Große Angst lässt mich nicht los.

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von marciMarc84, 28. Juni 2018.

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  1. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    wie viele andere hier bin auch ich sehr dankbar, solch eine Anlaufstelle in Form eines Forums gefunden zu haben. Großes Lob und meinen vollsten Respekt an alle, welche hier tolle Hilfe leisten.

    Trotz Lesens der allgemeinen Leitfäden und Infos zu Ansteckungswegen bezüglichHIV, lässt mich mein vor knapp vier Wochen passiertes Erlebnis nicht mehr los und ich habe täglich mit Angstzuständen zu kämpfen. Immer wieder suchen meine Gedanken nach Fehlern oder der Möglichkeit, ob ich doch was falsch gemacht habe und nun HIV haben könnte.

    In der Nacht zum 2. Juni habe ich nach ein paar Drinks mit Freunden eine transsexuelle Prostituierte aufgesucht. Wir haben zuvor ein paar nette Nachrichten ausgetauscht und sie schien mir sehr sympathisch.

    Ich hatte schon länger einmal den Gedanken solch eine Erfahrung zu sammeln und diesmal all meinen Mut zusammengenommen (die vorherigen Drinks haben natürlich auch geholfen) und bin zu ihr gefahren.

    Der Raum war abgedunkelt mit ein wenig Licht, es gab ein großes Bett, ein paar Dildos standen auf dem Nachttisch sowie eine große Schüssel gefüllt mit verpackten Kondomen. Meine erste Erfahrung dieser Art im Allgemeinen aber nun gut...

    Zu Beginn hat sie mich mehrere Minuten ohne Kondom aktiv Oral befriedigt, hierbei auch mehrfach Deepthroat. Ich habe sie währenddessen nur mit der Hand befriedigt und meinen Finger in ihren Anus eingeführt. Wir lagen also in 69 auf dem Bett.

    Anschließend griff sie ein Kondom aus besagter Schüssel und zog es mir über. Danach schmierte sie sich etwas Gleitgel aus einer Tube an den Anus und ich bin aktiv in sie eingedrungen. Das Ganze in der Missionarsstellung und dauerte nicht sehr lange und dann bin ich gekommen.

    Sie sagte mir, ich könne mich im Bad kurz waschen und sauber machen. Gesagt, getan. Ich bin also ins Bad und habe als Erstes das Kondom kontrolliert. Alles schien mir intakt und mein Sperma ist im Präservativ gelandet. Ich habe es abgezogen und in den Mülleimer im Bad geworfen und mich anschließend mit Wasser und etwas Seife gewaschen.

    Danach bin ich zurück ins Zimmer, wo sie auf dem Bett auf mich wartete. Da sie sehr auf Füße steht, fing sie an an meinem großen Zeh zu lecken und sich dabei selbstzubefriedigen. Ich habe sie währenddessen mit dem großen Zeh meines anderen Fußes am Anus stimuliert. Zweimal schreckte sie kurz zurück, weil mein nicht geschnittener (und dadurch wohl etwas spitzer) Fußnagel sie da unten wohl gepickst hatte. Ich bin nicht sicher, ob ich mit dem Zeh in ihr war oder nur außen stimuliert habe.

    Danach fing sie wieder an mich oral zu befriedigen und als ich bereit für eine zweite Runde war, nahm sie erneut ein Kondom aus der Schüssel und streifte es mir über. Anschließend bin ich wieder aktiv in sie eingedrungen, erneut in der Missionar-Stellung und nach ein paar Minuten ist sie gekommen und hat auf ihren eigenen Bauch ejakuliert, während ich über ihr war.

    Ich hingegen bin kein zweites Mal gekommen und hab ihn rausgezogen. Sie striff mir das Kondom ab und ich bin ins Bad gegangen um mich kurz zu säubern. Alles ging etwas schnell und im Nachhinein suchen meine Gedanken hier Fehler...war das Kondom wirklich intakt, etc, etc...

    Danach habe ich mich angezogen und wir haben uns verabschiedet. Es war bereits sehr früh morgens und daher bin ich erstmal zu Hause direkt unter die Dusche und ins Bett.

    Am nächsten Morgen fing das Kopfkino dann an. Habe ich wirklich auf alles geachtet, kann da wirklich nichts passiert sein etc, etc. Ihr hört das hier ja zu Genüge. Ich habe ihr darauf hin nochmals geschrieben und sie meinte, sie sei gesund und lasse sich alle drei Monate testen. Zu ihr kämen Männer mit Frauen und Kindern und sie würde diesen Job niemals ausüben wenn sie etwas hätte. Außerdem soll ich mal etwas intellektueller sein, denn wir hätten ja schließlich alles mit Kondom gemacht.

    Wohl zu Recht schien sie etwas verärgert, aber natürlich wollte ich ihr nichts unterstellen. Es ging einfach die Angst mit mir los.

    Nun mache ich mich schon seit 4 Wochen verrückt, habe täglich große Angstattacken, mache mir Vorwürfe und bin verwirrt...Und wie sollte es auch anders kommen: Ich habe seit Anfang letzter Woche auch mit einer Halsentzündung und dicken Lymphknoten zu tun. Seit Montag habe ich daher Antibiotika für drei Tage genommen und war heute erneut beim Arzt, da der Hals noch immer Probleme macht.

    Ich versuche alles so detailliert wie möglich wiederzugeben und irgendwie hat mich einfach nun die Angst gepackt, dass hier doch etwas passiert sein könnte und ich mir HIV eingefangen haben könnte.

    Ich war etwas angetrunken aber weit davon entfernt besoffen zu sein und dennoch spielt mir das Gewissen böse zu.

    Auch die Sache mit dem Fußnagel und die Möglichkeit, dass ich sie vor dem zweiten Eindringen da unten verletzt haben könnte machen mir Gedanken...Blut habe ich aber keins gesehen, allerdings hat sie beim zweiten Mal das Kondom ja direkt danach von mir abgestriffen, bevor ich ins Bad bin.

    Sehr ihr hier irgendwo ein Risiko für HIV? Sollte ich einen Test machen gehen oder mache ich mich wirklich seit vier Wochen völlig umsonst verrückt?

    Ich bin kurz davor einen neuen Lebensabschnitt plus Umzug und allem zu beginnen und weiß aktuell einfach nicht weiter, als mich hier zu melden und das Thema einmal anzusprechen.

    Ich danke euch schon jetzt von ganzem Herzen für eure Rückmeldung und Hilfe und schäme mich natürlich auch etwas darüber, falls ich hier jemands kostbare Zeit stehlen sollte.
     
  2. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Definitiv Nein.
    Ohne wenn, aber, was wäre wenn, hätte, wäre, könnte, denn das sind alles eine Übertragungswege.
    Du hattest geschützten Verkehr. Alles was ohne Kondom praktiziert wurde, war ebenfalls safe.
    Nicht nötig. Allerhöchstens für die Psyche.
    definitiv
     
  3. -triplex-

    -triplex- Poweruser

    Ichhoffe nicht das du noch gefahren bist ^^
    Und das war noch eine sehr freundliche Antwort, von mir hättest du eine andere bekommen, glaub mir !
    Ohja zu recht und alleine mit der Nachfrage hast du ihr indirekt eineHIV infektion unterstellt , man muss sich immer erst mal zwei seiten vor augeführen...bevor man sagt "ich will niemanden etwas unterstellen, natürlich tut man das, aber ist ok, das ist leider "normal" :)
    Ist das von bedeutung das sie trans ist ? Ich denke nicht..

    Um deine Situation mal einzuschätzen

    Du hattest kein Risiko ins Sachen HIV, ihr habt verhütet, zweimal war das Kondom intakt, deine Erguss wurde im Resavior gesammelt, beim zweitenmal bist du nicht gwkommwn.

    Meine meinung nach benötigst du keinen Test.
    Und Das Zimmer der Frau war ja auch sauber, du konntest dich waschen, frisch machen also sauberer gehts ja nicht mehr :)

    Und du machst dich seit 22 Tagen absolut selbst verrückt , chillen und erfahurung als erledigt abhacken :)
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich sehe hier überhaupt kein Risiko fürHIV, denn hier haben offensichtlich zwei verantwortungsvolle Menschen (auch wenn Du ein paar Drinks intus hattest, bist Du kein Risiko eingegangen) etwas miteinander veranstaltet, was beiden Spaß gemacht hat.

    Worin besteht nun Dein wirkliches Problem?
    - bist Du in einer Beziehung?
    - hast Du ein schlechtes Gewissen, weil Du für eine sexuelle Dienstleistung bezahlt hast?
    - bereitet es Dir Verständnisprobleme, einen nicht-heterosexuellen Kontakt gehabt zu haben? Es ist ja etwas anderes, mal was ausprobieren zu wollen oder es auch wirklich zu tun …
    - oder hast Du ein Verständnisproblem mit Transsexualität?

    Keiner dieser vier Punkte rechtfertigt die Unterstellung einer Infektion, keiner der vier Punkte ist automatisch mit HIV verbunden. Was geht in Deinem Kopf ab, dass Du das offensichtlich doch sehr harmonische (um das andere Wort nicht zu verwenden) Treffen mit einer möglichen Infektion – die definitiv nicht stattgefunden haben kann – verbindest?

    Warum genießt Du nicht einfach das gehabte Erlebnis. War doch schön, oder? ;)
     
  5. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Hi @-triplex-, @devil_w,

    Danke für die super schnelle und ausführliche Rückmeldung von euch.
    Das klingt doch erstmal sehr erleichternd muss ich sagen, danke!

    Ich bin natürlich nicht mit dem Auto gefahren, sondern mit der Bahn. :)

    Ich muss dazu sagen, dass es meine erste Erfahrung in die Richtung war.
    Ich hatte schon lange diese Phantasie und da ich generell eher von der Gattung "paranoid und super vorsichtig bin", hat es mit einem Treffen dieser Art wohl auch so lange auf sich warten lassen...
    Eigentlich eine Erfahrung von der ich mir immer erhofft habe, dass ich sie im Anschluss in toller Erinnerung behalte und nicht mit wochenlanger Panik konfrontiert werde.

    Das sie eine Trans ist, hat keinerlei Bedeutung für mein Anliegen, das stimmt natürlich und sollte auch zu keiner Zeit abwertend rüberkommen.
    Ich wollte meine Geschichte lediglich so detailliert wie möglich erzählen damit ich mir nachher nicht wieder einbilde, ich hätte ein wichtiges Detail vergessen...

    Es ist ziemlich übel, was die Gedanken einem so alles einreden wollen und wie schnell man in solch eine super komische Denkspirale gerät.
    In solch einer Situation war ich bisher noch nicht wirklich.
    Vor allem die nicht verschwindende Halsentzündung hat mich nochmals richtig verunsichert.

    Danke euch jedenfalls für die Hilfe!!!
     
  6. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Hi @matthias,

    danke für deine Antwort.

    Gerne möchte ich mich mit deinen Punkten auseinandersetzen und dir darauf antworten:

    - Ja ich bin in der Tat in einer langjährigen Beziehung mit einer Frau und habe natürlich auch entsprechend ein schlechtes Gewissen, welches mich plagt.
    Tja daran bin ich selbst schuld, das weiß ich.

    - Das mit dem Verständnisproblem bezüglich des nicht-heterosexuellen Kontaktes ist natürlich so eine Sache. Stimmt, es ist etwas völlig anderes eine Fantasie zu haben oder diese dann auch wirklich auszuleben. Ich hatte schon lange den Gedanken so etwas mal erleben zu wollen und würde mich generell als auch einen super offenen Menschen bezeichnen.
    Rein menschlich und sexuell gesehen hatte ich jetzt gar kein Problem damit, dass der Kontakt nicht hetero war. Das war ja schließlich genau was ich wollte und ich differenziere hier menschlich auch nicht. So eine mittelalterliche Denkweise käme mir nicht in den Sinn.

    Um mal etwas auszuschweifen woher meine Angst vor Krankheiten kommt: Ich hatte viele lange Jahre mit einer angeborenen Herzkrankheit zu tun und ohne zu sehr auszuschweifen, hat sich dieser Zeitraum auch psychisch sehr bei mir festgebissen. Des öfteren wäre es fast mit mir vorbei gewesen.
    Hinzu kommt, dass ich schon einige Chancen in meinem Leben verbaut habe und mir in den letzten Jahren einiges aufgebaut habe. Irgendwie verknüpfe ich all diese Dinge mit einer Angst des Verlustes oder es am Ende doch noch zu versauen. Ich hoffe es kommt irgendwie rüber was ich versuche zum Ausdruck zu bringen?

    Wie dem auch sei, letztendlich hat mich dieses Erlebnis einfach ein paar Tage beschäftigt und natürlich habe ich auch das ein oder andere gegoogled (hätte es besser wissen sollen) und zack war sie da: Die Angst und Panik, dass ich etwas völlig dummes getan habe...
     
  7. Alex123

    Alex123 Neues Mitglied

    Hey marciMarc!

    Ich glaub, unsere Beiträge könnte man wirklich sehr schön nebeneinander legen :) Ich hab auch nichts angestellt, was IRGENDWER als Risiko eintufen würde. Trotzdem schwingt die Angst latent mit. Beziehungsweise große Angstschübe - gepaart mit wüsten Szenarien, die aus irgendeinem Grund und selbstzerstörerisch versuchen, ein Risiko zu konstruieren. Ein Psychologe meinte zu mir, das sei eine Art "Bestrafung" des Geistes dafür, denn "sowas unanständiges macht man ja nicht!" Schon mal in die Richtung überlegt?
     
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  8. Traumpaar

    Traumpaar Bewährtes Mitglied

    @marciMarc84 obwohl Du Dich definitiv keinem Risiko ausgesetzt hast, und das weißt Du ja auch, arbeitet Dein Gewissen jetzt auf Hochtouren und lässt nicht locker.
    Aber ich finde es gut, dass Du überhaupt eins hast. Du hast eine langjährige Freundin, mit der Du eine Zukunft planst und Deine "Phantasien". Du musst Dich entscheiden, ob und wenn ja, wie Du das unter einen "Hut" kriegen willst, damit Du das nicht wieder "versaust". Du hast es ihn der Hand!
     
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  9. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Hey @Alex123,

    danke für deine Nachricht. Ja da könntest du wohl recht haben.

    Es gibt in der Tat Momente in denen ich mich recht entspannt fühle und mir sagen kann „da war schon nichts, du weißt es doch.“

    Aber diese Angstschübe erwischen mich dann doch hin und wieder aus dem Nichts. Und dann wird mir ganz heiß und ich bekomme Panik.

    Das mit der Bestrafung des Geistes könnte durchaus sein. Immerhin bin ich ja noch in einer Beziehung, welche soweit auch super läuft. Natürlich belastet mich was ich getan habe dadurch umso mehr. Aber das hätte ich ja auch vorher wissen können bzw. müssen.

    Was mich auch immer wieder dazu anregt doch in Panik zu verfallen, sind die nicht verschwinden wollenden, seltsamen Halsbechwerden und der Husten. Solche seltsamen Beschwerden hatte ich vorher nie und auch Antibiotika hat bisher nicht dafür gesorgt, dass es verschwindet. Passender Weise natürlich alles ca 3 Wochen nach meinem Erlebnis.

    Und dann kommt automatisch wieder der Gedanke hoch, dass es damit zusammenhängt. Muss das kopftechnisch in den Griff bekommen. Hoffe das klappt.
     
  10. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Hi @Traumpaar,

    auch dir vielen lieben Dank für deine Antwort.
    Ja das Gewissen spielt hier wohl eine große Rolle im Nachhinein.

    Sollte erneut bei mir der Wunsch nach solchen Treffen kommen, muss ich dies wohl in irgend einer Form ansprechen oder klären. Alles andere wäre wohl unfair ihr gegenüber.

    Zuerst muss ich allerdings dieses Kopfkino für mich klären und wieder klarkommen. Die nächsten Wochen werden sehr stressig, was eine zusätzliche Belastung bedeutet. Und dieses ganztägige Kreisen der Gedanken ist ziemlich zermürbend.

    Immer dieses „was wenn doch?“ oder „aber wenn...“. Fürchterlich.
     
  11. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Warum nicht: »Was, wenn nicht?« Diese Frage wird immer wichtiger, da Du Dich innerlich schon so auf eine (nicht existente)HIV-Infektion festgelegt has, dass Du – solltest Du einen Test machen – ein negatives Ergebnis nicht anerkennen wirst, so nach dem Motto: »Was, wenn der Test falsch war?«

    Du hast es selbst in der Hand, die Spirale zu durchbrechen – oder aber in ihr zu versinken. Ich wünsche Dir Ersteres!
     
  12. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Ich kann dir ehrlich gesagt nicht wirklich sagen, wieso mir das so schwerfällt. Ich habe alle eure netten und logischen Antworten hier bereits mehrfach gelesen und sie beruhigen mich natürlich auch etwas. Wie gesagt, logisch betrachtet macht das alles absolut Sinn. Es steht überall das es safe ist, jeder sagt mir das Gleiche, etc. etc.

    Aber kaum habe ich das realisiert, tauchen auch schon wieder erste Zweifel auf. Die große Angst vor der Eventualität, dass ich vielleicht doch etwas nicht richtig bemerkt habe oder doch etwas nicht so safe abgelaufen ist wie ich dachte...

    Schwer zu erklären, aber nachträglich das Treffen detailliert im Kopf abzuspielen ist natürlich auch nicht ganz so einfach. Zumindest was jedes kleine Detail angeht. Dann wiederum sage ich mir selbst, dass ich wohl vor Ort genug Herr meiner Sinne gewesen sein muss, damit es mir schon da aufgefallen wäre, falls etwas nicht gestimmt hätte. Zumal ich z.B. nach dem ersten Verkehr das Gummi im Badezimmer ja noch explizit auf seine Beschaffenheit hin kontrolliert hatte. Dann wieder die Sache mit dem Fußnagel und evt. Verletzungen...

    Und ja, sie macht das beruflich, sie wird wohl wissen was zu tun ist damit alles sicher abläuft.

    Irgendwie könnte ich mich einfach für die ganze Aktion ohrfeigen und hoffe einfach, dass dieses Gefühl nachlässt.

    Um einen Test (und sollte er auch nur für meine Psyche sein) werde ich wohl nicht herum kommen.

    Ärgerlich genug, da so ein Treffen erst gar nicht zu dem Gefühl verleiten sollte, sich Testen lassen zu müssen. Zukünftige Begegnungen dieser Art werden wohl, sollte ich das nicht grundlegend aufarbeiten, auch wieder in diesem Problem mit der Angst enden.

    Ich hätte es wohl einfach besser wissen sollen, aber im Nachhinein lässt sich das immer leichter sagen.

    Jedenfalls bin ich froh, dass ich nach fast 4 wirklich nervenaufreibenden Wochen hier endlich mal darüber sprechen kann. Dafür bin ich euch wirklich allen sehr dankbar.
     
  13. Alex123

    Alex123 Neues Mitglied

    Willkommen im Club. Ich glaube, mit der Frage "Und was, wenn..." hätte ich in den letzten Tagen ganze Bücher voll Strichlisten führen können. Teilweise gingen (und in schwachen Momente: gehen immernoch) die Phantasien so weit, dass ich dem Gegenüber schon fast irgendwas bösartiges unterstell(t)e.

    So Sachen wie "Ist er vllt doch zwischendurch schon gekommen und hab ich mich damit irgendwas angesteckt?" oder "Hat er mir beim Fingern irgendwas untergeschoben?"...

    ...oder auch sehr beliebt "War er zwischendurch mal ungeschützt so richtig in mir drin und habe ich das nur nicht bemerkt?" WOHL DER ABSOLUTE SCHWACHSINN. Ich hab es zwar noch nicht erlebt, würde aber mal davon ausgehen, dass man das merkt :eek: ...

    ...momentan recht aktuell: "Was, wenn er sich erst selbst gerade angesteckt und deswegen besondes hohe Virenlast hatte?"

    Ganz ehrlich, ich möchte so nicht weiter machen. Jedem anderen würde ich wohl an den Kopf fassen für so viel konstruiertes blabla. Aber man ist eben selbst nicht objektiv zu sich. Beispiel: Nachdem ich nun einige Tage "danach" ne Mandelentzündung habe, geht da auch wieder ein Karusell los. Es kann ja schon nen Zusammenhang geben, dann wohl aber zu 10000 hoch X höherer Wahrscheinlichkeit eben simple Bakterien aus dem Rachenraum, die sich tatsächlich leicht über Tröpchen übertragen - erst recht beim stundenlangen Knutschen.

    AAAAABER Gehirn denkt sich: Nein, eine simple Mandelentzündung ist nicht Strafe genug für dein Vergehen!

    Versuch mal, dich als Dritten zu sehen und frage dich, ob du ihm bei der Schilderung seiner Angst eher zustimmen oder eher abwinken würdest!

    Kann eine gute Idee sein, muss es aber nicht. In meinem Fall (erster intimer Kontakt zu nem Kerl, völliger Neuling) sind wir uns da noch nicht so einig. Es könnte dazu führen, Sexualtät zwischen Männern untrennbar mit dem Thema Test/Krankheit in Verbindung zu bringen. Naja, soweit das bei mir nicht eh schon der Fall ist...
     
  14. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Ja, ich weiß genau was du meinst...diese Verhalten erkenne ich bei mir und meiner Situation leider ebenfalls.

    Da sagst du was...bei mir ist es ja ähnlich...Drei Wochen nach dem Treffen bekomme ich diese seltsamen Halsschmerzen, welche einfach nicht weggehen trotz Antibiotika. Dazu diesen kratzenden/juckenden Hustendrang und die Lymphknoten am Hals rechts sind ebenfalls dick, tun allerdings nicht weh. Natürlich taste ich die ganze Zeit alles an mir ab und direkt bekomme ich wieder diese Angst, dass es mit den 3 Wochen ja auch alles perfekt passt mit Symptomen, etc... Aber die Panik vor allem trägt natürlich auch ihren Teil dazu bei.

    Vor allen Dingen merke ich, sobald ich anfange darüber mehr zu lesen bekomme ich nur gleich wieder mehr Angst. Man liest was von entzündeten Schleimhäuten welche dann besonders viel Vieren enthalten und dann sei es doch nicht mir so sicher und so weiter...

    Langsam frage ich mich, wie ich die letzten vier Wochen überhaupt überstehen konnte ohne durchzudrehen. Allerdings haben der geplante Umzug und die viele Fahrerei zwischen beiden Standorten mich entsprechend oft abgelenkt. Im Hinterkopf habe ich es dennoch die ganze Zeit, plus mein übelst schlechtes Gewissen der Freundin gegenüber... Gerade wünschte ich mir einfach nur, dass ich es einfach nicht gemacht hätte.
     
  15. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ganz ehrlich? Eure Probleme möchte ich haben. Als meine Sexualität mit Männern begann, stand sie noch unter Strafe und war gesellschaftlich geächtet. Es war ein Spießrutenlaufen, man musste sich verstecken, man konnte erpresst werden und war bei jeder Gelegenheit ein willkommenes Opfer.

    Sexualität hat nur etwas mit Krankheit zu tun, wenn man es unterlässt, sich frühzeitig in der Gesamtheit damit auseinanderzusetzen. Und dazu gehören auch die Risiken. »Nur« über Schwangerschaften aufgeklärt zu sein, reicht eben nicht aus.

    Wenn man den Führerschein macht, lernt man, dass man sich anschnallen muss – aber nicht, weil es der Gesetzgeber vorsieht, sondern weil es erwiesenermaßen im Falle des Falles (meistens jedenfalls) gesundheitsfördernd ist. Wenn man eine Flugreise unternimmt, muss man sich vor dem Start die Sicherheitsanweisungen reinziehen, damit man im Fall des Falles weiß, was zu tun ist. Nach Eurer Definition passiert bei jeder Autofahrt ein schwerer Unfall – und jedes Flugzeug stürzt ab. Dass dem nicht so ist, ist kein Geheimnis.

    Aber bei der Sexualität tut Ihr – und nicht nur Ihr –, als würden Geschlechtskrankheiten irgendwie jeden Tag aufs Neue vom Himmel fallen. Es hat schon vorHIV sexuell übertragbare Krankheiten gegeben, und es wird auch noch welche geben, wenn HIV irgendwann mal besiegt ist. Derzeit grassieren Chlamydien, Tripper und Syphilis in einer Menge, die vor einigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Gleichzeitig aber sind wir bei HIV medizinisch auf einem so guten Stand wie bei kaum einer früher mal tödlichen Krankheit. Und bei Euch geht die Welt unter wegen einem schlechten Gewissen …

    Wer Sexualität sagt, muss auch Schutz sagen. Und Wissen. Und Kenntnis. Und nicht anfangen, die Sexualität zu verdammen, bloß weil man nicht begreifen will, dass nicht immer alles, was theoretisch passieren könnte, auch tatsächlich und gleichzeitig passiert.
     
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  16. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Hallo @matthias,

    ich kann hier nur für mich sprechen, wenn ich sage, dass ich keinen Unterschied zwischen Sexualität mit Männern oder Frauen hier mache. Ich hätte die selben psychischen Ängste, wenn dieses Treffen ein rein heterosexuelles Erlebnis gewesen wäre. Genau aus diesem Grund, bin ich vorab auf die von dir zitierte Aussage auch gar nicht weiter eingegangen.

    Es ist verdammt richtig was du geschrieben hast, in keinem deiner Punkte kann und will ich dir widersprechen. Nur damit ich das mal gesagt habe.:)

    Ich für meinen Teil habe mich definitiv vorab mit der Gesamtheit auseinandergesetzt und mir sind auch die Safer Sex Regeln bekannt gewesen. Dennoch habe ich es irgendwie hinbekommen, mich von diesem Erlebnis beirren zu lassen und bin im Nachhinein in eine Panik verfallen, welche mich nun beschäftigt. Das mag alles falsch und unnötig von mir sein und ich weiß, dass mein Problem wohl psychischer Natur ist.

    Danke für deine direkte Wortwahl!
     
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  17. marciMarc84

    marciMarc84 Neues Mitglied

    Hallo ihr Lieben,

    nun sind ja einige Tage vergangen und ich wollte mich nochmals zu Wort melden.

    Ich konnte das Wochenende ganz gut nutzen, um meine "Panik" zu verdrängen, da wir hier gerade alle Hände voll mit dem Umzug zu tun haben.

    Die Sache mit dem Halsweh ist auch von Samstag auf Sonntag regelrecht spontan verschwunden, lediglich etwas verschleimt bin ich noch und zwei Lymphknoten am Hals sind etwas dick scheint mir.

    Soweit so gut...

    Heute allerdings plagen mich wieder etliche dieser von Angst getrieben Gedanken und ich finde mich mehrmals hier im Forum wieder und lese Beiträge.
    Ich kann mir nichtmal richtig erklären wieso, aber es lässt mich weiterhin nicht in Ruhe und ich habe wieder mit dieser "Was wenn es dich doch erwischt hat"-Sache zu kämpfen.
    Ich male mir schlimme Szenarien aus und ärgere mich einfach für meine Dummheit und auch das schlechte Gewissen gegenüber meine Freundin plagt mich...

    Mein Gewissen redet mir auch die ganze Zeit ein, dass diese fast 2 Wochen anhaltenden Halsschmerzen damit zu tun haben könnten, da sie ja ca. 1 Woche nach dem Date angefangen haben und sich bis zur dritten Woche nicht gebessert haben, dann kam aber eine Art Angina hinzu und es musste mit AB behandelt werden. Selbst da hat es dann noch eine gute Woche gedauert...

    Ich rede mir zusätzlich lauter komische Dinge ein und schwanke den ganzen Tag zwischen "alle sagen es dir, es bestand kein Risiko" und "was wenn du doch durch den Alkohol was übersehen hast oder was dabei nicht safe war"...

    Die Sache mit dem Fußnagel und einer möglichen Verletzung, die Tatsache dass Sie beim zweiten mal das Gummi erst falsch aufgesetzt hat, dann aber umgedreht und richtig abgerollt hat...

    Sie hat es auch so komisch auseinandergezogen bevor sie es mir über mein bestes Stück gestülpt hat. Könnte hier etwas reißen ohne dass man es bemerk?
    War da vielleicht etwas von ihrem Sperma oder Analsekret an den Fingern und kam so auf meine Eichel, etc, etc...

    Ich drehe mich also 24/7 im Kreis und mache mich wieder verrückt aber es wäre nett, wenn ihr diese Fragen nochmals beantwortet...sollte hier ein Risiko zu sehen sein?

    Langsam glaube ich, dass ich wohl einen Test machen sollte, damit ich die Sache irgendwie abschließen kann...allerdings bereitet mir der Gedanke daran und die noch ausstehende Wartezeit bis dahin auch gewisse Sorgen.

    Ihr meintet ja, dass ich nicht mal einen Test machen brauche...denkt ihr denn für die Psyche und eine Art "Abschluss" wäre es dennoch sinnvoll?

    Ich bin etwas ratlos und weiß nicht genau wo ich mir das von der Seele reden soll, darum schreibe ich hier nochmals.
    Ich entschuldige mich aber schon jetzt für etwaiges Strapazieren eurer Nerven.

    Danke euch!
     
  18. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Dein Problem ist Deine Panik und DeineHIV-Phobie und ganz VOR ALLEM das schlechte Gewissen gegenüber Deiner Freundin.. dabei können wir Dir nicht helfen .. mach das mit ihr und mit Dir aus.

    Du hast fremdgevögelt im Suff ... jetzt hab auch die Eier und trag die Konsequenzen.

    Mach eben einen Test, der nicht nötig ist und auch nicht gegen das schlechte Gewissen hilft...
     
  19. Alex123

    Alex123 Neues Mitglied

    Mal von Phobie-Betroffenem zu Phobie Betroffenem @marciMarc84:

    Hast du vielleicht jemanden, mit dem du mal in der Offline Welt darüber reden kannst? Ich habe im echten Gespräch gemerkt, wie schwer es mir fiel, dem Gegenüber meine "Risiko Konstruktionen" nachvollziehbar zu erklären. Mich selbst einmal darüber reden zu hören, hat mir zumindest schon mal im Ansatz gezeigt, dass das eigentliche Problem wohl ganz woanders liegt. Vielleicht mal bei der nächstgelegenen Aidshilfe vorbeischauen? Das meine ich nicht, um noch weiter zu Panik anzustacheln - aber dort kennt man ähnliche Fälle. Und wie gesagt, damit verlässt man immerhin schon mal seine kleine Gedankenwelt zwischen Kopf und Bildschirm :)

    Bin selbst noch fernab davon, gesund mit mir und alledem umzugehen. Es könnte aber ein erster Schritt sein, für sich selbst zu erkennen, dass man sich nicht mitHIV, sondern mit der Angst davor infiziert hat..
     
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  20. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Mal komplett abgesehen davon, dass du dich eh nicht infiziert hast...
    ...aber was wäre denn dann? o_O Du bekommst eine Therapie. Würdest es überleben. Ganz "normal" dein Leben leben. Die Erde würde sich weiter drehen. :rolleyes:

    Mag sein, nein, ist ganz sicher so, dass es erst mal ein erschreckender Gedanke ist. Ist schon klar. Aber so schlimm wie du es dir ausmalst, ist es nicht mal im Ansatz...:DWirklich nicht. Versprochen :cool:
     
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