Eingebildete Symptome nach RK?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von lars27, 10. September 2016.

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  1. lars27

    lars27 Neues Mitglied

    Hi an alle. Ich werde vermutlich von einigen, die sich beim ThemaHIV besser auskennen, jetzt belächelt, aber mich plagen seit Wochen Ängste und Ungewissheiten - mal gehen sie wieder, mal kommen sie wieder - nachdem ich einen RK hatte.


    Zum Thema:

    Ich hatte Mitte Juni ungeschützten GV mit einer Freundin, die ich schon seit 2 Jahren kenne, und kam dabei in ihr. Es war das erste Mal, dass ich ungeschützten GV hatte, denn ich verhüte sonst immer mit Kondom. Natürlich haben wir beide uns zuvor darüber unterhalten, ob wir auch keine Krankheiten haben, und ob sie die Pille nimmt, usw. Alles ok soweit, und ich habe mir bis dato auch noch nie ernsthaft über HIV Gedanken gemacht. Ich bereue mittlerweile diesen Leichtsinn - auch wenn es eine Freundin ist, und ich ihr vertraue.

    Schon länger bin ich jedenfalls Blutspender und hatte genau 14 Tage nach jenem RK meinen nächsten Spendertermin. Damals, als beim Blutspenden auf dem Fragebogen die Frage nach jüngsten RKs war, dachte ich noch gar nicht daran, dass damit auch mein "Erlebnis" mit inbegriffen war, sondern ich stufte einen RK als Sex mit Prostituierten, o.ä. ein.
    Um den Faden nicht zu verlieren: Ich kam ca. 3 Tage nach dem Blutspenden mit einem Freund auf mein jüngstes "Sex-Erlebnis" zu sprechen. Dieser wurde sofort ernst, und fragte mich immer wieder, ob ich es denn zu 100% ausschließen konnte, dass sie kein HIV hatte, und was ich mir dabei nur gedacht habe. Ich wurde immer nervöser, und es lief mir eiskalt den Rücken hinunter. Seitdem hat mich das Thema, und vor allem jene Fragen gefesselt. Ich googelte jeden Tag wie verrückt, "informierte" mich über HIV, (traf dabei auch auf diese Seite), und konnte nicht mehr normal schlafen, ohne vorher nochmal 5 Std. lang am Handy nach neuen Symptomen zu googeln, die ich vielleicht übersehen haben könnte, bis mir dann irgendwann um 4 Uhr morgens die Augen zufielen.
    Naja, man kennt es ja: Zu jeder Krankheit im Internet gehören ja mittlerweile Symptome wie Müdigkeit oder Appetitlosigkeit. Das redete ich mir auch noch schön, aber spätestens als ich dann (ca. 18 Tage nach dem RK) auch noch Durchfall bekam, 2-3 Kilo Gewicht verlor, und fast gar nichts mehr Essen konnte, bekam ich immer mehr Angst, und drehte förmlich durch.
    Als Blutspender wusste ich natürlich, dass dort alles untersucht wird, einePCR ja bei 14 Tagen schon anschlägt, und man spätestens nach 2 Wochen per Brief Bescheid bekommt, sollte eine Krankheit im Blut gefunden worden sein. Ich wartete also noch ca. eine Woche auf jenen Brief, denn ich war mir so sicher, dass ich mich infiziert habe - es war eine wirkliche Qual, jeden Tag den Briefkasten zu leeren, um genau auf diesen Brief zu warten, der nicht drin war. Dann, als der Brief auch am letzten "möglichen" Tag nicht kam, war ich erst einmal erleichtert, und erzählte einigen meiner Freunde von der "Story". Die hielten mich (zurecht) für völlig verrückt, und bei den ganzen Kommentaren dazu musste ich auch schmunzeln. Auch jene Freundin schrieb ich immer wieder an, ob sie Symptome hatte, wie es ihr geht, ob sie jüngst mit wem anders ungeschützten GV hatte, usw. (Übrigens: Sie hat sich ca. ein halbes Jahr vor unserem GV testen lassen - negativ), und sie meinte nur wie nervig ich sei.

    Das Ganze war für mich dann erst einmal abgeschlossen, bis ich Anfang August (also ca. 1,5 Monate nach dem RK) krank wurde - der Arzt diagnostizierte einen viralen Infekt. Nach ein paar Tagen war alles wieder in Ordnung, doch Ende August hatte es mich wieder erwischt. Wieder hatte ich Halsschmerzen, einen verschleimten Hals, und ging dieses Mal direkt zum HNO. Dieser meinte, dass meine Lymphknoten am Hals geschwollen sein, und meine Erkrankung eine verschleppte Mandelentzündung sei. Er verschrieb mir Antibiotika, die ich bis vor ein paar Tagen einnahm. Mittlerweile ist es zwar ein bisschen besser geworden, jedoch verspüre ich immer noch Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Halsschmerzen und allgemein einen verschleimten Hals. Das "Beste" kommt aber erst noch: Seit genau einem Monat ist meine Zungenwurzel sichtbar mit größeren roten Flecken bedeckt, und das geht einfach nicht mehr weg. Der HNO-Arzt sagte dazu gar nichts, bis ich ihn darauf hinwies, dass dies nun scho seit einem Monat unverändert sei. Daraufhin lächelte er nur müde, und meinte, dass sich das so gehört, und die Geschmacksknospen aktuell ein bisschen geschwollen sein. Mir gibt das trotzdem keine Ruhe, zumal ich "spüre", dass ich trotz Antibiotika immer noch nicht auskuriert bin. Ich muss dazu auch noch erwähnen, dass ich eigentlich wirklich so gut wie nie krank bin. Vor dieser ganzen "Geschichte" war ich innerhalb von 5 Jahren vielleicht 2-3 mal krank (nicht übertrieben), und jetzt erwischt es mich in ein paar Wochen gleich 2 mal. Ich glaube einfach nicht an so viele Zufälle, und merke richtig, wie mich das Thema unterbewusst immer noch beherrscht.
    Von der Blutspende kam neulich ein Brief (ich wäre fast ohnmächtig geworden, als ich den Umschlag mit meinem Namen darauf gesehen habe), dass ich zum nächsten möglichen Spendetermin gerne wieder gesehen werde. Ich weiß jetzt nicht, ob es unverantwortlich wäre, da einfach hinzugehen.


    Ich hoffe einfach, dass mir hier jemand (im Gegensatz zu meinen Freunden, die auf dem Gebiet natürlich nicht so viel Ahnung haben, und mir auch nur gut ins Gewissen reden wollen) vielleicht die Augen öffnen kann. Sind meine Sorgen wirklich berechtigt?
     
  2. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Nun... Ihr Risiko lag bedeutend höher als das Deine .. denn Du bist in ihr gekommen und Du kennst Deinen Status auch nicht !! Also nicht immer den MädelsHIV oder irgendwas anderes unterstellen, auch mal an die eigene Nase packen :x

    Ansonsten - HIV-Symptome gibt es nicht, Du machst jede Menge Lärm um nichts.

    Woher irgendwelche Flecken an der Zunge kommen.. kann man Dir hier auch nicht sagen.. frag Deinen Hausarzt oder den HNO-Arzt oder vielleicht auch einen Zahnarzt.

    Die Blutspende alsHIV-Test "zu mißbrauchen " ist absolutes No Go ... mach einen AK-Test bei Deinem Hausarzt oder beim Gesundheitsamt.

    Und ansonsten.. informiere Dich über HIV, es gibt genug seriöse Seiten im Netz oder Du könntest was total altmodisches tun und ein Buch über HIV lesen !
     
  3. lars27

    lars27 Neues Mitglied

    Erstmal Danke für die sehr schnelle Antwort!

    Ich "kannte" meinen Status vor dem GV mit ihr sozusagen schon, da es mein Erstes Mal ohne Kondom war, und ich keine Drogen nehme.

    Bitte nicht falsch verstehen: Meine Zweifel kamen ja erst ein paar Tage nach der Blutspende auf. Ich bin ja nicht zur Spende um mich testen zu lassen! Daraufhin kam der Brief von ihnen, dass ich zur nächsten Spende gerne wieder gesehen werde. Heißt das nicht, dass von denen nichts gefunden wurde?

    Noch eine Frage zur Übertragungswahrscheinlichkeit hätte ich, nachdem du es schon zu Beginn erwähnt hast: Wie viel höher war das denn bei ihr?
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moment, Lottchen …

    lars27 hat die Blutspende nicht alsHIV-Test »missbraucht«, er hat ganz normal, wie sonst auch, Blut gespendet. Erst hinterher ist ihm aufgefallen, dass sein Kontakt ein RK hätte sein können. Bis hierhin hat er im Wesentlichen alles richtig gemacht. Richtig ist auch, dass der Blutspendedienst bei Unregelmäßigkeiten auffordert, das überprüfen zu lassen.

    @lars27:

    Was das Risiko betrifft: Nein, Du hattest bei weitem das geringere Risiko, dennHIV überträgt sich deutlich schwieriger von Frau auf Mann als umgekehrt. Natürlich ist ungeschützter Verkehr mit einer Person, deren Status man nicht kennt, grundsätzlich erst einmal als Risikokontakt einzustufen. Aber man muss zwischen Risiko und Wahrscheinlichkeit unterscheiden:
    - Von 83.000 HIV-positiven Menschen in Deutschland sind 23% heterosexuell – und die teilen sich noch in Männlein und Weiblein auf.
    - Von 83.000 HIV-positiven Menschen in Deutschland sind 70% in Therspie und – wenn die Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt – nicht mehr ansteckend.
    Die Wahrscheinlichkeit, auf eine heterosexuelle Peron zu treffen, die positiv und unbehandelt ist, ist zwar vorhanden, aber nicht sehr hoch.

    Nun zu Deinen Krankheiten: Du hast offensichtlich eine klassische Sommer-Angina. Darauf lässt auch die Idee der verschleppten Mandelentzündung schließen. Das passiert nun zeitgleich mit Deiner Befürchtung, hat aber nichts damit zu tun.

    Da Du vom Blutspendedienst nicht über Unregelmäßigkeiten informiert wurdest, kannst Du davon ausgehen, dass Du negativ bist. Alles andere ist Panikmache.

    Ich empfehle Dir, zukünftig an Schutzmaßnahmen zu denken – es gibt ja nicht nur HIV! Alles Gute – und werd' schnell wieder gesund!
     
  5. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Ich habe keine Ahnung... Wahrscheinlichkeiten sind irrelevant, und Prozentrechnung kann ich nicht.

    Und sagen wir es mal so - die Blutspende hat zumindest nichts gefunden, was sie dazu bringt, Dich nicht wieder einzuladen.

    Aber - ich weis auch nicht expliziet, auf was sie alles testen.

    Komme ich erneut zu dem Schluss - mach einenHIV-AK-Test, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird dieser negativ ausfallen.

    Woher Deine "Symptome" kommen - weis ich nicht.. sie können 1 Million Ursachen haben... eine sehr häufige Ursache ist im Übrigen ein schlechtes Gewissen verbunden mit einer gewissen Panik und Angst und jeder Menge Unwissenheit.
     
  6. lars27

    lars27 Neues Mitglied

    @Matthias: Auch dir danke für die schnelle Antwort! Du hast anscheinend gleich erkannt, dass mir solche Zahlen helfen. :D
    Danke, zuvor kannte ich jene Statistiken noch nicht.

    @Lottchen: Die Seite des Blutspendedienstes kenne ich mittlerweile natürlich auch schon so gut wie auswendig, und die schreiben dort, dass sie perPCR aufHIV-1, HIV-2, Hep, usw. testen, am gleichen Abend nach der Spende die Tests durchführen, und eben spätestens nach 2 Wochen den Spender informieren, sollte etwas gefunden worden sein.


    Ich will nur wissen, ob diese "Bestätigung" vom Blutspenden reicht, und ich mir ansonsten zu viele unnötige Gedanken und Sorgen mache, oder ob das Gesamtpaket bestehend aus meinen "Symptomen", der Art des RKs und einer möglichen hohen Unsicherheit einerPCR, mir Grund zur Sorge geben sollte.

    1000%ige Sicherheit durch zig verschiedene Tests brauche ich ja gar nicht, zumal ich weiß, dass es die ja nicht gibt.
    Ehrlich gesagt habe ich auch Angst vor einem solchen AK-Test... Nicht wegen dem Test an sich, sondern einfach vor dem Warten auf das Ergebnis - und wenn es nur 30 Minuten sind, und die Wahrscheinlichkeit noch so niedrig ist.
    Ich
    weiß noch, als ich damals (am "letzten Tag" als der Brief vom Blutspenden noch kommen konnte) nach Hause gefahren bin; das war einfach der Horror und Folter pur für mich. Ich hätte da eigentlich gar nicht Auto fahren dürfen, so war mein Zustand von dem ganzen Thema eingenommen.
     
  7. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    ... dann hab ich das mit der Blutspende wohl falsch verstanden... :oops:
     
  8. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Es ist zwar eher eine »Nicht-Bestätigung«, denn Du hast ja kein Schreiben erhalten, aber auch das reicht definitiv.

    Es gab in den frühen 80er Jahren einen Blutspendeskandal – seitdem müssen alle Blutspenden akribisch geprüft werden Deshalb werden Blutspendedienste die Spender lieber einmal zu viel als einmal zu wenig anschreiben, wenn etwas auffällig ist – und sei es noch so klein.
     
  9. lars27

    lars27 Neues Mitglied

    Alles klar, mir geht es damit gleich schon viel besser. Vielen Dank für die Zeit und die detaillierten Informationen!
     
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