Facharbeit - Bio LK

Dieses Thema im Forum "Hausarbeiten, Uni und Forschung" wurde erstellt von Dracu, 1. Februar 2012.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Dracu

    Dracu Neues Mitglied

    Guten Abend, :)

    Ich heiße Steffi und bin in dem 12 Jahrgang einer Gesamtschule. In meinem Bio LK schreibe ich gerade an einer Facharbeit, die über das ThemaHIV und Aids geht.
    Ich habe mich hier angemeldet, da ich mir Hilfestellung von euch erhoffe.
    Ich finde in den Fachbüchern, die mir zur Verfügung stehen, sämtliche Erklärungen und Erfahrungen. Darin habe ich mich auch schon weitgehend hinein gearbeitet. Dennoch finde ich nichts über das Thema, worüber ich Ursprünglich schreiben wollte.

    Ich bräuchte Informationen über Hiv+ Frauen, die schwanger sind.
    Mich beschäftigt wie sie sich fühlen, was ihnen durch den Kopf geht.
    Die Frage, ob sie Angst haben, dass sich ihr Kind dauerhaft bei der Geburt infizieren könnte - oder generell die Chancen, dass es gesund zur Welt kommt - beschäftigt mich auch.
    Des weitern würde mich interessieren, wie sie mit der Krankheit klar kommt und lebt.

    Natürlich werde ich in meiner Facharbeit keine Namen verwenden. Anstelle derer nimmt "Patient x" den Platz ein.

    Ich würde mich sehr über Antworten freuen.

    Liebe Grüße
    Steffi :)
     
  2. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Huhu,

    hach - diesmal kann ich nicht helfen :) Nicht weiblich und nicht schwanger :)
     
  3. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hi Steffi,

    wende Dich mal an Ulrike Sonneberg-Schwan vom Frauengesundheitszentrum München (http://www.fgz-muc.de/fgz/) und grüße sie von mir (Matthias Gerschwitz) :)
     
  4. Dracu

    Dracu Neues Mitglied

    Danke trotzdem, Chris. :)
    Und danke für den Tipp, Matthias. :)
     
  5. Dracu

    Dracu Neues Mitglied

    Danke trotzdem, Chris. :)
    Und danke für den Tipp, Matthias. :)
     
  6. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    Hallo Dracu,

    ich weiß nicht, ob Dein Anliegen noch aktuell ist. Bin zwar nicht schwanger, kann Dir aber aus der Vergangenheit von meinen beiden Schwangerschaften (2000/2001 & 2002/2003) berichten - und ein bisschen etwas über die Prophylaxe, allerdings nur aus meiner Sicht als medizinischer Laie. Habe als positive Mutter dank entsprechender Prophylaxe zwei gesunde Kinder.
     
  7. Dracu

    Dracu Neues Mitglied

    Hey lost

    Mein Anliegen ist allerdings noch aktuell, da ich leider bisher noch keine Antwort vom fgz erhalten habe. :?
    Ich würde mich sehr darüber freuen, etwas von dir zu erfahren. Die persönliche Meinung ist mir sowieso am liebsten. :)
     
  8. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    Hallo Steffi,
    Ich habe mich 1996 mit dem HI-Virus infiziert, extrem ungesund gelebt und glaubte aufgrund einer verschleppten Eierstockentzündung unfruchtbar zu sein. Entsprechend groß war meine Überraschung, als ich 2000 von meiner ersten Schwangerschaft erfuhr.
    Für mich war eigentlich völlig klar, dass ich das Kind nicht bekommen könnte (und zunächst auch nicht wollte).
    Mein damaliger Arzt schickte mich in eine gynäkologische Infektambulanz, dort ist man spezialisiert auf die Behandlung von Schwangeren, die sich entweder mit HIV und/oder mit Hepatitis C infiziert haben.
    Zunächst wurde zusammen mit allen üblichen Untersuchungen auch ein Ultraschall gemacht. Der Monitor stand so, dass ich alles sehen konnte. Die Gynäkologin hat mir genau erklärt, was ich dort sehe, und dass bei entsprechender Behandlung das Infektionsrisiko für das Kind unter 2% liegt.
    Diese Zahl von 1-2% manifestierte sich in meinem Kopf und ich dachte permanent daran, dass in jeder Schwangerschaft Risiken bestehen, deren Eintreten weitaus wahrscheinlicher wäre.
    Mein Gesundheitszustand war richtig gut, meine Viruslast sehr niedrig (je niedriger die Viruslast, desto unwahrscheinlicher ist eine Weitergabe des Virus) und ich war damals auch verheiratet und mein Mann wollte das Kind. Mir wurde auch tatsächlich dazu geraten, das Kind auszutragen...
    ... im Prinzip war meine Entscheidung für das Kind in dem Moment gefallen, in dem ich es beim Ultraschall auf dem Monitor erkennen konnte (ich fand, es sah aus wie ein Gummibärchen) und sah, wie das kleine Herz schlägt.
    Die Schwangerschaft wurde engmaschiger kontrolliert als bei einer gesunden Frau, aber für mich war es erst ganz zum Schluss wirklich anstrengend. Davon abgesehen, dass diese Zeit für jede Schwangere körperlich sehr anstrengend ist, kam die Angst vor vorzeitigen Wehen - und dass vielleicht doch noch irgendwas schief geht.
    Der angestrebte Geburtstermin (etwa drei Wochen vor dem rechnerischen) konnte zwar aufgrund vorzeitiger Wehentätigkeit nicht eingehalten werden, aber glücklicherweise hatte ich rechtzeitig mit der ART angefangen (ART= antiretrovirale Therapie, hast Du sicher schon irgendwo gelesen). Das war eminent wichtig, weil die meisten Mutter-Kind-Übertragungen unter der Geburt passieren. Ich nahm damals Retrovir, weil es das einzige Medikament war, das für schwangere Frauen zugelassen war.
    Das Kind wurde viereinhalb Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit einem so genannten "trockenen" Kaiserschnitt entbunden und bekam zehn Tage lang Retrovir über einen Tropf. [Beim "trockenen" Kaiserschnitt versucht man, die Fruchtblase zunächst unversehrt aus dem Mutterleib zu holen und achtet darauf, dass beim Eröffnen möglichst keine Körperflüssigkeiten der Mutter in die Körperöffnungen des Kindes (Augen, Nase, Mund & Ohren) gelangt]. Zum Zeitpunkt der Geburt war meine Viruslast durch das Retrovir unter der Nachweisgrenze. Was damals noch gar nicht bekannt war: wenn die Viruslast [durch (HA)ART, wobei HA für "hoch aktiv" steht, was die neueren Medikamente betrifft] unter der Nachweisgrenze ist, gilt man als nicht mehr infektiös, kann also das Virus nicht weitergeben.
    In den ersten anderthalb Jahren wurde das Kind in einer dort angegliederten infektiologischen Kindertagesklinik behandelt, weil es Antikörper von mir im Blut hatte, die ein unbedarfter Kinderarzt möglicherweise für eine HIV-Infektion gehalten hätte. Die Kinderärztin dort konnte mir schon nach drei Monaten mit 90%* Sicherheit sagen, dass mein Kind negativ ist, eine 100%ige Sicherheit gibt es allerdings erst nach etwa 18 Monaten, wenn die Antikörper der Mutter aus dem Blut verschwunden sind

    *die Kinderärztin sprach von 90%, ob diese Prozentzahl belegt ist, weiß ich allerdings nicht.

    Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst, ich lebe in Berlin und weiß, dass es solche Ambulanzen auch in Hamburg und München gibt. Vielleicht besteht ja für Dich eine Möglichkeit, in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen, denn die können Dir sicher alle Fragen beantworten und haben schon alles mögliche (und unmögliche :roll: ) miterlebt.

    Ansonsten frag mir ruhig Löcher in den Bauch, soweit ich es kann, werde ich Dir Deine Fragen beantworten (bin aber medizinischer Laie). Ich werde nachher noch mal online sein. Dann kann ich ja von meiner zweiten Schwangerschaft berichten (... und von den Problemen, die mich nun nach den Schwangerschaften beschäftigen). Muss aber vorher das eine oder andere erledigen.

    Insgesamt kann ich Dir aber schon mal zusammenfassend sagen, dass mich in beiden Schwangerschaften andere Probleme als HIV beschäftigt haben - wie bei jeder anderen Frau auch. :wink:
     
  9. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    So, wie versprochen berichte ich über meine zweite Schwangerschaft:

    Meine zweite Schwangerschaft war geplant. In der Zwischenzeit hatte ich mich von meinem Mann getrennt und jemanden (HIV negativ) kennengelernt, der geschieden war und trotzdem ein Superverhältnis zu seinen Kindern hatte. Mein Mann hingegen war mit seiner Vaterrolle absolut überfordert (deswegen auch die Trennung). Jedenfalls hielt ich ihn für einen guten Vater und wollte eigentlich auch kein Einzelkind. Dieser Jemand wollte zunächst auch ein gemeinsames Kind, deshalb nahm ich ihn mit in die gynäkologische Infektambulanz. Diesmal wollte ich von Anfang an alles richtig machen und erkundigte mich über meinen Immunstatus, ließ mich und vor allem ihn beraten und über Risiken/Prophylaxe aufklären.
    Kondome lehnte er übrigens generell kategorisch ab, was oft zu Streitigkeiten führte, weil ermeinte, selbst entscheiden zu können, welchem Risiko er sich aussetze. Dass ich im Falle einer Ansteckung auch mit dem Wissen, jemanden infiziert zu haben, hätte leben müssen, interessierte ihn nicht im Geringsten. Aber das nur am Rande…
    Kurz nach diesem Beratungsgespräch wurde ich tatsächlich schwanger, woraufhin er seine Meinung bezüglich des Kinderwunsches plötzlich änderte.
    Er versuchte zunächst mit allen Mitteln, mich zum Abbruch der Schwangerschaft zu bewegen. Aufgrund meiner Infektion wäre bei mir auch nach der zwölften Schwangerschaftswoche noch eine Abtreibung möglich gewesen. In der Klinik, in der die Infektambulanz eingegliedert war, wurde ein Abbruch bis zur zwanzigsten Schwangerschaftswoche angeboten, theoretisch wäre es auch später noch legal gewesen, nur wäre es dann schwierig geworden, einen Arzt zu finden…
    Ich habe es nicht übers Herz gebracht, mein Wunschkind abtreiben zu lassen.
    Im Nachhinein wünsche ich mir, ich hätte mich sofort von ihm getrennt, aber leider habe ich auch das nicht übers Herz gebracht.
    Er hat mich wirklich absolut mies behandelt, und in der Schwangerschaft sind wir Frauen ja echte Sensibelchen. Durch meine (im wahrsten Sinne des Wortes) angegriffene Psyche, traten tatsächlich Komplikationen auf. Von einer Nabelschnurarterien-Aplasie bis zu Plexuszysten (bedeutet eventuell „Wasserkopf“) beim Kind trat so ziemlich alles an Risikofaktoren auf. Ich musste die letzten Wochen der Schwangerschaft im Krankenhaus verbringen und absolute Bettruhe halten.
    Aufgrund des Schwangerschaftsverlaufes entschied ich mich diesmal nicht für Retrovir, sondern für Viramune und Combivir, was – zumindest im März 2003 nicht für schwangere Frauen zugelassen war.
    Die Mediziner rechnen ja bei einer Schwangerschaft nicht in Monaten, sondern in Wochen. Eine Schwangerschaft dauert etwa vierzig Wochen. Ab Woche 34/0 (also 34 Wochen, null Tage) wird keine Tokolyse mehr durchgeführt (Wehenhemmer, in meinem Fall intravenös, abgesetzt). Nur Magnesium sollte ich weiterhin hoch dosiert einnehmen, was natürlich nicht ausreichte, um die Wehentätigkeit zu verringern (oder bestenfalls zum Stillstand zu bringen).
    Das bedeutete dann, dass mein Kind noch am selben Tag per Sectio auf die Welt geholt werden musste (sechs Wochen zu früh).
    Leider war die Lunge noch nicht voll ausgereift und das Kind anfangs nicht in der Lage, aus eigener Kraft Nahrung aufzunehmen.
    Für mich war es eine Katastrophe. Ich konnte/durfte nicht und der Vater leugnete das Kind. Dadurch konnten meine Eltern den Kleinen nicht auf der Frühchen-Station besuchen (Angehörige durften nur in Begleitung von Vater oder Mutter auf die Frühchen-Station).
    Glücklicherweise erholte sich der Kleine sehr schnell und konnte nach zehn Tagen entlassen werden.
    Mir ging es nach der zweiten Geburt sehr schlecht, was aber nicht am HIV lag, sondern den Umständen geschuldet war. Ich hatte (nicht zum ersten Mal) eine Pleuropneumonie (=Lungenentzündung mit Rippenfellbeteiligung), aber zunächst ohne Fieber, weshalb sie (obwohl ich darauf hingewiesen hatte, die Symptome von vorangegangenen Lungenentzündungen zu kennen) viel zu spät erkannt wurde. Da man nicht wusste, was ich hatte, durfte ich nach einigen Tagen nicht mehr auf die Frühchenstation… ich hätte es auch nicht mehr gekonnt, denn inzwischen war mein linker Lungenflügel nicht mehr belüftet, was extrem schmerzhaft war.
    Mein miserabler Gesundheitszustand (Schmerzen beim Atmen wurden beim Essen schlimmer) und die Tatsachen, dass der Kindesvater nichts von seinem Kind wissen wollte und mich wie den letzten Dreck behandelte, führten schließlich zu einer so genannten postnatalen Anorexie (=Magersucht, die nach einer Geburt auftritt, vermutlich durch Wochenbettdepression).

    In der ersten Zeit habe ich meinen Alltag nicht bewältigen können und war auf die Hilfe eines Pflegedienstes angewiesen. Irgendwann ging es dann aber, ich wurde in einer infektiologischen Tagesklinik wirklich super behandelt, wobei die Ursache nie geklärt werden konnte. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich Bronchialasthma habe schon vor meiner HIV-Infektion mit Lungenentzündungen zu kämpfen hatte - und schließlich hieß mein größtes Problem nicht HIV sondern Anorexia nervosa.

    Merke gerade, dass es (psychisch/emotional) sehr anstrengend ist, das alles mal aufzuschreiben... :?
    Ich hoffe, es hilft Dir.
     
  10. Dracu

    Dracu Neues Mitglied

    Hey Lost,

    Ich kann gut nachvollziehen, dass es dir schwer gefallen ist das alles aufzuschreiben. Und das auch noch einfach so ins Internet... Es tut mir leid, falls dir das jetzt zu viel war. :?
    Aber ich danke dir sehr. Deine ausführlichen Berichte helfen mir sehr gut weiter.

    Aber eine Frage habe ich jetzt dennoch noch. Wenn ich dir damit nicht zu Nahe trete...
    Bist du jetzt, nachdem du das alles hinter dich gebracht hast, glücklich darüber, dass du deine Kinder bekommen hast? Ich meine, bereust du es?

    Liebe Grüße, Steffi
     
  11. Mircstar

    Mircstar Bewährtes Mitglied

    Zeig mir eine Frau die es bereut Kinder bekommen zu haben...
     
  12. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Na ... es hängt noch ein wenig von anderen Umständen ab.

    Aber ich muss lost mal ein Riesen-Kompliment machen. Es ist erstens nicht einfach, das so detailliert aufzuschreiben, zumal es innerlich noch brodelt ... und zweitens habe ich wahnsinnig viel gelernt.

    Liebe lost: TOLL!!! Und danke!
     
  13. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    Hallo Steffi,

    es freut mich, wenn ich Dir weiterhelfen konnte.

    Natürlich gab (und gibt) es immer wieder Zweifel, aber:
    dass ich meine Kinder bekommen habe, bereue ich nicht. Ich liebe die beiden über alles. Es sind die Umstände und die Tatsache, dass ich Situationen falsch eingeschätzt habe, die ich bereue.

    Ich habe, offen gestanden, die Verantwortung unterschätzt... dachte, mit Liebe und viel Willenskraft kann ich alles schaffen.
    Mein größter Fehler war, mich selbst so zu vernachlässigen. Ich habe zu lange nicht begriffen, dass ich nur dann eine gute Mutter sein kann, wenn ich selbst ausgeglichen bin und dazu gehört eben auch, für mich zu sorgen und auf Warnsignale zu achten.
    Das betrifft übrigens auch negative Mütter: sich selbst aufzugeben und nur noch Mutter zu sein, hilft keinem Kind.

    Insgesamt kann ich nur immer wieder betonen, dass ich nicht über das HI-Virus sondern über mich selbst und meine nicht verarbeiteten psychischen Defizite gestolpert bin. Mit dem Virus allein wäre ich sicher noch sehr lange fertig geworden. :wink:
     
  14. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    Danke für das Kompliment und es macht mich fast ein bisschen stolz, wenn jemand wie Du schreibt, er hat viel gelernt. :oops:

    Liebe Steffi,
    was mir spontan einfällt zur Frage bezüglich Problemen nach der Schwangerschaft:

    Mein größtes Problem (und das meiner Kinder) ist, dass die beiden aufgrund meines Gesundheitszustandes* momentan nicht bei mir leben (mein „Großer“ bei meiner Mutter, mein „Kleiner“ beim Kindesvater, der sich zum zweiten Geburtstag des Kleinen dann doch noch zu seinem Sohn bekannte).

    Seit ich Mutter bin, gehe ich nicht mehr so offen mit dem ThemaHIV um, damit meine Kinder nicht ausgegrenzt werden. Ob das so richtig ist, vermag ich nicht zu sagen.
    Durch meinen nicht so tollen Zustand und diverse Krankenhausaufenthalte stehe ich allerdings aktuell vor dem Problem, meine Kinder irgendwann über meine HIV-Infektion aufklären zu müssen. Ich würde ihnen das gern ersparen, glaube aber dass sie es lieber von mir erfahren sollten als zufällig drüber zu stolpern.
    Mein „Großer“ wird im März elf, der „Kleine“ neun Jahre alt. Vor allem der „Große“ ist inzwischen viel im Internet unterwegs und weiß, wie meine Medikamente heißen…

    Davon abgesehen sind es Kleinigkeiten, die mich immer wieder zweifeln lassen. Auf dem Sommerfest der Schule zum Beispiel zupfte ein Klassenkamerad meines „Großen“ seinen Opa am Ärmel, zeigte auf mich und erklärte dem Opa: Das ist die Mama von xxx, die wohnt im Krankenhaus.“
    … und ich weiß nicht, woher mein „Großer“ das hat, aber er hat in der Schule geäußert: „Meine Mama ist sehr krank und stirbt bald.“ :shock:

    Ich vermute, es hängt mit dem Tod seines Vaters zusammen (Der Vater vom „Großen“ war positiv, hat es leider nicht hinbekommen, seine Medikamente regelmäßig einzunehmen). Er ist 2010 an multiplem Organversagen gestorben. Da er zum Schluss an Schilddrüsenkrebs litt, schien es mir am einfachsten, den Kindern zu sagen, dass er daran gestorben ist. Das ist zumindest nicht gelogen – und wozu sollte ich sie mit zusätzlichen Informationen belasten, wenn sie in keinster Weise hilfreich sind?

    *und auch hier noch mal der Hinweis, dass mein Gesundheitszustand ohne die Spätfolgen der Essstörung wesentlich besser wäre.
     
  15. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    Nachtrag

    Der Vollständigkeit halber möchte ich noch etwas hinzufügen, was ich vergessen habe, zu erwähnen (aber wenn Du Dich mit dem ThemaHIV+Schwangerschaft beschäftigt hast, wirst Du das wahrscheinlich schon gelesen haben):

    Nach beiden Schwangerschaften habe ich innerhalb weniger Stunden nach der Geburt Tabletten eingenommen, die den Milcheinschuss verhinderten.
    Es wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen ihre Kinder unter keinen Umständen stillen,
    um die Übertragung von HIV über die Muttermilch zu vermeiden.

    ... und ich hatte während der Geburten keine Vollnarkose, sondern eine PDA [(Periduralanästhesie) wird umgangssprachlich als Rückenmarks-Spritze bezeichnet]... also "nur" eine lokale Betäubung von der Brust abwärts.

    Hab also die Geburten nicht "verschlafen". :D
     
  16. blume23

    blume23 Bewährtes Mitglied

    Liebe Lost,

    auch ich bewundere dich für deine Beiträge und bin auch wirklich berührt, du musstest ja mit dem Kindsvater und der Anorexie nervosa nebenHIV einiges durchmachen!
    Ich wünsche dir bald wieder gute Gesundheit unter deinen neuen Medikamenten, dass deine Kinder auch wieder bei dir leben können!
     
  17. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    :oops: Vielen Dank für die lieben Worte. :oops:

    Ich finde es toll, wenn so ein junger Mensch sich für das Thema interessiert, und wenn ich kann, unterstütze ich das gern. :D

    Es war zwar in dem Moment des Aufschreibens ziemlich aufwühlend, aber im Nachhinein fühle ich mich sogar ein bisschen erleichtert. Es hat mir gut getan, das alles mal niederzuschreiben...

    ... und wenn es dann auch noch anderen hilft - umso besser! :mrgreen:
     
  18. lost

    lost Bewährtes Mitglied

    Hallo noch mal,

    Steffi, hast Du Dir mal den Link zu der Sendung "37°" im Beitrag „Ich bleibe immer positiv“ von ZDFonline (auch hier im Teil "Hausarbeiten, Uni und Forschung") angesehen? Ist sicher sehr hilfreich. :wink:
     
Die Seite wird geladen...
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Unser HIV Forum nutzt Cookies. Details zur Nutzung von Cookies auf unseren Seiten findest Du hier und unter "Weitere Informationen":

    Information ausblenden