Frage mit Blut (Lippe) und Küssen

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Aloisius, 21. April 2021.

  1. Aloisius

    Aloisius Neues Mitglied

    Guten Morgen,

    mir ist klar, dass hier viele Fragesteller ganz andere Level an Risiken abklären, aber mich lässt etwas nicht mehr los.

    Ich bin mit meiner Freundin erst seit kurzem zusammen. Safer Sex ist für uns beide Pflicht, ich habe einenHIV Test gemacht nach meinem letzten (safer Sex) Kontakt, der auch schon länger her ist, sie aber noch nicht. Ihrer Schilderung nach hat sie grundsätzlich nur mit Gummi Sex gehabt, sehr wenige Kontakte, aber der letzteHIV Test ist sehr lang her, sie wird bald einen neuen machen (mir zu Liebe).

    Letztes Wochenende biss ich mir versehentliche beim Essen auf die Lippe innen, es hat geblutet, war aber binnen weniger Minuten wieder zu, mit einem Taschentuch drauf gedrückt zeigte, es blutet nichts mehr.

    Meine Freundin war stinksauer, dass ich ihr das nicht sofort gesagt habe, da wir anschließend küssten, also auch mit Zunge. Sie macht sich nun Sorgen und ist entsprechend sauer.

    Klar ist noch eine kleine Wunde (verheilt) an der Innenseite, aber bereits wenige Sekunden bis Minuten war garnichts mehr. Für mich ist natürlich klar, dass ich nichts haben kann, da ich seit ihr keine Freundin mehr hatte und dazwischen einen negativenHIV Test.

    Nachdem sie mich in den Wahnsinn treibt, ist aber eigentlich klar, wie es umgekehrt aussieht, schließlich habe ich ihrerseits noch keinen negativen Test. Über Speichel soll keine Übertragung möglich sein, jedoch kann ja auch ich nicht ausschließen, dass sie irgendwo im Mund gleichfalls eine kleine Wunde hatte.

    Diese Diskussion macht mich inzwischen wahnsinnig mit dem Vorwurf an mich, ich sei fahrlässig.

    Wie seht ihr das, die ihr da sicher mehr Erfahrung habt?
     
  2. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    EineHIV-Infektion über Speichel IST unmöglich.
     
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  3. Aloisius

    Aloisius Neues Mitglied

    Hallo Lottchen.

    Danke für die Antwort, das würde also heißen, wenn ich noch eine Wunde habe, der Speichel der anderen Person dort herankommt, ist das unbedenklich, wenn ich es richtig interpretiere.
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Richtig. Übrigens wäre auch die sehr geringe Menge an Blut, die aus einer solch kleinen Wunde austreten kann, in bezug aufHIV unbedenklich. Es ist vielleicht unhygienisch – aber kein HIV-Risiko.
     
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  5. Aloisius

    Aloisius Neues Mitglied

    Hallo Matthias,

    das war mir neu. Danke. Ich dachte tatsächlich schon, dass das ausreichen würde. Demnach müssen also beim "klassischen" Geschlechtsverkehr ohne Schutz erhebliche "Flüssigkeitsmengen" und Virenmengen übertragen werden?
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    In der Tat. Es kommt mehr auf die Virusmenge im Sinne der (Fachbegriff –>) Viruslast an. Bei wenig »Flüssigkeit« sind auch wenig Viren enthalten. Bei viel Flüssigkeit können aber bei geringer Viruslast auch nur wenig Viren enthalten sein. Darauf fußt das Prinzip der antiretroviralen Therapie zur Behandlung vonHIV: Sie senkt die Viruslast, also die Anzahl der Viren, so dass eine Übertragung nicht mehr möglich wird.

    Im Gegensatz zu einer Schwangerschaft, bei der im Prinzip ein Spermium zur Befruchtung der Eizelle genügt, müssen bei HIV sehr sehr viele Viren übertragen werden, um überhaupt eine Infektion zu ermöglichen – und selbst dann gibt es keinen Automatismus. Übrigens gibt es keine Zahl, mit der man »sehr viel« ausdrücken kann, denn es kommen noch viele Faktoren auf der anderen Seite – also dem »Empfänger«-Körper dazu.

    Zur Verdeutlichung: Als ich 1996 zum ersten Mal die Viruslast checken ließ, lag sie bei 460.000 Viren/ ml Blut. Heute liegt sie dank der Tabletten bei < 1/ml Blut. Ich bin zwar immer noch HIV-positiv, kann aber auch bei ungeschütztem Verkehr das Virus nicht mehr weitergeben.
     
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  7. Aloisius

    Aloisius Neues Mitglied

    Danke für die Ausführung. In meinen Gedanken reichte immer ein Tropfen Blut. Ich hab fast das Gefühl, es hat sich nicht nur in der Forschung, zum Glück auch für Betroffene, viel getan, sondern auch in der Aufklärung. Zu meiner Zeit war ja quasi Körperflüssigkeit, wie Blut, Sperma, wie toxisches hoch radioaktives Material, das man sofort hat vernichten müssen oder ihm weiträumig aus dem Wege gehen musste.

    Ich glaube irgendwie, je mehr ich mit lese, dass also auch die Aufklärung inzwischen weiter ist.

    Danke für den offenen Umgang im Übrigen.
     
  8. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das würde ich auch gerne glauben … ;)
    Na ja … ich bin bei dem Thema ja eh öffentlich – als Buchautor und mit Präventionsveranstaltungen in Schulen … das wäre es merkwürdig, wenn ich hier nicht offen wäre … ;)
     
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