Das bin ich

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von alive33, 8. Januar 2012.

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  1. alive33

    alive33 Neues Mitglied

    Ich bin seit Sommer 2008 in ärztlicher Behandlung. Therapiefrei. Meine aktuellen Werte sind, ca 60.000 Virenload und CD4 560 und dann dieser Prozentsatz, dessen Name ich nicht mehr weiss, ist derzeit bei 24% - bezeichnet irgendwie ein Verhältnis

    ich fühle mich in absolut professionellen Händen und vertraue meinem Arzt enorm. Zumal der Ort an dem ich in Behandlung bin, zur absoluten Top Adresse in diesem Thema zählt

    Natürlich ist meine einzige Frage - wie lange lebe ich noch? und wenn ja wie gut?
    Dass ich morgen vom Bus überfahren werden kann oder sonst irgendwie etwas passieren könnte ist mir klar. Nur seit der Diagnose ist der Tod, respekive das sterben allgegenwärtig. Ich denke jeden Tag anHIV und das sterben - wovor ich enrom Angst habe. Ich liebe mein Leben so fest, möchte noch so viel erleben und entdecken..... aber dass irgednwann Schluss sein wird, ist so klar wie Steuern zahlen .. ;) Spass beiseite

    Ich würde mich freuen, wenn ihr mir Eure Efrahrungen posten würded, vorallem von Menschen mit Langzeiterfahrung, wie ihr lebt, und was ihr denkt. Zudem würde mich eure Einschätzugn wunder nehmen bezüglich meinen Werten.

    ich bin 33 Jahre alt und fühle mich topfit. Ich hatte bislang Erkrankungen, die ich auch so bekommen hätte - meistens grippaler Infekt oder Erkältung. Im Sommer ne eher üble Darminfektion und seit Juli Herzstolpern....aber der Herzspezialist sagt, dass alles in Ordnung sei. Ich hatte mal einen Ausschlag am Mund und den Mundecken der aber auch mit Salbe gut behandelt werden konnte. Ich tippte letzhin aufgrund Nachforschungen im Net (Ich weiss dass ich das nicht tun sollte) und Analyse all meiner Symptome auf Canidas Albican...aber mein Arzt winkte diese Woche ab und meinte dass jeder Hefepilze in sich trägt. Sie gehören nur nicht in die Blutbahn oder in den Mund...ansonsten soll ich mir keine Sorgen machen....er könne sich zwar eine goldene Nase verdienen mit der Diagnose und Behandlung von Hefepilzen......

    Vermutlich mach ich mir zu viele Gedanken, ich denke auch, dass mein Leiden derzeit mehr psychischer Art sind als physischer.

    Also dann ich freu mich auf Eure Antworten.
     
  2. Hacksor

    Hacksor Neues Mitglied

    Hi,

    und willkommen im Forum. Ich selbst bin auch ziemlich neu hier und kenne dein Problem recht gut.

    Was der erste Teil deiner Frage angeht: wie lange lebe ich noch?
    Ziemlich lange, weil die heutige Medizinbereich in SachenHIV echt spitze ist.
    Verträgliche Medikamente, bessere Untersuchungsmethoden etc.

    Deine Aussage "Ich denke jeden Tag an HIV und das sterben - wovor ich enrom Angst habe." ist berechtigt, wobei ich aber mit ruhigem Gewissen sagen kann, das du keine Angst haben brauchst. Wie oben schon geschrieben ist die heutige Medizin soweit, das man nicht mehr an HIV stirbt, sondern wie du schon erwähnt hast durch ein Bussunfall, was immer ein auch erwischen kann.

    Als HIV Infizierter hat man keine Einbussen, bin ich jedenfalls der Meinung. Man kann ganz normal weiterleben, Kino, Party, Shopping was immer auch Spaß macht. Das einzige was dazukommt sind Tabletten die man nehmen muss soweit das der Arzt/Ärztin verordnet hat.

    Das sind so meine Gedanken und auch meine Meinung dazu :wink:
     
  3. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo alive33 und herzlich willkommen!

    Als jemand, der sich voraussichtlich 1992 infiziert hat (mein erster Test 1994 war gleich »bingo«) kann ich Dir sagen, dass eineHIV-Infektion eher psychisch belastet als physisch. Der Gedanke, »krank« zu sein bzw. an einer »unheilbaren Krankheit« zu leiden, sorgt viel zu oft für eine völlig falsche Bewertung. Betrachte eine HIV-Infektion wie z.B. eine Diabetis. Ebenfalls unheilbar, aber mit ein paar Regeln und Maßnahmen gut im Griff zu halten.

    Gedanken über den Tod sind in der Regel unnütz. Erstens trifft der Tod auch HIV-negative Menschen (auch wenn sie es im Umgang mit Positiven oft nicht so sehen wollen) und zweitens - wie Du richtig schreibst - kannst Du morgen vom Bus überfahren werden.

    Ich habe bei mir festgestellt, dass die Beschäftigung mit der Infektion bewirkt hat, dass ich sehr viel bewusster lebe; z. B. belaste ich mich nicht mehr mit Menschen, die ein falsches Verständnis von Freundschaft haben, um mehr Zeit für diejenigen zu haben, die mir wirklich wichtig sind.

    Mein Leben ist ganz normal weitergegangen. Ich arbeite nach wie vor selbständig, unternehme Vieles und habe Spaß am Leben. Ich habe mal irgendwann den Satz geprägt »Das Virus ist nicht lustig und kann nicht singen, deshalb nehme ich es ernst, aber nicht wichtig« - und den beherzige ich nach wie vor. Du kannst die Infektion nicht wegdiskutieren, aber sie sollte Dein Leben nicht beherrschen. Schau mal, Du hast einen Virenlast von 60.000 Kopien ... aber in Deinem Blut ist noch so viel mehr an Lebenssaft, dass Du den Viren nicht den ersten Platz einräumen solltest.

    Womit wir beim Thema »Werte« sind. Eine CD4-Zahl von 560 ist absolut prima, die Relation von 24% ebenfalls. Der regelmäßige Check ist wichtig; mich freut zu lesen, dass Du Dich in Deiner Schwerpunktpraxis gut aufgehoben fühlst. Das ist schon einmal die »halbe Miete«.

    Die Viruslast von 60.000 ist sicherlich nicht problematisch hoch; der therapeutische Ansatz (Medikamente) geht allerdings dahin, die VL unter die Nachweisgrenze (= > 10 Kopien) zu drücken. Dies hat einen medizinischen - wo keine Viren sind, können sie auch nicht schaden ... und einen gesellschaftlichen Vorteil: Man gilt nach den Kriterien der EKAF (Eidgenössische Kommission für Aidsfragen) als nicht mehr infektiös. Allerdings ist der Beginn der Therapie ein Einschnitt, den man nicht unterschätzen darf - ab dann heißt es, lebenslang Pillen zu nehmen. Es ist mit Nebenwirkungen zu rechnen, die aber heute dank einer größeren Auswahl von Wirkstoffen recht gering gehalten werden können. Früher war der Therapieansatz, so spät wie möglich zu beginnen - erst, wenn die CD4-Zahl unter 200 sank, wurde begonnen. Heute gibt es auch einen anderen Ansatz, nach dem man so früh wie möglich beginnt und dadurch die Dosierung recht gering halten kann. Ob und wann Du mit der Therapie beginnen sollst/willst, solltest Du in Ruhe abwägen; Dein Arzt wird Dich sicherlich auch da gut beraten.

    Und was die Lebenserwartung betrifft: Heute stirbt man nicht mehr an HIV (Ausnahmen sind möglich, aber dann sind das Uralt-Infektionen). Die Lebenserwartung ist in den letzten 10 Jahren deutlich gestiegen. Hieß es früher mal »20 Jahre mit dem Virus«, geht man heute von einer etwa um etwa 10% geringeren Lebenserwartung aus - also statistisch statt 78 Jahren 71 Jahre. Allerdings wird sich die Differenz noch reduzieren; die Forschung schläft nicht. Wahrscheinlich wird man, wenn es so weiter geht, mit HIV älter als ohne :)

    Also: Du hast die Infektion, aber die Infektion sollte nicht Dich haben. Man kann damit leben und gaaaaanz alt werden (wer lebt schon gerne nach dem statistischen Mittel? Ich habe beschlossen, mindestens 85 zu werden ...). Man kann auch gut damit leben - genauso, wie man auch ohne HIV schlecht leben kann.

    Denk' - was die Lebensqualität betrifft - am besten immer an den alten Werbeslogan von Beton: »Es kommt darauf an, was man draus macht!« In diesem Sinne - Alles Gute!
     
  4. alexander141

    alexander141 Mitglied

    Darf man fragen, um welche Schwerpunktpraxis es sich handelt?
     
  5. alive33

    alive33 Neues Mitglied

    danke

    hey ihr seit echt toll, danke fürs zurückschreiben. Im Moment beschäftige ich mich eher mit anderen Symptomen. Habe seit Juli so Herzstolpern und im Novemmer hatte ich Vorhofflimmern. Seither naja stolpert das Herz immer wieder was mich halb fertig macht. Kardiologie und so haben nix ernstes ergeben - gottseidank.... muss sagen dass ich schon viel stress habe im geschäft und mir die schulden, die ich noch ein jahr abzahlen muss ganz schön zusetzen. vielleicht sollte ich mal wieder in ne psychiatrische Therapie.... im Kopf arbeiten

    Nun ja es belastet mich auch, dass ich alleine bin. irgendwie . ich wünschte mir wirklich einen netten mann hier bei mir um die abende zu verbringen, jemand der einfach hier ist, der mich in den arm nimmt.... mit mir einschläft und wieder aufwacht....aber so jemanden find ich nicht....ich bin ja auch selber schuld daran - das was man kriegt will ich nicht, dass was ich will krieg ich nicht......und die ständigen dates sind einfach nicht das wahre

    entschuldigt, ich schreib heute wohl etwas diffus..... aber es tut gut zu wissen, dass da jemand ist und mir vielleicht auch tips gibt oder mir auf diesem weg gesellschaft leistet

    auf jeden fall tats gut eure kommentare zu lesen. und es gibt mir hoffnung dass ich dank der guten medizinischen betreuung auch ein quasi normales leben leben könnte.....jetzt muss ich es nur noch tun
     
  6. alive33

    alive33 Neues Mitglied

    vielleicht habe ich euch mit meinem letzten artikel ein wenig abgeschreckt das tut mir leid.

    ich bin vermutlich psyachisch ein enig angeschlagen derzeit. ich fühl mich irgendwie so alleine. mein leben besteht nur aus arbeiten und nach der arbeit nach hause kommen und einfach nur ruhe wollen. dann hab ich wieder angefangen zu kiffen. echt doof nun wieder siet zwei jahren. täglich. wieso mach ich das eigentlich? seit Juli hab ich herzstolpern und im November dieses V0rhoflimmern. Und seit ein paar Tagen so ein ständiges Engegefühl im Hals, das Gefühl nicht richtig durchatmen zu können und so ein Schleimklos im Hals den ich wegräuspern möchte...nach dem kiffen dann gehts mir schlecht, aber ich tus trotzdem wieso eigendlich? vielleicht weil ich mich so alleine fühle? weil es erregend ist? Dabei tut es meiner Psyche und meiner Gesundheit bestimmt nicht gut. Ich habe derzeit auch wieder vereinzelt Panikattacken und diese enor,me Angst vvor dem sterben. Google immer wieder nach neuenHIV FOrschungsergebnissen und hoffe, endlich die Meldung zu lesen die ich so sehr lesen möchte

    gegen das alleinsein, was soll ich nur tun? da lern ich nen netten Mann kennen - nicht Kontakt - sondern wirklich die Person, und dann zieh ich mich immer wieder zurück aus Angst, dass ich wieder verletzt werde, dass ich wegen meinem HIV Status abgelehnt werde und es "raus kommt" und ich dann nicht mal mehr "Dates" abmachen kann.

    Dabei wünsche ich mir doch einfach nur einen lieben netten attraktiven Mann der mich so gern hat wie ich bin. Mit dem ich gemütliche Abende verbringen kann, die Freizeit geniessen oder einfach jemand der für mich da ist wenn es mir mal wieder so mies geht wie jetzt. Und natürlich ein Mann dem ich meine treue aufrichtige Liebe geben kann und auch für ihn da sein kann....

    Nun denn sorry dass ich hier schon wieder so Romane schreibe....

    es ist schon verrückt bis 30 bruachte ich, um mich zu outen, nun bin ich geoutet und ein Jahr später kam die Schockdiagnose und nun bin ich wieder am selen Punkt. wo sind denn all die HIV Positiven? wo lerne ich ihn kennen oder er mich? oder diejenigen, die damit kein Problem haben?
     
  7. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Hallo,

    also hier ist noch einHIV-Positiver. Infiziert habe ich mich in 2009 und nehme seit 2010 meine Medikamente. Mir geht es prima und ich erfreue mich bester Gesundheit. Meine Medikamente vertrage ich sehr gut.

    Klar, ich denke diese Panikattacken sind mir nicht unbekannt. Auch ich hatte diese Gedankengänge - gerade in der Anfangszeit immer wieder. Aber diese haben nachgelassen und sind bis auf kurze Ausnahmen nicht mehr vorhanden.

    Stellenweise denke ich gar nicht mehr an meine Infektion, denn diese gehört ja jetzt zu meinem Leben dazu.

    LG
    Chris
     
  8. alive33

    alive33 Neues Mitglied

    hey hallo zusammen

    heute war mal wieder Zapftermin. Ende März dann die Besprechung der Werte. Wenn ihr Interesse habt, halte ich euch auf dem Laufenden.
     
  9. Mircstar

    Mircstar Bewährtes Mitglied

    Na immer her damit !
     
  10. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Guten Morgen,

    natürlich interessieren uns die Werte. Wenn Du diese hast, dann lasse und bitte daran teilhaben.

    Gruß

    Chris
     
  11. alive33

    alive33 Neues Mitglied

    na also dann...morgen in einer Woche hab ich den besprechungstermin

    bin gespannt...diese nacht bekam ich Halsweh....echt ärgerlich verdammt jetzt dachte ich ich käme damit davon diese Saison und jetzt wo es Frühling wird hast mich doch noch erwischt...grummel
     
  12. Pingu

    Pingu Neues Mitglied

    Hallo alive,

    also ich werde diesen Sommer 35 Jahre alt und lebe in der Schweiz.
    Mein Virus ist diesen Januar 1 Jahr alt geworden (Vermutlich im Januar 2011 infiziert).

    Seit Dezember 2011 nehme ich täglich meine Medis und habe bisher keine Nebenwirkungen erfahren müssen.

    Ich denke eigentlich nur ganz selten an meine Krankheit, schliesslich beeinträchtigt sie mich ja bei der täglichen Arbeit bisher in keinster Weise.

    Für mich gibt es natürlich dieselben Fragen wie bei Dir, welchen ich manchmal nachgehe:
    - Wie wird es weitergehen mit dem Verlauf
    - Was passiert wenn ich eine Frau kennenlerne (Bin single)
    - Werde ich Nebenwirkungen bekommen
    - Werde ich irgendwann mal einen Gesundheitstest machen müssen (Also Nachteile im Beruf / Vorsorge bekommen)

    Aber abgesehen davon fühle ich mich genauso gesund wie vor der Infizierung.

    Auch wenn Dir meine Antwort nicht wirklich hilft, ich kann Dir nur raten, das ganze als chronische Krankheit anzusehen und so weiter zu leben wie Du es vorher auch getan hättest.
     
  13. alive33

    alive33 Neues Mitglied

    hey danke das tönt sehr zuversichtlich
    finde die Antwort hilft schon weiter. ich hab halt einfach so up and downs wie vermutlich jeder mensch. ausser den Halsschmerzen die ich gar hab geht's mir wieder besser und bin eigentlich happyer und irgendwie fiter. vielleicht ist es auch das warme Wetter dass endlich Einzug hält.

    habe halt einfach so schrecklich angst vor dem sterben. und das sterben und der Tod ist aufgrund meinerhiv Infektion irgendwie so greifbar so präsenter geworden....
     
  14. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich würde mich an dieser Stelle gerne noch einmal einschalten:

    AnHIV stirbt man nicht. Mittlerweile sterben die wenigsten, bei denen Aids ausgebrochen ist, weil der Ausbruch von Aids durch die Therapie weitgehend gestoppt worden ist.

    Die Lebenserwartung von HIV-Patienten liegt derzeit bei etwa 10% unter der der nicht erkrankten Bevölkerung - bei Männern heißt das 71 statt 78 Jahre ... und es wird sich noch weiter angleichen.

    Sterben tut nur der, der sich aufgibt ... und dazu braucht man kein HIV - das klappt auch ohne ...
     
  15. alive33

    alive33 Neues Mitglied

    danke Matthias

    ich hoffe es ist wirklich so. du hast recht ich sollte leben und mich nicht ständig zu fragen wann ich sterbe..

    trotzdem hab ih solche nagst davor

    und ich würde so gern einen lieben mann kennenlernen
     
  16. alive33

    alive33 Neues Mitglied

  17. Mircstar

    Mircstar Bewährtes Mitglied

    DasHiv irgendwann mal Heilbar sein wird, davon gehe ich aus,aber ob das schon in 5 Jahren der fall sein wird ? Mm naja....
     
  18. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Guten Morgen,

    Aids heilbar in 5 Jahren? Ein Traum würde war werden - aber ich glaube da nicht dran!!!
     
  19. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Also die Quelle - Dr. Hans Jäger aus München - ist verlässlich. Ich denke aber, hier hat der Journalismus aus einem »wir hoffen« ein »es wird so sein« gemacht. Tatsache aber ist, das die Forschung schon sehr viel weitergekommen ist, als man vor 5 - 10 Jahren noch hätte hoffen dürfen.
     
  20. Mircstar

    Mircstar Bewährtes Mitglied

    Vielleicht wirds ja auch erstmal wie beim Krebs , früh erkennung ist mehr als die halbe Miete
     
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