HIV durch Blut auf kleiner Wunde?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Kartoffelchip, 5. Dezember 2015.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Kartoffelchip

    Kartoffelchip Neues Mitglied

    Hallo liebes Forum. :)

    Gestern ist mir etwas Komisches passiert und ich gehe eigentlich davon aus, dass kein Risiko bestand, würde aber trotzdem gerne noch eure Meinung in Erfahrung bringen, weswegen ich mich hier angemeldet habe.
    Zu meiner Person: Ich bin 20 Jahre alt, weiblich und lebe in einer festen Partnerschaft. Da mein Freund und ich über unseren jeweiligen negativenHIV-Status Bescheid wissen, verhüten wir nur mit der Pille.
    Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, muss ich noch sagen, dass ich generell sensibilisiert für das Thema HIV bin, da ich vor etwa einem Jahr schon mal einen Test aufgrund eines (echten!) Risikokontakts gemacht hatte. Diese Zeit der Unwissenheit war die bisher schlimmste meines Lebens und ich möchte so etwas nie wieder erleben.

    So und nun zu meiner Frage:
    Gestern morgen saß ich in der Uni bei einer Vorlesung und kratzte währenddessen an einem Pickel oder irgendeiner anderen Hautunebenheit an meinem Kinn rum. Als ich irgendwann auf einen meiner Finger schaute, entdeckte ich einen kleinen Blutstreifen daran. Natürlich ging ich davon aus, dass dieser von meinem aufgekratzten Pickel gekommen war und fingerte weiter daran herum. Zu meiner Verwunderung kam jedoch kein weiteres Blut mehr, weswegen ich erst auf die Idee kam, dass das Blut auf meinem Finger ja auch fremdes gewesen sein könnte und das hätte ich mit meinem Gefummel ja dann auch noch schön auf der Wunde an meinem Kinn verteilt. :shock:
    Mir ist durchaus klar, dass diese Geschichte sehr an den Haaren herbeigezogen klingt und das Risiko, sich so zu mit HIV zu infizieren gleich null ist, denn (bitte korrigiert mich, wenn ich bei einem Punkt falsch liege, denn ich will ja wissen, ob auch wirklich kein Grund zur Sorge besteht :wink:)

    1) Ich bin mir zu 90 % sicher, dass das Blut an meinem Finger mein eigenes war.
    2) Da von der Vorlesung bereits mindestens 30 (eher 60) Minuten vergangen waren, wäre jegliches Blut, das irgendjemand irgendwo dran geschmiert haben könnte, längst getrocknet bzw. mögliche HI-Viren darin inaktiv.
    3) Das Blut müsste überhaupt mal von einer unbehandelten HIV-positiven Person stammen.
    4) So eine kleine Menge Blut (wie gesagt, kleiner Streifen an meinem Finger) reicht für eine Infektion nicht aus (oder?).
    5) Ein aufgekratzter Pickel, aus dem nicht mal mehr aktiv Blut rausfließt (lediglich ein Pünktchen auf einem Taschentuch durch starkes Drücken) eignet sich nicht als Eintrittspforte für HIV (oder?)

    Aus den genannten Gründen ging ich davon aus, dass da gar nichts passiert sein konnte, genauso wie mein Freund, dem ich die Situation schilderte. Wir hatten gestern und heute auch Geschlechtsverkehr miteinander (ohne Kondom). Vorhin ergriffen mich allerdings wieder die Zweifel und da dachte ich mir, ich wende mich mal an dieses Forum. Damals habe ich hier viel mitgelesen und weiß daher, dass man hier kompetente und geduldige Antworten bekommt.
    Ich hoffe wirklich, ihr könnt meine Meinung bestätigen, dass ein Test nicht notwendig ist! Gerade, nachdem ich ja nun noch mit meinem Freund geschlafen habe (wie gesagt, ich hatte mich bereits in Sicherheit gewogen.). Der Gedanke, ihn angesteckt haben zu können, ist nämlich noch viel schlimmer als der, mich selbst angesteckt haben zu können. :(
    Vielen Dank schon mal im Voraus!
     
  2. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich korrigiere mal und sag Dir wo ich es gleich sehe wie Du:


    1. Ich bin zu 100% sicher, dass es Dein Blut war.
    2. Eintrocknetes Blut wäre kein Risiko und würde an Deinem Finger auch nicht nach frischem Blut aussehen.
    3. Dies stimmt... eine Person mit hohem Virenload.
    4. Richtig... keine Eintrittspforte.

    Was ich aber sehe ich eine Angst vorHIV die so nicht sein müsste. Wenn der Pickel etwas abgeheilt ist kommt logischerwiese nicht immer Blut... fragt sich auch wie man dran rum knibbelt.
     
  3. Kartoffelchip

    Kartoffelchip Neues Mitglied

    Hallo Alexandra! Vielen Dank erstmal für deine schnelle Antwort. :)
    Da bin ich echt erleichtert, dass du es genauso (oder eher sogar noch optimistischer :wink:) siehst wie ich. Also, muss ich mir wirklich keine Sorgen machen und kann die Sache einfach vergessen?

    Mit der unnötigen Angst vorHIV hast du Recht. Ich habe damals meinem Ex (der bisexuell ist, womit ich natürlich keineswegs behaupten will, dass alle homo- oder bisexuellen Männer HIV-infiziert sind aber eine Risikogruppe ist es nunmal schon) vertraut, dass er "schon nix hat", weil ich so naiv und blind vor Verliebtheit war und ohne Kondom mit ihm geschlafen. Als die Beziehung dann aus bestimmten Gründen nach kurzer Zeit gescheitert war, wurde mir erst klar, was ich da eigentlich getan hatte und ich bekam große Angst. Mein Ex wollte auch nicht mehr mit sich reden lassen. Er reagierte beleidigt auf die vorsichtige Frage, ob er denn über seinen HIV-Status Bescheid wüsste und meinte nur, wenn ich mir Sorgen mache, sollte ich doch einen Test machen.
    Und so musste ich die 8 Wochen abwarten, bis ich endlich Gewissheit hatte. Als ich von dem negativen Ergebnis erfuhr, fühlte ich mich wie neu geboren, entwickelte göeichzeitig aber auch einen großen Respekt gegenüber dieser Krankheit. Anfang dieses Jahres bildete ich mir sogar mal ein, jemand hätte mich mit einet infizierten Nadel gestochen, weil ich nach dem Feiern einen roten Punkt auf meinem Oberarm bemerkte (Jaja, ich weiß. Der berühmte AIDS-Stecher in der Disco. :lol:).
    Danach war allerding nichts mehr und ich schaffte es, meine aufkommende Phobie im Keim zu ersticken. Und gestern, fast ein Jahr später, kam sie dann plötzlich wieder auf. :(
    Aber wenn du mir sagst, dass da nix passiert sein kann, glaub ich dir das natürlich. Deswegen hab ich ja auch hier nachgefragt. :wink:
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Können wir dieses Gefasel von den Risikogruppen endlich mal lassen? Es gibt bei freundlichster Berechnung mindestens 3 Mio Schwule in Deutschland, aber es stehen 55.000 Schwule in derHIV-Statistik, von denen 70-75% in Therapie und nicht mehr ansteckend sind.

    Drm Virus ist es völlig egal, ob er in einem Mann oder einer Frau tobt.

    Übrigens gibt es eine Dunkelziffer von etwa 15.000 Menschen, die mit HIV infiziert dind, es aber nicht wissen, weil sie sich nie haben testen lassen. Ich vermute hier eine sehr große Zahl an Heterosexuellen, da das Testverhalten bei Schwulen ein völlig anderes ist.
     
  5. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Uff... wenigstens mal eine Person glaubt mir. :wink:

    Witzigen Usernamem hast Du übrigens gewählt.

    Sieh zu, dass daraus einfach nicht eine handfeste Angst vorHIV wird. Respekt ist gut... Angst muss nicht sein. Und wie Matthias sagt.... wir Heteros legen uns gut ins Zeugs was es heisst sich zu infizieren. Und wenn ich die Neuinfektionen bei den Schweizern ansehe... dann frage ich mich wie doof manche sind. Man weiss doch über HIV Bescheid und doch infizieren sich noch so viele mit HIV. Und da sind alle Geschlechter und alle Interessen vorhanden d.h. Bi-, Homo, Hetero und was es sonst halt noch so alles gibt. HIV sollte man langsam aus der "Schmuddelecke" raus holen... früher war es ja so, dass man HIV nur den Homosexuellen zu geschoben hat.... aber es geht uns alle an.
     
  6. Kartoffelchip

    Kartoffelchip Neues Mitglied

    @ matthias

    Hallo Matthias, natürlich bin ich auch der Meinung, dass es in SachenHIV vollkommen egal ist, ob man Mann oder Frau, hetero-, bi- oder homosexuell ist. Ich wollte mit meiner Aussage auch niemanden in irgendwelche Schubladen stecken, ganz ehrlich!
    Wenn mein Exfreund hetero gewesen wäre, hätte ich mir genauso Sorgen gemacht, nur damals konnte ich nicht wirklich rational denken und dieses Wort, Risikogruppe, was ja eigentlich vollkommen irrrelevant ist, hat mir nur noch mehr Angst gemacht.
    Bitte nicht falsch verstehen und auch nicht böse sein! :(
     
  7. Kartoffelchip

    Kartoffelchip Neues Mitglied

    @ Alexandra

    Naja, wenn ich den erfahrenen Usern hier letztendlich doch nicht glauben würde, würde es ja auch nicht gerade viel bringen, hier meine Frage zu stellen, denn dann wäre ich am Ende ja genauso schlau wie vorher. :wink:
    Ich bin jetzt jedenfalls ziemlich erleichtert und werd keine Gedanken mehr an diesen Vorfall verschwenden.

    Danke! :D Der ist mir eingefallen, weil grad ne Chipstüte auf dem Tisch lag, als ich mich hier angemeldet hatte. :lol:

    Werd ich auf jeden Fall machen. Ich denke mal, dass das auch einfach nur ein kleiner Rückfall war, der mir nicht wieder passieren wird. :)

    Ja, das ist mir auch alles vollkommen klar, wie ich ja schon zu Matthias' Antwort geschrieben hatte. Das Wort "Risikogruppe" ist eigentlich falsch und sollte nicht mehr verwendet werden, weil jeder gleichermaßen vonHIV betroffen ist. Ich fand es ja auch sehr diskriminierend, dass diese "Risikogruppen" bis vor einiger Zeit nicht blutspenden durften.
    Wie gesagt hatte ich damals eben einfach große Angst und da kam dann auch noch dieses Wort hinzu. Ich muss auch zugeben, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht so informiert über HIV war, wie ich es heute bin.
     
  8. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Was glaubst Du wie wir uns manchmal hier die Finger wund schreiben? Da hat jemand kein Risiko gehabt, etliche negativeHIV-Tests und kann uns nicht glauben, dass er kein HIV haben kann.......

    Risikogruppe.... ich wüsste gerne mal wer diesen Begriff in Umlauf brachte. Denn wie Du auch sagst ist HIV für jeden ein Risiko. Aber man kann das Risiko minimieren oder ausschliessen mit richtigem Verhalten. Und die beste Strategie gegen Risiken und Angst ist, sich zu informieren.
     
  9. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Schwule dürfen immer noch kein Blut spenden.
     
  10. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ja, leider.... aber es wird dauernd gejammert, dass man zuwenig Spender hat. Ob schwul oder nicht...HIV und Co kann jeder haben. Vielleicht lernen die Verantwortlichen auch bald mal was dazu... die Hoffnung stirbt zuletzt.
     
  11. Kartoffelchip

    Kartoffelchip Neues Mitglied

    @ Alexandra

    Ja, da habe ich auch schon diverse Beiträge hier gelesen... Ich persönlich will es mit meiner Angst ja gar nicht erst so weit kommen lassen, dass ich wegen jeder Kleinigkeit nen Test mache. Manchmal habe ich auch irrationale Ängste wegen der Pille. Da kann ich mir dann nach 3 Wochen in der Drogerie einen Schwangerschaftstest kaufen, um sicherzugehen. Bei nemHIV-Test geht das ja leider nicht so einfach. Vor allem die Wartezeit finde ich schlimm. Mir persönlich fällt es auch schwer, mich so lange abzulenken.
    Naja...Ein bisschen unwohl ist mir jetzt doch noch zumute aber ich hoffe einfach mal, dass sich das bis morgen legen wird. Aber es ist doch eh so, dass so ein Blutfleck, wenn er auf Holz kommt, nach ner Viertelstunde spätestens getrocknet ist, sodass, wenn man da mit seinem Finger drankommt, gar nichts daran haften bleiben KANN oder nicht? Wenn dem so ist, kann es nämlich überhaupt kein fremdes Blut gewesen sein und alle weiteren Überlegungen wären irrelevant.


    @ Matthias

    Ach echt? Vor nem Jahr oder so meinte ich nämlich gehört zu haben, dass es Schwulen jetzt erlaubt sei, Blut zu spenden... Da hab ich mich wohl geirrt.
     
  12. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Mit dem Blutspenden für Schwule wird immer wieder diskutiert... aber ich glaube, da ist noch nichts fix.

    UndHIV kannst Du wirklich vergessen... da ist rein gar nichts passiert.

    Aber... Du scheinst allgemein eher ein ängstlicher Typ zu sein wenn ich so lese.... kann das sein?
     
  13. Kartoffelchip

    Kartoffelchip Neues Mitglied

    Ich finde das wirklich dermaßen rückständig. Erstens können Heteros genausoHIV haben, zweitens wird doch eh jede Blutspende auf mögliche Krankheiten untersucht und drittens...naja. Wer will einem das letztendlich nachweisen, wenn man seine Homosexualität bei der Blutspende einfach verschweigt? Aber das kanns ja auch nicht sein. Man will blutspenden und muss dafür seine Sexualität verheimlichen. :? Naja, vielleicht wird sich da in nächster Zeit ja noch was tun.

    Keine Sorge, das ungute Gefühl von gestern Abend ist mittlerweile vollständig verschwunden. Ich bin übern Berg. :wink:

    Ja, das stimmt...Dabei war ich früher gar nicht so. Im Gegenteil - früher war ich eher ein bisschen zu nachsichtig aber ich war damit glücklich. Doch seit einiger Zeit bin ich dermaßen neurotisch und paranoid. Vermute hinter jeder Ecke etwas, das mir schaden könnte.
    Momentan gehts aber noch. Mein Freund schafft es glücklicherweise auch immer wieder, mich zu beruhigen, wenn ich mal wieder rumspinne. So auch gestern.
     
Die Seite wird geladen...
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Unser HIV Forum nutzt Cookies. Details zur Nutzung von Cookies auf unseren Seiten findest Du hier und unter "Weitere Informationen":

    Information ausblenden