1 Jahr HIV-Positiv - 1 Jahr mit Höhen und Tiefen

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von ChrisLDK, 25. Oktober 2010.

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  1. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Liebes Forum,

    jetzt bin ich seit genau einem Jahr wissentlichHIV-Positiv und möchte mal ein bisschen was dazu schreiben. Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen, gerade in der Anfangszeit geprägt mit Selbstzweifeln und die dominierende Frage nach dem Sinn des Lebens.
    Bis zu dem Zeitpunkt des Testergebnisses wusste ich zwar schon einiges über das Thema HIV/Aids, aber eben nicht genug, den mich hat es bis dahin ja nicht betroffen. Ich ging dann Ende Oktober 2009 zu meinem Hausarzt und ließ dann mal wieder einenHIV-Test machen. Gewohnt war ich, das ich nach 3 Werktagen das Ergebnis bekommen hatte, hm ... diesmal war es nicht so und das war dann der Tag, an dem sich mein ganzes Leben ändern sollte. Nach 5 Tagen rief mich mein Doc an und sagte, ich solle doch bitte sofort mal zu ihm in die Praxis kommen ... da wusste ich es, mich hat es erwischt. Also war ich nicht sonderlich verwundert, als mir mein Hausarzt meine Befürchtungen bestätigt hatte.
    Wie in Trance bin ich nach Hause gegangen und bin in Tränen ausgebrochen. Eine quälende Frage ging mir immer wieder durch den Kopf, wieso ich, warum ausgerechnet ich?
    Als erstes habe ich dann meinen Freund im Büro angerufen und ihm unter Tränen mitgeteilt - Zitat: "Maus, ich bin HIV-Positiv". Er verlängerte darauf hin seine Mittagspause und hat mich getröstet.
    Ab diesem Tage hab ich mich intensiv mit dem Thema HIV auseinander gesetzt und bin auch hier in diesem Forum angekommen. Hier hat man mich ebenfalls aufgefangen und mir Mut gemacht. All denen möchte ich heute noch einmal an dieser Stelle meinen Dank aussprechen.
    Naja das ganze letzte Jahr jetzt zu schreiben, wäre zu viel. Also hier die Kurzfassung: seit März nehme ich die Medikamente und meine Blutwerte sind seit diesem Tage wundervoll und die Viruslast war 3 Wochen nach der Ersteinnahme "unter der Nachweisgrenze" und ist es bis heute.
    Zwischenzeitlich arbeite ich ja hier als Moderator mit, denn ich weiß was man durchmachen muss, wenn man auf ein Testergebnis wartet oder wenn man mit der Diagnose konfrontiert wird.
    Ich möchte Euch Mut machen, auch mit HIV kann man ein wundervolles Leben haben. Mein Leben hat sich nicht verändert, naja ich muss halt alle 3 Monate zum Schwerpunktarzt ... aber es gibt schlimmeres.

    Freunde, das Leben ist mit HIV nicht zuende, es ist etwas verändert aber genauso lebenswert wie vorher.

    So abschließend möchte ich einige Leute nennen, die mich in der Anfangszeit massiv unterstützt haben:

    Marion, Alexandra, Matthias, Jacky_DA, Sebastian (er ist seit 13 Jahren mein Partner) und meinem Schwerpunktarzt Dr. Discher. Marion Dir gebührt mein größter Dank für das schöne Forum hier.

    So genug gelabert, ich habe mich mit meiner Infektion arrangiert und ich kann damit wunderbar leben, Ihr schafft es auch.

    Liebe Grüße aus Wetzlar

    Christian
     
  2. g

    g Neues Mitglied

    Lieber Chris,

    danke für deinen ehrlichen und bewegenden Beitrag.
    Ich finde es toll und bewundernswert, welche Stärke du an den Tag legst.
    Davon könnte sich so mancher eine Scheibe abschneiden! :)


    Auch von meiner Seite große Anerkennung für Marion&Co.
    Toll, dass es euch gibt!

    Na dann lass ich euch mal allen die besten Grüße da,

    blümchen
     
  3. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Chris

    Schön, dass es Dich gibt und Du hier bist. Du bist für unser kleines Tier hier eine Bereicherung da Du den Alltag mitHIV bestens kennst und auch bei den Therapien wohl der beste Ansprechpartner bist. Theorie (wie ich sie kenne) und Praxis (wie Du sie neben der Theorie kennst) sind halt zwei Paar Schuhe.
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hi Chris,

    uns verbindet ja nun verschiedenes :) ... aber auch ich habe nach einem Jahr begriffen, dass das Leben trotzdem weitergeht und hatte ebenfalls viel Unterstützung.

    Das Forum ist wirklich ene feine Sache ... aus meinen Recherchegründen sind sehr schnell die Beweggründe gewachsen, ein paar »Insiderinformationen« einfließen zu lassen - und ich freue mich, dass wir das seit einiger Zeit zu zweit machen können.

    Wär' übrigens tolll, wenn Du am 9.11. Zeit, Lust und Gelegenheit hättest, wenn ich in Frankfurt lese ...
     
  5. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hi Matthias

    Du bist uns auch eine grosse Hilfe hier. Wäre toll wenn ich Dich auch mal kennen lernen würde. Wann bist Du in der Schweiz?
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Danke, Alexandra.

    In der Schweiz? Ach, wenn ich das wüsste ... Immerhin hab ich es ja schon bald mal nach Österreich geschafft ... :)
     
  7. Anonymous

    Anonymous Gast

  8. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Hallo Robby1978,

    naja im Juli ist der Test noch Negativ gewesen, das heißt, das ich zwar schon den Virus in mir hatte, die Antikörper aber noch nicht nachgewiesen werden konnten. Wenn ich dann überlege, das der Test im November Positiv ausfiel, kann der Rsikokontakt ziemlich genau bestimmt werden. Da ich weiß, wer mich infiziert hat, kann ich es sogar genau auf den Tag sagen -)

    Ja wieso sollte ich meinen Lebensmut verlieren? Ich war früher genauso wie Du, habe zwar in den Medien immer mal wieder was vonHIV und AIDS gehört, aber näher hatte ich mich nie mit dem Thema beschäftigt.

    Du trittst mir nicht zu Nahe. Ich finde es gut, wenn Du neugierig bist und Fragen stellst. Ich bin ein Mensch, der mit der Infektion offen umgeht und die daraus aufkommenden Fragen auch gerne beantwortet. Darum bin ich ja auch Moderator in dem Forum hier geworden.

    Ich bin noch immer mit demjenigen, der mich infiziert hat. befreundet, er wusste ja zu diesem Zeitpunkt nichts von seiner Infektion.

    Also wenn Du Fragen hast, dann stelle diese.

    In diesem Sinne Dir einen schönen Tag und liebe Grüße aus Wetzlar

    Christian
     
  9. guenni2909

    guenni2909 Neues Mitglied

    Hallo,

    Ich habe mich gestern erst neu hier im Forum angemeldet. Ich habe am Freitag, den 29.10.2010 meine Diagnose erhalten und bin dann erstmal trotz der aufmunternden Gespräche mit den Ärzten in ein kurzes Loch gefallen.

    Ihr könnt Euch sicher vorstellen was einem da so alles im Kopf rumschwirrt. Alle andern die positv getestet sind haben das ja auch durchgemacht.

    Dir Chris möchte ich für deinen Bericht über das erste Jahr danken, denn er macht auch mir jetzt wieder etwas Mut. Ich denke ich werde noch einige Zeit brauchen das alles zu verarbeiten, aber wenn Du (und vielen ander Menschen) es auch geschafft hast(haben), dann werde ich es wohl auch schaffen.

    LG aus HH
    Guenni
     
  10. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Hallo mein Lieber,

    natürlich wirst Du es schaffen. Dein Leben ändert sich ja nicht großartig. Musst nur nen bisschen Dich mit dem Essen umstellen (viele Vitamine) und halt alle drei Monate zum Doc. Naja irgendwann kommen die Medikamente. Das wars dann aber auch schon.

    Ich gebe Dir mal den guten Tip: kaufe dir das Buch von Matthias Gerschwitz mit dem Titel "Endlich mal was Positives". Das hat mir in der Anfangszeit sehr weiter geholfen.

    Dir alles Liebe und alles Gute

    Christian
     
  11. Robby1978

    Robby1978 Neues Mitglied

    hallo

    Hallo Guenni,

    das tut mir leid. Aber wie Chris schon sagt:"Das wirst du schon schaffen".

    Die Medis werden Dir dabei helfen. Noch eine Frage. Wie ist das passiert? Du hattest ein RK? Was für einen?

    Wenn ich fragen darf natürlich. Musst nicht darauf antworten, ist doch klar!!

    Wünsch Dir alles gute.
    LG
    Robby
     
  12. guenni2909

    guenni2909 Neues Mitglied

    Ich danke Euch für die aufmunternden Worte. Ich muss euch sagen es geht mir schon besser. Ich habe für mich jetzt beschlossen, dass ich den kleinen Biestern (so nenne ich sie) den Kampf ansage und sie so gut es geht bekämpfen (in Schach halten) will.

    Wo ich es (sie) mir eingefangen habe kann ich nicht sagen und ich will es auch nicht wissen, denn es ändert an der Tatsache nichts. Ich kann mir jetzt ewig den Kopf zerbrechen, aber was bringt es mir? Nichts!

    Also Augen zu und durch.

    Gruß Guenni
     
  13. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Lieber guenni2909

    genau das ist die richtige Einstellung. Also alle, die ich kenne, haben es auch geschafft zu lernen, damit umzugehen. Was man braucht ist Kraft und die denke ich, hast Du.

    LG
    Chris
     
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