angehörig, ängstlich, auf der suche...

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Tigani, 7. September 2010.

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  1. Tigani

    Tigani Neues Mitglied

    Guten Tag,

    Um ganz schnell den etwas kryptischen Titel meines Postings zu entschlüssen:

    Mein Lebensgefährte ist positiv. Wir sind seit drei Jahren ein Paar, aber ich kenne ihn seit 10 Jahren und wusste auch von Anfang an bescheid.

    Wir gehen gerade durch eine generell anstrengende Zeit. Spezifische Ängste und Konflikte durchHIV äußern sich in diesem Kontext ebenfalls deutlich.

    Ich beobachte an mir, das ich immer gereizter auf ihn reagiere. Ich werde also gezielt etwas für mich und meine etwas angeschlagenen Nerven tun müssen.
    Vorerst suche ich einen Ort im Web der mir Austausch mit Angehörigen ermöglicht. Wenn jemand einen Rat dazu hätte wäre mir das sehr nützlich.
     
  2. Jacky_DA

    Jacky_DA Bewährtes Mitglied

    Hallo Tigani!

    Zuerst mal herzlich Willkommen hier im Forum!
    Ich bin selbst weder positiv noch habe ich eine positive Partnerin, aber hier sind einige andere unterwegs, die in ähnlichen Situationen sind wie Du. Ich denke aber, dass es hilfreich wäre, wenn Du Eure Situation ein wenig näher beschreibst.

    Wie genau äußern sich diese Konflikte und Ängste? Warum und in welchen Situationen reagierst Du gereizt auf Deinen Freund?
     
  3. Tigani

    Tigani Neues Mitglied

    Ich werde mich an einer Schilderung der Situation versuchen.

    Kurzer Exkurs in die Vergangenheit:
    Mein Freund kam vor 10 Jahren als Angestellter in den Betrieb meiner Eltern.
    Er war 30, und ich gerade 10 geworden. Er wurde schnell zu einer wichtigen Bezugsperson für mich. Ich wusste von seiner Infektion aber sonst nicht sehr viel über ihn. Er ist sehr still und verschlossen.
    Kurz nach meinem 18. Geburtstag kam er zu mir, in der Absicht sich von mir zu verabschieden. Er wolle bei meinen Eltern kündigen und werde umziehen. Es ist mir vorerst nicht gelungen zu erfragen, warum.
    Er war mein bester Freund, ich war total aufgelöst und hab gebettelt und erhielt so doch noch noch Auskunft.
    Er hat mir gestanden, in mich verliebt zu sein. Ich hätte bis dahin nicht mal im Entferntesten geahnt, das er schwul ist.
    Ich selbst bin so selbstverständlich schwul wie ich eben schwarze haare und braune Augen hab...
    Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich damit zwar bereits auseinandersetzen müssen, war aber zu Hause nicht geoutet. Meine Familie ist sehr konservativ, und Homosexuelität findet in meiner Kultur nicht statt.
    Mit der Entscheidung die unerwartete Chance die sich bot zu nutzen (ich fand ihn schon lange gut) war klar, das es erforderlich sein würde mit der Familie zu brechen. Als langjähriger Freund der Familie war er natürlich sofort der Schuldige in den Augen meines Vaters, an der Homosexualität seine jüngsten Sohnes.
    Ich habe soweit augeholt, weil für meinen Freund von Anfang an ein schlechtes Gewissen bestand sich mir überhaupt mitgeteilt zu haben.
    Ich wünschte ich könnte das Ausräumen und er würde anerkennen und akzeptieren das ich als inzwischen erwachener Mensch schlicht eine selbstständige Entscheidung für mich getroffen habe.
    Er ist sehr "overprotective" in Bezug auf mich.
    Das werde ich in Zukunft wenn er mitspielt auch versuchen müssen durch Hilfe von außen zu normalisieren.
    Sexualität war nach Änderung des Beziehungstatus von Anfang an nicht möglich. Das Virus und die Angst mich anzustecken sind für ihn zu übermächtig. Ich kann mich arangieren und beschränke mich darauf immer wieder deutlich zu kommunizieren, das ich keine Berührungsängste habe.

    Gegenwärtig muss er sich einem Teil seiner Vergangenheit stellen der extrem belastend ist, und um den ich erst seit drei Jahren weiß.
    Er wurde durch massiven sexuellen Mißbrauch in der Jugend infiziert.
    Jetzt kommt es zum Prozess gegen die Täter und er wird aussagen.
    Diese Belastungssituation und seine entsprechend weniger gute Verfassung bringen ihn seit Wochen immer mehr dazu, mich weg zu schieben. Er provoziert mich wo er kann, in der offensichtlichen Absicht mich zur Trennung zu Bewegen. Er erzählt ständig, er wäre immer für mich da, ich soll mir doch einen lieben Freund suchen und glücklich werden. Damit macht er mir ziemlich Angst.

    So... hoffentlich war das nicht to much information ;)
    Das bringt mich jedenfalls hier her.
     
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