Blutwerte - Was nun?

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von janni, 31. Dezember 2011.

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  1. janni

    janni Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    bei einem Bekannten von mir wurde kürzlich festgestellt, dass erHIV-positiv ist. Der Bluttest beim Schwerpunktarzt hat jetzt eine Helferzellenzahl von 195 beu einer Viruslast um die 500.000 ergeben. Offensichtlich ist die Infektion also ziemlich weit "fortgeschritten"? Therapie soll zeitnah erfolgen.
    Meine Frage: wie lange dauert es in aller Regel bis man wieder im grünen Bereich ist, dh die viruslast abnimmt und die helferzellen zahl wieder steigt? Kann die Helferzellenzahl überhaupt wieder auf das niveau eines gesunden Menschen ansteigen?

    Danke für eure Hilfe!

    Janni
     
  2. Anonymous

    Anonymous Gast

  3. janni

    janni Neues Mitglied

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort Spaziergänger.

    Wirkt die (HA)ART eigentlich "immer" oder gibt es Fälle, wo die Therapie versagt? Habe hierzu verschieden Angaben gefunden (Zwischen 90 - 99 %).

    Danke
     
  4. Anonymous

    Anonymous Gast

  5. niemehrwieder

    niemehrwieder Poweruser

    Ich hab den Satz bei Spezialarzt gelesen :

    Heutzutage hofft man nicht das die Therapie erfolgreich ist , sondern man erwartet es.
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Also, um mal ganz reralistisch zu sein.

    Es gab früher Fälle, in denen die Therapie nicht oder nur mangelhaft angeschlagen ist. Mit der Erweiterung der medikamentösen Möglichkeiten ist das aber heute so gut wie ausgeschlossen. Und das ist doch eine schöne Nachricht ...

    Die Viruslast sollte in der Tat innerhalb 6 oder max 9 Monate deutlichst zurückgehen und auch dort (optimal unter der Nachweisgrenze) verharren. Die Entwicklung der Helferzellen ist beinahe schon eine persönliche Angelegenehit - sie kann sehr unterschiedlich ausfallen. Ich war mal bei 20 und verharre seit längerem bei 180, was auch nicht viel ist. Trotzdem geht es mir gut und mein Doc ist zufrieden.

    Die VL unter die Nachweisgrenze zu bringen, das ist die edelste Aufgabe der Therapie, und das schafft sie im allgemeinen auch.
     
  7. janni

    janni Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    danke für euer Feedback.

    Der SPA hat nun vorgeschlagen das erste Ergebnis durch einen zweiten Bluttest innerhalb von 4-6 Wochen zu "prüfen". Evtl weil die Zahlen durch einen kürzlichen Infekt tiefer sind als sie eigentlich sind, dh das Immunsystem sich evtl wieder erholt?

    Macht das Sinn oder wird hier nur unnötig Zeit verschwendet (In der man schon therapieren könnte?) und die Zahlen gehen noch mehr in den Keller? Oder ändern die paar Wochen in der Regel auch nichts mehr groß?

    Danke
     
  8. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich persönlich würde nichts von einem einfachen Ergebnis halten. Mindestens noch ein Mal sollten die Blutwerte gecheckt werden, bevor man über eine Therapie nachdenkt.

    Eine Helferzellenzahl von 195 liegt zwar unter der (nach früheren Maßstäben) kritischen Grenze von 200, dafür ist die VL aber trotz ihrer absoluten Höhe in einem noch erträglichen Rahmen.

    Ich denke, der Vorschlag des SPA ist ein guter Vorschlag. Ich würde ihm folgen.
     
  9. janni

    janni Neues Mitglied

    Hallo Matthias,

    danke für deine Antwort.

    Wie kann ich das verstehen? "In einem erträglichen Rahmen"?

    Mir erscheinen die Werte (195 und 500.000) doch schon sehr kritisch? Oder gibt es da noch viel schlimmere Fälle, die erfolgreich behandelt werden konnten?

    Hab irgendwo gelesen, dass einige mit 2 Helfezellen erfolgreich therapiert wurden..

    Danke
     
  10. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich kenne Leute als Virenlast-Millionäre ... und sich selbst war Helferzellen-technisch mal bei 20.

    Wesentlich ist, dass alles vom Arzt begleitet wird. Aus meiner Erfahrung halte ich seinen Vorschlag für praktikabel ... schließlich ist auch die Entwicklung der Werte ein Teil der Überlegung, welche Therapie sinnvoll ist. Mittlerweile kann man ja da ein wenig aussuchen ...
     
  11. Anonymous

    Anonymous Gast

  12. janni

    janni Neues Mitglied

    Hallo Spaziergänger,

    danke für deine aufbauenden Worte und Ausführungen. Macht wirklich MUT und HOFFNUNG.

    Hast du mit diesen Werten nicht zwangsläufig das Vollbild "AIDS" erreicht bzw hattest du aids-definierende Erkrankungen?

    Zum Thema Impfungen: Glaube der SPA hat bereits einige Impfungen vorgenommen. Grippe und ähnliches?

    Grüße
     
  13. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das Vollbild AIDS definiert sich nicht über Blutwerte, sondern über das Auftreten mindestens einer der sog. »opportunistischen Erkrankungen« (http://www.virawoche.de/patienten/hiv-krankheitsbilder/hiv-infektionen.htm).

    Die Aussage »Die im Zusammenhang mit einerHIV-Infektion auftretenden opportunistischen Erkrankungen sind nach wie vor für die Mehrzahl der Todesfälle unter den AIDS-Patienten verantwortlich.« ist zwar inhaltlich fast immer noch richtig, allerdings nicht mehr zahlenmäßig. Schließlich wird durch die medikamentöse Therapie ja gerade erreicht, dass die o.E. nicht mehr so gehäuft auftreten wie noch vor 10 Jahren ... und vor allem, dass das Vollbild nur noch selten erreicht wird.

    Ich bitte daher herzlich, den Inhalt des Links hauptsächlich wegen der Arten von o.E. zu verstehen.
     
  14. janni

    janni Neues Mitglied

    Hallo matthias,
    Danke fuer die erlaeuterung und den link.

    Hatte nur vermutet, dass ein stark geschwaechtes immunsystem
    Prinzipiell anfaelliger fuer die o.E. Ist und damit zumindest ein indirekter
    Zusammenhang mit den blutwerten besteht.

    Wie ist das vorgehen wenn eine o.e. Bereits vorlag? Diese behandeln und dann hoffen,dass die ART die viruslast senkt und sich dass immunsystem erholt? Und dann hoffen, dass es zu keinen o.e. Mehr kommt?

    Sind die chancen ein "fast normales leben" zu fuehren denn auch gegeben,
    Wenn es bereits zu einer o.e. Gekommen ist (aids)? Oder hat dies im allgemeinen sehr schlechte auswirkungen auf lebensqualitaet und -erwartung?

    Danke euch
     
  15. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich kenne mittlerweile einige Leute, die eine oder mehrere o.E. hatten und alle wieder vom Vollbild zurück auf »HIV« sind. Natürlich bleibt so etwas nicht ohne Rückstände ... aber das Leben ist nach wie vor möglich - mit Arbeit, Freunden und Lachen. Viel hängt aber auch von einem selbst ab: Wie gehe ich damit um, wie nahe lasse ich die Infektion an mich herankommen etc. Ich könnte jetzt Werbung für mein Buch (siehe Signatur) machen ... *flöt* ... mach' ich aber nicht :)
     
  16. janni

    janni Neues Mitglied

    Schon laengst gelesen matthias:) dickes lob und respekt!
     
  17. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

  18. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Huhu ...

    also Matthias, wenn Du die Werbung für Dein Buch nicht machst, dann werde ich das ohne Gnade und Rücksicht weiterhin machen *flücht* :wink:
     
  19. janni

    janni Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    Der 2.besuch beim SPA hat folgendes ergeben:

    -Blutbild bis auf die helferzellen (185) und viruslast (500.000) in ordnung,
    Genauso wie der "gesamteindruck"
    - grippeimpfung wurde vorgenommen. Macht man die nicht erst wenn man die 200 helferzellen erreicht??
    - prophylaktische therapie mit cotrim. Ist das um das entstehen einer pcp erst garnicht moeglich zu machen? Ist das ueblich?
    - blutabnahme um resistenztest zu machen.
    - ueberweisung zum augenarzt zur bestandsaufnahme? Was hat das fuer einen hintergrund? Kann das mit cvm zusammenhaengen? Tritt die nicht eher bei sehr geringer helferzahl auf (<50)
    - erneute blutabnahme in einigen wochen um entwicklung der werte zu pruefen und dann evtl therapie einzuleiten.

    Gruessle an alle
     
  20. Anonymous

    Anonymous Gast

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