HIV irgendwann komplett heilbar?

Dieses Thema im Forum "HIV-Test" wurde erstellt von Moe, 29. Januar 2014.

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  1. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Hallo liebe Com,

    ich wollte mal eure Meinung wissen was ihr über die Heilung vonHIV denkt. Gerade Alexandra, Matthias oder Chris dürften da um einiges mehr wissen wie ich. Ich habe mal im Fernseher gehört, dass Kinder und auch mal ein Erwachsener geheilt wurde, aber man sagt doch immer das es überhaupt kein Medikament zur Heilung gibt. Da ich mir viele Gedanken über HIV gemacht habe in den letzten 13 Wochen, stelle ich mir jetzt die Frage ob es jemals heilbar sein wird und wie es dann geheilt werden kann?!

    Viele Seiten schreiben ja das es die nächsten 20 Jahre keine Heilung geben wird, aber warum sind sie sich da so sicher? Gibt es nicht mehrere Studien bzw. Wissenschaftler die jeden Tag sich erneut Gedanken machen über die Heilung?

    Noch eine Frage, auch wenn ich mittlerweile glaub das mein Test nach 10 Wochen sicher war, trotz Symptome jeglicher Art, hilft bei der Entwicklung von HIV Medikamenten Spenden? Da ich selber weiß wie schrecklich der Gedanke ist sich mit HIV zu infiziert haben, würde ich mich schon bereit erklären jeden Monat 20-50 Euro an irgendwelche Projekte zu Spenden, die sich mit der Heilung von HIV auseinander setzten, allerdings will ich nicht das es irgendwelche scheinheilige Studien bekommen, die gar nichts ernst meinen, sondern das Geld nur in ihre eigene Tasche stecken.

    Glaubt ihr das HIV heilbar ist? Ich mein immerhin kann man innerhalb von 72 Stunden HIV zu 80% heilen. Ich finde das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.


    Lieben Gruß
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moin moin,

    da sind ein paar Ungereimtheiten drin. Aber danke für das Thema!

    HIV ist derzeit nicht heilbar. Es gibt Ansätze, an denen geforscht wird ... die sind aber noch lange nicht reif für klinische Tests, die vor einer Zulassung absolviert werden müssen.

    Es gibt den berühmten »Berliner Patient«, der im Rahmen einer Knochenmarkspende zur Heilung der Leukämie auch gleich von den Viren erlöst wurde. Das war aber im Prinzip ein Zufall; es kamen 61 Spender in Frage, und einer von denen hatte von beiden Eltern einen »Gendefekt« geerbt, der es den HI-Viren unmöglich machte, an den Immunzellen anzudocken und sie »umzudrehen«.

    Im März wurde über ein Baby einer positiven Frau berichtet (Boston, USA), das bei der Geburt über eine - wenn auch geringe - Virenlast verfügte. Hier wurde eine sehr abgeschwächte Therapie gegeben. Mutter und verschwanden für 18 Monate von der Bildfläche und der ärztlichen Nachsorge - als sie wieder auftauchten, war das Baby immer noch negativ. Das wurde »faktische Heilung« genannt, bedeutet aber in diesem Zusammenhang etwas anderes.

    Man kann auch mit einer PEP HIV nicht heilen. Hier geht es ebenfalls darum, durch die frühzeitige Medikamentengabe die Viren an der Andockung an die Immunzellen zu hindern. Das hat mit Heilung nichts zu tun, sondern ist eine Art Prophylaxe.

    Wenn Du spenden willst, dann bitte nicht an die Pharmafirmen. Du kannst z.B. Deine örtliche Aidshilfe durch Spenden unterstützen ... Du kannst auch das Sponsoring für meine Lesung aus meinem Buch vor Schülern Deiner Heimatstadt übernehmen (dazu müsste die Schule allerdings Ja sagen) ... und vor allem kannst Du - gratis! - mithelfen, Diskriminierung und Stigmatisierung positiver Menschen abzubauen.

    Es gibt viel zu tun!
     
  3. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Mein Ziel ist es zum einenHIV positiven Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen ohne unaufgeklärte Sprüche wie z.B. "Hööö...mit dem trink ich nicht aus einer Flasche, er hat ja HIV". Ich habe meinen Freunden von meinem Risiko erzählt und viele wollten ohne Witz nicht mehr aus einer Flasche mit mir trinken, weil sie dachten ich könnte sie ja anstecken.

    Deshalb finde ich deinen Weg Matthias den du gehst sehr gut. An meiner Schule (ich bin Schüler), wurde über das Thema HIV/Aids gerade mal eine Unterrichtsstunde gesprochen (ich gehe in die 11 Klasse) und davor wurde ich noch nie über das Thema wirklich aufgeklärt. Ich wusste nur HIV ist gefährlich und der Tod kommt nicht sofort, aber in 10 Jahren ist es wahrscheinlich vorbei. Das liegt zum einen daran das man sich über HIV als Schüler bzw. Kind noch keine Gedanken macht und man denkt man wird nie von der Krankheit betroffen sein.

    Die Schule klärt viel zu wenig über diese Krankheit auf, deshalb denke ich auch gibt es so viele HIV positive Menschen. Aber du gehst einen sehr guten Weg, denn Schüler die mal einen HIV positiven Menschen vor sich hatten, werden früh mit dem Thema HIV konfrontiert und denken zwei mal nach was sie ohne Gummi machen. ;)

    Ich denke bin negativ, trotzdem würde ich niemals ohne Kondom mit einer Frau schlafen, weil ich zuviel über diese Krankheit weiß und mittlerweile auch sehr aufgeklärt bin über diese Krankheit mit meinen jungen 19 Jahren.

    Ich wette, dass keiner der Schüler bei denen du warst ein negatives Kommentar zu deinem Vortrag gebracht hat. Und den Schülern den du dein Buch vorgelesen hast, werden sich bei jedem Sex Gedanken machen ob sie lieber safer Sex haben oder ein Risiko eingehen. Ich würde mich sehr freuen irgendwann mal deinen Vortrag hören zu dürfen und werde mir auch in den nächsten Tagen dein Buch kaufen, weil ich das Leben mit HIV durchaus interessant finde, auch wenn ich es mir beim besten Willen nicht vorstellen kann. (Nicht böse gemeint)
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Klar ist das nicht böse gemeint ... aber was ist denn so interessant an einem Leben mit HIV? Bei mir z.B. gibt es überhaupt keinen Unterschied zum Leben eines negativen Menschen, sieht man mal davon ab, dass ich 2 x am Tag Tabletten nehmen muss. Aber das müssen Menschen mit anderen Krankheiten auch.

    Ich gehe einem Beruf nach - okay, ich bin selbständig - ich habe Freunde, eine Stammkneipe, einen Lieblings-Italiener und so weiter ... HIV findet in meinem Leben nur noch als »ach ja, ich bin ja positiv« statt.

    Ich bin da sicherlich nicht ein Einzelfall oder die Ausnahme, denn ich kenne eine Menge positiver Menschen, die ähnlich wie ich ticken. Aber - und nun kommt die Einschränkung: Es gibt auch viele unglaubliche Schicksale in Zusammenhang mit HIV. Partner/in, Job und Wohnung verloren - soziale Vereinsamung, finanzielle Katastrophen etc. In so einem Moment sind die örtlichen Aidshilfen unglaublich wichtig. Daher empfehle ich Dir, Dich über deren Arbeit zu informieren, evtl. nachzufragen, ob sie noch eine helfende Hand benötigen oder - wenn Du spenden willst - zu schauen, ob und welche speziellen Projekte es gibt, die finanziell schlecht ausgestattet sind und bei denen Spenden helfen können.

    Dass HIV nur eine Schulstunde - wenn überhaupt - in Anspruch nimmt, ist leider Realität. Natürlich ist das kein Thema, mit dem man ein halbes jahr den Lehrplan füllen kann ... aber im Zuge von Aufklärung und Schwangerschaft bzw. Verhütung ist das ein ganz wichtiges Thema. Und Du hast Recht: Ich habe noch keine negativen Kommentare von Schülern gehört - nur eine Lehrerin hat mal in den Kragen ihres Mantels geschimpft - aber das direkte Gespräch hat sie dann doch gescheut.

    Ach so ...: Dass nach 10 Jahren nicht alles vorbei ist, belege ich ja nun sehr deutlich. Und ich bin nicht der Einzige - wir werden immer mehr :) Scherz beiseite: Die jährlich steigende Zahl von HIV-Infizierten durch neu entdeckte Infektionen ist natürlich auch darauf zurückzuführen, dass nur noch wenige Positive an der Infektion bzw. den Folgen sterben. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte - wie ich finde - ist, dass pro Jahr immer noch etwa 3.000 »Neue« dazukommen ...

    Und: Danke für die Komplimente. Schlag mich doch mal Deinem Direktor vor :) Allerdings koste ich 'was. :) Viele Schulen finanzieren das über den Schulverein oder einen Förderverein.
     
  5. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Respekt das du so gut mit dem Virus leben kannst, viele anderen können/könnten es wahrscheinlich nicht.



    Ich denke nach 20 Jahren ist das ThemaHIV nur noch Nebensache. Die ersten 5 Jahre schätze ich als sehr schwer ein, weil man sich erstmal damit abfinden muss, dass man eine Krankheit hat, die vielleicht in den nächsten 100 Jahren nie heilbar sein wird und man eben immer mit dem Gedanke leben muss "Ich bin postiv".


    Verstehe ich nicht ganz. Das ich es meinem Partner früher oder später erzählen muss ist klar, aber warum sollte ich es meinem Vermieter erzählen? Ich meine die Krankheit ist ja nicht ansteckend und ob jetzt ein positiver oder negativer in einer Wohnung lebt macht doch keinen Unterschied, solange man die Miete bezahlt?



    Natürlich sollte es nicht ein halbes Jahr den Stundenplan füllen, aber ich kann dir gerne mal ein Bild von meinem Schulbuch machen (11 Klasse). Da steht ganz groß "HIV - ein Todesurteil" und das ist die Überschrift. Diese Aussage ist falsch und sowas hat für mich nichts in einem Schulbuch zu suchen. So werden doch schon junge Leute vor HIV positiven Menschen abgeschreckt und meiden dann den Kontakt zu HIV positiven. Was war den das für einen unaufgeklärte, unreife Lehrerin? Ich glaube nicht das Lehrer die so zu dem Thema HIV stehen wirklich aufklären können?


    Liegt wohl daran das sich keiner über HIV Gedanken macht. Auf einer Seite habe ich mal gelesen das nur zirka 40% in Deutschland verhüten. Da braucht man sich doch dann nicht wundern, oder?



    Da mein Gesundheitsamt nur selten HIV Tests macht, habe ich es meiner Lehrerin offen und ehrlich erzählt das ich einenHIV Test machen will und ich da 2 Stunden nicht im Unterricht anwesend sein kann. Dann hat sie mich rausgeholt und sich mit mir darüber unterhalten. Ich habe ihr ehrlich gesagt das meines Erachtens nach die Schule zu wenig aufklärt und in diesem Punkt hat sie mir Recht gegeben. Werde mal mit dem Konrektor auf unserer Schule reden. Ein Förderverein ist bei uns vorhanden und ich finde er ist auch recht großzügig.
     
  6. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Wenn dieser Account benutzt wird werden wir beim anderen den Namen angleichen damit die User hier wissen wer Du bist. Es geht nicht, dass man sich einfach neu anmeldet und dann mit einem neuen Account schreibt und die User verscheissert.
     
  7. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Könnt ihr das bitte machen - sorry....
     
  8. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Du könntest Matthias fairerweise ja selbst sagen mit welchen Account Du noch unterwegs bist... dann weiss er mit wem er es zu tun hat... und die anderen User auch. :wink:
     
  9. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Ich denke das hat er nach deinem letztem Beitrag schon selber mitbekommen [Edit by Admin - anonymisiert!]....allerdings wollte ich eh das dieser Account gelöscht wird, weil mich viele unter dem Namen kennen :/

    Allerdings wollte ich Matthias nicht verarschen, auch wenn es vielleicht so rüberkommt - sorry...
     
  10. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich bin nicht so empfindlich ... aber auch ich habe lieber keine Gesprächspartner mit gespaltener Persönlichkeit bzw. zwei Accounts ... :)
     
  11. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    War wirklich nur weil ich den einen Account weg haben will. Zu viele erkennen den Namen :&
     
  12. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Der "Erstaccount" wurde anonymisiert. Alles wieder im Reinen.
     
  13. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Zudem habe ich das Thema verschoben. Egal wo - es passt überall besser, also bei "Hausarbeiten, Uni und Forschung"!
     
  14. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

  15. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Es ist nach wie vor eine ehrenvolle Idee von Dir - aber hier geht es nicht um Spenden, sondern um Sponsoren ... und Sponsoring fängt im Forschungszusammenhang bei Summen an, bei denen Du und ich nur mit den Ohren schlackern können.

    Ich bin nach wie vor der Auffassung, das die Unterstützung der finanziell sehr klammen Aidshilfen - jedes Jahr sinken die Subventionen - aktuell wichtiger ist, um das Beratungs- und Präventionsangebot auftrecht erhalten zu können.
     
  16. Moe

    Moe Bewährtes Mitglied

    Finde es schade, dass Millionen Menschen davon betroffen sind und bei womöglichen Heilungsmittel hängt es am Geld. Was ist schon Geld wenn die Gesundheit auf dem Spiel steht? Echt traurig!!!!

    Natürlich kann man mittlerweile gut mitHIV leben, aber jeder HIV erkrankte wär glücklich wenn man es heilen könnte. Irgendwie verständlich? Man investiert lieber in Kriege etc, aber Millionen von Menschen sind krank und das interessiert nur wenige?
     
  17. [User gel

    [User gel Poweruser

    soweit ich weiß wirdHIV auch in den nächsten 10 jahren nicht heilbar sein, habe ich zumindest mal gehört. aber wer weiß was nach den 10 jahren ist!
    aber es ist ja zumindest gut behandelbar!
     
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