HIV-Risiko?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Kirschkuchen, 27. Februar 2021.

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  1. Kirschkuchen

    Kirschkuchen Mitglied

    Ja, das stimmt...
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Guten Morgen,
    ich weiß ja, dass das keine Absicht ist. Aber trotzdem hat es Folgen – übrigens auch für Dich: Je schlimmer Du eine Sache findest, umso mehr wirst Du verhindern wollen, dass sie passiert … und genau dann passieren immer die Dinge, die man eigentlich verhindern wollte. So etwas nennt man Teufelskreis.

    Dein Problem: Du weißt nicht – und kannst Dir auch nicht vorstellen – wie man mitHIV leben kann. Daher setzt Du das bruchstückhafte Wissen, das Du mal irgendwann aufgeschnappt hast, nach Deinen eigenen Vorstellungen zusammen und erschaffst Dir ein Bild von HIV, das mit der Realität heute (eigentlich ja schon seit 25 Jahren) überhaupt nichts mehr zu tun haben muss. Und vor diesem Bild hast Du Angst.

    Wenn Du z. B. beginnen würdest, HIV eine ganz normale Krankheit zu betrachten, die man schon lange gut behandeln kann, vor der man sich aber – mit realem Wissen! – und anderen Maßnahmen schützen kann, wäre das der erste Schritt auf einem zwar langen, aber lohnenden Weg. Bei Dir habe ich leider manchmal das Gefühl, dass Du die Ängste mittlerweile als Schutz wahrnimmst und daher gar nicht mehr auf sie verzichten willst.

    Das ist – wie gesagt – mein Gefühl … und es muss nicht stimmen. Aber genau so kommst Du für mich rüber.
     
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  3. Kirschkuchen

    Kirschkuchen Mitglied

    @matthias

    Ich möchte hier noch drauf antworten, weil ich dir einfach sagen möchte wie krass ich es finde, wie du es auf den Punkt gebracht hast. Ich bin schon fast erschrocken, da wir uns ja nichtmal persönlich kennen.

    Und du hast sowas von recht, also um professionelle Hilfe werde ich zwar vermutlich nicht drum herum kommen, aber ich muss auch selbst an mir selbst arbeiten.

    Danke für deine Antwort. Du hast einfach die Worte so gut gefunden und meine Gedanken besser beschrieben als ich es selbst könnte.
     
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  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    @Kirschkuchen

    danke für Deine Antwort. Im ersten Moment bin ich ja etwas zusammengezuckt, weil ich den Begriff »krass« wahrscheinlich old-schooliger verwende als Du … ;) … aber dann hat es mich doch gefreut, dass meine Worte richtig angekommen sind.

    Wir (d.h. viele Menschen mitHIV) leiden sehr darunter, dass die Infektion und damit auch die Infizierten immer noch im Lichte der 80er und frühen 90er gesehen werden, als eine Infektion tatsächlich ein Todesurteil und eine Übertragung schwere Körperverletzung war – was sie unter bestimmten Umständen übrigens heute noch und auch zu Recht sein kann – … wohingegen seit 1996 Medikamente auf dem Markt sind, die einerseits HIV im Körper zurückdrängen und damit sowohl den Ausbruch von AIDS wie auch eine Übertragung auf einen anderen Menschen verhindern. Das wurde in mittlerweile so vielen Studien wie auch durch praktische Beispiele (das Leben als solches) belegt, dass jede Panik vor HIV – und vor allem die unnötigen Formen der Panik – das alte, längst überkommene Bild manifestieren. Nach den neuesten Zahlen sind übrigens 96% aller Menschen, die in Deutschland mit diagnostiziertem HIV leben, in Therapie.

    Man kann, darf und soll HIV nicht verharmlosen – es ist nach wie vor unheilbar. Aber werden Menschen wegen Diabetes, ebenfalls unheilbar, dikriminiert? Steht Zucker (obwohl es mit Diabetes so wenig zu tun hat wie HIV mit sexueller Aktivität oder Orientierung) auf mancher Leute Todesliste?

    Daher werde (nicht nur) ich manchmal etwas drastisch in der Wortwahl – aber wir machen das eigentlich nur, weil wir anderen Menschen die Augen öffnen wollen – zu ihrem eigenen Schutz und ihrem eigenen Besten! Wir haben nun mal die Erfahrung …
     
  5. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Wirst Du sicher nicht herum kommen.
    Dann musst Du aufhören, für jedes NICHT-Risiko in ein Forum zu rennen, sondern tatsächlich mal das Hirn aktiv einschalten, die real existenten Infektionswege durchgehen und wenn dein Fall da nicht drunter fällt, akzeptieren, dass eben KEIN Risiko fürHIV bestand.
     
  6. Kirschkuchen

    Kirschkuchen Mitglied

    Das habe ich doch bereits verstanden was ich zu tun habe @devil_w
     
  7. Kirschkuchen

    Kirschkuchen Mitglied

    @matthias Ich wollte dich mal eine Sache noch fragen. Damals als die Krankheit zum ersten Mal auftrat und noch nicht bekannt war wie die Infektionswege sind, musste man da anderen Menschen noch sagen, dass man von der Infektion betroffen ist? Weil man ja noch nicht wusste, dass man sich nicht zum Beispiel durchs Husten etc. anstecken kann.
     
  8. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    @Kirschkuchen ,

    nein – auch wenn das gerne immer wieder behauptet wird:HIV-positive Menschen waren hierzulande niemals verpflichtet, ihren Status offenzulegen … auch damals galt genau wie heute die »informationelle Selbstbestimmung«, die klar definierte, dass nur man selbst berechtigt ist, eine wie auch immer geartete Krankheit offenzulegen. Die informationelle Selbstbestimmung betrifft nicht nur HIV oder Krankheiten, sondern alle Daten aus dem privaten und höchstpersönlichen Lebensbereich. Auch heute noch.

    Als 1981 zum ersten Mal über die Krankheit berichtet wurde – in Deutschland wurde der erste Fall 1982 bekannt – gab es ziemlich schnell gefühlt 35.000 Infektionswege, die aber den Großteil des Gesellschaft nicht interessiert haben, weil HIV ja, so dachte man damals, ausschließlich Schwule und Drogenabhängige – also, um es mal bösartig zu sagen: den Abschaum der Gesellschaft – betrifft. Die heute nach wie vor weit verbreitete Homophobie, die u.a. auch von Kirche und Konservativismus stetig gepflegt und gefördert wird, hat diese Sichtweise betoniert.

    Aus genau dieser Haltung hat sich aber auch bei Heterosexuellen ein genügsames und desinteressiertes Halbwissen entwickelt, was letztlich dazu geführt hat, dass Leute heute wegen praktisch Nichts panisch reagieren.

    Weil man ja »nicht betroffen« war, hat man sich auch nicht mit dem Thema befasst … und so konnten auch alle positiven Entwicklungen spurlos an einem Großteil der Gesellschaft vorbeigehen. Und das scheint auch mit der Muttermilch oder der Erziehung weitergegeben worden zu sein, sonst würden sich heute nicht 20-jährige in Ängsten suhlen, die es seit 25 Jahren nicht mehr geben muss.
     
    Lokilein und AlexandraT gefällt das.
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