HIV positives Kind

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Ahavah, 5. Februar 2017.

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  1. Ahavah

    Ahavah Neues Mitglied

    Hat jemand einen Tipp, welche Infos man wie an die Eltern anderer Kinder weitergeben muss/sollte/kann? Meine Freundin und ihr Kind sindHIV positiv und sie hat große Angst, das könnte bekannt werden. Doch nun wird ihr Kind älter, ist im Kindergarten und findet erste Freunde. Ich meine, irgenwie müssen andere Eltern schon informiert werden, falls sich das Kind verletzt und blutet. Wie geht ihr damit um? Welche Erfahrungen habt ihr?
     
  2. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Ich kenne mich mit der Therapie bei Kindern leider nicht aus. Aber bekommt das Kind eine medikamentöse Therapie gegenHIV und ist es unter Nachweisgrenze? Wenn ja, würde ich Niemanden über die Infektion informieren, da es dann ja nicht infektiös ist.
    Ansonsten würde ich maximal die Kindergartenleitung informieren und diese hat gegenüber anderen Personen Schweigepflicht.
    So leicht ist HIV zum Glück ja nicht übertragbar. Wenn, müsste das infektiöse Blut ja in die Blutbahn des Anderen gelangen. Die bloße Haut lässt HI-Viren nicht durch und auch kleinere Nagelbettverletzungen, wie sie andere Kinder öfters mal haben, sind keine Eintrittspforte für HI-Viren.
    Ich wäre da wirklich zurückhaltend.
     
  3. Ahavah

    Ahavah Neues Mitglied

  4. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    sehr gerne und ich denke mal Matthias, der sich da wirklich sehr sehr gut auskennt, wird sich, sobald er von seiner kurzen Reise zurück ist, hier auch noch melden.
    Nachtrag: Wenn ihr die Kindergartenleitung informieren wollt, dann redet doch vorher mit Eurem Schwerpunktarzt, ob er bereit wäre, dem Gespräch beizuwohnen, um Zweifel seitens der Kiga-leitung gleich aus dem Weg räumen zu können.
     
  5. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Wichtig ist, dass alle Aktionen nur von Deiner Freundin aus kommen und nicht von Dir. Dies ist nicht böse gemeint. Der Kindergärtnerin selbst - nicht der Leitung - würde ich nur Bescheid geben wenn das Kind infektiös ist. Ansonsten würde ich schweigen. Wie weiss das Kind Bescheid? Weiss es, dass andere Kinder kein Kontakt zu seinem Blut haben sollten?
     
  6. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    :shock:
    Wie kommst du auf diese Idee? Würde ich niemals machen.
    Und die Leitung des Kindergartens bzw die "Tante" auch nur dann, wenn das Kind nicht in Therapie ist. Geht niemanden etwas an...
     
  7. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Andere Eltern auf keinen Fall informieren.... ansonsten kann man das Kind gleich aus dem Kindergarten nehmen. Leider sind nicht alle aufgeklärt wie es sein sollte und es wird böses Blut geben.... es wird Kindern verboten werden mit dem Kind zu spielen etc. - sogar wenn es unter Nachweisgrenze ist.
     
  8. mischa

    mischa Mitglied

    Denke auch damit würde man dem Kind nichts gutes tun.
    Selbst wenn die Eltern aufgeklärt sind, keine Profis, nur eben eine gute Idee haben.
    Wenn es um die eigenen Kinder geht, tendiert man schon mal dazu übervorsichtig zu sein.
     
  9. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Ahavah,

    ich wurde ja schon angekündigt :)

    Hier meine Einschätzung:

    HIV gehört in Deutschland zur informationellen Selbstbestimmung, d.h. es gibt keine Auskunftspflicht, sondern nur ein Auskunftsrecht. Der positive Mensch bzw. sein gesetzlicher Vertreter kann – aber muss eben nicht – die Krankheit offenlegen. Wenn das Kind in Therapie und unter der Nachweisgrenze ist, ist Blut kein Überträger mehr. Allerdings gibt es das Problem der »Stillen Post«. Wenn andere Eltern das mitbekommen, dass im Kindergarten ein HIV-positives Kind ist, ist oft das Geschrei groß – unabhängig davon, ob eine tatsächliche Übertragungsgefahr besteht oder nicht …

    Ich weiß jetzt nicht, wo Ihr lebt – aber ich empfehle, sich mit der örtlichen AIDS-Hilfe oder AIDS-Beratung zusammenzusetzen und zu überlegen, wie man damit umgehen soll und kann. Der Kindergarten selbst hat eine Informationspflicht bei ansteckenden Krankheiten; das betrifft üblicherweise Windpocken, Masern oder Läuse und so. HIV ist noch zu selten, als dass es da Vorgaben gibt. Persönlich bin ich ein Freund der Offenheit – aber man muss auch mit den – durchaus schmerzhaften – Reaktionen umgehen können …

    Hier mal ein Auszug aus meinem Buch »Endlich mal was Positives, Band 2» zum Thema:
    »Michèle aus der Schweiz wurde vorgeworfen, sie gefährde als positive Frau ihren Mann und ihre Kinder, handle ohne Verantwortungsgefühl, weil sie ja ohnehin bald sterben würde. Immer noch stutzen viele bei der Feststellung, dass ihre 2002 und 2004 geborenen Töchter erst lange nach der Ansteckung zur Welt kamen – und zwar gesund. Wie ist das möglich? HIV-Infizierte können bei erfolgreicher Therapie das Virus nicht mehr weitergeben – weder an Sexualpartner noch an ihre ungeborenen Kinder. Mittlerweile ist nicht einmal mehr der früher unabdingbare Kaiserschnitt notwendig, mit dem man verhindern wollte, dass sich das Kind über die Schleimhäute im Geburtskanal infiziert.

    Damit hat sich für Frauen ein großes, psychisches Problem erledigt. Immer wieder lese ich in Foren, dass sich Frauen mit HIV nicht mehr für vollwertig halten, weil sie keine Kinder mehr gebären könnten. Oder sie befürchten, das Kind nicht mehr aufwachsen zu sehen oder die Enkel nicht mehr erleben zu können.

    Was für HIV-positive Menschen mittlerweile eine Selbstverständlichkeit ist, müssen negative Menschen oft erst lernen. Michèle: »Als meine Tochter in die Krippe kam, verlangte die Leiterin tatsächlich eine medizinische Bestätigung, dass sie HIV-negativ sei, und dass auch ich die Kinder und Eltern nicht anstecken könne – nur zur Absicherung, wie die Leiterin meinte.« Dazu passt eine Meldung des Nordbayerischen Kurier vom 12. September 2014. In einer Kindertagesstätte gab es ein HIV-positives Kind. Darüber kursierten bei den anderen Eltern entsprechende Gerüchte. Die Kindergartenleitung war im Zwiespalt zwischen Schweige- und Informationspflicht. Eine allgemein gehaltene Information zu HIV weckte dann schlafende Hunde. Mit Hilfe der Aidsberatung Oberfranken wurde der Zwiespalt elegant gelöst: Es wurde ein Informationsabend angesetzt. Beim »bestbesuchtesten Elternabend jemals«, so die Zeitung, kamen 50 Eltern – bei 165 Kindern sind das allerdings nicht mal ein Drittel. Viele Eltern entschuldigten sich mit der Begründung, sie hätten sich bereits im Vorfeld kundig gemacht. Die, die kamen, wurden kompetent informiert. Am nächsten Tag gab es daher viele positive Rückmeldungen; ein Teilnehmer fasste seine Erkenntnis so zusammen: Er fand den Abend »informativ und gut aufgebaut. Mir wurden Ängste und Sorgen genommen. Ich hoffe, dass das auch bei den anderen Eltern so angekommen ist, und dass wir wieder einen normalen Betrieb haben.«

    Die Huffington Post berichtete am 22. September 2014 über die texanische Fotojournalistin Jenn Mosher, die auf scarymommy.com – ihrem Blog über alle Themen rund um Mutter und Kind – den Beitrag »Mein HIV-positives Kind spielt mit deinem Kind und du weißt es nicht« veröffentlicht hatte. Ihr Eintrag wurde in kürzester Zeit zehntausende Mal geteilt und fand trotz der brisanten Thematik viel Anklang. Was sie erreichen will? Toleranz und vorurteilsfreie Begegnung mit dem Virus. »Mein HIV-positives Kind hat Rechte, die besagen, dass wir es niemandem erzählen müssen«, wird die Mutter zitiert. Und sie hat recht: Weder die Schule noch andere Eltern müssen über die Erkrankung ihrer Adoptivtochter informiert werden. In den USA ist sie lediglich verpflichtet, Ärzte und Zahnärzte aufzuklären. In Deutschland ist das zumindest empfehlenswert. »Meine Tochter könnte deinen Sohn daten, wenn sie ein Teenager ist und sie wird eines Tages heiraten und HIV-negative Babys zur Welt bringen - wenn sie möchte. HIV ist nichts, vor dem man sich fürchten muss.« Die Journalistin hat mittlerweile ein zweites, ebenfalls HIV-positives Mädchen adoptiert. Sie kämpft, wie die Zeitung weiter schreibt, für Aufklärung und einen offenen Umgang mit der Krankheit – und das mit ihrer eigenen, ganz persönlichen Geschichte. Ihren Töchtern macht sie damit vermutlich das größte Geschenk: ein ganz normales Leben.«
     
  10. Ahavah

    Ahavah Neues Mitglied

    Ganz herzlichen Dank, ihr alle, vor allem Matthias. Ich habe alles weitergeleitet. Ihr habt mir, vor allem aber der Mutter, Sorgen genommen. Das Kind ist in Behandlung, unter der Nachweisgrenze und also, wie ihr sagt, ist sein Blut nicht mehr ansteckend. Sicher nicht? Denn der Kleine weiß nichts. Vielleicht wundert ihr euch, warum ich da vermittle. Das Deutsch der Mutter ist nicht gut genug, als dass sie es selbst könnte. Und in anderen Kulturen sind die mitHIV verbundenen Ängste vor Ausgrenzung noch viel schlimmer als hier und auch, was meine Freundin betrifft, schon erlebt worden.
     
  11. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    »Unter der Nachweisgrenze« bedeutet, dass weniger als 20 Viren pro ml Blut vorhanden sind. Für eine Übertragung ist eine deutlich höhere Viruslast notwendig.
     
  12. [User gel

    [User gel Poweruser

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    gelöscht
     
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