Hiv-Schnelltest und Alkohol

Dieses Thema im Forum "HIV-Test" wurde erstellt von .Mia., 20. Dezember 2018.

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  1. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Hallo,

    ich habe vorab das Forum durchsucht, habe aber gemerkt, dass ich keine griffige Antwort entdecke.

    Deshalb erläutere ich kurz die Situation.
    Es geht um meinen ehemaligen Partner. Er hat ein Alkoholproblem, die genauen Mengen und die Dauer kenne ich nicht, aber er hat es mir selbst gesagt. Zu Beginn haben sowohl er und ich einenHIV-Schnelltest der 4. Generation gemacht: beide negativ.
    Nun hat er nochmals einen solchen Schnelltest bei sich machen lassen, da ich Angst bekommen hatte (ich habe eine Angststörung und das mit dem Alkohol habe ich erst nach dem ersten Testergebnis erfahren). Der zweite Test war wieder negativ.

    Was ich sagen kann, ist, dass er in den letzten drei Monaten circa. viermal betrunken war. Was wenig ist. Aber ich weiß nicht, wie stark es davor war. Dass er jeden Tag zwanghaft solange getrunken hatte, bis er völlig benebelt war, nehme ich nicht an.

    Die 12 Wochen "diagnostische Lücke" ist mir bekannt; ihm habe ich das auch nochmal gesagt und er war auch bei der Beratung.

    Meine Frage ist: Wie aussagekräftig sind seine beiden Testergebnisse?
    Wenn ich das richtig verstanden habe, sind in diesen 12 Wochen der diagnostischen Lücke auch jene Menschen involviert, die ein Alkoholproblem haben. Demnach müsste ich mir keine Sorgen machen.

    Ich habe auch in der Beratungsstelle angerufen und direkt gefragt, welche Auswirkungen Alkohol auf ein Testergebnis hat. Und ich habe dazu gesagt "lange Zeit starker Alkoholkonsum" - falls das bei meinem ehemaligen Partner der Fall war - und die Beraterin meinte ganz klar "Es hat keinerlei Auswirkungen."
    Das finde ich aber widersprüchlich zu dem, was hier teils im Forum zu finden ist: verzögerte Antikörperbildung und demnach die Möglichkeit eines verfälschten Testergebnisses.

    Vielen Dank für die Antwort und liebe Grüße!
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moin,

    die Beraterin in der Beratungsstelle hat schon ganz recht: Alkohol hat keine Auswirkungen auf das Testergebnis, weil sie als offizielle Stelle immer und grundsätzlich bei der Verwendung von Schnelltests von 12 Wochen ausgehen muss. Wir wissen aber, dass Menschen, die nicht zu den Ausnahmefällen – darunter zählt auch Alkohol in großer Menge – zählen, bereits nach 8 Wochen ein aussagekräftiges Schnelltest-Ergebnis haben. Mit 12 Wochen bist Du also immer auf der sicheren Seite.
     
  3. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Hallo .Mia.,

    Du kannst den beiden Testergebnissen vertrauen und brauchst dir keine Sorgen diesbezüglich zu machen.

    Ich finde es ganz klasse von dir/euch, dass ihr gemeinsam bei der Beratung wart.
     
  4. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Lieber Matthias,

    ich danke dir sehr für deine Antwort! Und auch dir, Wyoming!

    Dann bin ich auf der sicheren Seite, möchte aber noch Folgendes hinzufügen (und hier spricht womöglich meine Angststörung aus mir - kann das noch nicht so gut differenzieren, was übertrieben ist und was nicht):
    Wir hatten uns Ende September erstmals getroffen und hatten zuvor ab dem 15.09. Kontakt.
    Am 09.10. haben wir den ersten Schnelltest gemacht.
    Er hat ihn am 11.12. wiederholt. Demnach fällt in die diagnostische Lücke der Zeitraum vom 11.09.-11.12. Das sind circa 2,5 Wochen, in denen ich sozusagen noch nicht auf der "Bildfläche" war. Er hat mir aber zugesichert, dass in der Zeit keinerlei Kontakt zu einer Frau war.

    Und Wyoming, ich finde, so etwas zu Beginn einer Beziehung gemeinsam zu machen, gehört dazu. Ist für mich ein Zeichen von Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit.

    Liebe Grüße :)
     
  5. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Dann nutzt halt einfach noch ne Weile Kondome und wiederholt den Test nach 12 Wochen. Dann bist Du auf der ganz sicheren Seite. Ihr habt Euch aber auch auf andere STI wie Clamydien, Trichomonaden, Feigwarzen, Herpes, etc testen lassen?
     
  6. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Hallo Devil,
    wir sind kein seit drei Wochen kein Paar mehr. Er hat den Test für mich trotz der Trennung wiederholt.
    Wir hatten ab dem Zeitpunkt ungeschützten Sex, als sein Test und mein Test erstmalig negativ war.
    Nein, die anderen STI wurden nicht getestet. Wir wurden befragt, ob wir Symptome dazu hätten. Als das verneint wurde, wurde auch nichts getestet.

    Ich könnte für mich zur absoluten Sicherheit Mitte Januar 2019 den Labortest machen, der 6 Wochen diagnostische Lücke hat.

    Aber an sich, wenn du/ihr dir das so durchliest - da ist doch kein Grund für Bedenken, oder?

    Liebe Grüße und vielen lieben Dank für die Antworten!
     
  7. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Die Tests sind sicher. Bei dem Alkoholkonsum sind Menschen gemeint die seit Jahren schwere Alkoholiker sind und ohne Alkohol auf Entzug kämen. Bei ihnen kann die Antikörperbildung schlimmstenfalls mal länger als 8 Wochen dauern. Auf den Test selbst hat es keinen Einfuss...aber eben auf den Körper.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Dezember 2018
  8. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Eine tolle Einstellung, die du da hast.
    Finde ich ganz arg klasse.
    Ernsthafter kann man, wie ich finde, niemandem sein Interesse bekunden.

    Nein.
    Deine Testergebnisse waren aussagekräftig.
    Gibt es denn, unabhängig von eurer vergangenen Partnerschaft, Grund zu der Annahme, dass in irgendeiner Weise ein Risiko bestand?

    Ich lese zwischen den Zeilen arge Zweifel an der Richtigkeit der Testergebnisse heraus.
    Warum?

    Oft steckt ein Vertrauensmissbrauch dahinter,- da gilt es aber klar zu differenzieren.
    Nur Personen können lügen, Testergebnisse nicht. ;)
     
  9. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Da liegst du richtig mit den Zweifeln ;).
    Ich möchte jetzt ungern zu weit ausscheren, aber das eine ist das Thema Alkohol: Inwiefern erinnert er sich wie genau an was mit wem? Wie viel Alkohol war es vor mir? Das andere ist, dass er in der Vergangenheit eher sexuell risikobereit war als ich - er hatte mal ungeschützten Sex. Er war auch nicht gut aufgeklärt überHIV. Deshalb habe ich ihn zu dem zweiten Schnelltest gedrängt. An seiner Treue zweifele ich nicht.
    Einen Vertrauensmissbrauch gab es auch nicht - er hat mir bisher alles beantwortet; auch die wirklich unschönen Dinge.
    Ich unterstelle ihm eine gewisse Leichtfertigkeit in mehreren Lebensereichen. Und das bedeutet, wie ich festgestellt habe, einen Katalysator für meine Angst. Deshalb habe ich mich getrennt. Er hat sein Bestes gegeben, dass ich ihm mehr vertraue und ihn hat es stark verletzt, dass ich es nicht tue.
    Er hat beim zweiten Test nach der Trennung der Sozialpädagogin mitgeteilt, dass ich anrufen werde, damit sie mir sein Ergebnis bestätigt. Weil er wusste, dass ich das brauche; weil seine Antwort nicht genügt.
    Daher meine Zweifel - das eine ist seine Naivität und Unbekümmertheit, die ich wahrnehme - das andere ist meine Angst - und aus dieser Kombination wird wohl aus Vertrauen Misstrauen.

    Die Antwort war jetzt doch etwas länger. :)

    Liebe Grüße!
     
  10. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Leider muss ich das so dramatisch ausdrücken, aber es wäre schon ein enormer Fortschritt, wenn der überwiegende Teil der Gesellschaft nur nicht "nicht gut" aufgeklärt wäre. Tatsächlich ist es so, dass man dem Großteil nicht mal ein "ausreichend" oder "mangelhaft" bescheinigen könnte.

    Sei's drum, ich verstehe deinen Ansatz, möchte deine Ängste keinesfalls befeuern, aber du wirst, ebenso wie wir alle auch, wohl damit leben müssen, dass Menschen unterschiedlich in ihrer Risikobereitschaft sind.

    Was du dir gedanklich aber vorhalten solltest ist, er hat sich, ebenso wie du, entblättert, in dem er dem Test oder mittlerweile auch den Testungen zugestimmt hat, ohne Murre Mau.

    Weswegen genügt seine Antwort nicht?
    Selbstverständlich musst du nicht antworten, ich möchte auch nicht allzusehr ins Detail gehen, aber Vertrauen ist doch die Grundlage einer jeden Beziehung. Wenn kein Misstrauensvorwurf im Raum steht, weswegen reicht eine Antwort seinerseits dann nicht? Und auch hier wieder: Er war bereit, sich zu entblättern, in dem er sogar offen im Umgang war und die Sozialpädagogin gebeten hat, zu vermitteln.

    Da gehe ich mit dir absolut konform - das ist eine etwas unglückliche Mischung.
    Ich kenne deinen Expartner nicht, bin generell aber der Meinung dass jeder, ganz gleich wie er seine Vergangenheit gestaltet hat, ob nun durch Alkohol, Drogen oder andere Suchtmittel, eine Chance verdient hat.

    Vielleicht nicht mehr für eine Partnerschaft, das ist euererseits privat, aber für eine zwischenmenschliche Vertrauensbasis.
    Dafür gibt es kein Ablaufdatum. :)

    Kein Problem.
    Danke dir für den Einblick!
     
  11. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Das mit dem Zitieren klappt bei mir nicht so optimal. Deshalb mach ichs so:

    Dein erster Beitrag (AufgeklärtheitHIV):
    Ja, ich würde es bei ihm auch eher als "unzureichend" bezeichnen. Und dass er damit nicht allein ist, finde ich auch erschreckend. Mir ist das ehrlich gesagt ein Rätsel - hat was mit Selbstfürsorge zu tun und Verantwortung für sich übernehmen. Und für andere.

    Dein zweiter Beitrag (seine Bereitschaft und mein Misstrauen)
    Schwierig. Ich kann dir dazu keinen konkreten Anlass nennen, weshalb seine Antwort nicht genügt - dann denke ich "Und was ist, wenn in den 2,5 Wochen, die nicht beim Test erfasst sind, bei ihm was war, er sich nicht erinnert, er es abtut, ...?" Als ob ich mir jede kleinste Möglichkeit suchen würde, ihm zu misstrauen.
    Hat sicher auch was mit Nähe zulassen zu tun, einlassen, loslassen - und mit den gleichen Themen hat er zu kämpfen, hat er mir gesagt.

    Dein dritter Beitrag (Chance geben)
    Ja, eine explosive Mischung ist das.
    Wenn er in mir weniger auslösen würde, würde ich ihm auch weiterhin eine Chance geben. Aber ich bin an meine Grenzen gekommen und habs nicht mehr geschafft. Er wurde auch stark mit seinen Ängsten durch mich konfrontiert und das war eine ziemlich intensive, herausfordernde Zeit. Und da kann ich für uns beide sprechen.
    Hab ihn immer in meinem Herzen - und da hat er seinen sicheren Platz.

    Den Einblick habe ich dir gern gegeben. :) Vielen Dank für deine Perspektive und dein Nachfragen!
     
  12. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Na guck.
    Aber daran lässt sich doch arbeiten.
    Wenn du schon weisst, dass es dahingehend Defizite gibt, bist du doch auch gewillt eine Lösung zu finden. Da bin ich zuversichtlich, das kriegst du hin. ;)

    Hattet ihr seinerzeit auch eine Paartherapie in Erwägung gezogen?

    Nicht dafür. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Dezember 2018
  13. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Hallo Wyoming,

    Dein erster Beitrag (Defizite und Bereitschaft)

    Danke dir. Ja, ich arbeite auch daran.

    Dein zweiter Beitrag (Paartherapie)

    Deine Idee war tatsächlich auch meine.
    Da wir nur kurz zusammen waren und irgendwie Vieles im Schnelldurchlauf erlebt haben, d.h. sehr, sehr viel in sehr kurzer Zeit, wofür andere Paare womöglich Jahre brauchen, war ich in dem Moment aber zu stark überfordert. Er wäre sicher zu einer Paartherapie dazu bereit gewesen und im Nachhinein wäre das einen Versuch wert gewesen.
    Bin trotzdem insgesamt erleichtert, dass ich jetzt ohne bin. Das kommt allmählich. Seine Verliebtheit in mich hatte für mich auch etwas von "Ich brauche dich", "Mir geht es mit dir viel besser als ohne dich" und etwas von Abhängigkeit. Die Zitate sind die Worte, die er mir gesagt hat. Das hat sich nicht gesund angefühlt und nicht auf einer Ebene.


    Falls das in diesem Forum möglich ist (hab ich noch nicht so ganz durchblickt :) ) würde ich vorschlagen, dass, falls wir noch weiteren Austausch wollen, im Anschluss private Nachrichten zu schreiben.
    Natürlich hat das Thema "Vertrauen" eine Verbindung zuHIV-Tests und "Partnerschaft" auch. Aber an sich ist es jetzt nicht mehr so ganz kompatibel mit dem Threadtitel. :)
    Also schreib mir gern privat, wenn du zu meiner Antwort etwas sagen möchtest.

    Liebe Grüße. :)
     
  14. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Bitte, gerne.
    Dafür wünsche ich dir viel Erfolg!

    Dann geniesse die neugewonnene Leichtigkeit :)

    Damit hast du Recht.
    Ich wollte nicht zu weit vom Thema "abdriften", sondern dir lediglich ein paar Denkansätze geben, die den Zweifeln ob der Richtigkeit der Testergebnisse ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen sollten.

    Privat möchte ich nicht schreiben, ich denke es ist zum Thema auch alles gesagt und deine Fragen wurden ausreichend beantwortet.

    Ich wünsche dir alles Gute! :)
     
  15. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Hallo ihr Alle,

    Wyoming, nochmals vielen Dank für dein Nachfragen. :)

    Es tut mir leid, dass ich nun nochmal damit anfange.
    Aber ich weiß nun mehr über den Alkoholkonsum von meinem ehemaligen Partner. Das möchte ich gerne mitteilen.

    Er hat seit 15 Jahren ein Alkoholproblem und war "vor" mir ein-zweimal pro Woche betrunken. Im August noch mehr als das.

    Ich finde, das ist eine sehr lange Zeit und ich finde, es ist auch "starker Alkoholkonsum"? Kann das nicht so gut einschätzen.

    Das hat mich jetzt doch verunsichert - einerseits gut, dass er mir auf meine Fragen diesbezüglich so schonungslos antwortet, andererseits fühl ich mich jetzt nicht wiederum ängstlich.

    Ist sein Testergebnis/seine Testergebnisse trotzdem sicher?
    Wie schätzt ihr das ein?

    Liebe Grüße und vielen Dank - auch für eure Geduld! Hätte ich das bei meinem ersten Beitrag gewusst, hätte ich es gleich angeführt.
     
  16. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Nochmals...wir reden von Alkoholmissbrauch d.h. schwere Alkoholsucht. Menschen die ohne ihren Akohol in den Entzug kommen.
     
  17. .Mia.

    .Mia. Neues Mitglied

    Hallo Alexandra, Danke für deinen Nachtrag.
    Mein ehemaliger Partner war auch schon vor einigen Jahren bei den "Anonymen Alkoholikern". Und vor wenigen Monaten bei einem Therapeuten, weil er glaubte, Entzugserscheinungen zu haben. Das hat sich nicht völlig bestätigt, aber es wurde besprochen, inwiefern er professionelle Unterstützung bekommen könnte.
    Wenn du sagst, das sei kein Zeichen einer schweren Alkoholsucht, glaube ich dir das.
    Ich habe dazu nicht die Kompetenz; kannte nur meinen Vater, der tatsächlicher, schätzungsweise schwerer, Alkoholiker war. Er hatte immer mal auch ein paar Wochen "alkoholfrei" und hat sich dann wieder völlig abgeschossen.


    Liebe Grüße und nochmals Danke.
     
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