Ich brauch Rat- Freund HIV positiv diagnose vor 4 Wochen

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Quine1984, 24. April 2014.

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  1. Quine1984

    Quine1984 Neues Mitglied

    Hey

    Ich brauche mal Rat von Leuten die in der gleichen Situation sind. Vor 4,5 Wochen wurde bei meinem FreundHIV festgestellt. Den Test hat er im Zusammenhang mit einer Nachuntersuchung einer Darmentzündung machen lassen. Eigentlich sollte das nur ein Routine Check sein. Als er dann zur Entbesprechung ins Krankenhaus fuhr, wurde ihm dann mitgeteilt, dass seine Darmentzündung vollkommen verheilt sei aber leider hat er HIV. Ein riesen Schock. Er hat mich natürlich sofort angerufen, damit ich mich testen lassen konnte und PEP zur Vorsorge bekomme.

    Bis jetzt bin ich negativ, durch die PEP kur kann man aber erst Ende Juni den entgültigen Test machen.

    Ich war natürlich geschockt aber die Diagnose ändert nichts an meinen Gefühlen, ich liebe ihn nach wie vor, habe keine Ansteckungsängste und keine Probleme was das Sexleben angeht.

    In der ersten Woche nach der Diagnose haben wir jede freie Minute miteinander verbracht. Ich würde mal sagen, er ist geradezu in mich hinein gekrochen. Seine Stimmung ging natürlich erwartungsgemäss auf und ab, aber er hatte letztlich eine positive Einstellung.

    In der zweiten Woche hat er dann seine Medikamente bekommen und wurde hart von den Nebenwirkungen getroffen, was dazu führte, dass er lieber alleine sein wollte (verständlicherweise).

    In Woche 3 ging es ihm besser aber er wollte viel alleine sein, schrieb selten zurück und am Ende der Woche hat er mich dann um ein *TIMEOUT* gebeten.

    Begründung: Die Diagnose trifft ihn nun richtig und er muss erstmal seinen Kopf sortieren und alleine damit klar kommen. Und die Tatsache, dass er die ganze Zeit an mich denkt und das Gefühl hat mich nicht besonders gut zu behandeln, stresst ihn wahnsinnig. Dazu kommt, dass ich as einzige Bescheid weiss und er das Gefühl hat wenn er mich sieht, daran erinnert zu werden. Er möchte sich auf Arbeit und sich selber konzentrieren und so egoistisch sein wie eben nötig. Er hat absolut klar gemacht, dass es ihm nicht um Trennung geht, sonderun um ne Pause. Und mich versprechen lassen, dass ich warte bis er von sich aus Kontakt auf nimmt.

    Ich habe eingewilligt, weil ich Ihn verstehen kann und ich auch schon weiss, dass er der Typ ist, der sich bei Krankheit erstmal zurück zieht.

    Es ist super hart für mich vor allem weil ich weiss, dass er sehr viel Kontakt mit allen möglichen Freunden hat wenn er gerade nicht alleine sein will.

    Trotzdem habe ich wahnsinnige Angst ihn zu verlieren...Seit dem letzten Gesspräch sind zwei Wochen vergangen und ich habe keine Ahnung wie es ihm geht oder was er macht. Es macht mich wahnsinnig und ich fühle mich unendlich hilflos.

    Deswegen meine Frage an Menschen in der gleichen Situation- kennt ihr die Rückzugsstrategie? Wie seit ihr damit umgegangen? Wie kann ich mich selbst beruhigen um ihn nicht weiter zu bedrängen und damit zu verlieren (ich habe ihm heute leider eine Nachricht geschickt, in der ich ihn gefragt habe wie es ihm geht - entschuldigung für das Brechen unserer Absprache eingeschlossen- leider gab es keine Antwort).
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Quine,

    nur ganz kurz. Ich bin zwar nicht in der gleichen Situation, aber ich habe schon mehrfach diese Situation miterlebt.

    Dein Freund hat eine Diagnose bekommen, mit der erst einmal fertig werden muss, das braucht Zeit. Er möchte lieber alleine sein, weil er auf die besorgten Fragen, die Du sehr wahrscheinlich stellen würdest, keine Antwort hätte und das wäre für Euch Beide nicht zufriedenstellend, ja - es könnte sogar zu einem unnötigen Zerwürfnis führen. Gönne ihm die »Auszeit«; sie liegt ja nicht an Dir, sondern an der neuen Situation.

    Es kann passieren, dass er sich zurückzieht, weil er Dich nicht infizieren bzw. zu sehr in die Geschichte mit einbeziehen will. Das ist keine böse Absicht, sondern ein Akt der Hilflosigkeit.

    Am besten hilfst Du ihm, wenn Du ihm beweist, dass Du da bist, wenn er Dich braucht, aber er den Zeitpunkt bestimmen kann, wann der die Kraft hat, sich Dir auch bei diesem Thema zu öffnen ... Du also seinen Wunsch respektierst, auch wenn es schwer fallen mag. Damit gibst Du ihm Sicherheit. Bedränge ihn nicht, auch wenn Du Dir Sorgen machst. Das wäre zu viel für ihn, weil er dann ein schlechtes Gewissen bekommt, dass er Dir nicht helfen kann. Wie Du siehst, gibt es eine Menge Wechselwirkungen ...

    Wenn's Euch hilft ... ich habe ein Buch zum Thema geschrieben (siehe Signatur unten). Das gibt es auch als eBook (Amazon oder iTunes).
     
  3. Quine1984

    Quine1984 Neues Mitglied

    hey

    Danke für deine Antwort... Ich habe eigentlich mehrfach zu ihm gesagt, dass wir von mir aus das Thema nicht anschneiden müssen. Meine Fragen sind beantwortet und wenn er nicht darüber sprechen will ist das okay für mich.

    Sonderbarer weise fing er dann mit dem Thema an beim vorletzten Mal.. Es tut mir weh und ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll, dass er sich durch mich daran erinnert fühlt..

    Auch wenn ich natürlich nachvollziehen kann wo es her kommt. Wir hatten ein fantastisches spontanes Sexleben und alleine der Gedanke mit mir Schlafen zu wollen, sorgt natürlich für einen Schlag ins Gesicht..

    Die zwei Male die wir uns in den letzten wochen gesehen haben, hat er auch nicht bei mir ¨übernachten wollen ...Was natürlich schmerzt vor allem weil die erste Woche gerade umgedreht war...
     
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