Angst vor HIV

Dieses Thema im Forum "HIV Phobie" wurde erstellt von Jan123, 17. Januar 2019.

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  1. Jan123

    Jan123 Neues Mitglied

    Hallo,
    mein Name ist irrelevant.
    Ich bin seit ungefähr einem Jahr wegen einer schweren Depression in psychologischer Behandlung.
    Gerade in den letzten Wochen, Monaten habe ich mit einigen Ängsten zu kämpfen.
    In den letzten Tagen kam die schon etwas ältere Befürchtung mich mitHIV infiziert zu haben, bzw. mich damit zu infizieren dazu.
    Früher konnte ich die Gedanken mit Logik und Fakten unter Kontrolle bringen.
    Leider hat mit der Depression mein Selbstbewusstsein sehr gelitten und ich zweifel oft an meinen eigenen Schlussfolgerungen.
    Ich kann mir immer wieder aufzählen, warum meine Ängste nichts mit der Realität zu tun haben, aber es beruhigt mich nicht, da ich mir nicht vertraue.

    Ich habe ein ganz bestimmtes Szenario im Kopf.
    Ich benutze während der Selbstbefriedigung zwei Taschentücher (quasi ein dickes). Also zwischen Hand und Penis.
    Also es besteht Reibung zwischen Tuch und Penis.
    Danach wird das Sperma in den Tüchern aufgefangen und entsorgt.
    (Wie es wahrscheinlich ein Großteil aller Männer macht)
    Jetzt ist mir der Gedanke gekommen, was wenn sich auf dem Taschentuch infektiöses Material befunden hätte.
    Also ich rede von neu gekauften Taschentüchern aus dem Supermarkt.
    Wobei die Taschentücher entweder bei der Produktion, im Laden oder später mutwillig oder fahrlässig verunreinigt wurden.
    Da ich die Angst nun schon ein paar Tage habe kontrolliere ich immer alle Taschentücher, bevor ich sie benutze.

    Mein Gedankengang ist nun.
    Da HIV an der Luft schnell an Infektiosität verliert und Flüssigkeiten schnell auf einem Taschentuch trocknen, müsste das Taschentuch durchnässt sein, um das Virus ausreichend lange aktiviert zu halten. Das müsste schon an sich sichtbar sein. Spätestens beim in die Hand nehmen würde ich merken, dass das Taschentuch stark verunreinigt ist. Außerdem würden sehr wahrscheinlich alle eventuell aufgebrachten Flüssigkeiten bei der Lagerung bis zum Gebrauch getrocknet sein. Also nicht mehr infektiös sein.

    Ist mein Gedankengang korrekt?
    Könnte mir vielleicht Jemand bestätigen, das meine Angst unberechtigt ist und keine logische Grundlage hat? Vielleicht mit einer eigenen Herleitung? Und vielleicht eine Einschätzung geben, ob sehr unwahrscheinlich oder vielleicht sogar unmöglich?

    Eine Frage noch. Ich bin außerdem seit meinem dritten Lebensjahr wegen einem Gehirntumor in medizinischer Behandlung. Kann HIV "zufällig" bei einer regulären Blutuntersuchung im Rahmen einer Krankheit oder Operation gefunden werden? Ich habe mich früher immer damit beruhigt, dass bei all den Untersuchungen und Krankenhausaufenthalten ja bestimmt jemand etwas gefunden hätte.
    Ich hab gehört das zumindest bei einer freiwilligen Blutspende darauf getestet wird?

    Mir wäre damit sehr geholfen. Meine nächste Therapiesitzung ist am nächsten Mittwoch.
    Ich werde das definitiv ansprechen müssen. Aber vielleicht kann ich bis dahin die Gedanken, mit eurer Hilfe, unter Kontrolle bekommen. Dann könnten wir uns in der Sitzung mit der Ursache der Angst beschäftigen
    und ich müsste diese sehr peinliche Geschichte nicht noch vor meiner Psychologin wiederholen.

    Tausend Dank im Voraus.
    Tut mir leid, dass der Text so lange geworden ist.

    liebe Grüße,

    und habt einen schönen Tag
     
  2. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Wenn Du nicht in ALLEN Punkten ehrlich zu Deiner Psychologin bist.. kann sie Dir nicht helfen.

    Dein Taschentuchszenario ist ein Hirngespinst .. und nichts davon ist real. Man kann sich über Gegenstände nicht mitHIV infizieren.

    EinHIV-Test darf in Deutschland nur mit dem Einverständnis des Patienten durchgeführt werden, Du warst damals noch ein Kind - in dem Fall also nur mit dem Einverständnis Deiner Eltern.

    So alles in allem weiß ich nicht.. ob ein Forum wirklich der richtige Ort für Dich und Deine (Krankheits) Geschichte ist.
     
  3. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Dann nimm' halt so 'ne Küchenrolle. Mach' ich auch so :D
    Im ernst, das mit den "verschmutzten" Taschentüchern ist Unsinn...
    Nein, normalerweise nicht.
    Dafür muss ein eigener Test gemacht werden. Und der bedarf der Zustimmung des Patienten :cool:
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Wenn Du Deiner Psychologin gegenüber nicht ehrlich bist oder ehrlich sein kannst, kannst Du die Therapie auch abbrechen. Die funktioniert nämlich nur, wenn DU Dich auf die Therapie voll und ganz einlässt. Das scheinst Du aber nicht zu tun.

    Zum sogenannten "Risiko" sage ich nichts. Das ist pathologisch ... und dafür sind wir nicht zuständig.
     
  5. Nebel

    Nebel Bewährtes Mitglied

    Dem kann ich nur zustimmen.

    Hier kann dir keiner helfen.
    Deine angst ist völlig unbegründet.
    So kann man sich niemals mitHIV anstecken.

    Versuche dich zu beruhigen und erzähl deiner Psychologin alles. Sie ist darauf geschult dir zu helfen.
     
  6. Traumpaar

    Traumpaar Bewährtes Mitglied

    Hallo tut mir leid mit der Depression. Ich bin jedoch der gleichen Ansicht wie Lottchen. Es wird nur kurzfristig die Angst nehmen, wenn wir Dich wegen Deiner Sorgen in Bezug auf Deine irrealen Szenarien mit plausiblen Daten und Fakten "füttern", da sich Deine Angst zwangsweise ein neues Ventil sucht, d.h. neues Szenario mitHIV oder anderem. Wobei ich auf ersteres tippen würde. Dann fängt das ganze wieder von vorne an und dreht sich im Kreis, deshalb ist das Forum nicht wirklich zielführend in diesem Fall.
    Du musst definitiv mit Deiner Psychologin Deine genauen Gedanken besprechen und analysieren, denn genau dann kann sie Dir auch nur wirklich helfen. Sie ist ja geschult und auf alle möglichen Ängste vorbereitet, deshalb ist es ihr nicht peinlich, ist ja schließlich ihr Job.
    Es gibt sehr viele Menschen, die unbegründet Angst vor einer Ansteckung mit HIV haben, wo die Krankheit an sich gar nicht das Problem ist, also scheint ja etwas ganz anderes dahinter zu stecken. Vielleicht Angst vor Kontrollverlust?
    Wir haben einen sehr guten Experten hier im Forum @Wyoming , vielleicht kann er nochmal was zu schreiben.

    Auf jeden Fall hilft es Dir mehr, mit Deiner Psychologin alles ehrlich und längerfristig zu bewältigen, als hier im Forum kurz Erleichterung zu suchen.

    Ich drück Dir ganz fest die Daumen, dass Du es schaffst und wieder ein ganz normales und fröhliches Leben führen kannst. :)
     
  7. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Hallo ,

    Verläuft die Behandlung ambulant oder stationär?
    Bekommst du aktuell eine Medikamententherapie?

    Abgesehen von deiner Taschentuchgeschichte, gab es in der Vergangenheit denn eine oder mehrere Situationen, die diese Angst gerechtfertigt haben? Hast du in der Vergangenheit eine etwas heftigere Veränderung des täglichen Lebens mitgemacht? Gab es einen Schicksalsschlag? Etwas, dass deinen Alltag radikal verändert hat? Ehe, Kinder, finanzielle Probleme, Sucht, Berufswechsel?

    Was sagt dein Behandler/deine Behandlerin dazu?

    Was sagt dein Behandler/deine Behandlerin dazu?
    Welche Art Therapie wurde dir denn vorgeschlagen?
    Welche Art Therapie wird aktuell angewandt?

    Dazu wurde bereits alles gesagt, auch zu deiner konkreten Frage.
    Darauf gehe ich nicht mehr ein.

    Ich arbeite selbst in der psychosozialen Beratung und bitte dich sehr herzlich, deiner Behandlerin alles zu erzählen. Es ist für die weitere Behandlung elementar wichtig, dass du nichts schönst. Glaub mir, Menschen die in diesem Bereich arbeiten hören am Tag ausreichend Geschichten und Situationen, dir muss absolut nichts peinlich sein. Es geht um dein Problem und du suchst nach einer Lösung, lass bitte den Menschen, die dir tatsächlich helfen können, auch die Chance das zu tun.

    Du bist hier zwar richtig, wenn es um konkrete Fragen zu einem möglichen Übertragungsrisiko geht, oder Hiv ganz allgemein, aber ich denke, dass du die Ursache für diese Störung tatsächlich zusammen mit deiner Behandlerin in der tiefenpsychologischen Therapie suchen musst. Das geht nur real.
    Dazu ist ein Forum die falsche Adresse, übrigens nicht nur ein Hiv Forum, sondern auch psychic.

    Es ist ganz enorm von Bedeutung, dass du dich aktiv in die Therapie einbringst. Der erste Schritt ist, dass du deiner Behandlerin reinen Wein einschenkst, nur dann kann sie helfen.

    Ich wünsche dir alles erdenklich Gute!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. Januar 2019
    Holger1977 und Pphat gefällt das.
  8. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Dass Du wegen der Depression in Therapie gehst ist gut. Aber sei ehrlich zu dem Therapeuten sonst hat die Therapie keinen Erfolg.
    Die Story mit den Taschentüchern fällt schon unter Paranoia.
     
  9. Jan123

    Jan123 Neues Mitglied

    ambulant. Ich wurde vor einigen Monaten aus der stationären entlassen.
    Kennst du eine gute Stationäre?
    Mit der ersten habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht.
    Auch würde ich wahrscheinlich bei einem erneuten Stationären Aufenthalt meine Ausbildungsstelle verlieren.

    Ich hab einen großen Teil meines Lebens in Krankenhäusern verbracht. Ansonsten weniger und nein Alle meine Ängste haben wenig bis gar keinen Realitätsbezug.

    Das ich mir keine Fehler erlaube und ich deshalb nur schwer Verantwortung übernehmen kann. Und bei all meinen Ängsten geht es darum, dass ich -verantwortung für mein Handeln übernehmen muss. Was schwer ist wenn der Kopf einem Weltuntergangsszenarien vorgaukelt. Also kurz gesagt.

    Das ich mir ausmalen soll, was im schlimmsten Fall passiert und mir dann sagen, dass es dafür auch eine Lösung geben wird. Indem ich die Angst aushalte sehe ich auf lange Sich, dass nichts passiert. hoffentlich
    Verhaltenstherapie

    Das mache ich ja. Bisher war ich immer ehrlich und habe Alles erzählt. Aber das war halt das erste mal etwas Anderes. Das ist mir nicht peinlich wie "Der ist ja verrückt" sondern naja ich glaube du verstehst. Und ich muss noch lernen, dass nur weil ich mich verurteile das nicht auch alle anderen tun.

    Ich hatte jetzt den ganzen Abend Zeit mir Gedanken darüber zu machen.
    Natürlich habt Ihr Recht, meine Psychologin ist der beste Ansprechpartner.
    Tut mir Leid. War wohl eine Kurzschlussreaktion. Ich dachte ich hätte einen guten Weg gefunden die Zeit bis zum nächsten Mittwoch zu überstehen.
    Trotzdem danke an Alle die etwas geschrieben haben.

    Danke
     
  10. Wyoming

    Wyoming Poweruser Poweruser

    Im bayerischen Raum, ja.
    Ich weiss nicht, woher du kommst, aber überall in Deutschland gibt es ein gutes Netz an psychiatrischen Kliniken.

    Musstest du denn abgesehen vom Präsens in der späteren Vergangenheit mehr Verantwortung übernehmen, als üblich?
    Hast du jüngere Geschwister?

    Über diesen Ansatz lässt sich diskutieren, das ist aber wirklich dann kein Thema für's Internet.

    HIV oder Ängste mit/zwecks oder wegen HIV sollte man deutlich ansprechen.
    Dafür muss sich niemand schämen.
    Ich ahne, auf welches Pferd du aufspringen möchtest,- da muss ich dich aber enttäuschen.

    Zuerst ist es wichtig, dass ihr der Ursache auf den Grund geht, warum du dich selbst verurteilst. Wenn der Knoten platzt, ist angeraten, dass ihr euch auf die Anderen konzentriert.

    Dir muss nichts leid tun, wirklich nicht.
    Es ist nur so, dass die Arbeit, die deine Therapeutin vor Ort leisten kann, wir hier nicht leisten können,- kein Forum kann das.

    Ich wünsche dir von Herzen, dass du aktiv dabei bleibst,- und, dass du akzeptierst, dass du eine Erkrankung hast, für die du nichts kannst. Das ist sehr sehr gut therapierbar.
    Du musst anfangen dir selbst einen Ruck zu geben.
     
    Pphat gefällt das.
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