Ist nicht leicht.... :-(

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Encinstorf, 7. Januar 2013.

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  1. Encinstorf

    Encinstorf Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    erstmals möchte ich mich bedanken das es so ein forum gibt und dass man hier wirklich "zuhörer" findet.

    Ich bin seit ca 7 JahrenHIV+ und nehme von anfang an eine kombitherapie die sehr gut anschlägt (langjährig unter der nachweisgrenze, zweimal knapp darüber gewesen).

    Angesteckt hatte ich mich bei meinem damaligen Partner, den ich dummerweise noch nicht lang kannte und durch meine unvorsichtigkeit (ins detail geh ich da jetzt lieber nicht) hatte ich mich infiziert. Angeblich wußte er es damals selber nicht.
    Seis drum, die beziehung hielt dann nicht mehr allzulange. Ich lernte daraufhin meinen jetzigen Partner kennen mit dem ich mittlerweile 6 1/2 Jahre zusammen bin. Von der Infektion erzählte ich ihm natürlich, was wer auch ziemlich cool aufgenommen hat.
    am anfang war alles ok und die sorge bzgl. der hiv situation war wie weggeblasen.
    Im laufe der Zeit aber überkamen mich immer mehr Wogen der Traurigkeit wegen meiner Infektion. Klar, gehts mir wahrscheinlich im Vergleich zu vielen anderen "saugut", allerdings so richtig abgefunden habe ich mich damit bis heute nicht. In meinem Freundesreis (der nicht sehr groß ist) stehen zwar alle hinter mir, zumindest sagen sie das, aber sobald ich das Thema auf den Tisch bringen möchte, herrscht eisernes schweigen bzw. wirds mit dem kommentar "ist eh alles gut" und "na vielleicht gibts eh bald heilung" abgetang.
    Auch mit meinem Partner kann ich nicht wirklich darüber reden, der will mich jedesmal nur zur psychologin schicken (wo ich bereits auch war, was mich aber auch nicht wirklich weiter gebracht hat).

    Die Ärzte haben mir damals gesagt ich soll unter keinen Umständen mich vom Leben irgendwie ausgrenzen. D.h. ab und zu Gläschen Wein am Abend ist durchaus genehm. Und wenns mir Möglich ist soll ich auch zum rauchen aufhören, was mir leider bis heute nicht gelungen ist.

    Von meinem Partner bekomme ich fast täglich zu hören, tu das nicht und tu dies nicht, du bist krank. Das ist so zermürbend! Ich hab versucht mich nicht als "Kranker" hinzustellen, sondern das ganze als ein kleines Handycap zu sehen....nur mittlerweile glaube ich es schon selbst.
    Was mir natürlich nicht dabei hilft mich mit der gschicht abzufinden.

    Noch hinzukommt das es beziehungstechnisch nicht mehr so läuft (Paartherapie auch schon probiert). Vom zwischenmenschlichen koitus möchte ich erst gar nicht reden, den gibts schon lang nicht mehr (er hat irgendwie angst davor).
    Durch diese entliebung, gehe ich natürlich des öfteren alleine fort ( und lerne natürlich neue leute kennen, die auch interesse an meiner person zeigen. Aber ich hab mittlerweile echt panik mich überhaupt auf was neues einzulassen und meine infektion offen zu zugeben. Liegt vielleicht daran das ich selbst nicht damit ganz fertig werde und dadurch nicht 100%ig dahinter stehe?

    Wie habt ihr euch damit abgefunden oder findet man sich überhaupt damit jemals ab?
    Wie geht ihr damit um wenn ihr wem neuen kennen lernt? Wann wäre der Richtige Zeitpunkt es zu sagen?Ich hab zb jetzt einen ganz einen netten kerl kennen gerlernt mit dem ich jetzt ein paar mal was trinken war und sogar in der therme relaxen war (da is es dann auch zur einer fummelei gekommen *rotwerd*). Ich mag ihn schon sehr, hab aber total die panik ihm das von mir zu erzählen. Ich weiß das vom fummeln nix passieren kann, noch dazu da ich unter der nachweisgrenze bin. auch so hab ich mich rund um den medizinischen aspekt (Verlauf, Ansteckungsgefahr, etc) intensivst informiert.

    Es ist irgendwie ein Teufelskreis aus den ich nicht mehr raus komme. Ich weiß genug über dieses Thema, aber trette selber auf der Stelle und häng fest.

    Ich hoffe ihr könnt mir ein paar wertvolle tips geben wie ich besser damit umgehen lerne.

    Danke vorab mal.

    LG M.
     
  2. realist

    realist Mitglied

    hi mike,
    ich denke, es gibt in diesem forum relativ wenig tatsächlich positive, deswegen fallen die antworten vielleicht auch etwas rar aus.

    aus deinen schilderungen wird klar, du hast deine infektion für dich nicht angenommen.hiv ist tatsächlich nicht nur eine infektion, sondern auch eine krankheit, deren ausbruch mittels medis verhindert wird.
    .....aber diese infektion schränkt dich nicht ein. diese einschränkung findet nur im kopf statt! du schreibst von psychotherapie und sogar paar therapie und alles hat nicht genutzt. du hast einen "partner", der dich wohl eher unwissend bzgl. hiv bevormundet und freunde, die bei dem thema mehr oder weniger dicht machen.

    meine frage ist, hast du keinen kontakt zu anderen positiven, mit denen du dich austauschen kannst? dies würde dir sicher eine hilfe sein. ich bin in diesem forum eher nur zu gast, da ich ein forum moderiere, wo zu 99% betroffene zugegen sind (link findest du, wenn du mein profil anklickst).

    von deinen nicht positiven freunden darfst du dir keine hilfe erwarten, sie können das problem allenthalben theoretisch verstehen, aber niemals praktisch. deswegen solltest du ihnen das auch nicht vorwerfen.

    welche kombi nimmst du? und wie sind deine werte? nach 7 jahren ist es an der zeit, die infektion anzunehmen. vor 25 jahren wärst du in diesem zeitraum vermutlich tot gewesen. du hast eine chance, du musst sie nur auch begreifen.

    lg realist
     
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