INFOS & HINTS WANTED

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von lagoonblue, 29. August 2012.

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  1. lagoonblue

    lagoonblue Neues Mitglied

    hallo alle zusammen,

    nach dem ich mich endlos lange durch infoseiten und beratungsforen gewälzt habe :idea: um mein aufgeschnapptes halbwissen :geek: zu berichtigen und alle infos abzusaugen die ich nur bekommen kann habe ich immer noch 1000 und 1 frage: ich binhiv-negativ, mein partner hiv-positiv... ich will ihn so gut ich kann im alltag unterstützen und für ihn da sein - so weit er es zulässt bzw. möchte. deshalb wäre ich super froh wenn viele (be-)schreiben könnten was uns erwartet: klar bin ich mir bewusst, dass dieses thema wohl endlos diskutierbar ist.... also fange ich einfach mal an :?: :?: :?: :?: :?: :?: und freue mich wenn ganz viele hier mir antworten und zu einem austausch bereit sind...

    An HIV-positive:

    wie kann euer partner euch unterstützen?
    in welchen alltagssituationen ist es wichtig den partner im rücken zu haben?
    welche fragen stellt ihr euch und was belastet emotional wenn ihr einen hiv-negativen partner habt?
    was sind schwierige situationen?
    ist beim sex ein unbeschwertes geniessen ( safer sex :!: ) wieder möglich oder gibt es zu viele ängste? zu viel einschränkung?
    wie geht ihr bei eurem privaten umfeld mit der diagnose um?

    An HIV-negative Partner/Angehörige oder andere fleissige Schreiber:

    was habt ihr bisher erlebt?
    wie seit ihr für den hiv-positiven partner/angehörigen da?
    welche fragen habt ihr euch gestellt?
    welche situationen als kompliziert oder belastend empfunden? und wie überstanden?
    wie geht ihr bei eurem privaten umfeld mit der diagnose des partners/angehörigen um?

    freue mich auf eure antworten und schicke jetzt schon mal ein DICKES DANKE an alle die mir antworten :!: :!: :!:
     
  2. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Guten Morgen,

    also ich binHIV-Positiv und mein Partner ist HIV-Negativ.

    Wie willst Du ihn denn unterstützen. Wenn er sich mit dem Virus arrangiert hat, lebt er sein Leben in der Regel ganz "normal" weiter, ohne Einschränkungen jeglicher Art. Ja ok, in der Anfangszeit wird er öfters mal niedergeschlagen und ein bisschen depressiv erscheinen, er wird sich vermutlich die Fragen stellen, wieso ausgerechnet ich, aber das legt sich nach einer gewissen Zeit und dann schaut er wieder nach vorne. Nimmt denn Dein Partner schon die Medikamente? Wenn ja, gilt nach einer EKAF-Studie folgendes:

    wenn er folgende Voraussetzungen erfüllt, dann kann er keinen mit dem Virus infizieren (gilt er als nicht mehr infektiös):

    1. er nimmt seine Medikamente regelmäßig
    2. er ist 6 Monate konstant mit der Viruslast unter der Nachweisgrenze
    3. er lässt regelmäßig (alle 3 Monate) seine Blutwerte kontrollieren
    4. er ist frei von weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten.

    Diese Studie wird zwischenzeitlich auch von der Mehrheit der Aidshilfen vertreten.

    Mein Freund und ich haben ohne Kondom sexuellen Verkehr, nachdem wir uns mit dieser Studie beschäftigt haben und auch mein Schwerpunktarzt diese Studie bestätigt hat. Und, mein Freund ist HIV-Negativ.

    Aber in einem Punkt muss ich Dir einfach mal ein sehr großes Lob aussprechen. Selten findet man einen Negativen Partner, der so hinter seinem Positiven Freund steht. Ich hoffe, das Eure Beziehung laaange hält und ihr beiden, trotz dem Virus, ein glückliches Leben führen könnt.

    HIV hat das Schreckensgesicht der "tödlichen Infektionskrankheit" verloren und wurde als "chronische Krankheit" eingestuft und ist so mit einer Diabetes gleichzustellen.

    Höre bitte auf, im Internet nach Antworten zu suchen, denn diese Antworten sind in vielen Dingen sehr widersprüchlich und dürften einen nur sehr verwirren.

    Wenn Du weitere Fragen hast, dann schreibe diese hier im Forum. Hier gibt es zwar keine Ärzte aber ne Menge Leute, die sich mit der Infektion und dem Virus sehr gut auskennen, da sie ebenfalls einen positiven Partner haben oder sie selber schon seit Jahren (ich seit 2009) und andere seit Jahrzehnten (wie Matthias) mit dem Virus leben.

    Liebe Grüße

    Chris
     
  3. guterHoffnung

    guterHoffnung Mitglied

    Hallo Lagoonblue,

    freue mich sehr über dein Engagement. Ganz toll finde ich, daß du deinen Partner unterstützen willst.
    Zwar wird er fast nie Unterstützung brauchen, aber wenn es ihm mal schlecht gehen sollte egal ob psychisch oder physisch, ist er vielleicht froh wenn du einfach nur da bist. Ich jedenfalls bin es. Vor kurzem musste ich ins Krankenhaus wegen einer Geschichte die sich als harmlos rausstellte. Aber bevor sie sich als harmlos rausstellte hatte ich einfach nur Angst. Meine Partnerin die ebenfalls negativ ist war aber für mich einfach nur da und das bedeutete mir unheimlich viel.
    Da ich mich mit dem ThemaHIV viel beschäftige wäre es natürlich im Idealfall toll wenn ich meine Erkenntnisse mit meiner Partnerin teilen könnte. Allerdings erzähle ich ihr nicht alles was mich beschäftigt, weil ich meine Beziehung auch nicht zu viel mit HIV belasten will und an der Stelle "Normalität" will. Um das zu besprechen habe ich mit ner Therapie angefangen und suche die Aidshilfe auf. Außerdem texte ich dieses Forum hier voll ;)
    Von meiner Partnerin würde ich mir noch wünschen, dass sie mit mir dorthingehen würde. Nicht immer aber ab und zu mal.
    Emotional belastet fühle ich mich auch von Zeit zu Zeit dadurch, dass meine Partnerin negativ ist. Nur manchmal! Aber manchmal habe ich Angst davor, sie könnte mich verlassen. In Momenten in denen es einem mal nicht so gut geht, habe ich dann Angst davor für immer alleine bleiben zu müssen für den Fall, dass sie mich verlassen sollte. Aber wenn es mir wieder besser geht, weiß ich auch das das Quatsch ist. Sind einfach nur an manchen Tagen böse Geister.
    Beim Sex war es am Anfang schwer für mich aufgrund des Risikos einerseits und sei es noch so gering. Und andererseits dadurch, dass wir fantastischen und unglaublich spontanen Sex haben, jederzeit und überall. Das ist jetzt nicht mehr ganz so spontan, aber nachdem ich mich dran gewöhnt habe, finde ich den Sex nach wie vor total klasse und unglaublich befriedigend!
    Von meinem privaten Umfeld weiß noch niemand von meiner Infektion. Zwar denke ich darüber nach mit jemandem zu reden, aber mein Therapeut meinte ich solle nur Menschen informieren wenn ich danach mit Ablehnung durch die Personen klar kommen könnte. Das klingt für mich plausibel. Da ich meine Partnerin habe, einen Therapeuten und dieses Forum, habe ich aber bis jetzt auch noch keine Notwendigkeit gesehen meine Freunde zu informieren.
    Wünsche euch alles alles Gute und stehe jederzeit für einen Austausch zur Verfügung!
    LG
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich bin zwar Single .. aber eines weiß ich: Dein Partner möchte nicht in Watte gepackt werden, er möchte nicht als Kranker oder Behinderter behandelt werden. Er möchte keine übertriebene Fürsorge und er möchte auch mal einen Schnupfen haben können, ohne dass Du gleich an den Zusammenbruch des Immunsystems denkst.

    Er ist Dein Partner, nicht mehr und nicht weniger. Sei für ihn da, aber enge ihn nicht ein. Frage nicht, sondern lass Dir erzählen. Allerdings: Biete ihm an, dass er alles erzählen kann ... und sage ihm auch, dass Du auch alles erzählen wirst: Ängste, Sorgen, Bedürfnisse.

    Nur: LassHIV nicht zum Mittelpunkt Eures Lebens werden ... Es gibt Wichtigeres in einer Partnerschaft.

    Alles Gute!
     
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