2 Wochen nach Risikokontakt potentielle Symptome... Hilfe!

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Freshi, 17. April 2011.

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  1. Freshi

    Freshi Neues Mitglied

    Hallo Zusammen

    Ich (22, Schweizer) hatte am 27.3.2011 einmaligen Sex mit einer 28 jährigen Ungarin. Leider platzte dabei das Kondom und da es ab dann sowieso keine Rolle mehr spielte und ich grössere Erektionsprobleme habe, wenn ich Kondome verwende, hatte wir dann auch noch ungeschützten vaginalen Verkehr, für etwa 15 Minuten. Ich weiss, alles sehr unvorsichtig und einfach nur dumm. Doch in der Hitze des Gefechts ist es nun mal passiert.


    Ich hatte am Folgetag genug Stress, die Pille danach aufzutreiben. Zum Ganzen ist es auch nur deswegen gekommen, weil ich grosse Mühe mit Frauen habe, noch nie eine Beziehung hatte und was Sex betrifft, auf dem absoluten Notstand stehe. Da probiere ich jede Möglichkeit wahrzunehmen. Es war auch erst die 3 Frau, mit der ich Sex hatte.


    Mit ihr habe ich keinen Kontakt mehr, habe aber die Telefonnummer. Als ich sie fragte, ob sie Geschlechtskrankheiten habe, sagte sie mir, dass ich nicht so skeptisch sein solle, nur weil sie Ungarin ist. Sie habe vor 2 Jahren einen Aidstest gemacht, der negativ ausfiel und seither treu in einer Beziehung gelebt. Das letzte Mal Sex hatte sie angeblich vor 3 Monaten, damals noch in der Beziehung.


    Wenn das stimmt, ist das Risiko, dass ich mich mitHIV infiziert habe, sehr gering. Aber das kann ja jeder behaupten. Ich habe mich zum Thema Symptome und HIV eingelesen. Der ganze Vorfall ist jetzt 3 Wochen her und seit einer Woche fühle ich mich schlapp. Ich habe leicht Fieber, eine leicht weisse Zunge und verschiedene Körperregionen sind warm/heiss. Auch habe ich einen leichten Juckreiz und manchmal wie ein Schüttelfrost, der sich wie eine Gänsehaut anfühlt, aber nur, wenn ich mich in die Kälte gehe nach draussen. Jedoch habe ich kein Durchfall und auch keine Schluckbeschwerden. Appetit ist auch gut vorhanden und geschwollene Lymphe, von dem sehe ich äusserlich nichts, weiss aber auch nicht, wie sich das äussert.


    Pikant ist, dass es dieser Winter seit langem her ist, dass ich mich nicht erkältet habe. Doch jetzt plötzlich, in dem Zeitfenster von 2-6 Wochen nach einer möglichen Infektion, wo normalerweise Symptome auftauchen, hat es mich erwischt. Das ruft in mir schlimme Befürchtungen hervor. Das Ganze ist nicht so stark, dass es mich ins Bett haut, doch ich fühle mich abgeschlagen und matt.


    Natürlich habe ich grosse Angst und bin verzweifelt. Am 10 Mai, also in rund 3 Wochen, habe ich einen Termin beim Urologen, weil ich schon längere Zeit Wasser im Hodensack habe, dass er mir absaugen wird. Dann werde ich auch gleich wegen einem Aidstest darauf zu sprechen kommen.


    Was kann ich bis zu dieser Zeit tun? Soll ich schon früher zum Hausarzt gehen oder was?
    Was könnt ihr mir dazu noch sagen?

    Danke für schnelle Antworten
     
  2. Aymaraa

    Aymaraa Bewährtes Mitglied

    Also erstmal möchte ich sagen, dass es natürlich eine Rolle spielt, ob das Kondom gerissen ist und man dann den ungeschützten Kontakt sofort abbricht, oder ob man dann auch noch wissentlich ungeschützt weitermacht. Je länger die Zeit, die man sich den Viren aussetzt, um so höher die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Logisch.
    Aber im Eifer des Gefechts durchaus menschlich und verständlich.

    Zu den Beschwerden:
    Typische Symptome gibt es fürHIV eigentlihc nicht. Viele Infizierte hatten gar keine Symptome und viele, die an sich alle "typischen" Anzeichen feststellen sind am Ende doch negativ. Und je mehr du dich zum Thema Symptome "einliest".....sprich googelst.......um so mehr davon wirst du auch an dir feststellen. Das ist einfach nur psychisch bedingt und ich halte 2 Wochen nach RK auch noch für zu früh um da überhaupt irgendwas zu merken. Deshalb würde ich dir dringend raten die Finger von Google, Wikipedia und sonstigem zu lassen.

    Ich würde dir raten, erstmal davon auszugehen, dass du einfach nur eine Erkältung hast, was ja nicht ungewöhnlich ist in dieser Jahreszeit, und dann frühestens 8 Wochen nach RK nen Test zu machen. Früher würde ich an deiner Stelle nicht gehen, da der Test dann sowieso noch nicht sicher genug ist und dich nur zusätzlich psychisch belastet.

    Ein Risiko war bei dir zwar vorhanden, es ist aber sehr sehr klein. Es ist sehr unwahrscheinlich sich bei einem einmaligen heterosexuellen Kontakt zu infizieren. Auch bei einer Ungarin.
     
  3. Freshi

    Freshi Neues Mitglied

    Nach 3 Monaten, negativ! Eine Leidenszeit geht zu Ende...

    So, ich habe jetzt meinen 3 monatigenHIV-Test hinter mir und er ist NEGATIV!!!! Man was bin ich doch erleichtert.

    Noch zum Hergang: 2 Wochen nach RK hatte ich Kopfschmerzen und ein Schlappheitsgefühl, dazu einen starken Juckreiz am ganzen Körper! Juckreiz ist ein Zeichen, dass mit dem Körper etwas nicht stimmt aus medizinischer Sicht. Ich hatte noch nie so ein starken Juckreiz und war über ein Jahr gesund. Deshalb ging ich vom schlimmsten aus.

    Diese Symptome hielten 5 Wochen, also bis Woche sieben nach RK an, flauten ab und kamen nach 2 Wochen wieder bis zur 11 Woche nach RK.
    In dieser 12 Woche habe ich dann praktisch auch alles untersuchen lassen: 2x Blutabnahme fürHIV und Blutbild, Urinprobe, 1x Fingerblutabnahme für CRP und 1x Fingerblutabnahme für EBV (Pfeiffersches Drüsenfieber).

    Alles war bestens, kein Befund. Es scheint, als das ich sehr somatisch reagiert habe, also das die Psyche Einfluss auf den Körper genommen hatte. Während diesen 3 Monate hatte ich richtigen Psychoterror, mit dem HIV den Tod vor Augen. Die Umstände sprachen für mich, die körperlichen Symptome gegen mich. Und da man sagt, dass der Körper nie lügt, setzte das mir psychisch sehr zu. DenHIV Test nach 6 Wochen, der negativ ausfiel hat mich fürs erste sehr beruhigt, das kann ich nur jedem in solch einer Phase empfehlen.

    Was ich dazu noch sagen möchte: Mein Vorfall war wirklich extrem und zudem ein klassischer (ungeschützten vaginalen Verkehr). Ich habe in diesem Forum nicht ansatzweise so etwas vorgefunden. Ich hatte praktisch alle Symptome und dazu war ich zuvor lange gesund. Und trotzdem bin ich jetzt negativ. Ich hoffe damit gewisse Leute beruhigen zu können.
    Was ich noch loswerden möchte: Am Anfang von meinen Symptomen habe ich fieberhaft nach einem ähnlichen Vorfall wie meinem gesucht, um eine Referenz zu finden und Jemanden zu treffen, der im gleichen Trott wie ich war. Doch das fand ich hier nicht. Die meisten, die bei einer potentiellen Infektionen posteten, waren Personen, die sich wegen Fingern oder Oralverkehr sorge machten. Dabei ist das Risiko bei solchen Vorfällen gleich null und vernachlässigbar.
    Für Personen wie mich mit einem "klassischen" Vorfall hat das psychisch sehr zugesetzt, da ich mich auf verlorenem Posten gefühlt habe. Ich würde es für dieses Forum sehr begrüssen, dass man eine Unterkategorie für sehr unwahrscheinliche Infektionen eröffnet (vor allem Oraler Verkehr und Fingern etc.) und ebenfalls eine Kategorie für die "klassischen" Risikokontakte (Verkehr ungeschützt vaginal oder anal).

    Soviel von meiner Seite.

    Ich wünsche allen Personen, die zwischen der Zeit von RK bis zu den populären 3 Monate zumHIV Test warten viel Durchhaltewillen und Kraft. Insofern dann, wenn man sich zuerst im Internet über alles mögliche informiert hat und mit dem schlimmsten rechnet und den Teufel an die Wand malen will. Denn dann können einem gut gemeinte Ratschläge wie: "Finger weg vom Internet" auch nicht mehr gross helfen. Wenn das ganze einmal im Kopf ist, bringt man es nicht mehr so schnell wieder raus! Meine Meinung und Erfahrung.

    Tobias
     
  4. Aymaraa

    Aymaraa Bewährtes Mitglied

    Re: Nach 3 Monaten, negativ! Eine Leidenszeit geht zu Ende..

    Entschuldige bitte, aber da kann ich nur müde lächeln. Dein Vorfall war weder extrem noch klassisch. Dieses Forum ist voll von Leuten, die ungeschützten Verkehr hatten und jetzt 100% der Meinung sind sich infiziert zu haben. Da warst du nichts besonderes.

    Dieses Phänomen erleben wir hier täglich.


    Das kommt doch immer sehr auf den Einzelfall an. Das Risiko hierbei KANN durchaus genau so gross sein wie deines und ist absolut nicht vernachlässigbar. Zb. bei Oralverkehr mit Spermaaufnahme ist die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren etwa gleich gross wie bei ungeschütztem GV.


    Das ist doch absolut Quatsch. Wer würde denn schon seine Frage in der Kategorie "Unwahrscheinliche Infektionen und vernachlässigbare Risiken" posten? Richtig, niemand. Und warum? Weil JEDER denkt, dass sein Risikokontakt der absolute Supergau war und er in jedem Fall jetzt positiv ist. Müsstest du ja am besten wissen. Und was ein "klassischer" RK sein soll entzieht sich meiner Vorstellung.

    Jeder vermeintliche RK ist hier ernst zu nehmen, denn jeder User hat die gleiche Angst sich infiziert zu haben und muss hier psychisch aufgefangen werden. Da können wir nicht sagen "Sorry, aber dein Fall war nicht "klassisch", der ist nicht so wichtig, Du stellst dich mit deiner Panik bitte ganz hinten an und wartest bis wir die wirklich ernsten Fälle beantwortet haben"


    Kann ich gut nachvollziehen, dass es für jemanden der ne Scheißangst hat fast unmöglich ist diesen Tip zu beherzigen. Trotzdem ist es in der Situation mit der beste Ratschlag den man geben kann.



    Tut mir leid wenn ich etwas bissig klinge, aber wenn jemand meint er wäre der Nabel der Welt, dann geht mir die Hutschnur hoch.

    Schönen Abend noch.

    Aymaraa
     
  5. berlin16

    berlin16 Neues Mitglied

    Sperma aufnehmen ist so gefährlich wie ungeschützter GV???????
    echt?
     
  6. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Blut hat unbehandelt am meisten Viren und ist somit am infektiösesten. Dann Sperma und dann Vaginalsekret. Alle 3 Flüssigkeiten dürfen nicht auf Schleimhäute oder Wunden gelangen.
     
  7. berlin16

    berlin16 Neues Mitglied

    aber das sperma aufnehmen die gleiche chance sich infiziert zuhaben ist wie gv?
    dann müsste ja jede prostituierte die schluckthiv haben. :roll:
     
  8. Aymaraa

    Aymaraa Bewährtes Mitglied

    Ja, würd ich jetzt mal so sagen.

    Ich kann dir keine genauen Zahlen nennen, was nun im Endeffekt gefährlicher ist. Ist auch völlig irrelevant. Sobald HI Viren....zB aus Sperma...auf Schleimhäute treffen, dringen sie in den Körper ein.............und dein Mund besteht quasi nur aus Schleimhaut.
     
  9. Aymaraa

    Aymaraa Bewährtes Mitglied

    Nicht jeder Freier bringt als kleine Dreingabe HI Viren mit.

    Und eine Prostituierte, die auf ihre Gesundheit achtet, wird niemals das Sperma ihrer Freier in den Mund aufnehmen.
     
  10. berlin16

    berlin16 Neues Mitglied

    klar,aber wenn eine prostituierte es eben zulässt und imjahr 1000 freier hat is die chance groß..
     
  11. Aymaraa

    Aymaraa Bewährtes Mitglied

    Natürlich. Wenn sie das tut ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross sich irgendwann zu infizieren.

    Das trifft aber nicht nur auf Prostituierte zu. Niemand sollte das Sperma von Unbekannten schlucken........bzw sich auch nur in den Mund spritzen lassen.
     
  12. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Bevor hier wieder wilde Gerüchte in die Welt gesetzt werden: Es sind in 90% der Fälle positive Freier, die Prostituierte infizieren.

    Daraus den Umkehrschluss zu führen, dass Prostituierte potenziell grundsätzlich gefährdet oder gar positiv sind, ist unzulässig. Ein Großteil der Prostituierten achtet auf die Gesundheit, weil der Körper (und die Gesundheit) das Kapital sind.

    Übrigens: Der weitaus höchste Anteil an ungeschütztem Verkehr findet in heterosexuellen Beziehungen (z.B. Ehen) statt. Und wir alle wissen, dass Monogamie nicht die am stärksten ausgeprägte Eigenschaft ist. Also bitte keine Vorverurteilungen!
     
  13. Freshi

    Freshi Neues Mitglied

    @ Aymaara: Mit dem was du geschrieben hast, hast du im Grunde schon recht.
    Wenn ich aber gewisse Posts durchlese, muss ich manchmal schon sagen, dass das an Hypochondrie grenzt, wenn zum Beispiel Jemand klagt, er habe Jemanden berührt und Angst vorHIV hat. Und das waren etliche Beiträge.
    Ihr als Moderatoren macht einen super Job, aber durch solche hypochondrische Posts werdet ihr nur zusätzlich überlastet und könnt euch nicht auf das wesentliche, die klassischen Fälle, wo wirklich ein standardrisiko besteht konzentrieren. Das ist meine Meinung und es soll von meiner Seite eine Art konstruktive Kritik sein... Aber wie gesagt, so wie es im Moment ist, ist es sicher die einfachste Lösung.

    Auf alle Fälle nochmal ein Lob an euch alle fleissigen Forumbienen und besonders an Matthias, er schreibt immer sehr konstruktive Beiträge!
     
  14. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Jemand, der besser im Thema steht, mag es Hypochondrie nennen - ich nenne es Defizite in der Information. Wie sollen junge Menschen etwas über Geschlechtskrankheiten im Allgemeinen und HIV im Besonderen lernen, wenn sie vorgebetet bekommen, dass es immer nur »die anderen« betrifft? Und wenn man sich dann doch für HIV interessiert, ist es - der eigenen Meinung nach - schon »fünf nach zwölf«. Ängste und Hypochondrien treten nur dann auf, wenn man keine bis diffuse, aber auf jeden Fall unzureichende Kenntnisse hat. Wir können hier nur helfen, den Kenntnisstand zu verbessern ... aber Du merkst in anderen Threads z.B., wie dann wieder alles angezweifelt wird und die ganze Mühle von vorne beginnt.

    Ich merke bei meinen Vorträgen in Schulen und dergl., dass ein riesiger Nachholbedarf an Information besteht ... und dass das Thema nur zu selten auf dem Lehrplan steht.

    Wer Ängste hat, tendiert dazu, irrational zu denken und zu handeln. Das merkst Du u.a. auch daran, dass jeder glaubt, seine Geschichte wäre ein Einzelfall und er oder sie wäre die berühmte Ausnahme, für die alles Gesagte nicht gilt.

    Danke schön ... mit fast 20 Jahren HIV habe ich auch eine ugefähre Ahnung, wovon ich spreche (*smile*) - und ich merke auch bei meinen - s.o. - Schulvorträgen, dass der Erzählung eines Betroffenen mehr Bedeutung beigemessen wird, als wenn jemand »über« etwas redet, das er/sie auch nur theoretisch kennt. Deshalb mach ich das auch sehr gerne.
     
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