Diagnostisches Fenster

Dieses Thema im Forum "HIV-Test" wurde erstellt von Trader, 27. Januar 2020.

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  1. Trader

    Trader Mitglied

    Hallo, ich möchte keine Verwirrung stiften aber wie interpretiert ihr diesen Auszug aus dem Hivbuch.


    Das „diagnostische Fenster“ Als „diagnostisches Fenster“ bezeichnet man die Zeitspanne zwischen Übertragung eines Erregers und dem erstmaligen Auftreten labormedizinisch messbarer Infektions marker wie Antikörper, Antigen oder Nukleinsäure (Busch 1997).

    Im Fall einerHIV-Übertragung beginnt die Antikörperproduktion frühestens nach zwei Wochen. Nach vier Wochen sind in 60–65 %, nach sechs Wochen in 80 %, nach acht Wochen in 90 % und nach zwölf Wochen in 95 % der Fälle HIV-spezifische Antikörper nachweisbar. Eine „seronegative“ HIV-Infektion ist eine absolute Rarität (Spivak 2010).

    Das p24-Antigen kann etwa fünf Tage vor Serokonversion (dem erst- maligen Auftreten von spezifischen Antikörpern) nachgewiesen werden, so dass das diagnostische Fenster durch Suchtests der 4. Generation um diesen Zeitraum verkleinert werden kann.

    Frühester Labormarker ist die HIV-RNA, die etwa sieben Tage vor dem p24-Antigen nachweisbar ist (Fiebig 2003). In vielen Fällen kann HIV-RNA bereits zwei Wochen nach Infektion nachgewiesen werden (Fiebig 2003).

    Ein negatives Ergebnis zu diesem Zeitpunkt schließt eine Übertragung jedoch nicht sicher aus. Ein negatives Ergebnis im HIV-Suchtest schließt das Vorliegen von HIV-Antikörpern und p24-Antigen zum Untersuchungszeitpunkt aus. Entsprechend gilt eine Patient als HIV-negativ. Die Sicherheit dieses Ergebnisses hängt aber insbesondere vom zeit- lichen Abstand zum möglichen Übertragungsereignis ab. Dies hat wichtige Kon - sequenzen:

    1. EinHIV-Test unmittelbar nach einer Exposition ist nicht aussagekräftig, da noch keine HIV-Antikörper gebildet wurden. EinHIV-Test ist daher frühestens in der 3. Woche sinnvoll, es sei denn, es soll z.B. nach Nadelstichverletzung belegt werden, dass zum Expositionszeitpunkt keine HIV-Infektion vorlag.

    2. Entsprechend aktueller Leitlinien (Gökengin 2014, DVV/GfV 2015) kann eine HIV- Infektion in der Regel 6 Wochen nach Exposition mit ausreichender Sicherheit ausgeschlossen werden, sofern Tests der 4. Generation verwendet werden. Bei einer Postexpositionsprophylaxe (PEP) beginnt das Zeitfenster erst ab PEP-Ende. Bei Immundefekten oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen ist eine Kontrolluntersuchung nach 12 Wochen empfehlenswert. Bei HIV-Tests der 3. Generation oder Schnelltests beträgt das diagnostische Fenster grundsätzlich 12 Wochen.

    3. Ein negatives Testergebnis ist nur dann ausreichend sicher, wenn innerhalb des diagnostischen Fensters keine erneute Exposition vorlag.
     
  2. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Und bitte gleich wieder schließen.... wir alle (Stamm-User) wissen, wo das wieder enden wird.
     
  3. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Lies es mal richtig... ist selbsterklärend. Ich hab das Thema geschlossen.
     
    LottchenSchlenkerbein gefällt das.
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Vor allem: Achte auf die Daten … und – ob Du es glaubst oder nicht – es hat seitdem auch Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Tests gegeben. Und wenn alle Fachgesellschaften inkl. des RKI sich darüber einig sind, welche Fristen für welche Testverfahren gelten …

    … dann ist es völlig egal, was sich ein Phobiker zusammenschustert.
     
    AlexandraT und LottchenSchlenkerbein gefällt das.
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