen haben.
    und aufgrund der "beäugung" und des Unwissen habe ic mich entschieden eine Reportage zu zustimmen.

    Ich finde, es genau wie du das wir nur weil wir eine chronische Krankheit haben, egal ob wir die anderenHIV oder wie wir AIDS, ist es nicht schlimm, damit zu leben, schlimmer sind die sprüche der unwissenden.

    Und es ist egal auf welchen wege wir das erhalten haben, ob Transufionsschaden, Verletzung bei der Arbeit, sex oder oder oder, in der allgemeinheit werden alle eh gleih abgestempelt:)
     
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