AIDS-Diät???

Dieses Thema im Forum "AIDS-Forum" wurde erstellt von eveline, 14. Mai 2008.

  1. eveline

    eveline Neues Mitglied

    Meine Freundin ist Krankenschwester und hat sich durch eine Nadel mit dem HI-Virus infiziert. Ihr Heilpraktiker hat ihr nun geraten, eine bestimmte Diät einzuhalten (wenig Eiweiß, viel Grünzeug, viel Ballaststoffe), damit der Körper das Virus bekämpft und die Krankheit nicht ausbrechen kann. Stimmt das? Gibt es sowas echt?
     
  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. Butterkeks

    Butterkeks Neues Mitglied

    Ne echte AIDS-Diät gibt es wohl nicht. Wie sollte das auch gehen? Aber dass man mit vernünftiger und ausgewogener Ernährung den Körper stärkt und ihn unterstützt, das Virus in Schach zu halten, das denke ich schon.
     
  4. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    HIV Diät

    @ Butterkeks

    Genau so ist es. Ausgewogene Ernährung (ggf. Trennkost) ist immer hilfreich . Eine "Aids Diät" gibt es in dieser Forum meines Wissens nach nicht.

    ABER: Nicht vollwertige Ernähung, enthält dem Organismus wichtige Nährstoffe vor, die dem biologischen Abwehrmechanismus des Körpers förderlich sind. Schlechte bzw. nicht ausgewogene Ernährung ist also kontraproduktiv bei der HIV-Behandlung. Das elementare Problem ist, dass viele Patienten unter Appetitlosigkeit und weiteren Gebrechen leiden, die eine ausgewogene Ernährung kaum möglich oder unmöglich machen.

    Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, die Ernährung mit dem behandelnden Arzt abzusprechen und ggf. noch einen Ernährungsberater ins sprichwörtliche Boot zu holen. Hierdurch kann eine ausgewogene Ernährung auch in Situationen bzw. Krankheitsphasen ermöglicht werden, in denen der HIV Patient an Appetitlosigkeit oder Vergleichbarem leidet.

    Liebe Grüße
    Marion
     
  5. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Jeder Mensch ist anders, und sollte also auch anders essen, nämlich, was jeweils schmeckt. Normalerweise verlangt der Körper ja nachdem, was er benötigt.
    Allerdings kann vielleicht eine Anti-Diät Empfehlung gegeben werden, also was besser nicht gegessen werden soll. Das sind zuerst verarbeitete Lebensmittel, die zudem noch mit Geschmacksverstärkern angereichert sind, damit es überhaupt nach etwas schmeckt und nicht nur nach Zucker und Fett. Mit solchen Lebensmitteln wird der Körper getäuscht, er verlangt danach, weil es so schmeckt, als sei es nützlich, ist es aber nicht.
    Selbst kochen, heißt das, frische Sachen selbst verarbeiten, dazu Obst. Es heißt nicht umsonst, an apple a day keeps the doctor away.
    Eiweiß vermeiden, da mag etwas dran sein. Eiweiß ist ein potentielles Antigen, daß die schlafenden Abwehrzellen wecken kann und so zur Virusproduktion anregen. Nur, ohne hinreichende Eiweißzufuhr kann kein Mensch leben.
    Was auch vermieden werden sollte, ist eben das übliche: Tabak, Alkohol, Drogen, sonstige Umweltgifte, alles das belastet das Immunsystem.
    Dazu fällt mir allerdings regelmäßig der uralte Witz vom Mann ein, der zu Arzt geht; nicht rauchen, nicht trinken, keine Frauen und Sie werden hundert Jahre alt; fragt sich der Mann, wofür dann eigentlich noch?
     
  6. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Fortsetzung

    ''... and starvation is a major cause of immunodeficiency and death worldwide.''

    Weiter kann ich nicht gehen im Zitate aus Janeway's immunobiology, nachher rückt mir noch die Urheberrechtskommission auf den Pelz...

    Wer jetzt denkt: 'hat er aus der summary vom Kapitel Aquired immune defiency syndrome abgeschrieben', stimmt nicht.

    Die Tatsache, daß die weltweit meisten AIDS-Fälle auf mangelhafte Ernährung zurückgehen, findet sich v o r dem Kapitel über AIDS beschrieben; und zwar unmittelbar.

    In der nämlichen Summary ist außerdem auch beschrieben, daß eine eiweißarme Diät zu Immundefiziten führen kann. Wenn also die Kinder kein Eiweiß bekommen, sei es, weil die Mutter ihnen keine Milch geben kann, weil sie HIV-positiv ist, sei es, weil die Mutter aus Streß oder aufgrund eigener Mangelernährung keine Milch geben kann, haben diese Kinder:

    ad 1)
    Ein erhebliches Risiko, zu einer infektiös erworbenen Immunschwäche eine ernährungsbedingte (besonders im Komplementärbereich, Eiweiß-intensives Gewerbe) weitere Immunschwäche zu erfahren.

    ad 2)
    Ein erheblich gesteigertes Risiko - so HIV-negativ zur Welt gekommen - die aquiered human immuno dificiency zu erwerben, insbesondere, wenn keine frische Milch zur Verfügung steht.

    Dabei sollten wir den Kindern eigentlich dankbar sein.

    Was über das Immunsystem bekannt ist, verdanken wir im wesentlichen kleinen Babies und Kindern, die mit einem ererbten Immundefekt auf die Welt kamen. Die Beobachtung - insbesondere serologisch, klinisch und pathologisch - dieser an einer ''unpleasant disease'' Krankheit leidenden bringt immer weitere Enblicke in das gesunde funktionieren des Immunsystemes.

    Nun läßt sich die Welt nicht auf einmal bessern, besser wäre es aber schon, diesen Kindern, deren einzige Chance im Austausch des Immunsystemes besteht, genügend unterschiedliches Knochenmark zur Verfügung stellen zu können.

    Umsomehr, als z.B. die seltene Chediak-Higashi-Krankheit nur mit einer Knochenmarksspende geheilt werden kann (zu 60%), die zudem zur Hälfte genau passen m u ß.
     
  7. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Literatur:
    Bewußt Kochen Herzhaft Essen, Hrsg.: Verein Erste Welt - Dritte Welt, Dritte Welt Laden Uster (Schweiz), 12. Auflage 1985 ISBN 3-925429-00-X

    ''Weniger Fleisch führt zu weniger Futtermittelimporten'',
    ''Saisonprodikte bevorzugen''

    schreiben die Autorinnen dieses kostengünstigen Büchleins und empfehlen:

    Das Tägliche Esshüfele:

    1/2 (Milch v Joghurt) v 200 Quark v 50 Käse und
    2 x täglich Obst und 2 x täglich Gemüse, beides mindestens einmal frisch gegessen, und
    1 Ei v ab und zu (Fleisch v Fisch) und
    20 ... 40 Öl und
    50 ... 70 Getreide (V o l l k o r n!) v 200 Kartoffeln v 50 ... 70 (Nüsse v Hülsenfrüchte)
    (''v'' bedeutet ''oder'')

    Das Immunsystem benötigt lediglich acht Bausteine, um daraus die unübersehbare Anzahl unterschiedlicher Eiweiße (Proteine) herzustellen, die seine normale Funktion darstellen.

    Diese acht essentiellen Aminosäuren finden sich in unterschiedlichen Anteilen in der Masse des Körpereiweißes. Dementsprechend muß das die einzelne essentielle Aminosäure enthaltende Lebensmittel einen entsprechenden Anteil in der täglichen Nahrung stellen.

    Soll nun auf eine insgesamt eiweißarme Ernährung geachtet werden - z.B. weil das Immunsystem von der Entsorgung überschüssigen Eiweißes entlastet werden muß - dann müssen Lebensmittelkombinationen konsumiert werden, die die essentiellen Aminosäuren in einem Verhältnis enthalten, welches dem Verhältnis der essentiellen Aminosäuren im Körper am besten entspricht und die Verluste durch aminokinetische Vorgänge am besten ausgleicht (homöoamine Eiweißzufuhr).

    Hier ist z.B. die Kombination 45 Mais zu 200 Hülsenfrüchte zu empfehlen.
    (Kartoffel und Ei) oder (Roggenvollkornbrot und Quark) ergänzen sich ähnlich gut.

    Es ist darauf zu achten, die einander bezüglich der enthaltenen essentiellen Aminosäuren ergänzenden Nahrungsmittel in e i n e r Mahlzeit einzunehmen, da nur die g l e i c h z e i t i g e Verdauung dem Körper die Möglichkeit bietet, höhere, körpereigene Eiweiße aufbauen zu können.

    Als weiterer Vorteil fallen bei der homöoaminen Ernährung im Körper beim ''Schneidern'' der körpereigenen Eiweiße weniger ''Stoffreste'' an, die sonst aufwendig entsorgt werden müssen.
    Aufwendig bedeutet hier, daß - wie auch bei der Eiweißüberversorgung - u.U. Fresszellen aktiviert werden müssen, die evtl. Viruserbgut enthalten, was natürlich die Produktion von Virus-Eiweiß fördert.

    Angemessene Ernährung hilft demnach, die Viruskonzentration und damit die Wahrscheinlichkeit der Infektion weiterer Zellen zu verringern.
     
  8. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Fortsetzung

    Normalerweise müssten jetzt die Ökotrophologinnen an die Front.
    Vielleicht sind keine da, vielleicht denkt sich der eine oder andere ja auch, meine Wissen behalte ich für mich, da hab' ich einen Vorteil im evolutionären Überlebenskampf (wer über einen genetischen Defekt beim Corezeptor CXCR4 - oder war es CCR5? - verfügt, wird jedenfalls nicht an Aids sterben, sagt der ''Adelberg'' - Literatur 2 unter ''Mathematik'' hier im Forum -, immun und trotzdem infektiös!), man weiß es nicht ...

    Tatsache ist aber, der Mensch lebt nicht vom Eiweiß allein, im Gegenteil, ein Mensch, der sich ausschließlich von Fleisch ernährt, stirbt schließlich an Kohlenhydratmangel, einige wichtige Zellen im Körper benötigen eben auch Zucker als Baustoff für die Zellhülle.

    Trotzdem können wir zwischen drei essentiellen Nährstoffen unterscheiden, die der menschliche Körper zum Funktionieren benötigt:

    a) Energie
    b) Material
    c) Hilfsstoffe.

    Wenn sich jetzt ein/eine WiWi an irgendetwas erinnert fühlt; genau: nicht anders, als in der Fabrik auch.

    Wer kann mir Literatur empfehlen, in der aufgeführt ist:

    a) Welche Mengen benötigt der Körper an oben aufgeführten Rohstoffen?
    b) Wie setzen sich die normalen, mitteleuropäischen Lebensmittel (so, wie sie auf dem Feld und im Garten wachsen) zusammen?

    Alle weitere Arbeit, nach dem lesen der bitte zu empfehlenden Bücher, ist ein Nachmittag mit der mir liebsten Wissenschaft, der Mathematik.

    Ökotrophologinnen, bitte, ein gut bezahlter Job in der Nahrungsmittelindustrie ist nicht alles; und was dabei herauskommt, wenn ich mir Gedanken mache, ist sozusagen Shareware, könnt ihr bei euern Chefs mit angeben ...

    Ein anderes Thema ist das Waste-Syndrome.
    Hier liegt eine Aufnahmestörung die essentiellen Fette betreffend vor. Erkennbar ist diese Ursache - neben dem klinisch beobachtbaren Gewichtsverlust - serologisch am Wechsel der Viruspopulation vom Lymphozytenzweig hin zum Makrophagenzweig. Die Lymphozyten, welche ja in den Lymphknoten zu finden sind, sind zu diesem Zeitpunkt zusammen mit den Lymphknoten weitgehend zerstört. Dies geht einher mit der weitgehenden Zerstörung der zum Chylos-Zweig des Lymphsystemes gehörenden Lymphknoten, welche normalerweise die Fettaufnahme im Verdauungstrakte besorgen (Literatur 1, unter ''Mathematik'' hier im Forum).

    An dieser Stelle bitte ich ausdrücklich um Verzeihung für meine dümmlichen, nassforschen Äußerungen zum Thema Waste-Syndrom weiter oben.

    Johannes Buhlmann
    Kienitzer Straße 108
    12049 Berlin, 04/06/2008
     
  9. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Fortsetzung

    Leider ist der menschliche Verdaungstrakt ohne funktionierende Lympknoten nicht in der Lage, Fett aufzunehmen.
    Der gute alte Rettungsring ist zudem mehr als nur ein Energiespeicher für schlechte Zeiten. Fettzellen produzieren auch Hormone, z.B. das Leptin (Siehe ''Janeway's immunobiology'', Kapitel 12).
    In brutalen Tierversuchen wurden Mäuse an den Rand des Hungertodes geführt und es zeigte sich, daß das fehlende Leptin aus den nichtvorhandenen Fettzellen zu einer Störung in der T-Zell Aktivität führt, welche in o.a. Tierversuch mit der Gabe von Leptin behoben werden konnte.
    Schöner wäre natürlich der Aufbau eigener Fettreserven, was aber schwierig ist, weil essentielle Fettsäuren nicht einfach in das Blut gespritzt werden können, das würde zu Blutgerinnseln führen.
    Es müsste vorher eine entsprechende Aufbereitung erfolgen, wie die Fette sie normalerweise im Lymphsystem erfahren. Wahrscheinlich bedeutet das Emulgieren, also in feinste Tröpfchen auflösen und anschließend langsam in die vena subclavia injizieren, wo ja auch der normale Fettzufluß in den Blutkreislauf erfolgt (über den chylus).
    Bleibt noch die Frage, wieviel essentielle Fettsäuren benötigt der Mensch eigentlich?
    Ökotrophologinnen, bitte?
    Absolut sinnlos erscheint das Schlucken irgendwelcher hochwertigen Fette, etwa Lachsöl, Omega hastenichgesehn Fettsäuren etc.; die enterale Aufnahme (also über den Verdauungstrackt) ist nicht mehr möglich.
    Hier bin ich übrigens anderer Auffassung als ''Janeway's immunobiology''.
    Janeway sieht eine Störung der Cytokinsekretion als Ursache des Waste Syndromes. Warum so kompliziert, wenn es auch einfach (zu erklären) geht?

    Zur Eiweißversorgung, die enorm wichtig ist, um die verbliebenen, intakten Komponenten des Immunsystems zu stärken.
    Es ist ja nicht so, daß da keine Redundanzen vorliegen. Die Funktionen des Immunsystemes, die vom HIV allmählich zerstört werden, sind bis zu einem gewissen Grade ersetzbar durch die Stärkung der nichtinfizierten Teile.
    (Eine thermodynamische Überlegung: Zur Aktivierung der Abwehr müssen z.B. T-Zellen und B-Zellen zueinander finden, wobei die TH-(cd4)-Zellen die Initiatoren der Abwehr sind und die B-Zellen dann aktive Zellen. Dabei ist das Zusammenkommen von B-Zelle und T-Zelle wichtig, dessen Wahrscheinlichkeit bei verringerter TH-(cd4)-Zellanzahl durch vergrößerte B-Zellanzahl sicher vergrößert werden kann und so die Immunantwort beschleunigen und verstärken)

    Ein paar Rezepte zur optimalen Eiweißversorgung aus meiner täglichen Überlebenspraxis:
    Panierte Auberginenscheiben (enthält Ei) mit Kartoffeln ergibt eine optimale Eiweißversorgung.
    Ebenso (und verdammt lecker) Maisgries 150 Gramm in Sojamilch 1 Liter unter rühren aufkochen sowie nach Geschmack etwas zum süßen. Ich bevorzuge hier selbstgemachte Marmelade ohne Gelatine, wirklich lecker.
     
  10. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Prostituierte in Westafrika infizieren sich nicht,

    weil sie sich besonders ernähren?

    Eigentlich hat diese Sache nichts direkt mit Ernährung zu tun, jedoch.

    Außerdem gab es heute Neuigkeiten auf Deutschlandfunk in der Sendung Forschung aktuell (www.dradio.de / Wissenschaft, 09/06/2008, 16.35 Uhr).

    Im Deutschlandfunk wurde über eine erfolgreiche Impfung von Mäusinnen berichtet, und zwar eine aktive Impfung gegen einen bereits bestehenden Gebährmutterhalskrebs. Es wurden Bruchstücke des Hepatitis B - Virus mit Erbinformation der Krebsgeschwulst gegeben, was bei den Mäusinnen den Krebs heilen konnte.
    Das Immunsystem konnte also durch die Impfung auf den Krebs sozusagen aufmerksam gemacht werden und vernichtete ihn anschließend.

    Dabei kommt natürlich eine etwas archaisch wirkende alternative Heilmethode bei Krebs in Erinnerung, die Eigenurintherapie. Hier wird das Immunsystem ja ebenfalls - und zwar durch das trinken des eigenen Urines - mit durch die Niere ausgeschiedenen Bruchstücken eines Krankheitserregers oder einer bösartigen Geschwulst im Magen-Darm-Trakt konfrontiert und initiert hierdurch eine erregerspezifische Immunantwort.

    Janeway's immunobiology, um den Bogen zum HIV zu schlagen, beschreibt eine Gruppe Prostituierte, die über fünf Jahre beobachtet wurde, in Westafrika, von denen trotz langjähriger Tätigkeit als Prostituierte keine HIV positiv getestet wurde, d.h. keine trug Antikörper zum HIV im Blut. Wohl aber wurden T - Killerzellen gefunden (cd8-Zellen), die HIV-spezifisch waren. Kontakt mit dem Virus muß also dauernd bestanden haben.
    Es konnte kein Grund für die ''natürliche Immunität'' gegen das Virus gefunden werden, der CCR5 Rezeptor Defekt tritt dort nicht auf.
    Im Laufe der Zeit zeigte sich bei einigen von ihnen, welche das Gewerbe inzwischen aufgegeben hatten oder doch erheblich eingeschränkt, leider dann doch eine Infektion bzw. eine positive Reaktion auf Antikörpertests.
    Paradox nennt Janeway das.

    Fassen wir zusammen:
    Killerzellen sind für die Vernichtung von Krebszellen und Viren zuständig. Sie werden von professionellen antigenpräsentierenden Zellen (professionelle APC) aktiviert, z.B. dendritische Zellen in den Schleimhäuten, insbesondere im Magen-Darm-Trakt und im respiratorischen Trakt, also in Bronchien und Lunge.
    Im Falle der Impfung gegen einen bestehenden Krebs bei Mäusinnen werden diese Killerzellen von Fragmenten eines Virus in Kombination mit dem Erbgut einer Krebszelle auf den Krebs hin sensibilisiert und können ihn vernichten.
    Welche Art von Sexarbeit haben die Frauen in Gambia verrichtet, daß sie während ihrer aktiven Zeit negativ waren und später, im Ruhestand sozusagen positiv wurden?
    Meine Vermutung geht dahin, daß diese Frauen den Samen der Männer, die sie zu bedienen hatten, geschluckt haben und auf diese Weise ihre Killerzellen in ständiger Alarmbereitschaft hielten, welche die in den Körper eindringenden Viren vernichteten, so daß es zu keiner Antikörperbildung gegen HIV kam, also zu keiner Infektion. Eine Art ''aktive Impfung'' mit infektiösen Erregern, na guten Appetit.
     
  11. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Das Schiksal der westafrikanischen Prostituierten (s.o.) schärft unseren Blick auf das Immunsystem, bzw. die Reaktion des erworbenen Immunsystemes.

    Die Immunantwort beginnt mit der Aufnahme eines Antigenes seitens einer dendritschen Zelle (die wir hier Seesternchenzelle nennen wollen, wer einmal eine Abbildung dieser dendritischen APC gesehen hat, weiß warum).

    Mit dem aufgenommenen Antigen macht sich die jetzt ausreifende Seesternchenzelle auf den Weg in den nächsten Lymphgang, um so zum nächstgelegenen Lymphknoten zu gelangen.

    Der Lymphknoten, den wir hier einmal Apfelsinenorgan nennen wollen (weil er so aussieht), enthält drei Sphären:
    Die innere Sphäre, die vom Seesternchen zuerst erreicht wird, enthält (im wesentlichen) T(cd8)-Killerzellen, darauf folgt nach außen hin eine Sphäre mit T(cd4)-Helferzellen und schließlich finden sich in der äußersten Sphäre hauptsächlich B-Zellen.

    Die jetzt ausgereifte Seesternchenzelle wird also den im Gewebe aufgenommenen Vorrat an Antigen zunächst an die T(cd4)-Killerzellen abgeben und diese hierdurch aktivieren.

    Aktivierte Killerzellen wandern mit der Lymphe in die Blutbahn und vernichten dort für sie passende Viren.

    Finden sich nicht hinreichend viele Killerzellen, um den Antigenvorrat der Seesternchenzellen aufzubrauchen, aktiviert sie in der nächsten Sphäre Helferzellen.

    Aktivierte Helferzellen erzeugen zunächst zytotaktische und zytokinische Hormone, welche B-Zellen zum Ort der im Lymphknotengewebe locken und die Seesternchenzelle in einen Zustand der Inaktivität versetzen, damit diese ihr Antigen für die angelockten B-Zellen ''aufheben'' kann.

    Sodann wandert die Helferzelle in die Reifungskammer im Lymphknoten, beginnt sich zu teilen und für das von der Seesternchenzelle aufgenommene Antigen passende Antikörper zu produzieren und diese in die Blutbahn auszuschütten.

    Mittlerweile angelockte B-Zellen reaktivieren die Seesternchenzelle, nehmen deren Antigen auf und strömen mit der Blutbahn nach dem Knochenmark, wo sie ebenfalls clonal vermehrt werden und zu Plasmazellen reifen, um dann ebenfalls passende Antikörper zu produzieren und diese ins Serum abzugeben.

    Serologisch ist der Zeitpunkt, zu dem die B-Zellen mit der Antikörperproduktion beginnen, an einem Wechsel der gammaGlobulinhauptfraktion im Blut ablesbar.

    Gelangen jedoch nur wenige Antikörper zu den Seesternchenzellen - z.B. in der Schleimhaut des Verdauungstraktes - so reicht die Menge der von diesen aufgenommenen Antigene nur zur Aktivierung der T(cd8)-Killerzellen hin, eine humorale Immunantwort, die also Helferzell und B-Zell-Aktivierung und damit Antikörperproduktion umfasst, bleibt aus und somit findet sich eine HIV negative Serologie.

    Diese gewagte Formulierung könnte eine Erklärung für die Seronegativität der westafrikanischen Prosituierten sein.
     
  12. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Fortsetzung und Schluß

    Zusammenfassend muß festgestellt werden, daß eine regelrechte medikamentöse Behandlung der HIV-Infektion m.E. nicht möglich ist.

    Selbstverständlich kann das Geschehen eine Zeit lang aufgehalten werden, jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Dies ist insbesondere durch die Einzigartigkeit der Thymusdrüse bedingt, welche über keinerlei Reparaturmechanismen verfügt. Dort durch Viruseinfluß zerstörte Zellen sind unwiederbringlich verloren.

    Schon ein gesunder Mensch erleidet einen fortschreitenden Verlust des funktionalen Thymusgewebes, sicher eine Erklärung für die erhöhte Infektionsanfälligkeit im Alter und auch die nachlassende Regenerationsfähigkeit des Körpers (Das Immunsystem ist ja auch für die Schuttabfuhr des Körper zuständig, siehe etwa Morbus Alzheimer). Sollte also jemand behaupten, er könne da etwas reparieren, wäre das gleichbedeutend mit der Erfindung des Jungbrunnens oder auch der Entdeckung des Baumes des Lebens (was wir Menschen uns aber verscherzt haben, damals im Garten Eden).

    Zur Ernährung sollte aber noch gesagt werden, daß unbedingt auf eine gesunde Darmflora geachtet werden muß. Das bedeutet insbesondere, Verzicht auf orale Antibiotika, welche ja die Darmflora zerstören. Eine zerstörte Darmflora ist aber die Zerstörung der ersten Barriere des Intestinums gegen Krankheitserreger.

    Wenn bereits das Waste Syndrome aufgetregen ist, die Peyerschen Plaques also erodiert sind, kann evtl. die Fettzufuhr intramuskulär gewährleistet werden. Ich weiß nicht, ob das hinreicht. Möglich ist es jedenfalls.
    Anabolika werden ja auch in öliger Lösung intramuskulär gespritzt. Warum also nicht ölige Lösung pur?
     
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