Große Angst!

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Melli24, 10. Februar 2013.

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  1. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Hey,

    ich habe meine Geschichte hier schon erzählt und habe nun am Freitag einenHIV-Test gemacht. Das Ergebnis bekomme ich in ein paar Tagen.
    Ich kann vor Aufregung gar nicht mehr schlafen und weiß nicht mehr was ich machen soll. Bin völlig fertig mit den Nerven.
    Schon allein, weil ich Angst habe durch die Diagnose meinen Freund zu verlieren. Habe mir mit ihm bisher schon so etwas schönes aufgebaut und der Gedanke daran, dass vielleicht bald alles vorbei und zerstört ist, macht mich völlig fertig. Ich kann nicht mehr!!!
    Vielleicht hat jemand ein paar aufmunternde Worte für mich?
    Sorry wenn ich nerve, aber es ist echt wichtig :)
    Danke!!!!!
     
  2. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Hallo Melli24,

    die Angst, Deinen Freund zu verlieren, klar das ist eine Sache, die man nachvollziehen kann. Allerdings kann es auch anders kommen. Er kann sagen - na und, ich stehe hinter Dir. Am besten Du machst Euch mal einen romantischen Abend und schenkst ihm dann "reinen Wein" ein. Du wirst da nicht drum herum kommen, wenn die Beziehung bestand haben soll.

    EineHIV-Infektion ist heute nicht mehr tödlich. Ja selber Kinder kannst Du noch bekommen - die dann keine Infektion haben. Dieses sind aber Zukunftsworte und noch hast Du ja das Testergebnis nicht.
     
  3. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Danke für deine Antwort :)

    Du hast schon recht...aber es ist immer noch dieser Gedanke, dass ich selbst Schuld an meiner Situation bin und vorher ein kerngesunder Mensch war, dem die Welt offen stand.
    Man sieht, alle sind glücklich, aber man selbst wird es nie wieder richtig sein und das ist doch das Schlimme daran. Alles geht weiter so wie es war, aber für dich persönlich wird sich so vieles ändern. Damit komme ich einfach nicht klar, dass ich mich selbst krank gemacht habe, nur weil ich dem falschen Menschen vertraut habe (der übrigens bis heute behauptet gesund zu sein...ich kanns mir nur einfach nicht vorstellen, wenn er mit 100 Frauen ungeschützen Verkehr hatte und dazu noch sämtliche Infektionskrankheiten, da muss doch was sein).
    Bin echt einfach nur todtraurig :(
     
  4. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Guten Abend,

    die Welt steht Dir auch mit einer "möglichen"HIV-Infektion offen. Es wird sich nichts für Dich ändern, außer das Du alle 3 Monate zum Arzt musst und irgendwann Tabletten nehmen musst.

    Sorry, das stimmt nicht. Gut im Moment sieht es vielleicht zu aus, aber ich bin sehr glücklich, auch mit meiner HIV-Infektion. Du wirst dieses dann auch schaffen.

    Selbstvorwürfe bringen Dich jetzt nicht weiter. Du hast jetzt Lehrgeld bezahlt und ich kann nur hoffen, das Du aus dieser Geschichte dann auch für die Zukunft gelernt hast.

    Noch kann sich ja alles zum Guten wenden, Du hast ja noch nicht das Ergebnis bekommen - wenn ich noch auf dem laufenden bin. Aber - auch mit einer HIV-Infektion kann man in seinem Leben alles erreichen. Lasse den Kopf nicht hängen, Du bist wahrlich nicht alleine.

    Lieben Gruß
    Chris
     
  5. Mircstar

    Mircstar Bewährtes Mitglied

    Du redest als wäre das ergebnis schon da.

    Wart den Test ab. Vorher über sone sachen zu spekulieren macht dich selbst kirre.

    Und ich hatte auch schon genügend unschöne infektionen und bin trotzdem Negativ. Jede Krankheit ist auch einzeln Buchbar.
     
  6. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Danke, ihr habt wirklich alle recht...ich mache mich vorher viel zu verrückt, obwohl ich ja noch nicht mal weiß wie das Ergebnis ausfällt!

    Eigentlich ist es auch wahrscheinlicher, dass ich negativ bin, als das ich positiv bin. Aber da ich nunmal ein verdammter Pessimist bin, hilft es mir ungemein erstmal anzunehmen man wäre positiv, damit nachher das Geschrei kleiner ausfällt.

    Ich versuche mir aber einzureden, dass ich negativ bin. Und zwar damit, dass ich dei einzige aus der Familie bin, die den ganzen Winter über weder ne Grippe, ne Erkältung noch nen Schnupfen hatte. Und das, obwohl ich die ganze Zeit mit ihnen zusammen warDas ist zwar kein indiz dafür, aber sicherlich erstmal ne gute Sache, die eher dafür spricht.

    Ich melde mich dann auf jeden Fall, wie das Ergebnis ausfällt. Und sollte es wirklich negativ ausfallen (hoff hoff hoff), dann werde ich mich definitiv ehrenamtlich fürHIV-Infizierte einsetzen und versuchen bei einer Beratungsstelle zu arbeiten. Das habe ich mir echt geschworen!!!

    Liebeste Grüße :)
     
  7. Revilo

    Revilo Mitglied

    Das solltest Du schön sein lassen.

    1.) kommen einem solche Gedanken meist aus einer seelisch angespannten Großwetterlage heraus

    2.) hast Du keine Ahnung (wie ich auch) vom Thema

    3.) ist es ein riesiger Unterschied zwischen eingebildeten und echten Betroffenen

    Ich habe auch mal so gedacht, habe dann aber beschlossen die HIV-Arbeit "passiv" im Rahmen einer mir möglichen finanziellen Zuwendung an eine AIDS-Hilfe zu unterstützen sinnvoller ist.

    Zum Thema Ehrenamtlichkeit beschloss ich mich bei einer Tafel zu engagieren.

    Die HIV/AIDS-Arbeit sollten man schon den Profis überlassen.

    ... my two cents ...
     
  8. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Naja das finanzielle versteht sich für mich von selbst.

    Aber warum ist es nicht machbar mich in einer Beratungsstelle zu engagieren? Da sind ja nicht nur Profis, sondern auch FSJ'ler usw.?
    Außerdem glaube ich schon, dass ich nach einem Jahr intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema Ahnung davon habe...

    Mal abgesehen davon, dass mein Test immer noch positiv ausfallen kann und ich mir dann nichts eingebildet habe.
     
  9. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Liebe Melli,

    im Momenten der Anspannung - in dem auch Du z Zt bist - macht man oft Pläne, schwört Eide und und nimmt sich Dinge vor, die sich nach Beendigung der Anspannung ... wenn sich alles als »falscher Alarm« herausgestellt hat ... irgendwie immer von selbst erledigen.

    Was Du aber auf jeden Fall tun kannst - und dazu musst Du nicht ehrenamtlich bei einer Aidshilfe oder dergl. arbeiten: Hilf mit aufgrund Deiner persönlichen soeben duchlebten Erfahrungen anderen Menschen das ThemaHIV bzw. den Umgang damit vorurteilsfrei näherzubringen. Es würde uns allen - Positiven wie Negativen - sehr helfen.

    Die Diskriminierungen finden ja im Alltag statt - und nicht in den Aids-Hilfen. Deshalb ist jede Hilfe »im Alltag« doppelt wichtig!

    Aber nun warte wirklich erst einmal das Testergebnis ab. Danach kannst Du immer noch überlegen, was und wie Du etwas tun möchtest.
     
  10. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Hallo Matthias,

    na klar, du hast schon recht, erstmal muss ich das Testergebnis abwarten.

    Und im Alltag versuche ich das jetzt schon, indem ich ständig irgendwelche Leute aufkläre, denn dauernd kommen blöde Sprüche zu dem Thema. Oft werde ich dann auch komisch angeschaut, wenn ich die dann aufkläre. Ich finde es auch immer noch sehr erschreckend wieviel Halbwissen zu dem Thema existiert. Das macht mir echt Angst!!!
     
  11. Revilo

    Revilo Mitglied

    Selbst wenn Dein Test positiv ausfallen sollte ... dann wirst Du erstmal mit Dir selbst zurecht kommen müssen und würdest vermutlich kaum in der Lage sein anderen zu helfen.

    Wie geschrieben ... solche Überlegungen entspringen oft dem "Aufatmen" nach einem negativen Test ...

    Wie auch immer Du Dich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hast ... ich denke das Fühlen und Erleben sowie die daraus resutierenden Probleme wirklichHIV-Infizierter Menschen ist eine ganz andere Liga.

    Ich versuche mich z.B. dahingehend zu "engagieren" mein Umfeld "zu erziehen" und aktiv gegen Alltagsdiskriminierungen anzugehen. Seien es dumme Witze/Sprüche ... oder gar offene Anfeindungen oder einfach nur völliges Unwissen und "mich betrifft es nicht"-Desinteresse ...

    Ich denke dort, an der Basis sollte man als Laie ansetzen ....

    ... my second two cents ...
     
  12. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Wenn der Test positiv ausfällt, würde ich bestimmt erst in ein paar Jahren in der Lage sein anderen in ebenfalls dieser Situation zu helfen.
    Aber wenn er eben negativ ausfällt, darum gehts mir ja.
    Aktiv gegen Alltagsdiskriminierung bin ich sowieso schon, weil mich das ganze eben so aufregt.
    Aber was ist mit denen in der Beratungsstelle? Von denen ist doch fast keiner selbst vonHIV betroffen, aber warum können die das dann?
     
  13. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Mancher ist vonHIV betroffen... aber sie müssen es ja nicht auf der Stirn geschrieben haben, oder. Und manche haben einfach einen Lehrgang absolviert oder haben beruflich damit zu tun.
     
  14. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Ich meinte damit eigentlich die Leute an den Beratungstelefonen in den AIDS-Hilfen? Wäre sowas nicht möglich?
     
  15. Mircstar

    Mircstar Bewährtes Mitglied

    Das ist aber schon ne ganz andere Hausnr an verantwortung als hier im Forum n bischen mit zu schreiben...
     
  16. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Ich gebs auf...dann füge ich mich euren Ratschlägen und beschränke mich auf die Hilfe im Alltag!!!!!
     
  17. Revilo

    Revilo Mitglied

    "Meine" örtliche AIDS-Hilfe wird von Leuten betrieben, die entweder Pädagogen oder Sozialarbeiter, selbst betroffen (als Person oder durch Angehörige), oder beruflich irgendwie mit dem Thema tangiert sind. Andere sind jahre-/jahrzehntelang im Thema.

    Ich habe gelernt, dass es etwas ganz anderes ist im Internet ein paar beruhigende (oder wachrüttelnde) Worte zu verfassen oder aber Menschen "real life" gegenüber zu stehen.

    Ich kenne inzwischen (bewußt) 3HIV-infizierte Menschen. Matthias ist einer davon. Nur ihm würde ich ernsthaft zutrauen den beiden anderen Unterstützung geben zu können. Verstehst Du was ich meine? Wir beide sind viel zu weit weg vom Thema ... von mir weiß ich es und für Dich wünsche ich es mir.

    Ich befasse mich auch seit über einem Jahr mit dem Thema ... ich habe sogar 4 Wochen lang HIV-Pep-Medis erhalten ... habe sehr viel dazu gelesen (in Büchern und hier).

    Mir sind dazu mehrere Dinge klar geworden:

    - ein "Helfer" muß für Betroffene authentisch sein ... will sagen nicht nur der Helfer muß helfen wollen ... der Hilfesuchende muß auch den Helfer akzeptieren

    - um authentisch zu sein bedarf es viel mehr Engagement als z.B. einmal in der Woche etwas in oder für eine AIDS-Hilfe zu tun.

    - es gibt Leute die speziell auf diese Thematik geschult werden ... dass sind Profis

    - es gibt ausreichend Angebote an die sich HIV-infizierte Menschen wenden können.

    - es gibt wirkliches Elend dass mit weniger Einsatz ehrenamtlich bekämpfbar ist (ich z.B. fahre mehrmals monatlich/wöchentlich Lebensmittelspenden für eine Kindertafel einsammeln)

    Aber wie geschrieben ... das ist meine Sicht der Dinge.
     
  18. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das ist keine Beschränkung - ganz im Gegenteil! Das machen leider noch viel zu wenige ...
     
  19. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Ich finds auch immer ganz schlimm wenn sowas kommt wie:

    "Du kannst ruhig mit mir aus einer Flasche trinken, ich habe kein AIDS"

    Traurig :(
     
  20. Melli24

    Melli24 Neues Mitglied

    Yay, mein Risikokontakt hat mir geschrieben und zwar:

    "Schönes Leben noch, auch wenn das entgegen deiner Erwartung kürzer ausfallen wird"

    Da fragt man sich echt was sowas soll? Schreibt er das, weil er doch infiziert ist? Bestimmt :(
    Und es ist ihm egal, wie viele Leute er bereits angesteckt hat...
     
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