Aktuelle Zahlen vom Robert-Koch-Institut für 2007

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Erlk, 7. Mai 2008.

  1. Erlk

    Erlk Neues Mitglied

    Heute wurden die letzten Zahlen des RKI veröffentlicht:

    Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

    Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ist weiter gestiegen. Dem Robert Koch-Institut wur-den für das Jahr 2007 insgesamt 2.752 neu diagnostizierte HIV-Infektionen übermittelt. Gegenüber dem Jahr 2006 (2.643 Neudiagnosen) ist dies eine Zunahme um 4%. „Eine der bislang wenig bekannten Ursachen für den Anstieg ist die hohe Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland“, sagt Jörg Hacker, Präsident des Robert Koch-Instituts. Der neue Halbjahresbericht mit umfangreichen Daten zu HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen, auch regional aufgeschlüsselt, ist im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht worden und auf den RKI-Internetseiten abrufbar (www.rki.de).

    Wichtigste Betroffenengruppe sind mit 65% nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Bei ihnen stieg die Zahl der Neudiagnosen erneut überdurchschnittlich an, im Jahr 2007 um 12% gegenüber 2006. Auch bei Personen mit Angabe eines heterosexuellen Infektionsrisikos stieg die Zahl der HIV-Neudiagnosen erneut, um 7,5% im Jahr 2007 gegenüber 2006. Bei Konsumenten intravenös verabreichter Drogen (IVD) und bei Migranten aus so genannten Hochprävalenzländern (in denen HIV/ AIDS stark verbreitet ist) ging die Zahl der Meldungen dagegen zurück (um 6% bei IVD und 18% bei Hochprävalenzländern).


    Der ganze Text steht bei http://www.rki.de/cln_049/nn_205760/DE/ ... _2008.html
     
  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. Pammadina

    Pammadina Neues Mitglied

    Ich verstehe das aber nicht ganz: immer mehr Leute nehmen ein Kondom und trotzdem gibt es immer mehr AIDS-Infizierte. das kann doch irgendwie gar nicht sein?
     
  4. Chilli

    Chilli Neues Mitglied

    Keine Ahnung, aber für mich liest sich die Statistik so, als würden sich sowieso nur Schwule, Junkies und Einwanderer neu infizieren. Und das kann doch auch nciht stimmen.
     
  5. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    HIV Prävention in Europa

    Hallo zusammen!

    Ich habe mir schon beim Lesen des Artikels in der Zeitung die Frage gestellt, woran die Erhöhung der Infektionen liegen könnte. Meiner Meinung nach ist dies ganz klar die Reaktion auf die Jahrzentelange HIV & Aids Debatte in den Medien und den dadurch entstandenen, gefühlten (!!!) Druck der HIV-Prävention. Es kehrt mehr und mehr eine Kondom-Verdrossenheit ein ... so kommt es mir auf jeden Fall vor, wenn ich solche Artikel lese. Anders kann ich mir das nicht erklären, denn eigentlich müsste in westlichen Ländern 99,999 Prozent aller Infektionen durch Prävention vermieden werden können. Unfälle, geplatze Kondome etc. gibt es so oder so - daran ändert auch eine noch so gute Präventionsstrategie nichts, das ist klar. Aber das Gezielte Weglassen von Kondomen ist mit Sicherheit für einen Großteil der Neuinfektionen mit HIV verantwortlich.

    Deshalb: schützt Euch!

    Liebe Grüße,
    Marion
     
  6. Erlk

    Erlk Neues Mitglied

    Das ist richtig. Aber um Neuinfektionen ging es in dem Artikel vom RKI gar nicht. Es ging um Neudiagnosen, d.h. nicht um die Tatsache, DASS jemand infiziert ist, sondern dass es erkannt wird. Und genau diesen Fehler macht leider auch die Boulevardpresse.

    Ich zitiere den Artikel weiter:

    Die Zahl der Neudiagnosen ist seit dem niedrigsten Wert (1.443) im Jahr 2001 stetig gestiegen, zum Teil auch durch eine verbesserte Erkennung von Erstdiagnosen und eine höhere Inanspruchnahme von HIV-Tests. Die Meldungen über HIV-Neudiagnosen dürfen nicht mit der HIV-Inzidenz (Neuinfektionen in einem Zeitraum) gleichgesetzt werden. Die Meldungen über Neudiagnosen erlauben keinen direkten Rückschluss auf den Infektionszeitpunkt, da HIV-Infektion und -Test zeitlich weit auseinander liegen können. Eine vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Studie des Robert Koch-Instituts zur Bestimmung des Anteils der kürzlich erworbenen HIV-Infektionen unter den HIV-Neudiagnosen ist zu Beginn des Jahres 2008 angelaufen.


    Sprich: durch bessere Diagnosemethoden findet man immer mehr HIV-Infizierte. Wann die sich infiziert haben, das kann man nicht zuordnen, dafür gibt es die neue Studie, deren Ergebnisse aber nicht vorliegen.

    Mit der Vewendung von Kondomen oder nicht gibt es keinen Zusammenhang, im Gegenteil: die Anzahl verkaufter Kondome ist so hoch wie nie!

    Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis der neuen Studie!
     
  7. Erlk

    Erlk Neues Mitglied

    noch was:

    @Chilli

    Es ist tatsächlich so, dass das Risiko für eine HIV-Infektion für einen nicht-drogenabhängigen heterosexuellen Deutschen sehr gering ist, außer er praktiziert unsafen Sex in einem S.wingerclub (sprich: hat unsichere Sexualkontakte). Das heißt natürlich nicht, dass man leichtsinnig werden sollte, denn auch wenn man sich vielleicht kein HIV holt - Hepatitis reicht ja auch schon und da ist der Durchseuchungsgrad auch in der heterosexuellen Bevölkerung deutlich höher!
     
  8. Amy-Lee

    Amy-Lee Neues Mitglied

    Ist das denn echt so wichtig? Macht das einen großen Unterschied für die Betroffenen? Finde ich nämlich überhaupt nicht!
     
  9. Erlk

    Erlk Neues Mitglied

    Für den Betroffenen direkt nicht. Aber es ist ein Unterschied, ob sich in Deutschland 2007 tatsächlich knapp 2700 Menschen neu mit HIV infiziert haben oder ob es (beispielsweise!) nur 600 waren und der Rest sind unerkannte Altinfektionen aus den vorangegangenen Jahren. Wäre das nämlich der Fall, dann wäre die HIV-Infektion tatsächlich eingedämmt und auf dem Rückzug. Andersherum müsste man die Anstrengungen verstärken.

    Wobei ja ein Teil der Neudiagnosen Patienten betrifft, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen und hier erst die Diagnose erhalten. Macht auch wieder einen Unterschied.
     
  10. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Mit den vom Robert-Koch-Institut freigegebenen Zahlen läßt sich reinweg garnichts anfangen. Vor allem scheinen sie nicht ganz schlüssig zu sein.
    Wenn etwa ein drittel der Gesamtneudiagnosen auf schwule Männer entfallen und eine Steigerung in dieser Gruppe um zwölf Prozent stattgefunden hat, kann eigentlich keine Steigerung von nur vier Prozent für die Zahl aller Diagnosen möglich sein.

    Diese vier Prozent wären übrigens nicht der Rede wert, bei 2600 Diagnosen insgesamt verschwinden vier Prozent im statistischen Rauschen.

    Leider läßt sich das alles nicht nachprüfen. Ein Versuch, die Rohdaten dieser Pressemitteilung zu erfahren, scheiterte im Gestrüpp des RKI-Internetauftrittes.

    Vielleicht kann die Erlkönigin Userin uns mit den Rohdaten versorgen?
     
  11. justus

    justus Neues Mitglied

    Heißt das, die Daten vom Robert-Koch-Institut sind falsch oder getürkt oder wie? :shock: Das fände ich jetzt schon komisch!
     
  12. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Nicht einsehbar, lieber Mitchatter, nicht einsehbar. Über die Wahrhaftigkeit der Pressemitteilung des Robert-Koch-Institutes lässt sich keine Aussage treffen, da fehlen schlicht die Zahlen.
    Interessant ist, zu beobachten, wie sich aus diesen insuffizienten Zahlenangaben ruckzuck eine Diskussion über den Anteil der Ausländer an den festgestellten Diagnosen entwickelt.
    Aber versuchen Sie ihr Glück doch selbst.
    Auf die Suchanfrage (beim RKI): ''Statistik Infektionskrankheiten 2007'' erhalte ich etwa drei Seiten mit zusammmen drei dutzend links.
    Verfeinere ich auf ''Statistik Infektionskrankheiten 2007 HIV'', so erhalte ich die Meldung: Konkretisieren Sie Ihre Suchanfrage, zu viele Treffer.
    Schlicht nicht nachprüfbar, diese Zahlen, auch im Jahre der Mathematik, nicht nachprüfbar.
    Ja. und wenn zwei drittel um zwölf Prozent gestiegen sind und dazu noch vielleicht ein zehntel (zu dem ich mich rechne) nochmals einen Anstieg um acht (oder so) Prozent zu verzeichnen hat, dann muß das mit den Hochrisikoländern doch erheblich weniger geworden sein, bis zur restitutio ad integrum in antegium.
    Ich will die Rohdaten, und zwar möglichst frisch!
     
  13. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Das ist verständlich! Willst Du mal beim RKI nachfragen, ob die solche Daten raus geben?

    Liebe Grüße
    Marion
     
  14. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Eines längst vergangenen Tages - in der Apothekenzeitschrift wurde vermeldet, die Herzinfarktrate bei Frauen habe nun die bei Männern überschritten und es solle nun dieses oder jenes zwecks garantierter Heilung erworben weden - fragte ich beim Robert-Koch-Institut nach den Daten für Herzinfarkt und Schlaganfall bei Frauen sowie nach der Verbreitung der Anti-Baby-Pille.
    Nie eine Antwort nicht.
    Diese neudeutsche Häufung an Tabus macht mir mehr Kummer als die paar Viren, die mir hin und wieder Kopfschmerzen und leichtes Fiebergefühl beibringen.
    Frag' Du doch mal, liebe Marion.
    Was bedeutet eigentlich BBCode ... aktivieren?
     
  15. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Johannes,

    ich schreibe gerade eine Email an das RKI - ich bin mal gespannt, ob und wenn ja was mir geantwortet wird und halte Euch selbstverständlich auf dem Laufenden!

    Um Wikipedia zu zitieren:

    ... lange Rede, kurzer Sinn: man kann mittels BBCode Beiträge (optimal) formatieren, Bilder hinzufügen, Links einpflegen usw. - ist wirklich ne feine Sache! :)

    Liebe Grüße
    Marion
     
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